Helix, so rosig wir du die fischerei beschreibst war sie vor 70 jahren auch schon lange nicht mehr.
Schon um die jahrhunderwende klagten zahlreiche fischer dass die bstände durch gewässerverbauungen zurück giengen. Vielerorts wurden erst nachträglich und dann auf druck der fischer fischtreppen eingebaut, sie sefos und lachse sind auch in deiner und meiner region nicht mehr in die ursprünglichen laichgebiete hochgekommen.
Dann gab es auch bei uns enorme und weitreichende vergiftungen durch die industrie (z.b. in der aare), dies immr wieder bis in die 70`er jahre. Massive verbauten waren im hinblick auf den hochwasserschutz gemacht worden, mit dem resultat dass die gleichmässig gestalteten flussläufe mit gleichmässigen strömungen, oft mit hart betonierten ufern ohne oder mit wenig unterständen den salmoniden nicht zu, sondern entgegenwirkten (abgeschwemmte laichgebiete, eintöniges substrat, verdichtete sohlen wo die eier ersticken). Viele der schwellen in emme und kander, lütschinen etc. sind/waren zudem nicht fischgängig, desshalb reisst man sie heute wieder auf.
Dann wurde früher massiv mit massfischen aus dem in und ausland besetzt, was man heute auch aus naturschutz-, kosten- und seuchenpolizeilichen gründen nicht mehr macht. Apropos war das schonmass der bachforellen vor rund 70 jahren 18 cm, und nicht nur einer hat auch da zugelangt, es hatte nicht nur „bitze“ (aber sicher mehr als heute).
Richtig ist dass die nahrungsgrundlage in den fliessgewässern und seen früher besser war, heute sind wir vermutlich von einem extrem im anderen gelandet, speisereste im bach haben früher keinen menschen gestört, und die forellen auch nicht ,aber es hatte auch nie alle 100 meter eine metzgerei an einem fluss, auch wenn man dies aus den blumigen erzählungen der alten schliessen könnte.
Die bevölkerung hat in den letzten 40 jahren enorm zugenommen, mit ihr die menschllichen ausscheidungen und abfälle direkt in die gewässer, von der relativ harmlosen kernseife wechselte man mit der waschmaschine in jedem haushalt zu phosphathaltigen waschmitteln, mit dem resultat dass die weissfische zuerst in seen durch viel phospateintrag explodierten (in den bächen hatte es aber wenig weissfische), dann die seen kippten mit zahlreichen erstickten fischen und auch einbrechenden felchenbeständen.
das problem der zunehmenden hormone ist auch neu, immer mehr davon gehen mit unseren täglichen tabletten und via urin ungefiltert durch die kläranlagen in die die gewässer. Dieses problem haben wir erst seit ca. 1975.
Weiter ist das hirn des menschen so programmiert, dass früher immer alles besser war, heisst die positiven eindrücke überwiegen immer und bleiben haften, die schlechten werden ausgeblendet. Wenn aber alte fischerliteratur aus den 30`er jahren und noch davor studiert, sieht dass die fischer auch damals massenhaft über verbauungen & vergiftungen klagten und lobten, wie ihre väter es besser gehabt hatten. Geht man dann zur zeit dieser väter zurück, klagten diese wiederum wie es ihre väter besser hatten etc.etc. wir werden es wohl als alte später auch gleichtun…… ja ja, früächär isch`s haut besser gsi, weisch no?
weiter haben wir vieleorts erst seit ca. 20 jahren eine besatz und fangstatistik, früher wurden nur die besätze von den behörden festgehalten, die fänge nur bei berufsfischern. sportfischer machen wenn sie über früher sprechen also relativ ungenaue, nur schwierig nachprüfbare aussagen.
Gruss
sa
Bachforelle im Kt. Bern
- helix
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Re: Bachforelle im Kt. Bern
SA, vielen Dank für deine spannenden Ausführungen. Bin mir schon bewusst, dass die alte Garde manchmal etwas gar blumig von früher erzählt und weiss deren Berichte eigentlich auch einzuschätzen. Nichts desto trotz möchte ich mal nur einen einzigen Tag mit heutiger Ausrüstung in der Aare wie z.B. anno 1950 fischen gehen
.
helix
Leider ist es heutzutage oft gerade umgekehrt, die schlechten Eindrücke werden in den Vordergrund gestellt, wie man z.B. auch in diesem "Jammeri-Thread" sieht, obwohl ja eigentlich teils wunderbare Fische gefangen wurden, wie auch hier im FF einige gezeigt.Schweizer Angler hat geschrieben:...heisst die positiven eindrücke überwiegen immer und bleiben haften, die schlechten werden ausgeblendet.
helix
Gruess helix
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Schweizer Angler
Re: Bachforelle im Kt. Bern
ich auch, aber mit der damaligen ausrüstung - ich wette die von heute ist nur bequemer (supertextilien, leichte ruten etc.), aber keinenfalls besserNichts desto trotz möchte ich mal nur einen einzigen Tag mit heutiger Ausrüstung in der Aare wie z.B. anno 1950 fischen gehen .
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http://www.afvbern.ch/geschichte.htm
http://www.fischereiverein.ch/pdf/75jahre.pdf
http://www.fvts.ch/pdf/FVTS-Vereins-Chronik.pdf
http://www.nbt.ch/storys/storys_laufend.cfm?vID=11665
gruss
sa
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rocknroll666
Re: Bachforelle im Kt. Bern
jaja, früecher wo dr Metzger no sini Schlachtabfäu het dörfä id Aare gheiä... 