Hältern im Drahtnetz

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Muskie

Hältern im Drahtnetz

Beitrag von Muskie »

Hallo zämä
Ein Thema zu dem man leider etwas wenig liest und seit dem neuen Tierschutzgesetz eventuell etwas umstritten ist, deshalb frage ich in diesem Bereich.

Ich möchte wissen, wie Ihr zum Hältern (im Fischkasten, Netz, etc.) steht. z.B. sowas:
http://fjord-fish.de/ebaybilder/ZE_NEU/7009002-1.jpg

Im Frühling ist's ja das kein Problem die Fische zu töten und bis am Abend entsprechend aufzubewahren. So ab 20C durchschnittlicher Tagestemp. wird's hingegen etwas kritisch. :wink:

Früher war es beim Fischen vom Boot aus ganz normal, die Fische bis zum Ende des Tages zu Hältern. Von leiden oder Stress könnte man meiner Meinung nach nicht sprechen wenn das Behältnis gross genug ist, sodass die Tiere mit Flossen und Nase nirgends Kontakt haben. Dem Hältern steht ja mit dem SANA Ausweis auch nichts im Weg. Es fällt mir aber auf, dass man diese Praktik wenig beobachtet! Ist die Hälterung verpönt oder begibt man sich trotzdem in eine Grauzone?

Eure Meinungen?

Gruess
Muskie
rasch

Re: Hältern im Drahtnetz

Beitrag von rasch »

ist am Bodensee für Bootsangler klar geregelt.

2. Gefangene Felchen, Seesaiblinge, Äschen, Barsche und Zander sind unverzüglich zu töten. Fische der übrigen Arten dürfen nur in Behältern mit ständigem Wasseraustausch gehältert werden. *

Und sonst hilft eine Kühlbox ... :chef:
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Hügu
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Re: Hältern im Drahtnetz

Beitrag von Hügu »

kenne nicht alle Gesetze aber;
mit Hälterungsnetz hast Du die Fische im Oberflächenwasser (Sommer+-20 Grad), die Fische holst Du aber in Tiefen mit Temperaturen um die 4-10 Grad, alles klar?!
früher hatten wir eine Schnur mit 6 Meter, aber jedesmal das Hälterungsnetz hochziehen und runterlassen --> Stress für die Fische.

ich würde, auch wenn es erlaubt wäre, egal welche Fischart, immer den Fisch verarbeiten und ab in die Kühlbox oder Kühltasche mit Elementen.
cheers Hügu



Wer tanzt, hat kein Geld zum Saufen!
Schlammbarbe

Re: Hältern im Drahtnetz

Beitrag von Schlammbarbe »

:?:
Mir hauts fascht der Nuggi use.
I gang go Choche.
Muskie

Re: Hältern im Drahtnetz

Beitrag von Muskie »

Danke für eure Antworten!

Naja schlammbarbe, ich glaube da muss es einem nicht gleich den Nuggi hauen. Wie du siehst hat sich bereits einer gefunden der wahrscheinlich auch vor mehr als 10 Jahren den Fang noch so gehalten hat!! Aber sehr gute und fundierte Argumente dagegen liefert.

Ich persönlich halte definitiv keine Fische lebend! Weder Köder noch Speise! Zu Grossvattis Zeiten war das aber einfach normal. Ich lebe im 21. Jahrhundert, habe eine tolle Kühlbox, viele Elememte und bin damit zufrieden. Dennoch finde ich meine Frage sehr berechtigt da:

1. Ich selber diese Netz-Praktik auch letztes Jahr bei (sehr wenigen) Felchenfischern beobachtet habe
2. Noch einige Raubfischjäger unterwegs sind die auch grosse Hechte oder brave Egli im relativ eng bemessenen Fischkasten aufm Boot halten und erst im Hafen töten
3. Spezialisten der Gattung 2. auch Köderfische nicht nur "einen Angelausflug lang im fliesssenden Wasser" hältern
4. Hälterungsgerät wie in meinem Bild in jedem Fischerladen verkauft wird
5. Das Hältern nicht einfach grundsätzlich verboten ist

Ich will hier niemanden verurteilen, in einen Topf stecken oder beleidigen! Ich will über ein heikles Thema und dessen Sinn oder Unsinn diskutieren.

Cheers
Rolandus

Re: Hältern im Drahtnetz

Beitrag von Rolandus »

Also kürzlich las ich - wenn ich mich recht erinnere - auf http://www.srf.ch einen Artikel, dass der einzige einigermassen ökologisch vertretbare Fisch zum Essen der Karpfen sei...........
Im Osten isst man den "Fogosch" bzw. Karpfen ja regelmässig und da und nicht nur da sagen viele, dass das Fleisch besser wird, wenn man den Karpfen ein paar Tage im frischen Wasser hältert.

Heutzutage hat sich halt alles geändert, ob positiv oder negativ sei mal dahin gestellt:
- Früher gingen wir mit meinem Vater in die Landbeiz und holten die Forelle lebend aus dem Brunnentrog oder grossen Aquarium und liessen diese blau braten. Das war noch Frischfisch !
- Aus ökologischen Gründen sollte man ja auch Weissfische, Karpfen etc. essen und die wurden früher gehältert (Badewanne, Brunnentrog), Hab ich selbst aufm Bauernhof gesehen, wo ab und zu vom Teich ein Karpfen geholt wurde, ein paar Tage im grossen Brunnentrog schwamm und dann gebraten wurde. Fein!
- Etliche Fischer holen sich immer noch lebende Köder im Laden und transportieren diese lebend ans Gewässer.
Warum sollte das erlaubt sein, wenn dann sonst ein Geschrei gemacht wird wegen dem Hältern?
- Im Zoohandel und den dazu gehörenden Lieferwegen werden viele Fische transportiert und "gehältert".
Wenn das erlaubt ist, weshalb sollte ich das (mit SANA) nicht auch dürfen, ohne gleich schräg angeschaut zu werden?

Wenn es so weiter geht, dürfen wir Hobbyfischer eines Tages die Fische nicht mehr aus dem Wasser nehmen und auch nicht mehr essen......
talisker

Re: Hältern im Drahtnetz

Beitrag von talisker »

wiedereinmal fehlt mir der "i like" Button, danke Rolandus :v:
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til
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Re: Hältern im Drahtnetz

Beitrag von til »

Rolandus hat geschrieben: Im Osten isst man den "Fogosch" bzw. Karpfen
Fogosch ist aber Zander!
:)

https://de.wikipedia.org/wiki/Zander
Rolandus

Re: Hältern im Drahtnetz

Beitrag von Rolandus »

Aha, merci
Dann hab ich das mal irgendwo anders gelesen oder falsch gelernt.
Schlammbarbe

Re: Hältern im Drahtnetz

Beitrag von Schlammbarbe »

Hallo Muskie,
ja, das war ein ungenauer oder unnötiger Kommentar meinerseits.
Der schnell falsch zu verstehen ist, da er ein wenig mit der Ohnmacht und Verzweifelung des Schreibers zu tun hat.
Ich finde das ein WAHNSINNIG wichtiges und schwieriges Thema zugleich, das Du angeschnitten hast.
DANKE.
Deine und auch alle anderen Posts finde ich sehr gut und interessant.
Das mir etwas die Galle hochkam hat nichts mit EUREN BERICHTEN zu tun. Sondern mit dem was ich jedes Jahr auf den Seen so miterlebe. Nicht nur in Sachen hältern.
Die Bodenseebestimmung die Rasch angesprochen hat finde ich gut, einfach, verständlich und auch gut Umsetzbar.
Da ist der Bodensee anscheinend ein Stück weit voraus und schafft Klarheiten.

Ich spreche jedes Jahr wieder mit verschiedenen Aufsehern in verschiedenen Kantonen. Das ganze scheint mir aber oft so wässerig wie der Lebensraum unserer "Beute".
Die SANA vermittelt ja, grundsätzlich ist ein Fisch der verwertet wird, sofort zu betäuben und dann den Kiemenschnitt.
Das Wort grundsätzlich ist ja auch schon wieder so lang dehnbar bis zum zerreissen.
Sobald der Fisch gelandet ist treten die Tierschutzbestimmungen ein.
Und dann geht das ganze Karussell wieder von vorne los.
Für den Angler der "alles richtig" machen will, da er Respekt vor dem Lebewesen hat und auch keine Busse riskieren will, fängt genau dort das Dilemma an.

Ich glaube manchmal währe ein striktes Verbot wesentlich einfacher und sinnvoller als 10 Gummi-Paragraphen, die erstens kein "Normalsterblicher" mehr verstehen kann,
und auch nicht von jedem Aufseher gleichermassen Umgesetzt werden.
Geschweige denn von unserer Seepolizei.

Von der Aufseherei sieht das etwa so aus;
Das hältern der Fische, ob auf dem Boot bis Tagesende oder zu Hause, ist nicht Verboten.
In den dafür geeigneten Behältern,
sprich Sauerstoffpumpe oder mit Frischwasser durchfluteten Fischkästen.
Das Wässern im Sommer von Karpfenartigen, Welsen, Weissfischen auch Hechten, wer mal einen Sommerkanal-Hecht gegessen hat weiss was ich meine,
vor dem verzehr ist sogar Sinnvoll.
Da es die Qualität des Endproduktes deutlich verbessern kann.

Der Transport wiederum, vom Gewässer nach Hause, eine Tierschutzfrage.
Im Sommer ,mit einem z.b.s. Karpfen, eine Stunde Autofahrt in einem 20 Liter Behälter mit Billigpumpe bis nach Hause? Absolut Fragwürdig.
Die Metallnetze werden nicht gerne gesehen, sind aber erlaubt. Leider.
Ist Handhabungssache und da kann man nicht alle Angler über einen Kamm zu scheren.

Ich möchte auch niemanden Beleidigen, doch liebe Eglifischer vom Murtensee.
Werdet Vernünftig, denn mit euren kleinen Drahtnetzen neben dem Boot, Wasseroberflächentemperaturen bis 30 Grad. Und das den ganzen Tag mit Dutzenden Eglis drinn.
Müsst ihr die eigentlich noch Kochen? Die sind doch schon angegart.
Das entspricht weder dem Tier noch der Qualität.
Wenn da in der z.b.s. Migros mal die Kühlkette für eine Stunde unterbrochen ist,
darf nichts mehr in den Verkauf.
Seit nicht erstaunt, wenn euch der Aufseher erwischt bekommt ihr Lämpe.
Auch die lebendigen Putzlis die ihr dem See entnimmt, um Durchschnittsgrössen von 20-22 cm
Barsche zu fangen. Da ihr immer noch glaubt, Barsche beissen auf nichts anderes.
Schon Jahre habe ich euch anderes Bewiesen, das Egli beisst auf Bierdeckel mit Haken.
Eure Frauen hocken den ganzen Tag mit Köderflaschen am Strand.
Und wenn ihr nach 2 Stunden kurz ans Ufer fahrt, dann nicht etwa um den Fang abzugeben, damit er Tiergerecht sein dasein beenden kann,
sondern weil ihr keine Lebendigen Köderfische mehr habt.
Lezteres wird schon länger diskutiert und auch auf dem Murtensee, genau aus diesem Grund, zum Verbot des lebendigen Köderfisches führen.
Verloren haben dann aber andere Angler die mit Vernunft behaftet sind.

Vielleicht etwas weit ausgeholt,
aber deshalb haute es mir den Nuggi raus.
Nicht wegen euren guten Berichten,
sondern weil man einfach nichts dagegen machen kann.
Und wie andere schon geschrieben haben führt solches Verhalten zu Gesamtsanktionen,
und man darf bald gar nichts mehr.

Petri, Schlammbarbe.
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