wenn die Bäume ihre Blätter verlieren, eine faszinierende Farbenpracht sich aus dem Morgennebel erhebt, dass Wasser mal rauschend, mal friedlich in seinem Bett dahin zieht, ist Sie da, die Aeschenzeit!
Die Aare, ein Fluss der immer für Ueberaschungen gut ist und Streckenweise gute Populationen an Aeschenbeständen vorzuweisen hat. Die Schönenwerder Fischenz ist eine davon und ich gehöre zu den glücklichen und zufriedenen Fischern, die hier ihr Geschick unter Beweis stellen dürfen. Ich entschloss mich für die Matchrute mit der Laufrolle, dem Zapfen (2.5 gr) und braunen Nymphen mit einem Hechelkranz aus hellbraunen Federn vom Huhn, den Fahnenträgern nachzustellen.
Das Gebiet, in dem ich die Aeschen vermutete wir die Stauwehrregion genannt, weil etwas oberhalb eine künstliches Stauwehr errichtet worden ist. Unterhalb, finden sich bei Niedrigwasser viele Kiesbänke, die das Wasser in verschiedene Läufe lenken und in deren Strömungen halten sich die Fische vorzugsweise auf, um nach Larven, Insekten und Würmern zu suchen. Vor allem zu beginn der Herbst/Winterzeit, wenn das Wasser noch nicht so kalt ist, finden die Aeschen gerade hier ein Grosses Nahrungsangebot.
Nach 9 Uhr war ich am Wasser und kurz darauf flog die Montage das erste Mal ins Wasser. Die Matchrute hoch erhoben und der Lauf des Zapfens mit der Laufrolle leicht verzögert, gaben mir das Gewähr, dass meine Nymphe immer ein Stück über dem Gewässergrund schwamm und so mundgerecht den Fischen präsentiert wird. In der ersten Stunde und ein paar Meter den Fluss runter, schien sich ausser einen kleinen Bachforelle, kein Fisch für meine Nymphe zu interessieren. Kein Problem, Marsch zurück und gleiches Spiel von Neuem.
Dann beim Dritten Wurf kam der ersehnte Anbiss, dass es sich um eine Aesche handeln musste, zeigte sich schnell an dem typischen „Klopfen“, dass während dem Drill zu spüren ist. Dieses „Klopfen“ kommt daher, dass sich die Aesche beim Drill um die eigene Achse windet und dann jeweils versucht nach links oder rechts auszubrechen. Der Drill im Allgemeinen sollte man möglichst forcieren, aber keinesfalls übertreiben! Wer zu lange mit einer Aesche spielt, geht das Risiko ein, dass der Fisch noch vor der Landung verendet. Aeschen kämpfen bis zum Tod. Vor allem wer seinen Fang zurücksetzen will, sollte diese Regel beachten.
Die Handlandung klappte ohne Probleme und meine erste Aesche der noch jungen Saison 06 lag zu meinen Füssen. Eine schöne, gut genährte 38erin Fahnenträgerin konnte meiner Nymphe nicht widerstehen und bei deren Anblick wurde mir wie jede Saison erneut bewusst, was das doch für herrliche Tiere sind. Nach einigen weiteren Würfen entschloss ich mich, mit meinem Fang den Nachhauseweg anzutreten, um in der gemütlichen Stube mein Glück zu geniessen und bei einem Glas Wein meinen Erfolg zu feiern. Bis Ende Jahr werde ich es noch einige Male mit der Matchrute und Laufrolle versuchen und ich bin sicher, dass die Erste Aesche der Saison nicht die Letzte sein wird.
Zuletzt geändert von Rolf am Sa 14. Okt 2006, 21:23, insgesamt 1-mal geändert.
Hallo Rolf wie immer ein super Bericht mit klasse Bilder. Bei uns gibt es leider nicht viele Äschen.
Die Wurftechnik mit der Laufrolle würde mich auch mal näher interessieren, vielleicht kannst du da auch mal was schreiben. Oder stehst du im Wasser und lässt die Pose einfach abtreiben. Da gibt es bei uns sehr wenig Strecke, wo wir ins Wasser können.