Moin zäme!
Diesen Winter zersörte ein Erdrutsch am Thunersee einen beliebten Badeort an einem Bachdelta. Viele Kubikmeter Geröll mit grossen und alten Bäumen und Sträuchern wurden in den See verfrachtet. Hier ist sicherlich nicht mehr ans gemütliche Bräteln und Baden zu denken und das Delta wurde grossräumig abgesperrt, da weitere Abrutsche drohen.
Bekanntlich ist aber des einen Leid des andern Freud. Nie dagewesene Unterwasserlandschaften mit vielen Versteckungsmöglichkleiten bilden neue Lebensräume für die Wasserwelt.
Bis weit in den See hinaus ragen Baumgipfel aus dem Wasser, irgendwie befremdend, wenn man weiss, dass solche "unsauberen" Uferpartien an unseren Seen eher selten sind und vom Menschen oft "aufgeräumt" werden.
Für viele Menschen sieht so etwas unschön aus und irgendwie ist man fast machtlos, solche Naturgewalten in den Griff zu kriegen.
Das ist aber für andere Lebewesen alles andere als unschön! Wie ich vom Boot aus beobachten konnte, haben bereits viele Tiere in diesem neuen Lebensraum ihren Gefallen gefunden. Nebst einer grossen und teils frisch geschlüpften Gänsesäger-Familie mit 12 Jungen, hat auch dieses Blässhuhn einen idealen Brutplatz gefunden.
Auch für die Fischbrut, für Egli- und Hechtlaichgebiete sind solche Unterwasserwelten Gold wert. Besonders Hechte mögen diese Unterstände und so konnte ich viele kleinere Esoxe beobachten und diesen hier sogar einigermassen anständig vor die Linse kriegen. Einige Meter weiter unten stehen sicherlich auch kapitale Hechte und in einigen Wochen werden da Abertausende von jungen Eglis und anderen Weissfischen anzutreffen sein.
Staunend und irgendwie erfreut über diese Landschaftsveränderung habe ich sogar noch einen Pike nur etwa drei Meter vom Boot entfernt fototgrafieren können (frei und nicht am Haken..
Und hier noch ein Bericht zum Thema:
http://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/116299/
