Schonmass von Seeforellen

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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helix
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Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von helix »

ventris hat geschrieben: Mit dem Releasen hat er sich mMn ans Gesetz gehalten, welches ja besagt, dass aus ökologischen Gründen zurückgesetzt werden darf, nicht?
Ist wohl Ermessenssache, ob eine Forelle in dieser Grösse von wichtiger ökologischer Bedeutung ist oder nicht. Wie gesagt, hat er für mich richtig gehandelt und er hat ja auch nicht die Absicht gehabt, auf Seeforellen im Bach zu fischen.
JJwizard hat geschrieben:@helix: bist du Beamter? Dann verstehe ich das du nichts verstehen kannst von dem was ich schreibe! Das Stammgewässer von dem ich schreibe liegt nicht in der Schweiz und unterliegt glücklicher Weise keiner amtlich ausgeklügelten Naturansicht.
Beamter? Schon nur die Vorstellung daran, löst bei mir Juckreiz aus. Nein, bin kein Beamter und das Unverständnis bezieht sich auch nur auf die von mir geschilderete und von dir geschriebenen Aussagen aus dem erwähnten Post. Komme immer noch nicht draus, wieso du über ein ausländisches Gewässer ausgerechnet in diesem Thread berichtest und dabei die Schweizer Verhältnisse derart kritisierst. Sorry, erkenne die Zusammenhänge und Logik wirklich nicht...

Deine Idee vom Vereintheitlichen und dem damit verbundenen Vereinfachen der Gesetze, scheint mir sehr idealistisch und zu wenig durchdacht. Wie thymallus schon berichtete, sind hierfür die lokalen Unterschiede viel zu gross, als sich das in einem Gesamtpaket, welches notabene sogar noch eine Vereinfachung darstellen sollte, einbringen liesse. Bin der Meinung, dass es gerade in der heutigen Zeit richtig und wichtig ist, ganz klar zu differenzieren und eben nicht alles in einen Topf zu werfen. Dass wir dadurch aber relativ viele Paragraphen haben, ist ein notwendiges Übel, wobei es aber sicherlich auch im Interesse der Gesetzesgeber liegen sollte, diese Paragraphen möglichst einfach und verständlich zu formulieren.

Ansatzweise gibt es ja bereits eine Vereinheitlichung in Bezug auf die Tierschutzverordnung oder der Verordnung zum Bundesgestz, doch genau diese TschV und VGBF beinhalten für mich eben gerade die von dir angesprochenen "absurden" Reglementierungen.

Aber egal, gehört eh nicht zum Thema... um wieder zurück zur Seeforelle, die übrigens "Fisch des Jahres 2011" ist, zu kommen. Interessante Überlegung von Mattu, dass die relativ grossen Unterschiede punkto Fortpflanzungsdaten, den Seeforellen als Vorteil dienen könnten. Wenn dem so wäre (das weiss ich aber nicht..) wäre das ja von der Natur so gewollt und eine hervorragende Strategie in der Erhaltung der Art Seeforelle.

Ich gehe davon aus, dass dieses Phänomen, sollte es dies tatsächlich geben, auch dem Fischeriinspektorat bekannt wäre. Das FI, welches dazu verpflichtet ist, mit den nötigen Gesetzen die Nutzung der Fische nachhaltig zu betreiben, würde sicherlich allfällig nötig werdende Anpassungen vornehemen. Davon bin ich überzeugt und erwarte dies auch so, schliesslich haben wir da fähige Berufsleute, die ihr Metier verstehen.
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Gruess helix
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JJwizard
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Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von JJwizard »

helix hat geschrieben: wieder zurück zur Seeforelle, die übrigens "Fisch des Jahres 2011" ist, zu kommen. Interessante Überlegung von Mattu, dass die relativ grossen Unterschiede punkto Fortpflanzungsdaten, den Seeforellen als Vorteil dienen könnten. Wenn dem so wäre (das weiss ich aber nicht..) wäre das ja von der Natur so gewollt und eine hervorragende Strategie in der Erhaltung der Art Seeforelle.

Ich gehe davon aus, dass dieses Phänomen, sollte es dies tatsächlich geben, auch dem Fischeriinspektorat bekannt wäre. Das FI, welches dazu verpflichtet ist, mit den nötigen Gesetzen die Nutzung der Fische nachhaltig zu betreiben, würde sicherlich allfällig nötig werdende Anpassungen vornehemen. Davon bin ich überzeugt und erwarte dies auch so, schliesslich haben wir da fähige Berufsleute, die ihr Metier verstehen.
@helix: Egal ob als Visionär oder Spinner wahrgenommen, die Zukunft wird es weisen wohin die Entwicklung geht! Neue Ansatzpunkte und Ideen haben es meistens schwer sich kurzfristig durchzusetzen ...... :wink: Vielleicht sind aber auch die Holländer, Schotten, Dänen etc. einfach in manchen Dingen nur fortschrittlicher ....!

Was das von dir angesprochene "Phänomen" der gestaffelten Laichwanderung anbelangt, eine Forelle und gerade die Seeforelle, weist doch einige Paralellen zum Lachs auf und beim Lachs ist es kein Phänomen sondern Fakt, dass die Natur, clever wie sie ist, dem Fischinstinkt verschiedene Laichrun-Impulse mitgegeben hat (ob die Genetik beim indivuduellen Fisch steuert ob er ein Früh- oder Spätaufsteiger ist, das ist noch nicht erwiesen) ! Ich bin überzeugt, dass auch Seeforellen teils über Monate verteilt zum laichen aufsteigen.
Vielleicht in den einen Gewässern ausgeprägter als in anderen!

PS: Im Urner Intschitobel (Reuss) konnte ich früher regelmässig anfgangs September kapitale Seeforellen an den Laichplätzen beobachten! Weiss nicht ob das heute noch so ist.

JJ
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ÄDU

Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von ÄDU »

@gonefishing

Es hat mich auch zimlich überrascht eine Sefo diesergrösse mit reifen Rogen zu fangen. Kann aber die aussage bestätigen das die grösseren Sefo früher auf steigen habe diesses jahr 7 Sefo ü60 in der kander gesehen alle im September als das schmelzwasser für einige tage zurückging. Kann mir gut vorstellen das früher noch grössere Seefos aufsteigen kann ich allerdings nicht bestätige da ni gesehen.
Gruss ädu
astacus

Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von astacus »

schaut euch mal folgende publikation an:
http://www.gr.ch/DE/institutionen/verwa ... g_2008.pdf

sie beinhaltet auch eine zeitliche auswertung des seeforellen-aufstiegs im alpenrhein. es werden auch immer wieder bereits vor anfang september einige aufsteigende seeforellen registriert. der grossteil steigt von ende september bis ende oktober auf, danach nimmt es wieder markant ab.

insofern ist der zufällige fang einer seefo in der kander im august sicher ein zufall, aber auch keine völlige überraschung.
Schweizer Angler

Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von Schweizer Angler »

da ist auch noch ein interessantes paper zu den sefos;

http://www.wsl.ch/land/products/rhone-t ... nrhein.pdf

gruss

sa
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thymallus
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Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von thymallus »

astacus hat geschrieben:schaut euch mal folgende publikation an:
http://www.gr.ch/DE/institutionen/verwa ... g_2008.pdf

danke für den interessanten link! das dokument belegt anhand von über 3500 markierten seeforellen übrigens einmal mehr, dass nur sehr wenige seeforellen zwei- oder dreimal zum laichen aufsteigen. am alpenrhein ist die rückkehrerrate sogar unter 1 %. nach meinen recherchen bewegen sich die mehrfachlaicherraten in den zuflüssen der meisten schweizer seen auf einem sehr tiefen niveau (in der regel zwischen 1-10%), egal ob es sich um neuenburgersee, genfersee- oder bodenseezuflüsse handelt. dies deutet darauf hin, dass immer wieder auch fische von 60, 70 cm oder mehr teilweise tatsächlich erstlaicher sind. das konnte anhand von schuppenanalysen belegt werden (eine laichperiode hinterlässt eine laichmarke auf den schuppen). ich würde die tiefe mehrfachlaicherrate nicht einfach nur einem zu starken befischungsdruck zuschreiben sondern sie ist vermutlich auch ohne fischereidruck recht gering, da die physiologische investition ins laichgeschäft halt sehr hoch ist. dafür spricht, dass selbst in seen mit anständigem seeforellenbestand wie dem neuenburger- und bodensee die mehrfachlaicherrate tief ist. zudem dürfte sie auch proportional mit der länge der aufstiegsstrecke abnehmen (am alpenrhein über 100 km...).
nur schon aus dieser perspektive ist eine diskussion von fangmindestmassen zu sehen. ich glaube dieser aspekt wird deutlich überbewertet. viel wichtiger ist der zugang zu intakten laich- und jungfischhabitaten.

edit: ich habe kurz nachgeschaut. in den genferseezuflüssen beträgt die mehrfachlaicherrate von 2588 markierten laichtieren gemäss büttiker & matthey (1986) 16 %. aber auch dieser anteil ist lange nicht so hoch wie von vielen fischern angenommen wird (die gleichung: fisch freigelassen = laichtier im nächsten herbst geht nicht auf...).
Zuletzt geändert von thymallus am Do 23. Dez 2010, 12:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von JJwizard »

Spannend!

Der Zugang zu geeigneten Laichgewässern sehe ich auch prioritär ..... und zudem wohl auch eine unumgängliche, künstliche Hilfestellung in Form von Hatcheries (Fischzuchtanstalten). Ob und inwiefern die künstliche Befruchtung und Aufzucht hier in der Schweiz noch optimiert werden könnte entzieht sich meiner Kenntnis.
Totzdem hege ich die Vermutung ..... es ginge vielleicht nicht besser aber noch mehr!

JJ
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thymallus
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Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von thymallus »

JJwizard hat geschrieben:Der Zugang zu geeigneten Laichgewässern sehe ich auch prioritär ..... und zudem wohl auch eine unumgängliche, künstliche Hilfestellung in Form von Hatcheries (Fischzuchtanstalten).
dieses kombinierte konzept (ab seite 5) würde eigentlich genau dem entsprechen:
http://www.aln.zh.ch/internet/baudirekt ... 0-2018.pdf
Zuletzt geändert von thymallus am Do 23. Dez 2010, 15:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Schweizer Angler

Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von Schweizer Angler »

@jj
Ob und inwiefern die künstliche Befruchtung und Aufzucht hier in der Schweiz noch optimiert werden könnte entzieht sich meiner Kenntnis.
Totzdem hege ich die Vermutung ..... es ginge vielleicht nicht besser aber noch mehr!
zumindest nach der von mir erwähnten sefostudie (und eigentlich vielen anderen, sogar aus usa über trouts) aus bern liesse sich beim sefobesaz und der aufzucht noch viel optimieren. heute wird einfach viel produziert und viel reingeschmissen, erfolgskontrolle nahezu null, erfolg ebenso. man(n) machts weil mans schon immer so (erfolglos) gemacht hat. intakte gewässer , intakte zugänge zu dem laichgebieten, strengere bag limits, bringen mehr als hatcheries. initialbesatz oder stützbesatz ok, aber auch der hängt von intakten gewässersystemen ab. mal sehen ob das neue gewässerschutzgesetz im 2011 was bringt.....

gruss

sa
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Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von JJwizard »

@thymallus: ich sage nicht das nichts passiert und die Konzepte falsch sind, doch mal ehrlich, was vereitelt eine nachhaltige Optimierung der Effizienz, eine Professionalisierung der Aufzuchtsgeschichte (d. h. nicht das keine gute Arbeit geleistet wird) und eine Intensivierung und Vernetzung der Aufzuchtsbemühungen schweizweit ......?

Dies sage ich als Aussenstehender, dem sicher nicht alle Informationen bekannt und immer zugänglich sind, doch ich vermute stark da geht doch mehr ....!?

JJ
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Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von Alet »

@JJwizard Verhindert durch.... Kantönligeist, Desinteresse der Politik (die Verwaltung kann nicht selbstherrlich schalten und walten wie sie will), rückständiges denken (teilweise nicht einmal im gleichen Kanton / Fluss ein einheitliches Konzept möglich, da Vereinsgartenhagdenken), usw... Und leider, zu viele Fischer interessiert nicht woher der Fisch kommt, hauptsache einer zappelt an der Angel.
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zuma
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Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von zuma »

Guten Morgen

Folgende Beobachtung bringt mich persönlich etwas ins Grübeln:

Wenn man zur Maifliegenzeit und auch noch später, am Brienzersee mit der Trockenfliege fischt, stellt man fest, dass es enorm viele Seeforellen so um 20 cm herum hat. Es gibt Situationen wo man mit etwas wandern, hunderte von Seeforellen in den ganzen Uferregionen des Sees antrifft. Seeforellen in dieser Grösse hat es also massig im See! Was geschieht mit denen? Wieso verschwinden die einfach, sobald sie ins Freiwasser ziehen? Fragen über Fragen......
Gruss Kurt

(Bambus-&Trockenfliegenpurist)
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helix
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Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von helix »

Sälü Kurt

Habe ähnliche Beobachtungen auch schon vom Boot gemacht. An einigen Stellen bei ruhigem See erkennt man manchmal so viele kleine Seefos, die sich an der Oberfläche aufhalten um Insketen zu vertilgen, dass man nie keinen Ring sieht...

Da wohl die wenigsten Seefos in dieser Grösse durch natürliche Prädatoren eliminiert werden, gibt es eigentlich noch zwei Möglichkeiten, wohin sie verschwinden: Entweder wandern und verteilen sie sich im See u.a. auch in grosse Tiefen oder aber ein Grossteil "verlässt" auf mysteriöse Art und Weise den See.

Welches sind denn deine oder eure Hypothesen?
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Gruess helix
Schweizer Angler

Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von Schweizer Angler »

hallo kurt

habe ich auch festgestellt.
in den von mir verlinkten oder erwähnten studien (die eine hat mathias von mir erhalten), wird die lebensweise der jungforellen beleuchtet. in dieser grösse sind es meist aus den zuflüssen abgewanderte (normale abwanderung) sefos, die die "biologische wandlung" von der bafo zur sefo gemacht haben, und die sich nun im see ihren speck anfressen, und dann zur laichzeit wieder in lütschinen und hasliaare ziehen um abzulaichen. nicht alle werden aber gross (fangmass), es gibt ganz normal bedingte abgänge. einige werden aber selbst auch von grossen sefos und trüschen gefressen, oder auch von den hechten (zumindest im lütschinengebiet). im uferbereich findest du im frühling & oktober die meisten kleinforellen, weil sich dort das wasser am schnellsten erwärmt oder im herbst warm bleibt, und eben viele insekten (im herbst auch zahlreiche sedges)zur verfügung stehen, aber auch kleinstfelchen, die wiederum futter für die jungbafos sind. im sommer sind die jungsefos meist in der tiefe (ausser abends vor dem einnachten oder 30 min vor sonnenaufgang), und werden höchstens mal beim schleppen mal erwischt.

gruss und frohe petrinachten

Sa
T-Rig

Re: Schonmass von Seeforellen

Beitrag von T-Rig »

helix hat geschrieben:Da wohl die wenigsten Seefos in dieser Grösse durch natürliche Prädatoren eliminiert werden
Kormorane?
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