Der Kormoran

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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schlegudeck

Stellungnahme JagdSchweiz

Beitrag von schlegudeck »

JagdSchweiz und die Kormorane



JagdSchweiz hat zur Kenntnis genommen, dass bei den Sport- und Berufsfischern wegen der Beeinflussung von Fischbeständen durch Kormoran-Brutkolonien dicke Luft herrscht. Die Kompetenz für Kormoranabschüsse liegt bei den Kantonen. Die Jäger sind bereit, bei der Lösung des Problems Hand zu bieten, wenn dies von den Kantonen erwünscht ist. Hingegen sind die Jäger nicht bereit, für Schäden an Netzen von Berufsfischern aufzukommen, die von Kormoranen verursacht werden. Die Schaffung einer diesbezüglichen Rechtsgrundlage lehnt JagdSchweiz ab.



JagdSchweiz, 22.5.07

http://www.jagdschweiz.org/de/aktuell.php
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Martin
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Beitrag von Martin »

Kann ich auch nicht so richtig nachvollziehen, dass Jäger für den Schaden aufkommen sollen, wenn sie die Kormorane nicht abschiessen dürfen und auch wenn, sehe ich nicht ein, dass die Jäger daran schuld sein sollen. Dies ist halt leider ein Wandel der Natur, welcher vermutlich mit Abschüssen nur kurzfristig gelöst sein wird. Was ich meine ist, dass jeder Eingriff in die Natur, ein anderes Folgeproblem erscheinen lässt. Das Gleichgewicht welches herschen sollte gibt es schon lange nicht mehr und kann daher nur angestrebt werden.

Hier bietet sich nur ein miteinander und nicht ein gegeneinander der Jagd und Fischerei an, sofern die Abschüsse vom Kanton her erwünscht / erlaubt sind. Das Problem liegt meistens auf höherer Stufe und sollte dort auch richtig angepackt werden. Ich glaube das die Jäger und Fischer schon einen genügend schweren Stand wegen diverser naturschützerischen Gründen in der Bvölkerung haben. Sie sollten sich auf keinen Fall gegenseitig bekämpfen sondern miteinander kämpfen, um die beste Lösung zu erzielen.
Gruss Martin

Es ist mir egal wie dein Vater heisst, solange ich hier angle geht niemand übers Wasser
schlegudeck

Beitrag von schlegudeck »

Hallo Martin, bin vollkommen gleicher Meinung.



Ich kann Betroffenen nur empfehlen, sich bei der jeweiligen Fischerei und Jagdverwaltung zu melden, wenn es sich um ein Patentkanton(Schwyz, Graubünden) handelt oder falls es ein Revierkanton(Luzern, Zug...) ist bei der Jagdverwaltung melden und den zuständigen Wildhüter oder Obmann der Jagdgesellschaft verlangen und ihm die Situation schildern.



So kann man von beiden Seiten mehr Druck auf Behörden ausüben, als nur in den Sauren Apfel zu beissen.



PS: es tut sich manchmal gut, wenn man den Kontakt zur örtlichen Jagdgesellschaft hat... mit Dachshaaren lassen sich wunderbare Egli Hegenen binden und mit Rehaar ist wohl eine der bekanntesten Sedge geschaffen worden, die es gibt
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Martin
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Beitrag von Martin »

Von dem her bin ich bestens bedient, da mein Vater auch Wildhüter in BL ist ;-)

Das Angbot der Haare reicht wie du erwähnt hast von Fuchs, Reh, Dachs, Wildschwein etc. was es halt so in der Nordwestscheiz im Wald und auf dem Feld anzutreffen gibt. Nur mit Gemse kann er nicht mehr dienen, seit er die Jagdgesellschaft vom SO ins BL gewechselt hat. Aber er kann ja immer noch als Gastjäger zu Besuch gehen.
Gruss Martin

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fariofreak

Beitrag von fariofreak »

Meiner Meinung nach sollte man Fisch fressende Vögel (Kormoran,Gänsesäger etc.) wenn sie zum problem werden, das problem beseitigen und sie erschiessen :twisted: :!:
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Martin
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Beitrag von Martin »

Die totale Ausrottung wäre so nicht möglich, solange Nachbarländer nicht gleich verfahren und wäre nach meiner Meinung nach auch falsch. Eine Deziemierung, oder besser gesagt ein kontrollierter Abschuss des Bestandes, könnte das Gleichgewicht einigermassen kurzfristig wieder herstellen bis zum nächsten male. Die Faktoren Fisch, Vogel, Mensch (Fischer) und Umwelt (Gewässer) in Einklang zu bringen wäre schön, ist aber heute wahrscheinlich auch nicht mehr möglich. Daher nützt vermutlich nur die Dezimierung der Vögel um den "Schaden" - wenn man überhaupt von Schaden sprechen darf, wen man die vier Faktoren vor Augen hat - künstlicherweise in Grenzen zu halten, damit diese Faktoren solala in Gleichgewicht zu bekommen sind. Das heist alle Faktoren sollten im Verhältnis so angepasst werden, das alle überleben können.



Früher war es der Graureiher den alle Fischer am liebsten tot gesehen hätten, heute ist es der Kormoran und der Gänsesäger und welche Art ist es Morgen :?: :!:
Gruss Martin

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Schweizer Angler

Beitrag von Schweizer Angler »

Fischfressende Vögel sind manchmal durchaus ein Problem. Nur an einigen Orten wird es meiner Meinung auch zu einem hochstilisiert und viel zuwenig betrachtet wieso es "zuviele" davon hat. Soweit sieht dies ja auch Martin richtig.

Richtigerweise sollte man auch nicht Jäger und Fischer gegeinander ausspielen, aber der ewige "Krieg" zwischen Vogelschutz und Fischerei ist ebenso nicht lösungsorientiert. Wir fischer sprechen viel zu schnell von Abschüssen, was in der Öffentlichkeit immer mehr zu Ungunsten der Fischer ausgelegt wird. Wir betreiben hier zunehmends Polemik a la SVP, immer poltern und wettern.

Ich war sechs Jahre Pächter an einem Bach im Emmental. Der Vorgänger gab die Pacht auf, weil er fand der Graureiher sei ein Probem dort. War der Reiher aber nicht, er war auch während meiner Zeit am Bach und verspies Fische. Der Fischbestand litt nicht (für mich) merkbar darunter, ich betrachtete den Reiher als Mitnutzer des Baches (und des Fischereirechts, welches er von Natur aus hat). Nach wie vor fieng ich grosse Bachfarios, da der Bach über genügend Verstecke für die Fische verfügte. Und es wurd munter selbstverlaicht, also besetzte ich nicht mal mehr....und fieng die folgende Jahre trotzdem gleich gut, trotz Graureiher.



Ich kenne und höre mehr als einen Fischer, der kaum sieht er einen Graureuher am Bach diesen gleich abschiessen will, ohne dabei überhaupt zu wissen ob der Reiher denn den Fischbestand auch wirklich beeinträchtigt. Es wird viel zu schnell "dahergeplappert", nur weils einem so eingetrichtert (suggeriert) wird.

Natürllich heisst dies nicht dass lokale Probleme durch Kormoran, Gänsesäger und Reiher entstehen können, und hier Vergrämungsaktionen oder Abschüsse eine kurzfristige Lösung sein können. UNd zu solchen auch der Vogelschutz Hand bieten muss.

Andererseits müssen wir vielleicht auch unsere Besatzpolitik überdenken, es ist "lustig", wieviele immer noch Fischbrut in begradigten Strecken ohne Schutz (hier meine ich auch Gebüsch, Weiden etc.) aussetzen, und der Gänsesäger quasi eine Stunde nachher nur noch den servierten Teller abäsen muss. Da fluchen einige Fischer sobald Gebüsch am Ufer ist oder Totholz drinliegt, sie würden nicht zu den Jagdgründen kommen, also muss das Gebüsch oder Totholz weg. Und der Teller ist wieder angerichtet.



Ich glaube allgemein müssen wir Fischer (inkl. Kantone) noch viel über unser Tun und die damit verbundenen Konsequenzen nachdenken, und wo unser Besatz noch sinnvoll ist.



Nur so mal zum Nachdenken.....



Gruss



Stefan

Schweizer-Angler
Mac_thom

Beitrag von Mac_thom »

Finde ich eine gesunde Einstellung Schweizer Angler..



Witziger Weise ist ja jetzt die Renaturierung der Gewässer politisch gerade aktuell.. fragt sich nur ob diese "Renaturierung" denn auch in Bezug auf Fischbestand.. Predatoren usw. ausgelegt wird.. oder nur um dem menschlichen Auge zu gefallen oder einem drohenden Hochwasser wiederstehen soll.

Da Reiher und Konsorte natürliche Feinde der Fische darstellen, sehe ich ebenfalls nicht ein wieso man diese über Abschüsse dezimieren sollte.. solches Eingreifen des Menschen hat in der Vergangenheit meines Wissens nach noch nie wirklich funktioniert. Die Zusammenhänge sind viel komplexer als das man die Probleme mit Blei lösen könnte. Würden Reiher und Co durch entsprechende Massnahmen wie Unterschlupfmöglichkeiten, Totholz, Gebüsche usw. an der Fischentnahme gehindert, würde die Population folglich sinken (nach dem Motto Angebot und Nachfrage). Das so etwas allerdings nicht von heute auf Morgen passieren kann ist ja auch klar. Das ist natürlich nur meine eigene Ansicht.. die auch falsch sein kann. Allerdings bin ich überzeugt das die heutigen Probleme absolut "Hausgemacht" sind.. angefangen bei der exzessieven befischung ohne Fangbeschränkungen.. (ein netter alter Herr meinte letzthin er habe vor 50 Jahren im Schwarzwasser noch 33 Bachos an einem Tag gefangen *kopfschüttel*), über steigende Besatzzahlen die nicht nur den Fischern sondern auch den Vögeln freude bereiteten, bis hin zu den Versuchen unsere Flüsse in Corsagen zu zwängen und damit unserem Willen zu unterwerfen.

Die Problemlösungen indessen werden ob so oder so über sehr lange Zeiträume andauern.

Ein erster Schritt ist aber bereits getan.. nämmlich das überhaupt darüber dikutriert wird :D



Ein weiterer Aspekt scheint mir identisch mit der Luftreinhaltung.. sollange nicht in allen Ländern am selben Strick gezogen wird, werden die Probleme nur zum Teil gelöst werden.. gerade Vögel scheren sich wohl kaum um Grenzen :D



greez

Thom
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