Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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JJwizard
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Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von JJwizard »

@SA: Wie recht Du hast! :up:

Viele heutige Organisationen sind wiedereinmal zu selbsgefällig geworden, egal ob es sich jetzt um die althergebrachten politischen konkordanz Parteien, der Fischer- oder der Ornitologenverband handelt. Jeder verfolgt mehr oder weniger radikal seine eigenen Interessen, ein Dialog ist unsäglichschwer geworden, wenn überhaupt. Schaut Euch doch mal im SF DRS die Sendung Arena an es werden doch nur noch Statements abgegben und Diskussionen mit überparteillichem, kollektivem Lösungsansatz ist allermeist Fehlanzeige. Aber auch innerhalb einer Organisation, bilden sich immer mehr Wohlfühlgesellschaften mit ausgeprägtem Seilschaftcharakter, die sich nur noch an Ihren Organisations-Diaten laben und weniger die Interessen vertreten für diese Sie eigentlich angestellt sind. Da hakt keine Krähe der anderen ein Auge ... ja nicht einmal auch nur ein Federchen aus. Der Mensch neigt halt dazu, wenn man Ihn lässt (das ist entscheidend), sich in einer bevorzugten Position selbst zu bereicheren und das muss nicht einmal immer finanziell sein, es gibt auch noch andere Vorteile die man in einer bevorzugten Stellung sich herausnehmen kann.

Es hat Strategie, wenn die Obrigkeit mit Hilfe der Medien sein Volk (siehe Italien, siehe Frankreich und zahllose andere Beispiele), seine Mitglieder, seine Angestellten drückt (um nicht unterdrücken sagen zu müssen). Zwar weiss das Volk, der Kleinaktien-Inhaber, der Angestelle oder auch die Mitglieder einer Organisation, dass Sie mit Solidarität in der Lage wären ebenfalls einen Druck erzeugen zu können, welcher die Machtverhältnisse auf einen guten ausgeglichenen Nenner bringen könnte, doch es braucht sehr sehr viel ausgeübte Ungerechtigkeit oder schamloses Fehlverhalten der Bosse, bis sich die Massen mobilisieren lassen.

Fast jede neue menschengeschichtliche Epoche entstand aus einem Aufstand der Mehrheit, doch der Mensch fällt danach immer wieder in sein alten Verhaltensmuster zurück! Scheisse eigentlich, wir könnten es mit sozialer Gerechtigkeit und mehr Ethik so viel besser und nachhaltiger haben auf unserem Planeten!

Tight-lines
JJ

PS: Kleiner Scherz noch als Nachspeise: Kennt Ihr übrigens den entscheidenden Unterschied zwischen einem Telefonhörer und einem Politiker. Den Telefonhörer kann man aufhängen, wenn man sich verwählt hat! :wink:
Born to fish - forced to work!
Rolandus

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Rolandus »

Wow, wie schnell landet man vom Thema Fischbestand zum allgemeinen Frust über die Politik.
Ich als studierter Historiker glaube fest daran, dass längerfristig im Weltgeschehen nicht Politiker die Gesellschaft verändern, sondern immer ganze Bevölkerungsschichten und gesellschaftliches Denken, auch wenn es kurzfristig und im Alltag so aussieht, als könnten einzelene Mächtige das Weltgeschehen nachhaltig verändern. Deswegen glaube ich auch daran, dass es mehr denn je notwendig ist, dass sich JEDER in seinem Umfeld einsetzt und nicht nur die Faust im Sack macht. Denn Politiker machen und entscheiden im Endeffekt das, wovon sie denken, dass es Ihre Wählerschaft von Ihnen möchte.

back to topic: Weiss jemand auf der Welt Fakten dazu, wie die Bestände vor 1000 oder 2000 Jahren ausgesehen haben könnten, bevor der Mensch grob in die Natur einschnitt? Ist es wirklich so, dass es alle 2 Meter im Fluss eine Forelle gab und braucht? Oder ist das nur Wunschdenken von uns Fischern?
Rolandus
Schweizer Angler

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Schweizer Angler »

ich sage und schrieb (andernorts) schon vor längerer zeit "wir sind das volk". ein verweigerung von behördenvorhaben wie "stuttgart 21" etc. wäre auch bei uns mögilch, ja vielleicht mal nötig. wenn sich ubs, cs etc. wie gestern wieder einen dr**k um volksanliegen scheren, dann wird es vielleicht echt mal zeit den herren real zu zeigen wer man ist.

gruss

sa
Schweizer Angler

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Schweizer Angler »

Ist es wirklich so, dass es alle 2 Meter im Fluss eine Forelle gab und braucht? Oder ist das nur Wunschdenken von uns Fischern?
überlieferungen aus der zeit vor 2000 jahren hat man in der ch nicht, aber zahlreiche seit dem mittelalter.
die fischdichte war mit wenigen (und unntaürlichen-) ausnahmen effektiv nie so gross, wie es unser wunschdenken oder schlechte erinnerungsvermögen unserer grossväter erzählt. im mittelalter hatten sie dieselben probleme wie wir, in den städten kippten die fische und gewässer manchmal durch die einleitung von schei**e, auf dem land fischten die armen die flüsse leer (nahrungsbeschaffung), andereseits war die schwiz nie so dicht besiedelt wie heute wo von der landesgrenze bis auf 2000 m über meer wo durchschnittlich alle 10 meter ein haus und wassernutzer steht. eine massive zunahme des fischbestands in seen gab es um ca. 1960-70 durch den phospateintrag durch waschmittel, aber es kippte dann von einem extrem ins andere - aus einer extremen fischdichte wurden extreme fischsterben. und unsere grossväter haben oft auch massfische eingesetzt, fiengen dann 2 monate wie wild, danach wars aus (der rest abgeschwemmt, verreckt etc.). tatsache ist dass es seit dem mittelalter unter Schlachtereien die ihre schlachtabfälle (fFleischreste, gestocktes Blut) in bäche einleiteten immer dicke fische hatte, war aber auch ein "unnatürliches" Nahrungsangebot. Es zog auch Ratten an, und die waren den Fischern (und anderen Bürgern) wieder nicht recht.

alle 2 meter eine bachforelle kann schon ein gradmesser für eine hohe gewässergüte sein, nur rechnet man hier nicht alle 2 meter eine 40 cm bafo (soviel nahrung produziert gar kein gewässer dass dies mögilch wäre), sondern einfach eine bafo - von 10mm brut bis zur 40`cm bafo. dann gibts gewässer die wenig (alle berggewässer), und gewässer die mehr nahrung (mittelland) produzieren, demensprechend auch der bestand.

weiter ist die reine "sportfischerei" (hobbyfischerei) als vergnügen in der schweiz erst seit der zeit der industrialisierung bekannt (ab ca. 1860), und bis um die zeit des ersten weltkriegs oft nur für gut betuchte bezahlbar. aus dieser zeit stammen auch die ersten fischer-vereinsgründungen und folgedessen auch behördenspezialsierungen (fischereiinspektorate).

in den lokalen staatarchiven findest zu zahlreiche quellen wie fangstatistiken (wurden aber bis noch vor wenigen jahrzehnten nur von berufsfischern geführt), alter vereinszeitungen und überlieferungen über fischrechte/gesetze.

ich habe ein altes buch (heute extrem gesucht und ich gebs nicht her, marktwert derzeit chf 750.00), welches die sportfischerei, speziell die fliegenfischerei, in der schweiz um 1912-18 beschreibt (an der areuse, versoix, thur, emme, aare sowie bergseen, und damals hat kein einheimischer mit fliege gefischt, nur mit wurm und löffel - was der autor, ein snob, als "fischerei des einfachen volkes" beschreibt). auch da liest du nichts von allen 2 metern eine bafo und alle 2 minuten eine gefangen. damals fischte der bessere herr übrigens im blazer aus schurwolle, im feinen hut, trug eine segeltuchtasche für die utensilien, ein kescher mit griff aus hochwertigem "reed" und handgeküpft, die rute des herrn war aus greenheart-holz, er trug rahmengehähte halbschuhe und geölte bandagen (wadenwickel) um die beine nicht nass zu machen, und ein buch mit ledereinband mit vielen kleinen einzel-couverts drin wo jede fliege einzeln versorgt wurde. ah ja - er fieng trotz des (-aus heutiger sicht) altertümlichen ausrüstung schöne fische.


gruss

sa
Zuletzt geändert von Schweizer Angler am Fr 29. Apr 2011, 11:01, insgesamt 1-mal geändert.
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fishfnord
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Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von fishfnord »

Ich denke mal die Bestände vieler Arten waren in früheren Zeiten zumindest in vielen Seen schon einiges grösser, inbesondere bei Salmoniden die Bäche/Flüsse brauchen um zu laichen. Diesen wurden viele natürliche Laichgründe genommen bzw sehr viele Aufstiege wurden blockiert. Die Wasserkraftnutzung, Kanalisierung etc. hat hier wohl schon einiges dazu beigetragen, unabhängig davon wieviel *Scheisse* man früher reingekippt hat und wieviel fischfressende Vögel grad anwesend sind...
Hab aber auch grad keine historischen Belege dafür zur Hand, aber scheint mir plausibel.
naheliegende Beispiele: Lachs im Rhein früher scheinbar massenhaft, Seeforellen Bestand im Zürichsee ohne Bewirtschaftung wohl sehr klein für einen solchen See... etc.
soubi

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von soubi »

Der bestand der Kormorane hat sich in Mitteleuropa inzwischen auf über 2 Millionen entwickelt. Der tägliche Nahrungsbedarf liegt täglich über 1000 Tonnen Fisch. Das Problem der Kormorane ist ausserdem der extrem saure Kot. In verschiedenen Schutzgebieten Europas haben die Kormorane mit ihrem beissenden Kot ganze Arbeit geleistet. Die grossen Bäume und Weiden auf den Inseln sind abgestorben, verlieren immer mehr Äste. Die meisten Kormorannester sind abgestürzt. Inzwischen bauen die Vögel in den nun auch absterbenden Weiden- und Holunderbüschen und auf dem Boden ihre Nester.


Ein Land gilt als überbevölkert, wenn die Bewohner mehr lebensnotwendige Ressourcen aufbrauchen, als die Natur zur Verfügung stellt, und wenn die Natur durch Abfälle und Emissionen für jetzige und zukünftige Generationen irreversibel belastet wird. Das trifft für unser Land zu! Die Schweiz kann sich nicht selbst versorgen, sie ist weitgehend vom Ausland abhängig!
Wenn jetzt das Tier über den Menschen gestellt wird, stimmt in Köpfen diverser Politiker- Naturschützer einiges nicht mehr. Landwirte verwenden Insektizid, wenn Schädlinge unsere Grundnahrungsmittel wie Gemüse, Mais, Obst, Weizen, Kartoffel usw. zerstören. Bei denn Berufsfischer soll es anders sein? Dürfen sich gegen Fremdeindringlinge nicht wehren? Vielleicht ist es den Kormoran Schützer lieber, wenn wir noch mehr Fisch aus China- Thailand- Vietnam importieren. Dass unsere Berufsfischer den meisten Egli- Zander bedarf für ihre Kunden aus Osteuropa einführen müssen, ist offenbar vielen unbekannt.
Unsere Berufsfischer haben ein grosses Berufs- Wissen, teilweise über Generationen hinweg weitergegeben, um die Eigenart, sogar die Bedürfnisse des Wesens, das seinem eigenen Broterwerb dient. So auch für die Bedeutung des Schilfgürtels als Laichplätze und Schutzgebiet, Wasserfilter und Atemspender unserer Seen. Ohne Berufsfischer wären unsere Seen schon lange leer.

Wer der Meinung ist, dass die Berufsfischer den Minderbetrag von 2.5 Prozent ihres Lohn Einkommen akzeptieren muss, dem sollte der Arbeitgeber den Lohn auch kürzen. Wer auffordert, das Gewässer zu Fuss oder mit dem Rad zu erreichen und selber um die halbe Welt fliegt um zu Angeln, der ist unglaubwürdig.

soubi
Schweizer Angler

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Schweizer Angler »

@ soubi - die bauern haben seit jahren mehr gewinnausfall als die berufsfischer - und es gibt tausende mehr die bauern sind als solche die berufsfischer sind - logo dass da die prioriäten der politik anders gesetzt werden. du hast schon recht mit deinen grundsätzlichen überlegungen zum konsumationswahn, nur dürfte eine anbauschlacht wie im ww2 und eine rückkehr zu einer agrarnation dies sich selbst versorgt kaum den reichtum/wohlstand - den die meisten so wollen - in der ch erhalten. apropos kenne ich schon den einen oder anderen fischereiverein der die fische via importeur für sein fischessen aus osteuropa bezieht - "äs isch drum biuiger aus bim bruäfsfischer" (!).

und ohne berufsfischer wären unsere seen nicht leer, es würden sich einfach andere fische (und sicher wenige felchen, dafür aber grössere als 25cm) und andere bestände darin tummeln. aber wir deuschwweizer 8und die kunden der berufsfischer) wollen ja pfannenmassfilets, keine brassen, keine rotaugen, keine schleien, keine alet, sondern nur "edel-fisch" wie hecht, egli, zander (den gibts noch nicht lange bei uns) und forelle.

gruss

sa
astacus

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von astacus »

soubi hat geschrieben:Der bestand der Kormorane hat sich in Mitteleuropa inzwischen auf über 2 Millionen entwickelt. Der tägliche Nahrungsbedarf liegt täglich über 1000 Tonnen Fisch.
na und? das ist wieder mal so eine zahl, die ganau gar nichts über schäden des kormorans aussagt. in europa essen wir menschen täglich über 2500 tonnen fisch, also deutlich mehr als der kormoran. ok, davon stammt nicht alles von uns, ein guter teil wird importiert. aber das wirklich für uns spricht? ich glaube nicht.

soubi hat geschrieben:Das Problem der Kormorane ist ausserdem der extrem saure Kot. In verschiedenen Schutzgebieten Europas haben die Kormorane mit ihrem beissenden Kot ganze Arbeit geleistet. Die grossen Bäume und Weiden auf den Inseln sind abgestorben, verlieren immer mehr Äste. Die meisten Kormorannester sind abgestürzt. Inzwischen bauen die Vögel in den nun auch absterbenden Weiden- und Holunderbüschen und auf dem Boden ihre Nester.
viele baumbrütende vögel brüten auch am boden, sofern keine landräuber anwesend sind. sogar beim graureiher gibts entsprechende beispiele.

wenn man aus baumschutzgründen gegen den kormoran ist, wird wirklich absurd. dann müsste man vorher noch den biber ausrotten und auch gleich die kettensägen verbieten. erstens dauert es eine ganze weile, bis die bäume wirklich absterben. zweitens sterben die bäume derart kleinflächig ab, dass von einer gefährdung der ufervegetation nicht mal ansatzweise die rede sein kann. und drittens ist das auch der lauf der dinge, denn auch andere koloniebrütende vögel schaden durch ihren nistbäumen teilweise und das sorgt für eine natürliche sukzession.

rettet die wälder, esst mehr kormorane :lol:

soubi hat geschrieben:Ein Land gilt als überbevölkert, wenn die Bewohner mehr lebensnotwendige Ressourcen aufbrauchen, als die Natur zur Verfügung stellt, und wenn die Natur durch Abfälle und Emissionen für jetzige und zukünftige Generationen irreversibel belastet wird. Das trifft für unser Land zu! Die Schweiz kann sich nicht selbst versorgen, sie ist weitgehend vom Ausland abhängig!
aha, weil es zuviele menschen gibt, muss der kormoran dafür bezahlen?!

soubi hat geschrieben:Wer der Meinung ist, dass die Berufsfischer den Minderbetrag von 2.5 Prozent ihres Lohn Einkommen akzeptieren muss, dem sollte der Arbeitgeber den Lohn auch kürzen. Wer auffordert, das Gewässer zu Fuss oder mit dem Rad zu erreichen und selber um die halbe Welt fliegt um zu Angeln, der ist unglaubwürdig.
nur am rande: ich arbeitete mehrfach (und auch diesen sommer wieder) als schafhirte in den alpen. ich bin immer auch mit verlusten durch raubtiere konfrontiert, nicht immer wolf und luchs, manchmal auch nur fuchs und hund. der lohn ist teilweise leistungsabhängig, d.h. ich werde pro tier, das lebendig von der alp runter kommt, bezahlt. raubtiere bedeuten dadurch für mich auch eine finanzielle einbusse.

bin ich deshalb für die bekämpfung dieser raubtiere? nein!
Rolandus

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Rolandus »

Ich versuche mich mal mit etwas Zahlen-Jonglage.
Zahlen nur so in etwa, wer es genau möchte kann selbst recherchieren und aus Komma versuchen auszurechnen.
Ich habe die Zahlen aus Internetrecherche kurz zusammen getragen:

Hobby-Fischer fischen in der Schweiz ca 400 Tonnen Fisch pro Jahr
Berufsfischer ca. 1'600.- Tonnen Fisch.

Kormorane zwichen 500 - 600, wobei nicht alle ganzjährig, also sagen wir mal im Durchschnitt 300 Kormorane x 365 Tage = 109 500 "Kormorantage"
Laut "subi" fressen in Mittelauropa 2 Mio. Kormorane tägli 1000 Tonnen Fisch
1000 / 2. Mio = 0.0005 Tonnen, also 5 Kilo pro Tag. Kommt das in etwa hin?
Multipliziert man die 5 Kilo mal die 109 500 "Kormorantage", dann erhalte ich = 547 500 Kilo, also = 547,5 Tonnen

Also so in etwa "schaden" die Kormorane den Berufsfischer etwa in gleichem Masse, wie die Hobby-Fischer, wobei im Detail auch noch geprüft werden müsste, wie sich die Mengen in Flüssen (wo kein Berufsfischer abrbeitet und auch viele Kormorane sind) und Seen verhalten.

Die Schweizer essen um die 70'000 Tonnen Fisch pro Jahr, wow!!
Davon logischerweise die ca. 1'600.- Tonnen der Schweizer Fischer, etwa 2 %
Von wegen Selbstversorger.......

Fazit für die Verbesserung der Fischbestände und Schutz der Berufsfischer (Vorschläge mit Augenzwinkern) :lol: :
- Hobby-Fischen im See verbieten oder Hobby-Fischer erschiessen
- Import von Fischen massiv mit Zoll belegen, so dass es den Berufsfischern besser geht und bald unsere Seen leer sind
- Viele Karpfenteiche anlegen (wie die Chinesen) und den Hobby-Fischern beibringen, dass auch Karpfenangeln im Karpfenpuff spannend ist.
Dabei Fische wie Karpfen züchten, die weniger mit "Meerfischmasse" gefüttert werden müssen, sondern auch ohne Importfutter gezüchtet werden können
- Das Fischen auf Kormorane mit der Fliegenrute und GuFI zulassen (wär doch spannend oder :wink:
- Weiterbildung und Umschulung von Berufsfischern im Tourismusbereich, Anglerausbildung, Vogelmonitoring usw. mit staatlich garantiertem Lohn, so wie man sinnvollerweise auch die meisten Bergbauern als Landschaftsgärtner und -schützer anstellen würde.
etc.

Rolandus
Mvuvi

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Mvuvi »

Geschätzter Soubi

Deine "Argumente" veranlassen mich zu den nachstehenden Erwiderungen:

1. Mit Deiner Definition von Überbevölkerung bin ich sogar einverstanden. Allerdings gilt das demzufolge für den
ganzen Planeten, da unsere Zivilisation als Ganzes nicht nachhaltig ist (dies im Sinne der folgenden
krassen Simplifizierung: "Wir nehmen/verbrauchen mehr als nachwächst..."). Und wer ist nun dafür
ursächlich verantwortlich? Die von Dir erwähnten Kormorane? Die Bären? Die Wölfe?...

2. Wissenschaftlich betrachtet/entwicklungsgeschichtlich betrachtet ist der Mensch ein Tier
(genau genommen ein Säugetier aus der Ordnung der Primaten). Was soll er denn sonst sein?
Welchem Reich gehört er Deiner Ansicht nach an: Den Pilzen, den Pflanzen, den Protoozoen...? Ob
wir uns als Art den anderen Arten überlegen fühlen sollen/dürfen (Die von Dir angetönte Gleichstellung
zw. Mensch und Tier) ist demzufolge eine rein kulturelle ev. auch religiöse Fragestellung, welche
in diesem Kontext durchaus diskutiert werden kann. Ich kenne viele Kulturen (Naturvölker) die dies
nicht tun (Den Menschen nicht über das Tier stellen).

3. Du nennst den Kormoran einen "Fremdling" - tolle Definition! Da kann Dir nur mal empfehlen ein gutes
Buch über Zoologie u/o Naturgeschichte zur Hand zu nehmen. Ev. erkennst Du ja dann, welche Arten hier seit
tausenden von Jahren in unseren Ökosystemen leben. Selbstverständlich mit der immer innewohnenden
Dynamik (zB Rückzug aufgrund von klimatischen Veränderungen, Wiederansiedlung, Aussterben und
dergleichen). Nach Deiner Argumentation bist auch Du ein Fremdling, denn Deine Vorfahren
stammen aus Afrika (in Tat und Wahrheit ist es etwas komplizierter), man muss nur genug in der Zeit
"zurückgehen" :)

4. Du bezeichnest mich als unglaubwürdig, da ich "...um die halbe Welt fliege um zu Angeln...".
Woher weisst Du das? Ja, ich fliege ca. alle 2,3 Jahre nach Tansania, aber woher weisst Du, dass
ich dort ausschliesslich angle resp. woher weisst Du überhaupt was ich dort tue? Fliegen ist allerdings
ökologisch gesehen ein Riesenproblem, da gebe ich Dir abs. recht. Alles andere ist reine Spekulation.
Im Rahmen einer sachlichen Diskussion würde ich es pers. bevorzugen, wenn Argumente hinterfragt
oder auch angegriffen werden - aber nicht Personen! Ein altbekannte Taktik, wenn einem selbst die
Argumente ausgehen....


Im Weiteren kann ich nur darüber spekulieren, wer von uns Beiden bis anhin den grösseren ökologischen
Fussabdruck hinterlassen hat: Du kennst meinen Lebensstil nicht, ich kenne Deinen nicht! Also bitte
etwas mehr Vorsicht mit Wörtern wie "unglaubwürdig."


5. Du sprichst zu Recht von Problemen wie Überbevölkerung, Abfällen und Emissionen und formulierst
noch im gleichen Abschnitt, dass ja auch Bauern Insektizide verwenden dürfen um Schädlinge zu
zerstören und dass somit auch die Berufsfischer quasi das gleiche Recht hätten, um sich gegen
Fremdeindringlinge zu wehren. Ein ziemlicher Widerspruch - oder?

6. Du sprichst weiter davon, wie viele Lebensmittel wir aus fernen Ländern importieren müssen
und dass wir uns selbst nicht mehr (autark) versorgen können. Da stimme ich Dir zu! Wer ist nun aber
für die Ursachen ( = u.a. Überbevölkerung, nicht nachhaltiger Lebensstil usw.) verantwortlich?
Der Kormoran, die Wölfe, die Bären?

Ich hoffe zukünftig auf eine etwas sachlichere und "methodischere" Diskussion mit Dir.

Beste Grüsse
Mvuvi
Zuletzt geändert von Mvuvi am Fr 29. Apr 2011, 13:03, insgesamt 2-mal geändert.
Mvuvi

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Mvuvi »

Nachtrag:

Die rein kulturelle/moralische Fragestellung, ob wir als Mensch den anderen Tieren "überlegen" sind oder ob wir quasi
"gleichgestellt" sind finde ich pers. sehr interessant. Ist es eine Frage der Kriterien, welche man anlegt? zB wie
nachstehend:

- Als Mensch "fühle" ich mich einer Bachforelle überlegen, was Kreativität und kognitive
Leistungen anbelangt: Bachforellen entwickeln keine Software, ich habe das in der Vergangenheit
getan. J.S. Bach war keine Bachforelle, Darwin und Einstein auch nicht...

- Schauen wir uns die Effektivität und Effizienz beim Schwimmen/bei Bewegungen im Wasser an:
Wenn ich meine "Aktionen" im Wasser (notabene als typisches Ernährungsnaturell :lol: ) mit denjenigen
der Bachforelle vergleiche... na ja. Wer ist nun wem überlegen?

- Aber der Mensch ist doch mit seiner "Intelligenz" einzigartig auf diesem Planeten? Ja klar! Aber
ein Elefant, eine Giraffe oder ein Blauwal ist doch auch einzigartig? Was gibt es schon (momentan) Vergleichbares?

- Aber nur der Mensch kennt doch sowas wie Moral & Gewissen (Mahatma Gandhi, Nelson Mandela!
Was ist aber mit Hitler und Stalin?)

- Selbsterkenntnis? Bewusstsein? Fähigkeit zur Reflexion?

Ich pers. kann diese Frage für mich auch nicht abschliessend beantworten. Allerdings bin ich der Meinung, dass gerade
die Hervorhebung unserer "Sonderstellung" aufgrund weniger Kriterien/Mutmassungen ("Gottes finales Werk!" Intelligenz!
"Schöpfer von Zivilisationen!" usw.) für viele unserer Probleme mitverantwortlich ist. Dies gilt m.E. insbesondere
auch für die monotheistischen Religionen, welche diese Sonderstellung immer wieder explizit hervorheben
("Macht euch die Erde untertan!"). Die mir bekannten Naturreligionen tun das nicht.

Sorry! Ist etwas Off-Topic, aber hat sich nun eben im Rahmen der laufenden Diskussion ergeben.
Wie seht Ihr das? Eure Meinungen würden mich interessieren?

Beste Grüsse
Mvuvi
Zuletzt geändert von Mvuvi am Fr 29. Apr 2011, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von fishfnord »

Rolandus hat geschrieben: Kormorane zwichen 500 - 600, wobei nicht alle ganzjährig, also sagen wir mal im Durchschnitt 300 Kormorane x 365 Tage = 109 500 "Kormorantage"
Laut "subi" fressen in Mittelauropa 2 Mio. Kormorane tägli 1000 Tonnen Fisch
1000 / 2. Mio = 0.0005 Tonnen, also 5 Kilo pro Tag. Kommt das in etwa hin?
Multipliziert man die 5 Kilo mal die 109 500 "Kormorantage", dann erhalte ich = 547 500 Kilo, also = 547,5 Tonnen
Rolandus
Danke für den Zahlenversuch, hab aber ne Frage und Hinweis.
Wie kommst du auf den Durschnitt von 300 Kormis und was heisst das für dich genau? Dass bei uns täglich 300 Kormis unterwegs sind und Fische fressen?
0.0005t sind 500g, nicht 5kg, was dem täglich Bedarf eines Kormis entspricht.
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Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von helix »

Ich sollte mich eigentlich zum Thema "Berufsfischer" nicht mehr äussern, die Aussagen von Soubi hierzu lassen mir aber die Haare zu Berge stehen und die Finger scheinen unwillkürlich zur Tastatur zu greifen. Ich machs aber kurz... :?

Die Annahme und der Rückschluss, dass Berufsfischer aufgrund des Kormoranaufkommens 2.5% weniger verdienen, ist wohl so nicht nachzuweisen und aus der Luft gegriffen. Zudem sind unsere Seen nicht einfach klinisch reine Felchenzuchten, wo keine anderen Lebewesen geduldet werden. Berufssfischer arbeiten in der freien Natur, das ist Part ihres Jobs und da ist es nicht mehr als selbstverständlich, dass auch andere Lebewesen vorkommen. Berufsfischer, die sich wie Soubi äussern würden, glaube aber nicht, dass es solche gibt, hätten in meinen Augen ihren Job verfehlt und von "Naturberuf" könnte bei solch einem Verständnis wohl kaum mehr die Rede sein.

Gruss
helix
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Gruess helix
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Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von thymallus »

@helix: :up: guter beitrag!
God made one third of the earth land and two thirds water which clearly shows that he intended man to spend one third of his time plowing an two thirds fishing!
Mvuvi

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Mvuvi »

thymallus hat geschrieben:@helix: :up: guter beitrag!
Finde ich auch! Du bringst es auf den Punkt Helix ...
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