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Grimselpass / Nomen est Omen: Der Totensee auf dem Grimselpass (2165 m ü. M.) wird zum Massengrab für Hunderte von Forellen. Die Behörden stehen vor einem Rätsel.
Das ominöse Fischsterben auf der Grimsel setzte vor knapp zwei Wochen ein. Bei einem Rundgang um den Totensee entdeckte der Fischereiaufseher auffallend viele tote Fische im Uferbereich. Sofort informierte er die zuständigen Stellen.
Taucher aufgeboten
Nach Peter Scheibler, Adjunkt der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, habe man schon Mitte September von einem Taucher einen Hinweis erhalten, dass auf dem Grund des Totensees tote Fische seien. „Weil gerade in Bergseen immer wieder einige Fische verenden, sahen wir uns nicht veranlasst, irgendwelche Massnahmen zu ergreifen.“ Aufgrund der Beobachtung des Fischereiaufsehers wurden dann aber Taucher der Kantonspolizei aufgeboten, um der Sache auf den Grund zu gehen. Bei ihrem Tauchgang stellten die Beamten fest, dass nur noch wenige Tiere am Leben waren. Zwei, drei Tage später, so Scheibler, seien alle Fische verendet.
Wasserproben angeordnet
Die Behörden stehen vor einem Rätsel. Bei der Untersuchung der toten Tiere konnten keine giftigen Rückstände nachgewiesen werden. Auch eine Virus- oder Infektionskrankheit wird mit grösster Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Jetzt bleiben den Ermittlern die Wasserproben. Diese sollen in den nächsten Wochen Aufschluss darüber geben, unter welchen Umständen die Forellen auf der Grimsel eingegangen sind. „Aus dem See wurden verschiedene Proben entnommen. Diese werden nun auf allfällige Giftstoffe hin untersucht“, erklärt Scheibler. Allerdings: Die Hoffnung, den wirklichen Grund für das Forellensterben ausfindig zu machen, ist sehr gering. Scheibler: „Die Proben sind sehr aufwändig und zeitintensiv, weil wir absolut keine Hinweise haben. Entsprechend schwierig ist es, ein brauchbares Resultat zu bekommen.“
Vergiftung nicht ausgeschlossen
Noch dementieren die Ermittler zwar, dass es sich beim grossen Fischsterben auf der Grimsel um eine Vergiftung der Tiere handelt, aber auszuschliessen sei es nicht. „Wir tappen momentan völlig im Dunkeln. Das Ereignis kann zwar auf eine Vergiftung zurück zu führen sein, aber genauso kann es sich um einen natürlichen Vorgang handeln. Allein die Tatsache, dass diese Tiere sehr heikel auf ihre Umwelt reagieren, lässt jede Vermutung offen“, so Scheibler. Wie viele Fische im Totensee tatsächlich eingegangen sind, lässt sich nicht genau beziffern. Der finanzielle Schaden beläuft sich aber auf rund 25 000 Franken. Solange der wahre Grund für das Massensterben aussteht, werden auf der Grimsel keine Fische mehr ausgesetzt. Später soll der Totensee wieder mit Fischen belebt werden.
Quellennachweis: RZ Oberwallis - Online / Von Walter Bellwald