Zu Australien kann ich nichts sagen, aber ich war ein halbes Jahr in Neuseeland. Ist allerdings schon 10 Jahre her, aber allzu viel wird sich nicht geändert haben.
Für das Fischen im Meer braucht man keine Lizenz, aber es gibt Schonmasse und Entnahmelimits. Diese sind teilweise regional etwas unterschiedlich. In fast jeder küstennahen Tankstelle und in jedem Fischereigeschäft bekommst du die 'Tide tables', auf denen neben den Gezeiten die wichtigsten Schonmasse und Entnahmemengen für die Region festgehalten sind. Findet man natürlich auch im Internet:
http://www.fish.govt.nz/en-nz/Recreational/default.htm
Aufgrund der Schonbestimmungen ist der Fischbestand hervorragend. So liegt das Mindestmass für Kingfish / Amberjack / Bernsteinmakrele bei 75cm, eine Grösse die man im Mittelmeer kaum mehr findet...
Beim Gerät würde ich dir eine Rute von 3m-3.6m mit einem WG von 60-100g empfehlen, eine solide salzwasserfeste 4000-5000er Stationär mit hoher Übersetzung und 200-300m 0.35er Mono, salzwasserfeste Wirbel,
Flasher Rigs, schlanke Löffel und Wobbler, Speed jigs, Slow jigs und diverse Haken, Bleie und Zapfen.
In Neuseeland ist Fischen eine Volkssportart und demenstrechend kannst du überall fragen, es hat jede Menge Tackleshops und Köder bekommst du an fast jeder Tankstelle. Die Kiwis sind sehr hilfsbereit und so wird dir überall geholfen. Es fischen sehr viele, die meisten aber nicht besonders gut und innovativ. Man kann durchaus mal etwas anderes ausprobieren...
Die in meinen Augen erfolgsversprechendste Methode ist die Fischerei mit Flasher Rigs und Naturköder. An's Ende kommt ein dickes Blei und man setzt die Montage bei gespannter Schnur auf Grund, bei sandigem Grund kann man sie auch langsam einholen. Abends am Strand eine sehr entspannte und erfolgreiche Art der Fischerei. Fangen tut man Snapper, Kahawai, Cods, John Dory, Moki, Flounder, Tarakihi... Ab und zu wird sich auch ein Rochen oder Kingfish am Köder gütlich tun, und dir deine Montage abreissen...
Spinnfischen ist auch sehr erfolgsversprechend, allerdings musst du die Köder viel viel schneller führen als im Süsswasser. Flussmündungen sind immer gut, wenn die Kahawais aufsteigen gibt es wahre Beissorgien. Stellenweise gibt es Barracudas, die sehr gut auf schlanke Löffel und Wobbler gehen. Mit Slow Jigs lassen sich auch Snapper, John Dory u.ä. fangen.
Ein sehr geiler Fisch ist der Kingfish, extrem kampfstark. Aber dafür bräuchtest du schwereres Gerät und wenn du nur ab und zu etwas für die Pfanne fangen willst, lohnt es sich wohl nicht das mit zu schleppen.
Mit feinem Gerät, kleinem Haken, Naturköder oder Brot an der Zapfenmontage kann man fast überall Mullets, Piper, Spotty, Maomao u.ä. fangen. Die kann man bestimmt auch essen, ich habe sie jedoch nur als Köder für Kingfish verwendet
Von den Einheimischen wird vom Ufer vor allem auf Snapper gefischt, entsprechend ist es stellenweise schwierig massige zu erwischen. Die Kahawais werden weniger geschätzt, wenn man sie gleich nach dem Fang ausbluten lässt sind es aber meiner Meinung nach ausgezeichnete Speisefische. Gleiches sollte man übrigens auch mit Kingfish und Tunas machen.
Fast überall werden relativ günstig Ausfahrten zum Snapper- und Kingfish-Fischen angeboten, auch Big Game ist teilweise erschwinglich. Durchaus empfehlenswert, vor allem wenn man es in landschaftlich reizvollen Gegenden macht. Hier wäre vor allem eine Ausfahrt zur White Island (Bay of Plenty, East Cape) zu empfehlen, eine aktive Vulkaninsel, oder auch Cathedral Cave und Hole in the Rock in der Bay of Islands (Paihia), hervorragende Spots für Kingfish...
Die Süsswasserfischerei ist auch genial, hier braucht es aber ein Patent für die jeweilige Region. Bei Interesse erfährst du hier mehr:
http://www.fishandgame.org.nz/