Am 17.9.07 war es soweit...
Um genau 05.00h klingelte mein Wecker, was mich als Morgenmuffel ausnahmsweise nicht störte, da ich mich schon seit Tagen auf meinen ersten Angeltrip mit Boot freute. Mein Ziel war der Sihlsee und so machte ich mich auf den Weg nach Willerzell, voller Vorfreude und Hoffnung einen schönen Tag in der Natur zu verbringen.

Um 07.15h war ich in Burris Fischeregge in Willerzell angekommen und mietete mir dort ein Boot mit Kabine. Hr. Burri erklärte mir noch schnell wie das Boot zu starten ist und schrieb mir auf mein Tagspatent die Nr. meiner "Yacht". Als ich mich schon auf den Weg aus dem Fischerladen mache, erwähnt er noch, dass dies sein Glücksboot sei. Obwohl ich vermutete, dass dies eine Flosskel war, ging ich motiviert und voller Zuversicht zum Steg Runter. Das Wetter war wolkenverhangen und der Wind blies frisch ins Gesicht. Als ich den Steg betrat, konnte ich schon bald mein Boot erkennen. Was für ein Anblick! Ich fühlte mich schon jetzt wie Käptn Ahab und mein Moby Dick würde ein grosser Hecht oder Zander sein.

Es ging los, mein ganzes Gepäck zuerst einmal aufs Boot deponiert und den Aussenborder gestartet. Doch er springt nicht an, ich versuche es erneut... wieder nichts! Ich bekomme langsam Panik, da mir schon andere Fischer belustigt zusehen. Ich merke wie ich im Gesicht immer heissser werde... Mittlerweile habe ich das gefühl, dass mein Kopf wie eine Ampel aussieht und hoffe, dass mich die Fischer auf dem Wasser nich mit dem Sturmwarn-Blinklicht verwechseln.
Ein Geistesblitz nach dem 5ten Versuch! Hr. Burri hat ja noch den Choke erwähnt! Diesen schnell gefunden, an der Kordel gezogen und der Aussenborder brummt zufrieden.
Es Kann losgehen. Schon als ich den Hafen verlasse, sehe ich eine Menge Weissfische aus dem Wasser hüpfen.

Ich kann es nicht lassen und ankere, nehme meine Balzer Carbo Ace Pro wg-21g von Ruedi Bleuer und beginne nach seiner Methode zu Jiggen. Jedoch Scheint es so, als ob sich die Fische für meine Twister nicht interessieren.
Gut Taktik wechsel.... Andere Rute anderes Glück denk ich mir und schnappe mir meine Balzer Magna Matrix Megajig wg 10-65g und schleudere meine Wobbler und später Spinner den Fischen entgegen. Diese Massnahme zeigte sich auch nicht erfolgreicher. Ich nahm mir die Zeit um eine Zigarette zu Rauchen und mir einen neuen Plan zurecht zu legen. Als mein Blick das Aufgewühlte Wasser Streift, fällt mir auf, dass sich alle Fischerboote Bewegen. Klar die sind am Schleppen, denke ich mir und mache mich bereit es auch zu Versuchen. So schwer konnte das ja schliesslich nicht sein und in den meisten Fangberichten werden die Kapitalen ja beim Schleppen erwischt.
Schnell den Motor auf Standgas, meinen Zalt 14cm ins Wasser und Schnur geben. Aber wieviel? Ich denke so an ca 70-100m will ja den Kapitalen nicht durch den Motorenlärm verscheuchen. Als der Köder draussen ist erkenne ich, dass er Arbeitet, da die Rutenspitze meiner Megajig schön vibriert.

Mittlerweile ist auch das Wetter Besser geworden und die Sonne Zeigt sich von ihrer schönsten Seite.
Das wird ein Guter Tag, denk ich mir und Steure mein Boot im leichten Slalom der Küste entlang.
Plötzlich biegt sich die Rute, ich geistesgenwärtig, nehme sie schnell aus der Halterung und Schlage mehrmals an. Hänger...
Glücklicherweise konnte ich den köder einziehen, doch mit massivem Wiederstand. Irgendetwas schweres muss an meinem Wobbler haften. Als ich ihn nach etlichen Kurbelumdrehungen bei mir habe, erkenne ich, dass ein Halber baum an meinem Zalt hängt und siehe da auch eine Regenbogenforelle....

Obwohl nicht Echt, ist es immerhin ein Fisch denk ich mir und Schleppe weiter. Jedoch mehr als Seegrass nach Hängern, schaffe ich dem See nicht zu Entlocken. Ich schleppe und spinnfische noch bis um 19.30h erfolglos. Dies stört mich allerddings nicht besonders. Es war ein Schöner Tag, ich fischte zum ersten Mal vom Boot und konnte die Schöne Natur am Sihlsee geniessen.

Als ich die "Rote Oktober" (So hab ich das Boot für mich getauft) parkiere, sehe ich Herrn Burri an der Anlegestelle.
Er fragt mich noch was ich gefangen habe und als mein Blick gen Boden starrt ist ihm klar, dass nichts gegangen war. Wir plaudern noch ein bisschen und ich zeige ihm meinen gefangenen Gufi. Erst da erfahre ich, dass das Gummimonster von 30cm 115.- Fr. bei ihm kostet und jemand das selbe Modell vor ein paar Tagen im See verloren hat.
Bilanz für mich: Kein echter Fang , aber trotzdem ein wunderschöner Tag! Bin sicher nicht das letzte Mal am Sihlsee. Werde das nächste Mal aber einen Privatuntericht buchen, damit mir jemand das korrekte Spinnfischen und Schleppen beibringt...

