2006 scheint als Aeschenjahr in die Geschichtsbücher einzugehen. Ich habe mit vielen Fischern an der Aare gesprochen und alle bestätigen gute Erfolge in unserer Strecke zwischen Olten und Aarau. Wenn wir auch schon seit geraumer Zeit eine schöne und grosse Aeschenpopulation in unserem Revier beheimaten dürfen, so ist es keineswegs selbstverständlich, dass „Mann“ auch jedes Mal welche fangen kann. Für mich ist klar, die Ausnahme bestätigt die Regel und es werden mit Sicherheit auch wieder andere Jahre ins Land kommen. Freuen wir uns an den momentanen Gegebenheiten, an der Beissfreudigkeit der Aeschen und an der Tatsache, dass „Mann“ wieder in der Lage ist, nach der Entnahme seiner zum Verzerr gerechneten Beute, Masfische wieder in ihr Element zu entlassen! Auf das, dass wir bei unserer nächsten Pirsch wieder auf schöne und starke Aeschen stossen.

Keine Frage, für mich ist der ultimative Köder nach wie vor die braune 14er Nymphe mit hellbraunem Hechelkranz. Tief mit dem Tirolerhölzel über den Gewässerboden geführt, scheint mir die „Kleine Braune“ magische Anziehungskräfte auf die Aeschen zu haben. Selbst wenn ich in einer guten Beissphase aus lauter Neugierde eine Montage mit anderen Nymphenfarben anbot, die Fische verschmähten die Köder, die Bisse blieben aus. Kaum waren wieder die „Kleinen Braunen“ im Wasser, hatte ich wieder Bisse.

Im Moment sind zwei Beisszeiten von 60 – 90 Min. auszumachen. Die erste am Morgen zwischen 8.30 Uhr und 11.30 Uhr und die zweite nachmittags zwischen 14 Uhr und 16 Uhr. Bei der mehr oder weniger stabilen Wetterlage und dem damit gleich bleibendem Wasserstand, haben sich diese auch nicht grossartig verschoben. Wir, Mauro und ich konnten bis Heute mit ziemlicher Genauigkeit vorausahnen wann wieder Bisse zu erwarten waren, die Ausnahme bestätigte die Regel. Es ist auch immer wieder schön zu beobachten, dass während einer solchen Beissphase alle Jahrgänge einer Population Interesse für die Köder zeigen, somit zeigt sich uns, dass ein guter und vor allem durchwachsender Bestand vorhanden ist.

Mauro und mir persönlich fällt es nie schwer einen Fisch in sein Element zurück zu entlassen, bestärkt es uns doch im Wissen, dass beim nächsten Mal noch einer im Wasser ist. Wir entnehmen in der Regel die Fische, die wir auch gleich verwerten und wenn mit grossen Aeschen über 40 cm gerechnet werden darf, so darf halt auch eine 38erin wieder schwimmen gehen. Im nächsten Jahr hat sie die 40er Grenze überschritten und darauf freuen wir uns. Das die Bienemade ein ausgezeichneter Aeschenköder ist, brauche ich hier wohl nicht weiter zu beschreiben. Mauro wollte es wissen und lieferte gefischt mit dem Zapfen, mit einer gut genährten 45er Aesche auch gleich den Beweis dafür. Eine 34erin und eine Untermasige wurden wieder zurückgesetzt. Es ist schon was feines, wenn „Mann“ eine grosse Aesche an der 4.20er Matchrute und leichter Montage (12er Vorfach) Drillen kann, verlangt es doch einiges an Geschick, dass Gerät richtig einzusetzen. Geduld und Ruhe sind die Voraussetzung, sowie Vertrauen in sich und sein Material. Mir gelang es heute fünf Bisse zu verwerten, zwei Aesche mit 41 cm und 43 cm wanderten zu Mauros Fisch in das Körbchen und wahren für ein Festessen am Abend bestimmt! Ein Fischtag wie er schöner nicht sein könnte. Der leichte Morgennebel löste sich schnell auf und die Temperaturen waren dank Föhnlage auch im grünen Bereich. Zur rechten Zeit am rechten Ort, dass Glück des „Tüchtigen“ und einem herrlichen Mahl stand nichts mehr im Wege
Aeschen im Backofen
Für 3 Personen:
- 3 fangfrische Aeschen
- Salz und Pfeffer, Fischgewürze
- 1 Zitrone (Saft)
- Mehl
- 6 Salbeiblätter
- 2 EL Öl
- 80 g Butter
- Milch
Zubereitung:
Die ausgenommenen Aeschen (können auch nur die Filets sein) auf der Aussenseite schräg einschneiden und zwei bis drei Stunden in kalte Milch einlegen (nimmt dem Fleisch den Thymiangeschmack, muss nicht sein), innen und aussen mit Zitronensaft säuern und mit Salz und Pfeffer (oder Fischgewürze) würzen. In den Bauch (bei den Filets dazu geben) jeweils 2 Salbeiblätter legen und die Fische im Mehl wenden.
Ein hochrandiges Backblech mit Butter und Öl bestreichen und im Backofen erhitzen. Die Aeschen darauf legen und in dem auf 180 Grad vorgeheizten Backofen goldbraun braten (ca. 20 bis 25 Minuten). Dabei immer wieder mit einer Butter-Öl-Mischung bestreichen. Als Beilage empfiehlt sich frisches Brot und ein gemischter Salat, wenn es dann einmal etwas mehr sein darf, gehen auch Salzkartoffeln mit einem Knoblauchdipp hervorragend dazu.
Guten Appetit!



