Blaualgendiskussion

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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Dani

Beitrag von Dani »

Ich kapier das nicht so richtig, dann würden ja die Felchen auch stinken. oder denkt ihr der Fisch habe sich von Blaualgen ernährt :lol:
Reverend

Beitrag von Reverend »

Wenn alle Diskutanten registriert haben, dass dieser Thread vom "Jauar-Hecht"-Fangbericht abgetrennt wurde, werde ich ihn in die Rubrik "Fischbiologie" verschieben. Einstweilen lass ich ihn noch hier.



Wenn Cyanobakterien oder Blaualgen die Ursache wären, müsste der Fisch "mooseln".

Erinnerst du dich, wie deine blaue Regenbogenforelle geschmeckt hat, Mattu (natürlich nur, falls sie nicht wieder schwimmen durfte. Aber das musst du uns nicht verraten - auch wenn's zur Klärung viel beitragen würde.)
gonefishing

Beitrag von gonefishing »

@Rev: Nein, die ReFo war einwandfrei. Wobei für mich ein Zusammenhang mit Mooseln nicht bestehen muss, da es sich ja nur um einen bestimmten Stoff handeln würde, der über Zwischenstationen (Beutefische) in den Raubfisch gelangt. Dieser Stoff in der Alge bzw. Bakterie muss nichts mit dem Mooseln zu tun haben.

Tendenziell werden so blau gefärbte Fische in kalten Wasser, tief und in der dunkleren Jahreszeit gefangen. In vergleichbaren Gewässern werden aber völlig normal gefärbte Fische gefangen.

Von daher muss neben evtl. Temperatur, Wassertiefe und Lichteinfall noch ein spezieller Faktor ausschlaggebend sein.

Von daher dachte ich an Wasserchemie, aber warum eigentlich nicht durch lokal vorkommende Algen oder Bakterien (müssen ja nicht giftig sein).

Interessant fand ich auch mal einem Fangbericht vom Engstlensee, dort wurden normal gefärbte ReFos in den Schnee gelegt, worauf sie sich blau verfärbt haben.



Gruss, Mattu
gonefishing

Beitrag von gonefishing »

Wenn ich richtig informiert bin entsteht die bläuliche Farbe bei Blaualgen ähnlich wie die grüne bei Pflanzen. Also durch einen aktiven chemischen Prozess (Photosynthese) bei dem das komplementäre Lichtspektrum herausgefiltert wird. Mit dem Absterben verschwindet damit auch die Farbe, und eine Ablagerung in Fischen wäre damit nicht möglich.

Kühe die Gras fressen werden auch nicht grün... :lol:



Gruss, Mattu
Sascha

Beitrag von Sascha »

Ich denke wie Mattu auch, dass man die Blaualgen-Theorie gestrost ausschliessen kann. Neben den bereits genannten Gründen wie der warmen Temperatur benötigen Blaualgen oder eben Cyanobakterie eine erhöhte Phosphatkonzentration um zu überleben. Der Bodensee ist nun nicht wirklich bekannt für ein Phosphatproblem (Ich habe zumindest noch nichts darüber gelesen).



Ich wage wirklich sehr stark zu bezweifeln, dass Fische sich überhaupt von Blaualgen ernähren. Diese erzeugen ein lebensfeindliches, da sauerstoffarmes, Klima wo sich die Fische IMHO nicht wohl fühlen können. Dazu kommen die bereits angesprochenen Giftstoffe.

Ich habe im Zusammenhang mit den Blaualgen und der Aquaristik schon gelesen, dass sich gewisse Schnecken von den Bakterien ernähren sollen. Selber beobachtet habe ich das aber nie. Selbst die Schnecken machten einen grossen Bogen um die Blaulagenteppiche im AQ ;)

Übrigens, und das nur nebenher bemerkt, sind die Bakterienstämme nur noch sehr sehr schwer aus einem Aquarium zu entfernen. Tägliche Wasserwechsel und eine Temperaturabsenkung auf 15°C KÖNNEN Abhilfe schaffen, müssen aber nicht ;)
Fredy

Beitrag von Fredy »

Das habe ich mal gehört:

Die Blaualgen sind bakterielle Algen die bei der Überdüngung eines Gewässers etliche Giftstoffe (u. A. Nitrit - welches sich aus Nitrat umwaldelt) aufnehmen und somit zu Reinhaltung des Wasser beitragen. Sollte aber die Überdüngung ein sehr grosses Mass überschreiten und die Blaualgen zu viele Giftstoffe aufgenommen haben, sterben sie ab. Dabei setzen sie alles Gift, das sie aufgenommen haben, unter grossem Sauerstoffverbrauch frei. Dabei kommt es zur Sauerstoffzerrung, was ein Fischsterben auslösen kann. Das habe ich früher mal irgendwo in meiner Aquaristischen Tätigkeit gelernt. Am besten Bescheid wüsste da ein Chemiker oder ein Profiaquarianer.
Sascha

Beitrag von Sascha »

Fredy hat geschrieben:Das habe ich mal gehört:

Die Blaualgen sind bakterielle Algen die bei der Überdüngung eines Gewässers etliche Giftstoffe (u. A. Nitrit - welches sich aus Nitrat umwaldelt) aufnehmen und somit zu Reinhaltung des Wasser beitragen.




Das ist so nicht ganz korrekt :D



Bin zwar selber auch kein Chemiker, jedoch habe ich mir das Wissen mit der Anschaffung von Aquarien angeeignet.

Starkt vereinfacht entsteht aufgrund von Verwesungsprozessen (verfaulende Blätter, tote Fische usw usf.) Ammonium, welches durch Bakterienstämme zu Nitrit umgewandelt wird. Ammonium sowie auch Nitrit sind hochgiftig für Fische. Wiederum anderen Bakterienstämme knacken sodann das Nitrit und wandeln es zu Nitrat um, welches wiederum in nicht allzu konzentrierter Form für einen Fisch nicht giftig ist. Die Blaualge spielt in diesem Prozess soweit ich weiss abolut keine Rolle ;)



Nitrat und Phosphat hingegen sind dann direkte Nährquellen für Algen und eben die Blaualgen.

Übermässige Konzentrationen von Nitrat und Phosphat können zu einer Blaualgenplage führen....

Wie genau der Prozess bei der Giftabsonderung stattfinden weiss ich nicht, lässt sich aber sicher ergooglen. Soweit ich aber informiert bin, können Blaualgen auch im anaeroben (sauerstofffreien) Gebieten überleben. Insofern ist die Theorie mit zu wenig Sauerstoff = Tod der Blaualge = Giftabsonderung sicherlich falsch.
Fredy

Beitrag von Fredy »

Hi Sascha

Das ist nicht so gemeint: Wenig Sauerstoff = Tod der Baualge.

Sondern Tod der Blaualge = Giftfreisetzung und Sauerstoffverbrauch = Sauerstoffzerrung.

Na ich denke, dass wir beide nicht Chemiker sind. Vielleicht äussert sich wirklich mal ein solcher.

Na ja, ich geh jetzt schlafen und träume von baluen Fischen!

Gute Nacht zusammen.
Reverend

Beitrag von Reverend »

Cyanobakterien vg."Blaualgen" betreiben Fotosynthese mittels des dem Chlorophyll ähnlichen bläulichen Farbstoffs Prokocyanin.

Sie geben also Sauerstoff ans Wasser ab - solange sie genug Licht haben.

Bei einer Blaualgenblüte nehmen sie sich gegenseitig Licht weg, bis dahin, dass sie absterben.

Dann wird ihre zerfallende Zellsubstanz durch zersetzende Bakterien anaerob abgebaut, also in hohem Maße Sauerstoff aus dem Gewässer entzogen.
Fredy

Beitrag von Fredy »

Reverend hat geschrieben:.........also in hohem Maße Sauerstoff aus dem Gewässer entzogen.


Danke Reverend und schlaf gut!

Morgen hast du Frühmesse?
Sascha

Beitrag von Sascha »

Reverend hat geschrieben:Cyanobakterien vg."Blaualgen" betreiben Fotosynthese mittels des dem Chlorophyll ähnlichen bläulichen Farbstoffs Prokocyanin.

Sie geben also Sauerstoff ans Wasser ab - solange sie genug Licht haben.

Bei einer Blaualgenblüte nehmen sie sich gegenseitig Licht weg, bis dahin, dass sie absterben.

Dann wird ihre zerfallende Zellsubstanz durch zersetzende Bakterien anaerob abgebaut, also in hohem Maße Sauerstoff aus dem Gewässer entzogen.


Hätte ich auch selber drauf kommen können :roll:



Danke für den Input :)
Reverend

Beitrag von Reverend »

Nein, Fredy, morgen ist Samstag.

Aber am Sonntag habe ich diesmal auch predigtfrei.



In dem Link auf die Wikipedia Seite ein paar Postings weiter oben ist das Ganze einigermaßen wissenschaftlich beschrieben.
Fredy

Beitrag von Fredy »

Aber ich muss morgens früh auf. Gehe auf dem Vierwaldstättersee SeFo's jagen.

Werde sehen was sich tut.

....und dir einen schones freies Wochenende.
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