Frauen in der Fischer-Szene

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Rolf
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Frauen in der Fischer-Szene

Beitrag von Rolf »

Frauen in der Fischer-Szene

«Ich brauche nicht den grössten Fisch, Männer hingegen wollen oft weiter, grösser, besser»
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Immer mehr Menschen in der Schweiz entdecken das Fischen für sich – doch Frauen sind dabei nach wie vor selten am Wasser zu sehen. Woran liegt das? Ein Gespräch mit Hobbyfischerin Daniela Misteli.

Kaum Wellen, kein Wind. Wasser glitzert in der Morgensonne. Feine Wolkenschleier ziehen wie Pinselstriche über den blauen Himmel. In der Ferne erheben sich Berggipfel. An diesem frühen Herbstmorgen ist es auf dem Zürich-Obersee noch ganz ruhig.

Zwischen Enten treibt ein weisses Motorboot auf dem Wasser. «Du trocknest mich heute ab», sagt Daniela Misteli zu ihrem Mann Mauro und lächelt. Er zieht den vierten Egli aus dem See. «Die letzten vier Wochen haben wir vielleicht zwei Egli gefangen», so Misteli. «Heute haben wir mehr Glück.»

Die 38-jährige Sportfischerin liebt das Wasser. Das war schon so, als sie als Mädchen mit ihrem Vater fischen ging. Oder als sie sich in der Pubertät die Taucherbrille über den Kopf zog. Das war aber auch so, als sie mit 20 Jahren mit dem Tauchen aufhörte und wieder zur Angel griff. «Es hat mir schnell wieder den Ärmel hereingezogen», erzählt Misteli. Sie ist eine von wenigen Frauen in der Schweiz, die fischen.

«Dieses und letztes Jahr waren Rekordjahre»
Derzeit besitzen etwas über 200’000 Personen den Sachkundenachweis (SaNa). Der ist seit 2009 für alle obligatorisch, die ein Fischerpatent für mehr als 30 Tage beantragen wollen und wird nach einem eintägigen Kurs vergeben.

«Aktuell sind 8,3 Prozent der SaNa-Inhaberinnen weiblich», sagt Rafael Minnig vom Netzwerk Anglerausbildung zu blue News. Das sind 16'853 Frauen – und der Anteil steigt leicht.

«Die vergangenen beiden Jahre waren Rekordjahre für den SaNa», so Minnig weiter. 2024 legten 11'155 Personen die Prüfung ab, im Jahr zuvor waren es 9'769. Den anhaltenden Aufschwung führt Minnig unter anderem auf einen Corona-Effekt zurück: Während der Pandemie hätten viele Menschen das Bedürfnis verspürt, mehr Zeit in der Natur zu verbringen – und seien so zum Fischen gekommen.

Bild vom Fischer ändert sich
Daniela Misteli und ihr Mann fliegenfischen so oft wie sie können. Es ist eine von vielen Arten, wie man fischen kann. Der Köder ist leichter. Kennengelernt haben die beiden sich 2010 in einem Fischerladen – er verkaufte ihr eine neue Rute. «Bei den ersten drei Dates sind wir fischen gegangen», erzählt Misteli.

Damals arbeitete sie noch bei einer Bank, half aber bald zu 20 Prozent im Laden aus. Daraus wurden 100 Prozent – und schliesslich die Selbstständigkeit. Heute vertreten die beiden Fischermarken und geben SaNa- und Fliegenbinde-Kurse. Sie schreibt noch für ein Fischermagazin.

Auch Misteli merkt, dass sich die Fischerszene verändert. «Früher war der klassische Fischer der alte Mann mit Gummistiefel. Heute ist er jung, lässig und cool», sagt sie. Dass mehr Menschen fischen, merke man auch an den regelmässigen ausgebuchten SaNa-Kursen. «Das Interesse ist riesengross», sagt sie. Oft nehmen Jugendliche teil, weil sie durch Freunde auf das Hobby aufmerksam geworden sind.

Die Sportfischerin sieht in dieser Entwicklung viele positive Aspekte – auch für die Natur. «Fischerinnen und Fischer geben den Fischen einen Wert», sagt sie. Viele seien in Vereinen aktiv, beteiligen sich an Renaturierungsprojekten und setzen sich politisch für gesunde Gewässer ein. Damit sei die Szene zu einer Art «Lobby der Fische» geworden. Natürlich gebe es auch negative Seiten – zum Beispiel Abfall oder zu viele Menschen, die gleichzeitig fischen – die positiven Aspekte überwiegen für sie jedoch die negativen deutlich.

«Das Fischen lässt einen vieles ringsum vergessen», sagt Misteli und schwingt die feine Schnur der Fliegenrute vor und zurück, bis sie elegant in der Luft ausrollt und die leichte künstliche Fliege sanft auf der Wasseroberfläche landet. «Man muss sich dabei vieles überlegen: Wo sind die Fische? Auf welcher Wassertiefe kann ich sie fangen? Welche Jahreszeit haben wir? Man braucht einen Plan», erzählt Misteli.

Kaum Frauen in der Branche

Spricht man Daniela Misteli darauf an, warum Frauen in der Fischerei untervertreten sind, muss sie schmunzeln. «Ich werde das immer wieder gefragt, aber ehrlich gesagt weiss ich einfach nicht, warum das so ist», sagt sie.

Misteli vermutet, dass es daran liegen könnte, dass beim Fischen Tiere getötet werden. Zudem steige man häufig über eine andere Person in das Hobby ein. «Im Umfeld von Männern sind einfach mehr Fischer», meint Misteli.

In der Schweiz gelten strenge Vorschriften, was beim Fischfang und beim Töten von Tieren erlaubt ist und was nicht. Das hält Misteli für richtig: Ein Tier leiden zu lassen, sei sinnlos. Wer einen Fisch fange, müsse ihn so rasch und sachgerecht wie möglich töten. Zwar werde das richtige Vorgehen auch im SaNa-Kurs vermittelt, dennoch solle man niemanden verurteilen, der dies nicht auf Anhieb perfekt beherrsche. «Das Töten ist eine Übungssache», sagt Misteli.

Trotzdem sei der Einstieg für Frauen heute einfacher denn je. «Jeder Fischerverein hat offene Türen, und teilweise gibt es sogar spezielle Kurse für Frauen. Die Bemühungen sind da», sagt sie.

«Ich finde es nicht lustig, ein Tier zu töten»

Unterschiede zwischen den Geschlechtern gebe es aus ihrer Sicht kaum – abgesehen von praktischen Dingen. «Wenn ich brünzeln muss, brauche ich einen Kessel, während Männer einfach am Bootsrand stehen können. Das sind kleine Unterschiede, die aber spürbar sind – vor allem, wenn man als Frau allein mit Männern unterwegs ist.»

Aber fischen Frauen anders als Männer? «Vielleicht sind Frauen schneller zufrieden mit dem, was sie gefangen haben», überlegt sie. «Ich selbst bin so – ich brauche nicht den grössten Fisch. Männer hingegen wollen oft weiter, grösser, besser. Aber vielleicht ist das auch eine Unterstellung.»

etzt zieht es auch bei Daniela an der Schnur. «Das ist ein Grosser», freut sie sich. Sie verpasst dem Fisch einen Schlag auf den Kopf, so betäubt sie ihn, bevor er getötet wird. «Ich finde es nicht lustig, ein Tier zu töten», sagt sie. «Aber ich finde es cool, Verantwortung für meinen Konsum zu übernehmen. Es ist ein unglaublich wertvolles Lebensmittel», so Misteli.

«Ich wünsche mir mehr Fischerinnen und Fischer, damit die Akzeptanz vom Hobby grösser wird. Es macht nämlich einfach Spass», sagt Misteli. Der Eimer auf dem Boot füllt sich langsam mit Egli. Daniela und Mauro Misteli sind zufrieden. Heute nehmen sie zehn Fische mit nach Hause.

Quelle: https://www.bluewin.ch/de/news/schweiz/ ... 08069.html
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!
Bad Ass Fisherman
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Re: Frauen in der Fischer-Szene

Beitrag von Bad Ass Fisherman »

Ich kann aber sagen, es werden immer mehr Frauen.

In meinem Kollegenkreis befinden sich bereits 10 Frauen die aktiv am Wasser unterwegs sind.
2i davon habe ich sogar übers Forum kennen gelernt.
Die anderen fast alle über Insta.

In meine Kindheit hatte ich genau eine Kollegin die regelmäsig dabei war.
Da hat sich schon einiges geändert.

Meine Frau angelte auch bevor die Kinder da waren.

Mfg BAF
:lol: Laut einer Studie sind Menschen mit weniger Freunden glücklicher und zufriedener...

War es schlecht, dann erst Recht!!
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