Garichtisee - Erfahrungsbericht

Hier ist der Platz, um Eure Fänge zu präsentieren.
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Züriseekalmar
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Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von Züriseekalmar » Mo 4. Jul 2016, 13:30

Garichtisee - Erfahrungsbericht


Ich war gestern (Sonntag) am Garichtisee. Vorher wollte ich mich im Internet, vor allem in den Foren, über Erfahrungen von Fischern an diesem See erkundigen. Leider fand ich nicht viel dazu, deshalb erachte ich es als angebracht hier mal einen Bericht zu schreiben.
Der Garichtisee ist ein Stausee, der auf ca. 1600m ü.M. liegt. Der See ist sehr einfach (für meinen Geschmack etwas zu einfach) zu erreichen. Man fährt ins Glarnerland und dann Richtung Kies. Dort kann man sein Auto kostenlos stehen lassen. Mit der Luftseilbahn geht’s dann direkt zum Stausee hoch. Das Patent kostet 30SFR die Luftseilbahn 18SFR (hin und zurück). Die erste Luftseilbahn fährt um 7:00 Uhr.
Der See selbst sieht herrlich aus, ich persönlich hätte ihn gerne noch ein wenig grösser gehabt. Auf der linken Seite des Sees führt ein Wanderweg vorbei, der See ist somit auf dieser Seite sehr einfach abzufischen. Die rechte Seite ist vor allem im hinteren Bereich schwierig, bis teilweise überhaupt nicht mehr zu erreichen. Die beiden Bacheinläufe sind von der Staumauer aus (wo man sich nach dem Ankommen mit der Gondel befindet) gut ersichtlich und sie sehen nicht nur vielversprechend aus, sondern sind meiner Erfahrung nach die klaren Hotspotts des Sees. Wobei der grössere der beiden Bacheinläufe noch ein paar Bisse mehr hergegeben hat, wie der kleinere. Er ist aber auch etwas schwieriger zu erreichen. Etwas links von diesem grösseren Bacheinlauf konnte ich über Mittag während ca. 1 Stunde fast ununterbrochen Forellen springen sehen.
Zu den Ködern: Da ich an Bergseen bisher gute Erfahrungen mit Löffeln gemacht habe, fing ich damit an. Ich konnte keine einzigen Biss mit meinem Löffelarsenal verzeichnen, erst als ich auf Wobbler (Wander80, grün/weiss) gewechselt habe, kamen die Bisse. Ich habe im Verlauf immer wieder mal einen Löffel angehängt, jedoch wollten die Garichtiforellen nur Wobbler. Warum das so war kann ich mir nicht erklären. Vielleicht lag es an dem extrem klaren Wasser. Bei den Wobbler habe ich fast ausschliesslich den Wander gefischt, ich hab mal aus Neugier einen Pointer und einen Squirrel rangehängt, auch hier habe ich relativ schnell Bisse generieren können. Trotzdem bin ich wieder zurück auf den Wander gekommen, weil ich bei gleicher Bissrate einfach deutlich weiter werfen kann. Ich schätze dass ich zwischen 15-20 Forellen landen konnte, dabei waren See-, Bach-Regenbogenforellen und Saiblinge. Nun ja das hört sich jetzt alles sautoll an, einziger Wermutstropfen bei der ganzen Sache war: Die grösste Forelle hatte eine Länge von 33cm und war der absolute Ausnahmefang, quasi das Garichtimonster. Der Rest befand sich irgendwo zwischen 20-33cm wobei die meisten um die 25 waren. Das Schonmass liegt bei 23cm, was meiner Meinung nach ein Witz ist. Auch die 28 und 29er Forellen sahen noch so dünn aus, dass es einfach unsinnig gewesen wäre diese zu entnehmen. Ich habe am See einen Fischer angesprochen, der seit Jahren regelmässig am Garichtisee fischt. Er meinte seine grösste Garichtiforelle sei 35cm gewesen. Forenmitglied LarsZH war letztes Jahr oben und hatte Fische in einem ähnlichen Grössenbereich. Nun stellt sich mir die Frage, gibt es am Garichti überhaupt grosse Forellen? Ich habe mit dem Wander nicht nur das Ufer abgefischt, sondern auch mitten in den See rausgeballert und hab auch dort nur die Miniforellen erwischt. Ich habe es ebenfalls mit Jigs am Grund versucht. Nahrung scheint es genug zu haben, der Elritzenbestand schien mir ziemlich gross zu sein. Aber grosse Forellen scheint es dort oben nicht zu geben. Auch wenn man im Internet nach Garichtiforellen sucht, findet man überall diese Miniforellenfotos. Ich frage mich einfach weshalb die Forellen dort nicht grösser werden? Werden die auf Grund der guten Erreichbarkeit und der relativ kleinen Grösse des Sees einfach alle rausgefischt bevor sie wachsen können? Aber vielleicht kann ja jemand von euch von einem grossen Forellenfang am See berichten, denn würde die Chance auf eine grosse Forelle bestehen, wäre es ein schöner See zum Angeln. Soviel zu meinen Erfahrungen.

Hier noch ein paar Bilder:


Garichtisee am Morgen

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Garichtisee am Mittag

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Standartgrösse der Garichtiforelle

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Garichtimonster

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Re: Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von dmoosli » Mo 4. Jul 2016, 19:13

Vielen Dank für Deinen Bericht und PEtri! Denkst du es liegt an der hohen Befischung? In der Melchsee und anderen "Bordellen" werden ja immer wider grosse Forellen gefangen welche sich über die Jahre von den Angler verstecken konnten. Auf alle fälle sehen die Fische sehr gesund aus und so als würden sie schon eine weile dort leben :D

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Re: Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von luke_sh » Di 5. Jul 2016, 07:55

Vielen Dank für deinen Bericht, sieht schön aus auf den Fotos. Petri zu den Forellen, auch wenn die meisten nur klein waren.

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Re: Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von Züriseekalmar » Di 5. Jul 2016, 09:01

dmoosli hat geschrieben: Denkst du es liegt an der hohen Befischung? In der Melchsee und anderen "Bordellen" werden ja immer wider grosse Forellen gefangen welche sich über die Jahre von den Angler verstecken konnten.
Ich dachte es könnte an der Kombination: Hohe Befischung und kleiner See liegen, aber du hast recht, selbst in der Frutt überleben gewisse Exemplare länger. Ich habe eben auch die letzten Fangstatistiken des Kanton Glarus gesehen, bis auf das Jahr 2015 gabs wenigstens eine Ü50er Forelle pro Jahr.

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Re: Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von fishforfun » Di 5. Jul 2016, 13:08

Vielen Dank für deinen Bericht

Ich war dieses Jahr bereits 4mal oben am Garichti. Das mit den "kleinen" Forellen kann ich bestätigen. Meine grösste Seeforelle war bisher 34cm, aber meiner Ansicht nach gut genährt.
Was ich auch empfehlen kann ist mit Bienenmaden am Zapfen zu fischen, konnte so einige Sefos und Bafos überlisten.

Aber am wichtigsten für mich an diesem See ist für mich die Ruhe und Ungestörtheit dort oben -> kein Natel-Empfang :)

Übrigens Mitte Mai lag noch Schnee am Ufer, und der See war auf der halben Fläche mit einer Eisschicht überzogen.

Chris86

Re: Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von Chris86 » Di 5. Jul 2016, 15:40

Ich war bisher 2 mal am Garichti und hatte nichts! (Der Milchspüelersee, welcher von da in ca 2h Wanderung erreichbar ist hat da mehr geboten!) Ich denke das mit den kleinen Forellen ist zum einen auf Überpopulation zurückzuführen, die vorhandene Nahrung muss auf zu viele Fische verteilt werden. In Norwegen wird diesem Problem abgeholfen, indem grosse Forellen eingesetzt werden, die sich vor allem von anderen Fischen ernähren, weiter werden die kleinen mit Netzen aktiv abgefischt, so hat man eine homogene Grössenverteilung. (Die haben da aber nur Bachforellen oder Saiblinge in den Seen und können sich auch selbst vermehren)
Zu den Elritzen: Die kleinen Fische werden wohl immer als optimale Nahrungsgrundlage für Forellen angesehen, Forellen und Elritzen teilen sich aber grösstenteils die Nahrung (Insekten, Krebschen) und da Elritzen in einem See meist wohl den grösseren Anteil an Biomasse ausmachen wie die Salmoniden, sind Elritzen also eher als Nahrungskonkurrent denn als Lieferant zu betrachten.
Ein schöner See ists trotzdem :D

Seeforelle

Re: Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von Seeforelle » So 30. Jul 2017, 13:20

Ich habe auch noch ein paar Frage zum Garichtisee.
Kann man das Tagespatent an der Talstation lösen? Wie viele Fische darf man am Tag fangen? Mit wie vielen Ruten darf man fischen? Ich möchte diesen See in nächster Zeit auch einmal kennenlernen.
Danke für den Erfahrungsbericht, er ist sehr informativ
Petri

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Re: Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von fishforfun » Di 1. Aug 2017, 10:27

Das Tagespatent kann bei der Talstation für 30.- gekauft werde. Pro Tag und Patent dürfen sechs Forellen gefangen werden mit einem Mindestmass von 23cm, sind dann aber doch eher etwas zu klein und mager in diesem Gewässer. Pro Patent darfst du mit einer Rute fischen.

Petri Heil und geniesse den wunderschönen See. :)

PS: Würde mich über einen Bericht freuen. :wink:

Seeforelle

Re: Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von Seeforelle » Fr 4. Aug 2017, 11:51

Vielen Dank für die Infos!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ev. werde ich in den nächsten Wochen mein Glück am Garichtisee probieren.

Petri Heil an alle Fischer-Kollegen.

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Re: Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Fr 4. Aug 2017, 12:28

Ja dann mal Petri heil!!

Gib bescheid wenn du was gefangen hast!!
Würde mich dann brennend interessieren.
Mfg
:lol: Laut einer Studie sind Menschen mit weniger Freunden glücklicher und zufriedener..

Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!!

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Re: Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von Ironirie » Di 8. Aug 2017, 06:22

Am Garichti hats bei der Staumauer und bei der Seitenmauer jeweils eine Kuhle wo alte Kanadier (70cm) liegen, also Köfi auf Grund , sonst Forellen am Einlauf.
Grüsse vom Wahlglarner
Grüsse und Petri
Dave :up:

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Re: Garichtisee - Erfahrungsbericht

Beitrag von zweifelson » Mo 28. Aug 2017, 20:42

Hallo, ich als glarner und fast stammgast im garichti teile die meisten erfahrungen.
Da der sehr eine hohe frequenz hat, muss man früh sein.. also ab juli ist nicht mehr viel los.
Meine erfahrung nach ist mitte mai am besten.... wobei man in gefahr läuft wegen zugefrohren ist heute geschlossen.
Die seeforellensind die besten weit und breit.... ein fleisch wie ein lachs und ohne jegliche auffütterung "gross geworden".
Die refo kann mich mal die lasse ich den tagespatentlern ausser sie ist kapital....was ich nicht erwarte bei den vielen fischern.
Die seiblinge halten sich meistens nur am grund auf und da wo keiner hinschmeist. Die probleme sind auch die vielen baumstöcke. Hast du eine musst du sie hochdrillen bevor sie sich verkriecht und dir das material abreist....und dann wahrscheinlich verendet.
Die grösste seefo hängt bei der talstation auf 67cm mitte mai glaube 2015 gefangen.

Nehmt euch zeit und geht 2 tage hoch. Ich fahre meisten mit der 15.00 bahn hoch, fische bis dunkel und dann am morgen früh nochmals bis etwas nach derm mittagessen.
Achtung, zelt ist verboten, schlafen im schlafsag nicht.... für die frauen unter uns gibs auch noch zwei warme angebote.

Petri heil
Remo

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