Der Seele und dem Magen zu Liebe

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astacus

Re: Der Seele und dem Magen zu Liebe

Beitrag von astacus »

etwas eingeschränkt finde ich leider die sichtweit vieler fischer, dass offenbar nur ein gewässer mit fischen wirklich natürlich und gut sei. die wenigsten bergseen und keine der wirklich hoch gelegenen, hatten je fische drin. der besatz von fischen in bergseen ist deshalb wohl grundsätzlich als ökologisch problematisch zu sehen. natürlich, es ist ökologisch auch ein vorteil, wenn dadurch fischbestände anderer gewässer entlastet werden, aber eben, die natur besteht entgegen unserer annahme nicht nur aus fischen.

bergseen sind namentlich ein refugium für nicht wenige amphibien und wirbellose. diese können durch fischbesätze stark geschädigt werden, besonders bei fischbesätzen über der natürlichen dichte (die bei bergseen zwischen null und sehr wenig kg pro ha beträgt). zum einfluss der fische - namentlich der standortfremden - gibt es einige literatur, gut zusammengefasst z.b. hier: http://www.karch.ch/karch/d/ath/afisch/ ... atur_d.pdf

in praktisch jeden bergsee fische einzusetzen, halte ich für eine perversion, egal ob sich die fische nun selbstständig halten oder nicht (was eh selten der fall ist). dass ein paar bergseen, die sich für fische gut eignen und natürliche bestände ermöglichen würden, mit fischen besetzt wurden, wäre an sich ja noch durchaus akzeptabel gewesen.

trueschenfischen.ch hat geschrieben: Na dann schlag mir ein anderes Hobby vor...!
ach, da kommen mir so einige hobbys in den sinn, die nicht darauf basieren, dass ein tier gequält wird :wink:
Schweizer Angler

Re: Der Seele und dem Magen zu Liebe

Beitrag von Schweizer Angler »

da gebe ich dir wieder mal (ungerne oder gerne :lol: ) recht asti. ich habe einen bergsee gepachtet (die pacht läuft demnächst aus und ich verlängere sie nicht). der see ist ein refugium für amphibien, gefressen werden diese vorallem von saiblingen (die rbf mögen sie interessanterweise nicht so sehr) und elritzen (die mögen scheinbar froschlaich). der see ist auch so ein put&take bergsee, und eine umweltschutz-org hat schon lange ein auge drauf und möchte es in ein geschütztes hochmoorgebiet wandeln. der besitzer des sees hat bisher widerstanden, nichgt zuletzt weil alpwirtschaft (eine der höchst gelegenen) in unmittelbarer nähe des sees betrieben wird.
die natur hats nun selber eingerichtet, seitdem ist fast nichts mehr besetze sondern nur die saiblinge ablaichen und den bestand sich selber einpendeln lasse. ich angle fast nur noch auf grosse elritzen dort, dank der wohl nur noch wenigen saiblinge hat der amphibienbestand erfreulich zugenommen....soll wohl so sein, sehe ich mit einem lachenden (schöne natur) und einem weinenden auge (mein fischerauge).

die wenigen die sich bisher für den see als potentielel nachfolger interessierten, habe ich ausgeredet dort noch was fischereilich zu machen. einige habens begriffen, andere möchten überbesetzen, aber der see verlandet eh zunehmends und bietet nur noch wenigen bachsaiblingen eine chance hochzukommen. also überlasse ich es zugegeben auch ein bisschen "zwangsweise" den amphibien.

gruss

sa
alpfish

Re: Der Seele und dem Magen zu Liebe

Beitrag von alpfish »

bin Pächter einiger Bergseen. Die liegen alle auf mehr als 2400 m.ü.M. Auf dieser Höhe sind Amphibien auch in fischfreien Gewässern äusserst selten anzutreffen. SA wie hoch ist der See den du erwähnt hast? Wenn ein Bergsee in dieser Höhe nicht mindestens so gegen 4 Meter Tief ist, so würden die Fische den Winter nicht überleben. Viele der Amphibeinegewässer können tatsächlich nur Fische haben, wenn jährlich Besatz eingebracht wird. So etwas ist sicherlich nicht angebracht. Der Ertrag von einem Bergsee ist tatsächlich nicht geeignet für einen Massenandrang, er hängt sehr stark von den lokalen Bedingungen ab und variiert so zwischen 5 bis aber auch 30 kg Ertrag je Jahr und Hektare. Ein einzelner Saibling wie erwähnt wurde wäre also in bester Kondition. Stauseen sind eher ertragschwache Gewässer. Warum sollte man aber in einem Stausee nicht kleine Fische einsetzen, die dann bei kleiner Besatzmenge nach etwa vier Jahren attraktiven Fischfang ermöglichen?
Es wird oft erwähnt, dass viele unserer Mittellandgewässer für Salmoniden zu warm werden. In geeigneten Bergseen halten sie sich bestens. Ich sage nicht, dass jeder Bergsee mit Fischen zu besetzen ist. Aber die erwähnte Alpwirtschaft ist ja auch eine Nutzung unserer Alpen. Warum sollten nicht auch geeignete Bergseen in dem Sinne einen fischereilichen Nutzen erbringen? Wären die Alpen langsam angestiegen, hätte es mit Sicherheit auch Seen in grosser Höhe, die einen ursprünlichen Fischbestand hätten. Manchmal denke ich, schade haben die Fische keine Flügel... :mrgreen:
Arts

Re: Der Seele und dem Magen zu Liebe

Beitrag von Arts »

Hallo,

Ich habe hier im Forum nun einige Öschinensee Fangberichte gesehen,
Tolle Fänge, Petri allen...

Der Seele und dem Magen zuliebe..... :roll: :roll:

Mir fällt auf, das ist ja ein Mega Trend, letztes jahr hier im Forum hatte es kaum Beiträge, dieses Jahr dominieren diese....

Eisfischen wird ja zum krassen Trend.... Da gehen wohl viele gerne die absolut realistische Vollpackung holen...

Tom
Arts

Re: Der Seele und dem Magen zu Liebe

Beitrag von Arts »

:lol:

Hier noch der Sound dazu :)

allahu akbar

Ok, Sorry unter der Gürtel linie ....

Tom
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helix
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Re: Der Seele und dem Magen zu Liebe

Beitrag von helix »

Ricci hat geschrieben: wem so etwas gefällt, der soll es auch machen.
Da gehe ich mit dir einig Ricci, auch wenn mir persönlich diese Entwicklung mit dem Massenauflauf am Öschi ebenfalls nicht gefällt.

Was mir auffällt, ist die relativ grosse Anzahl an Seesaiblingen, teilweise recht schöne Fische, teilweise aber auch fürchterlich magere und vom Laichgeschäft gezeichnete Exemplare. Die Saiblinge im Öschinensee vermehren sich offenbar recht gut (da sind m.E. bei weitem nicht alles Besatzfische), umso mehr finde ich es schade, dass man gerade diesen Tieren nach dem Laichgeschäft nicht etwas länger Ruhe gönnt. Das betrifft aber nicht nur die Eisfischerei, auch auf dem Thunersee wird schon wieder tagtäglich auf über 70 Metern Tiefe auf diese kleinen und teilweise ausgemergelten Tiere gefischt. Selbstverständlich ist das nicht verboten und legitim und auch hier gilt, wems gefällt, der soll doch...
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Gruess helix
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