Berufsfischrei

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Arts

Re: Berufsfischrei

Beitrag von Arts »

Hallo,
helix hat geschrieben:Durch ganz klare Richtlinien punkto Mindestmaschenweiten bei den jeweiligen Netzen (hohe, niedere Schwebnetze, niedere Grundnetze, Reusen etc.), welche sowohl von Gewässer zu Gewässer als auch von Jahreszeit zu Jahreszeit unterschiedlich sind, kann man die Grösse der Hauptzielfische ziemlich exakt bestimmen. Somit sollte wie bei uns gewährleistet sein, dass die Fische mindestens einmal in ihrem Leben ablaichen können. Maschenweiten können jährlich, in begründeten Annahmen sogar jeden Monat neu angepasst werden.
Das ist meiner Meinung aber noch lange nicht nachhaltig, da es Tatsache ist, dass besonders grosse Fische massgeblich für eine hohe Reproduktionsrate sorgen, und wichtig sind. Viele Eier, höhere Chancen, dass einer dieses Nachwuchs das Laichalter erreicht.

Genau diese "grossen" haben beim Konzept "fangt soviel ihr könnt" mit "reglementierten" Maschenweite auf die Dauer schlechte Karten.

Wenn es heisst "Fangt soviel ihr könnt," aber die Maschenweite garantiert das ein Tier mindestens 1x ablaicht, bedeutet dies auf die Dauer noch lange keine nachhaltige Fischerei, was symptomatisch ist in vielen Gewässern. Die Fänge nehmen ab, die Durchschnittsgrösse reduziert sich.

Am Schluss bleiben geschlechtsreife Fische, die durch ihre Mindestgrösse, gegeben durch die Maschenweite, viel weniger Eier produzieren als ihre grösseren Artgenossen, die es auf die Dauer nicht mehr geben kann.

Die Maschenweite reduziert nicht nur die Grösse, sondern auch die Reproduktionsrate!

Der Rattenschwanz ist gegeben.

Hinzu kommt noch, grosse Fische haben mehr Marktwert, das ist es was der Konsument will. Aber die Strategie wie wir sie heute haben geht irgendwie nicht auf, und ist auf die Dauer kontraproduktiv.

Beispiel Nielbarsch am Viktoriasee. Kontrollen könnt ihr vergessen, es geht um Existenz der lokalen Fischer, es wird gefangen soviel man kann, Hauptsache die Fabriken bekommen Fisch welchen sie exportieren, die wollen aber nur die grossen, die kleinen ~5-10kg werden an die lokalen Familien verkauft

Es ist erwiesen, dass sich die Fangmengen innerhalb der letzten 3 Jahren auf die Hälfte reduziert haben

Die Durchschnittsgösse liegt bei 50 - 90cm, 2-20kg. Für einen Fisch der ausgewachsen über 2m und über 100kg erreichen kann.

Dies nur als Vergleich, die Probleme dort sind viel tiefgreifender und sicher nicht mit unseren vergleichbar, aber es zeigt doch die Tendenz, und das eben rein durch eine reglementierte Machenweite keine Nachhaltigkeit gepredigt werden kann.

Das zeigt auch was im Thema "Seesaiblinge im Thunersee" diskutiert wurde, komisch gibt es keine grossen Tiere mehr. Genau diese grossen Fische braucht es aber um Nachhaltige Fischerei zu betreiben.

Desswegen glaube ich, das man durch Gewichtskontingente mehr erreichen könnte, als durch Maschenweiten.
Da ist einmal Schluss. Man fängt massige, grosse, aber irgendeinmal ist das Kontingent erreicht, dann ist Schluss
helix hat geschrieben:Auch die Anzahl Netze ist limitiert, jedoch auf so hohem Niveau, dass ein Berufsfischer alleine, das Maximum gar nicht ausnützen könnte
Auch das bestätigt mir wieder: "Fangt soviel ihr könnt".

Das ist ja wie die Fangzahlbeschränkungen für uns, die sind so "Hochgestapelt", sind kaum erreichbar....

Eine Nachhaltige Fangzahlbeschränkung, Kontingentierung sollte doch so festgelegt sein, das sie erreichbar ist, ansonsten bringt es nichts. Wenn es kaum möglich ist diese zu erreichen, heisst das doch, wie schon 100x erwähnt, "Fangt soviel ihr könnt". Und ehrlich, das ist auch bei uns Hobbyfischern so.


Gruss
Tom
Schweizer Angler

Re: Berufsfischrei

Beitrag von Schweizer Angler »

@ arts

it die fische sind tot wenn sie in den netzen hängen meinte ich eigentlich dass sie nicht biologisch, aber für ein weiteres potentielles leben tot sind - releasen bringt nichts, sie verrecken durch stress und hautschäden (z.b. steigende cortisol-anreicherung, schuppenverlust) innerhalb von stunden eh würde man sie freilassen. das ist auch in der netzfischerei aus dem meer nicht viel anders. darum bringt ein kontingent analog sportfischer so gesehen nichts, aber sicher eine "tonnen-limite" (z.b. pro jahr x kg felchen pro bf, das nächste jahr evtl. xy kg).

für mich ist die laichfischzucht wie sie die vereine heute praktizieren - logo unter kantonaler obhut/direktive - nicht effizient und oft für die katz (geben selbst fischereidirektoren direkt oder indirekt zu). bei den berner seeforellen ist dies übrigens auch erwiesen, dass man so wie bisher die aufzucht praktiziert wird man nirgends damit hinkommen wird, bei den anderen arten weiss man dass initialbesatz was bringen kann, danach nicht mehr. aber das ist wieder das besatz/fang-thema und nicht bestandteil dieses threads. "wer viel säät erntet viel" ist noch immer zuviel in fischerhirnwindungen und klappt in der freien natur einfach nicht. intakte habitate ergeben auch "intakte fischbestände". braucht aber noch mehr arbeit als eimerweise fische irgendwo reinzukippen.

also ist besatz wie wir ihn praktieren und die fangmengen die wir entnehmen (siehe zb. äschen vor dem moratorium) "nachhaltiger" als der umgang mit fischen der berufsfischer? und können wir nicht 25 felchen pro tag nehmen, weil diese dank dem berufsfischer so zahlreich sind? wären wir selbst bereit, z.b. im bielersee ein mindesmass für zander oder egli massiv zu erhöhen, und/oder ein fangkontingent (z.b. 2 pro tag, 50 pro jahr) zu akzeptieren? - ich prohezeie "nie und nimmer". ein beruifskollege hat mit gestern gesat wir würden die messe fischen-jagen-schiessen lieber in fischen-jagen -plündern umtaufen.....ob er er nicht ein bisschen recht damit hat?
selbst finde ich es einfach immer wie kontraproduktiver immer zuerst bei den anderen nach gründen des fischrückgangs zu suchen - die "blöden" vögel, die "blöden" berufsfischer, die "blöden" sesselfurzer,die "blöden" weissfische, die "blöden" tierschützer, die blöden "brätler, die blöden "gummiböötler", die "blöden" landwirte etc. - nur wir sind super-intelligent und die natur gehört uns allein und hat gefälligst so auszusehen wie wir sie uns zurechtbiegen.....


gruss

sa
gonefishing

Re: Berufsfischrei

Beitrag von gonefishing »

@Arts: Auf was willst du eigentlich hinaus?
Kannst du anhand von solchen Reglementierungen beurteilen ob die Berufsfischerei nachhaltig ist?

Art. 1 Netze: Allgemeines
1 Das einfache Netz darf nicht länger als 100 m und nicht höher als 5 m sein. Es kann als Bodennetz oder als Schwebnetz verwendet werden.
2 Das Spiegelnetz, das nur als Bodennetz verwendet werden darf, darf nicht länger als 100 m und nicht höher als 2 m sein. Die Maschenweite muss mindestens 45 mm betragen.
3 Schwebnetze müssen verankert und mindestens 2 m unter der Wasseroberfläche gesetzt werden.
Ausführung der Fischerei im Murtensee – Interkantonales R 923.62
4 Es ist unter Vorbehalt von Artikel 10 verboten, andere als die Netze nach den Artikeln 3–8 zu verwenden.
5 Die Netzhöhe wird aufgrund der Maschenweite und -zahl gemäss der Tabelle in Anhang bestimmt.
Art. 2 Bodennetze a) Allgemeines
1 Das Bodennetz muss auf seiner ganzen Länge auf dem Grund aufliegen.
2 Es dürfen ungeachtet der Maschenweite höchstens 25 Bodennetze gleichzeitig gesetzt werden.
Art. 3 b) 23–28,9 mm Maschenweite
Der Gebrauch des Bodennetzes mit 23–28,9 mm Maschenweite ist wie folgt geregelt:
a) Das Netz darf nicht höher als 2 m sein.
b) Vom 1. Dezember bis 31. Mai dürfen höchstens 10 Netze mit einer Maschenweite von mindestens 26 mm gesetzt werden.
c) Vom 1. Juni bis 30. November dürfen 3 Netze mit einer Maschenweite von mindestens 23 mm und 7 Netze mit einer Maschenweite von mindestens 26 mm gesetzt werden.
d) Vom 1. März bis 31. Mai und vom 1. Dezember bis 31. Dezember muss dieses Netz in einer Wassertiefe von mindestens 15 m gesetzt werden.
Art. 4 c) 29–31,9 mm Maschenweite
1 Der Gebrauch des Bodennetzes mit 29–31,9 mm Maschenweite unterliegt folgenden Einschränkungen:
a) Das Netz darf nicht höher als 2 m sein.
b) Vom 1. März bis 31. Mai und vom 15. Oktober bis zum Ende der Schonzeit der Forelle muss dieses Netz in einer Wassertiefe von mindestens 15 m gesetzt werden.
c) Vom 1. bis 31. Mai dürfen für den Fang von Cypriniden (Weissfische) höchstens 4 Netze verwendet werden, die nicht tiefer als 3 m gesetzt werden dürfen.
2 Die für die Fischerei zuständigen Dienststellen der Konkordatskantone können festlegen, in welcher Wassertiefe diese Netze vom 1. Juni bis 14. Oktober gesetzt werden dürfen.
Ausführung der Fischerei im Murtensee – Interkantonales R 923.62
Art. 5 d) 45 mm Maschenweite
Der Gebrauch des Bodennetzes mit einer Maschenweite von mindestens 45 mm unterliegt folgenden Einschränkungen:
a) Nur 6 dieser Netze dürfen höher als 2 m sein.
b) Ein Netz, das höher ist als 2 m, ersetzt 3 Netze von 2 m Höhe.
c) Nach Ablauf der Schonzeit der Forelle bis zum letzten Tag im Februar darf dieses Netz in jeder Wassertiefe gesetzt werden.
d) Vom 1. März bis 30. April und während der Schonzeit der Forelle muss es in einer Tiefe von mindestens 10 m gesetzt werden.
Art. 6 Schwebnetz mit mindestens 45 mm Maschenweite
Der Gebrauch des Schwebnetzes unterliegt folgenden Einschränkungen:
a) Die Maschenweite muss mindestens 45 mm betragen.
b) Es dürfen nicht mehr als 2 solche Netze gesetzt werden.
c) Es darf nur vom 1. Juni bis 14. Oktober verwendet werden.
d) Von Samstag um 7 Uhr bis Sonntag um 16 Uhr darf dieses Netz nicht verwendet werden und muss aus dem See gehoben werden.
e) Die Sätze müssen in gerader Linie und senkrecht zur grossen Achse des Sees gesetzt werden.
Art. 7 Netz mit 26–29,9 mm Maschenweite
Der Gebrauch eines einzigen über 2 m hohen Netzes mit einer Maschenweite von 26–29,9 mm, das sitzend oder schwimmend gesetzt werden kann, ist unter folgenden Bedingungen gestattet:
a) Dieses Gerät ersetzt 4 Netze nach Artikel 3.
b) Es darf während der Schonzeit der Felchen nicht verwendet werden.
c) Vom 1. März bis 31. Mai muss es in einer Tiefe von mindestens 15 m gesetzt werden.
d) Es darf von Samstag um 7 Uhr bis Sonntag um 16 Uhr nicht verwendet werden und muss aus dem See gehoben werden.
....

(Reglement Murtensee)


Oder anhand etwaiger Entnahmelimite (z.B. so und so viel Tonnen einer Fischart pro Jahr) beurteilen ob es nachhaltig ist?

Die Fangzahlen sind doch da viel aussagekräftiger. Am besten vergleichst du doch die Entwicklung der Fangzahlen von Gewässern mit und ohne Berufsfischerei.

In deinen Aussagen schwingen irgendwie ständig unterschwellige Vorwürfe mit.
Hast du das Gefühl dass die von der Berufsfischerei befischten Arten gefährdet sind?
Dass sich die Berufsfischer wie die Grossfangflotten auf den Meeren mit Hightech auf Kosten des Fischbestandes übermässig bereichern, und wenn sie eine Gegend leergefischt haben weiterziehen?
Die Berufsfischer weit mehr entnehmen als sie zum Überleben bräuchten?
Schweizer Angler

Re: Berufsfischrei

Beitrag von Schweizer Angler »

@arts

Eine Nachhaltige Fangzahlbeschränkung, Kontingentierung sollte doch so festgelegt sein, das sie erreichbar ist, ansonsten bringt es nichts. Wenn es kaum möglich ist diese zu erreichen, heisst das doch, wie schon 100x erwähnt, "Fangt soviel ihr könnt". Und ehrlich, das ist auch bei uns Hobbyfischern so.

ist bei uns schon lange bekannt - 6 fische (salmoniden, oder sogar 25 felchen) pro tag entnehmen können nennen wir (vorallem die ältere generation angler) "vollpackung". man ist ein "sibä siäch", wenn man diese vollpackung erreicht (es wird immer wieder damit an stammtischen geprahlt).
doch wozu braucht ein sportfischer effektiv eine vollpackung von 6 fischen pro tag? die vollpackung wurde (sogar amtlich) psychologisch zum ziel festgelegt - wer keine vollpackung fängt ist dann oft deprimiert (das patent "rentiert" nicht).
würde der gesetzgeber die vollpackung kontigentieren, z.b. 2 salmoniden pro tag, wäre die potentielle nachaltigkeit besser, weil effektiv nur 2 salmoniden pro tag entommen werden dürften (nur bei den äschen haben wir dies ab 2011, dürfte aber bei bafos ebenso sein), und die "vollpackung" trotzdem erreicht werden würde (besser das kitzeln des ego`s) - wohl schon eher als jetzt.
Die Schweiz hat international gesehen in der regel sogar sehr Entnahmemöglichkeiten ("bag limit"). wohl gemerkt - ich propagiere damit nicht für c&r, denn dies nutzt vielerorts auch nicht gegen den fischwund, wenn die anderen vorausetzungen wie mehr restwasser/bessere habitate allgemein, nicht vorhanden sind.

gruss

sa
phil

Re: Berufsfischrei

Beitrag von phil »

JA BITTE NUR NOCH MEHR BESCHRÄNKUNGEN !
Am besten durch die Fischer selbst, am Schluss ist uns praktisch gar nichts mehr erlaubt. Ich bin am See aufgewachsen und fische schon seit klein auf. Fischen ist bei uns traditionell tief verankert. Fischen und Fisch essen ist Teil unsere persönlichen und Regionalen Identität. Was seit meiner Jugend alles an Gesetzen und Einschränkungen betreffend Fischerei erlassen wurde, ist unglaublich.

Nun kommen die superklugen Wichtigtuer und Allesreglementierer gar aus den eigenen Reihen. Danke.
Fischt doch wie ihr es für richtig haltet, aber macht nicht allen anderen Vorhaltungen. Ich bin einer von diesen Einheimischen, die Fischen gehen um Fische zu essen. Damit stehe ich aber einer massvollen Entnahme nicht im Wege. Wenn ich 10,15 Eglis, oder 10 Felchen ("Vollpackung"), oder 3, 4 Hechte nach Hause nehme sehe ich daran nichts störendes. Die Fische werden von mir und meiner Familie genussvoll verwertet. Was mich stört sind dann die Sportfischer die ihre Fänge verkaufen - aber das ist meine persönliche Meinung.

In diesem Forum gibt es eine Menge Leute, die sich über die Gewässerökologie, Nachhaltigkeit und Biologischen Zusammenhänge äussern. In diesen Bereichen sind Prognosen und Erklärungen von Phänomenen sehr schwierig zu treffen. Ich studiere in diesem Bereich, masse mir aber nicht an, aufgrund von 2 Datensätzen Forderungen zu stellen, oder gar einen ganzen Berufszweig (Berufsfischer) öffentlich zu diskriminieren. Wer hier öffentlich Daten und Statistiken kommentiert und damit Meinungsmache betreib, sollte meiner Meinung nach wenigsten über eine gewisse fachliche Kompetenz verfügen.

An Fliesssgewässern mag es ja Sinn machen, sich stärker zu beschränken. Meine obige Argumentation bezieht sich weitgehend auf unsere Binnenseen. In den Seen wo zudem noch gewerblich Fischfang betrieben wird wohl kaum. In diesen Gewässern ist der Einfluss der Angelfischerei meiner Meinung nach überschätzt.
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helix
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Re: Berufsfischrei

Beitrag von helix »

Arts hat geschrieben:Desswegen glaube ich, das man durch Gewichtskontingente mehr erreichen könnte, als durch Maschenweiten.
Das wäre wohl äusserst schwierig umzusetzen und noch schwieriger zu kontrollieren. Auch wäre es wohl schwierig und riskant, genaue Gewichtslimiten zu berechnen und vorzugeben. Durch die Maschenvorgaben hat (oder besser gesagt "hätte", weil es wird praktisch nie kontrolliert (auf dem Thunersee)) man immerhin etwas, wo man die Berufsfischer kontrollieren kann. Die Berufsfischer müssen nämlich all ihre Netze vom Kanton kontrollieren und mit einer Kantons-Plombe versehen lassen, bevor diese gebraucht werden dürfen. Würde eine solche Plombe fehlen, würde illegal gefischt und der Fischer müsste wie bei uns mit Sanktionen rechnen.
Schweizer Angler hat geschrieben:it die fische sind tot wenn sie in den netzen hängen meinte ich eigentlich dass sie nicht biologisch, aber für ein weiteres potentielles leben tot sind - releasen bringt nichts, sie verrecken durch stress und hautschäden (z.b. steigende cortisol-anreicherung, schuppenverlust) innerhalb von stunden eh würde man sie freilassen.
Ja, ja, dann musst du das aber auch so schreiben, wenn du das so meinst... Bin aber mit deiner Berichtigung ebenfalls nicht einverstanden. Viele (sicher nicht alle) würden weiter leben können, die Netzverletzungen führen nur sehr selten zum Tod und nicht alle Fische hängen stundenlang in den Netzen. Bei Laichfischfängen mit Netzen auf die als sensibel geltenden Äschen beispielsweise, werden die noch nicht abstreifbaren Muttertiere sogar über längere Zeit in Rundbecken oder anderen Anlagen gehalten und müssen zum Stress und den Netzverletzungen auch noch eine mühsame Fahrt in Kübeln aushalten. Diese Feststellung gilt auch für andere, weniger empfindliche Fischarten.

@gonefishing und phil
Bin mit euch einverstanden, dass wir hier sicherlich nicht beurteilen können, ob und wie nachhaltig die Berufsfischerei ist. Das ist eine enorm komplexe Fragestellung, die meiner Meinung nach gar niemand, nicht einmal die Wissenschaft beurteilen kann. Schon nur der Begriff Nachhaltigkeit kann ganz unterschiedlich interpretiert werden und Menschen haben bekanntlich ganz unterschiedliche Massstäbe.

Aber ein Forum ist nun mal dafür da, seine Meinungen zu äussern und kritisch zu argumentieren. Es beharrt ja wohl nur selten jemand darauf, dass seine Darstellung als Tatsache oder wissenschaftliche Studie gelten soll, dafür gibt es andere Institutionen. Auch Leute welche nicht direkt mit dem Thema konfrontiert sind und auch Laien sollen doch fragen dürfen und ihre Überlegungen kundtun. Von Leuten mit gesundem Menschenverstand, fachlichem Interesse und mit der Bereitschaft, ihre Gedanken in Worte zu fassen, lebt ein Forum, wird spanndend, lehrreich und auch von einem breiten Publikum (zur Zeit vor allem Gäste, welche lediglich konsumieren) unterstützt.
phil hat geschrieben: Was seit meiner Jugend alles an Gesetzen und Einschränkungen betreffend Fischerei erlassen wurde, ist unglaublich.
Geht mir ähnlich, Phil, und ich kann deine anschliessende Ausführungen gut nachvollziehen und die menschliche Seite unterstützt deine Haltung sehr. Nur entspricht es wohl aber leider der Tatsache, dass sich der Mensch ohne einschränkende Gesetze die eigene Existenz oder sogar die "letzten beiden Fische" noch nehmen würden. Deshalb ist es ein leidiges Übel mit einer gewissen Portion Berechtigung, dass wir so viele Gesetze haben müssen.
phil hat geschrieben: Ich bin einer von diesen Einheimischen, die Fischen gehen um Fische zu essen. Damit stehe ich aber einer massvollen Entnahme nicht im Wege. Wenn ich 10,15 Eglis, oder 10 Felchen ("Vollpackung"), oder 3, 4 Hechte nach Hause nehme sehe ich daran nichts störendes.
Sehe daran auch nichts Störendens, schliesslich weisst du diese ja gut zu verwerten.
Bild
Gruess helix
Schweizer Angler

Re: Berufsfischrei

Beitrag von Schweizer Angler »

regeln zum fischen hat es immer gegeben und wird es immer geben, weil wie helix richtig erkannt hat der mensch nicht intelligent genug ist die natur walten zu lassen, respektive sich nach ihr zu richten. bereits im mittelalter wurden schonmasse und schonzeiten aufgestellt, und reglemente betreffend fangeräten erlassen.
der liebe napoleon hat dann um ca, 1798 gefunden "alles gehört dem volk", folge war, dass die fischbestände nicht nur in den seen, sondern auch in den flüssen zusammenbrachen. folge war sofort wieder regelungen aufstellen, denn der gesunde menschenverstand exisitiert nach wie vor nur auf papier. selbiges in der sportfischerei (die begann im ausland, vornehmlich in uk, ab ca. 1750), und als die lieben goldgräber und siedler in usa begannen die wildnis hemmungslos zu befischen, brachen die bestände (vornehmlich lachs, rainbows, namaycush und bachsaiblinge) auch im gelobten land der totalen freiheit zusammen - folge waren schonmasse, bag imits (kontingente) und vorschriften bei gerätschaften - und später sogar c&r für einzelne arten. die zeiten ändern sich nun mal, auch in der ch.

all die die noch in einer "selbtsverklärten zeit leben" sollen mal die fischereirgeln von heute mit früher vegleichen. in bern kann man dazu wenns einem langweilig ist mal ins staatsarchiv, ein wahrer schatz zur fischerei berns - und die fischer haben immer gemotzt, schon 1934. und ich habe noch 2 reglemente die vor dem jetzigen gültig waren, und es war viel mehr darin geregelt als heute (z.b. in dem vor 1994), sogar wieviele cm das blei vor dem haken sein muss und allerlei futterneidregeln, wahrscheinlich von vereinen ins gesetz eingespiesen, regeln mit aus meiner sicht keinerlei nachvollziehbarem hintergrund.

gruss

sa
phil

Re: Berufsfischrei

Beitrag von phil »

Schweizer Angler hat geschrieben:regeln zum fischen hat es immer gegeben und wird es immer geben
sa
Wohl kaum IMMER. Die Pfahlbauer die in der Bucht meiner Eltern ihre Siedlungen hatten (die Pfähle sieht man heute noch) dürften sowas noch nicht gekannt haben. Erstaunlich auch, das bereits die ersten Angelhaken aus Horn und Knochen Widerhaken aufweisen....
Soviel zu IMMER. Das Wort immer ist mit grosser Vorsicht zu gebrauchen !

Mit dem Rest deines Beitrags hast dus recht gut getroffen. Wobei ich das mit dem "intelligent genug" und "die Natur walten lassen" etwas fraglich ist.
Es ist einfach so, dass sich die Interessen und Interessenabwägungen durchsetzen. Ohne funktionierende und wachsende Wirtschaft sind wir schlicht und einfach im Arsch. Diese Wirtschaft konsumiert und verschlingt Resourcen. Ob das Regenwald in Brasilien, Gelände für Kupferminen in Chile oder eben ein paar Fische in unsern schweizer Seen, ist unerheblich, das Prinzip ist immer (ja immer) dasselbe. Für die allermeisten Güter die wir heute nutzen und benutzen wird irgendwo auf der Erde ein Ökosystem gekillt. - Nur bitte möglichst weit weg von meinem Forellenbach !

PS: langsam gefällt mir die Diskussion hier
Arts

Re: Berufsfischrei

Beitrag von Arts »

Hallo,

Ja, so langsam wird es interessant, war nicht online und habe die vielen Antworten schnel übefliegend durchlesen,
Die Diskussion wird interessant, ich werde morgen alles im Detail durchgehen und mich sicher äussern....

Hatte ein Weihnachtsapero und werde wohl erst morgen Antworten :)

Aber generel..... es wird diskutiert und das ist gut so...

Tom
Arts

Re: Berufsfischrei

Beitrag von Arts »

Hallo,

Versuche es trotzdem....

Ich fange chronolgisch an.
gonefishing hat geschrieben:Auf was willst du eigentlich hinaus?
Kannst du anhand von solchen Reglementierungen beurteilen ob die Berufsfischerei nachhaltig ist?
Nein kann ich sicher nicht, aber bedeutet dies das man es einfach hinnehmen muss?
Du hast gepostet was sache ist, jetzt haben wir eine teil-Basis..
gonefishing hat geschrieben: Oder anhand etwaiger Entnahmelimite (z.B. so und so viel Tonnen einer Fischart pro Jahr) beurteilen ob es nachhaltig ist?

Die Fangzahlen sind doch da viel aussagekräftiger. Am besten vergleichst du doch die Entwicklung der Fangzahlen von Gewässern mit und ohne Berufsfischerei.
Das kann ich sicher nicht. Bestätigt mir doch lieber einfach und für einen Laien plausibel warum dies den Nachhaltig sein soll, anstelle ich bestätigen soll warum es den nicht so ist.

Was soll mir der Vergleich von Gewässern mit und ohne Berufsfischer aussagen? Das ist wie Apfel mit Birne zu vergleichen. Millionen Felchen gefangen durch 19 Berufsfischer in den Berner Seen, im Vergleich zu 10'000 Forellen, gefangen durch 1000 Hobbyfischer in berner Flüssen? Schnappsvergleich...

Durch die Medien erfährt man was weltweit in Gewässern ,mit ähnlichen Bestimmungen abgeht, auch in Binnengewässern. Aber die Schweiz ist ja ein Ausnahme, Vorzeigefall wie es eben richtig gemacht wird. :roll:

Die Fangzahlen sagen mir nur wieviel gefangen wurde, aber nicht ob dies sinnvoll ist. Wir fischen nicht in einem Pool, 1000 Fische eingesetzt, x mal Netz durch, x Hobbyfischer x Tage, was drinn bleibt ist nachhaltig?

Definieren wir doch Nachhaltigkeit, was ist heisst das?

Nachhaltig ist für mich, Fangkontingente, Fangzahlen die ohne Besatz auf die Dauer gesunde Bestände garantieren. Wider das Beispiel Meeresfischerei, habt ihr schon von Dorschbesatz gehört?

Oder im Viktoriasee von Nilbarschbesatz? Gibts nicht! Und dort gehts z.B den Bachrunter, in allen Aspekten...

Oder gibt es Äschenbesatz? Nasenbesatz? Es gibt Tiere die lassen sich nicht im Zuchtbetrieb vermehren. Ist Nachhaltigkeit nur was künstlich reproduziert werden kann?
gonefishing hat geschrieben:In deinen Aussagen schwingen irgendwie ständig unterschwellige Vorwürfe mit.
Hast du das Gefühl dass die von der Berufsfischerei befischten Arten gefährdet sind?
Dass sich die Berufsfischer wie die Grossfangflotten auf den Meeren mit Hightech auf Kosten des Fischbestandes übermässig bereichern, und wenn sie eine Gegend leergefischt haben weiterziehen?
Die Berufsfischer weit mehr entnehmen als sie zum Überleben bräuchten?
Das sind keine Vorwürfe, ich hinterfrage kritisch. Ob Arten gefährdet sind? Nein, es wird ja besetzt damit gefangen soviel man kann. Wenn es nicht lukrativ wäre, gäbe es ja keine Berufsfischer mehr. Wer will schon aus Spass einen Knochenjob.

Es bleibt ein Beruf, man will Geld verdienen, wenn du mehr verdienen kannst, tust du alles dafür. Entnehmen könne sie ja immer diesselbe menge, wird ja besetzt. Das erinnert mich an den Milchpreis..

Noch dazu, die WWF hat Fische auf der Roten Liste, sind aber nicht gefährdet wir besetzen ja, siehe Bachforelle..... Fangen darf man sie aufgrund der Gefährdung aber trotzdem noch... Betrifft jetzt uns Hobbyfiascher, Kommerziell werden Forellen ja gezüchtet (Refo, kaum BaFo), und nicht durch Berufsfischer als Wildfang gefangen, das lohnt ja nicht ;)
Schweizer Angler hat geschrieben:und können wir nicht 25 felchen pro tag nehmen, weil diese dank dem berufsfischer so zahlreich sind?
Da geb ich dir Recht, da profitieren wir sicher. Aber wenn wir aufgrund des Millionebesatz fangen können, wozu gibt es noch Schonzeiten, Fangzahlbeschränkungen?
Schweizer Angler hat geschrieben:ist bei uns schon lange bekannt - 6 fische (salmoniden, oder sogar 25 felchen) pro tag entnehmen können nennen wir (vorallem die ältere generation angler) "vollpackung". man ist ein "sibä siäch", wenn man diese vollpackung erreicht (es wird immer wieder damit an stammtischen geprahlt).
Da hat man mich wohl missverstanden. Ich bin der Meinung das die Fangzahlbeschränkungen für uns Hobbyfischer zu hoch sind. Denn eine Vollpackung ist doch extrem selten. Was soll das, ich darf z.B 100 Egli fangen, 25 Felchen, wer tut das schon. Die Fangzahlbeschränkungen sind unrealistisch, zu hoch und das interpretieere ich als nicht Nachhaltig. Fangt soviel ihr könnt.

So, ich habe eine Diskussion angeregt.

Alles ist perfekt, was die Behörden definieren ist oppositionslos zu akzeptieren, ja keine doofen fragen stellen, wir ungebildeten dürfen nicht hinterfragen. Versteckt man sich hinter dem Mantel der unwissenden?

Gruss
Thomas
Schweizer Angler

Re: Berufsfischrei

Beitrag von Schweizer Angler »

Arts

Es ist möglich pro tag 6 salmoniden zu fangen – sicher nicht von allen (weil nicht jeder gleichviel zeit zum angeln investiert/investieren kann), aber die jährliche manulle auswertung (siehe http://www.vol.be.ch/site/home/lanat/fi ... ken&autor=) der berner fischereipatente belegt, dass es regelmässig angler gibt die die vollpackung erreichen und nehmen – im bach wie im see. gerade letzte woche hat mich ein fischer in einem fischereigeschäft stolz vollgequasselt, wie er im 2010 90 hechte entnommen hätte (hueräguätä siäch....).
Frag mal das inspektorat, ob du als freiwillger an so einer auswertung teilnehmen kannst und dafür bei der auswertung mithilfst, das studium der statistiken aus den patenbüchlein finde ich wirklich interessant. Aus der berner statistik sieht man aber sonst leider nicht viel heraus, ausser wer was, wann und in welchem gewässer gefangen hat (die bündner statistik ist da immer noch viel aufschlussreicher).

Das berner inpektorat hat bei verschiedentlichen diskussionen/aufrufen mit /von anglern es bisher immer abgelehnt, tages, monats und jahres-kontingente einzuführen (ablehnung auch durch druck einiger vereine), ausser bei toten beständen wie der äsche (auch eine folge falscher nachhaltigkeit).
Das inspektorat hat bei seiner milchbüechlirechnung schon recht, wenn es sagt, ob die jährlichen (beispiel:) 750 bafos (durchschnitt) aus dem bach xy nun von 10 oder 100 fischern entnommen werden ist egal, es gehen einfach 750 stk raus. Die rechnung kann man aber auch mit einem psychologischen und „nachhaltigkeits“- argumentation versehen;

Fangen 10 fischer die 700 fische, gehen andere leer aus, heisst die chance gar keinen massigen zu fangen ist für die anderen grösser, als wenn 100 fischer eventuell halt nur jeder im jahr 7 stk fängt, als 10 fischer mit je 70 stk.
Die 100 die überhaupt eine chance haben einen massigen zu fangen sind auf jeden fall zufriedener mit dem angeln als hobby wenn sie auch mal massige fangen, als wenn sie nur eine chance auf untermassige haben, weil der rest abgefischt ist. Und zufriedene fischer die auch mal einen massigen fangen, bleiben erwiesenermassen länger beim hobby, als die die leer ausgehen. folglich bleiben die patentverkäufe und auch vereinsmitgliedschaften eher stabil. oder können u.U sogar zunehmen.
Zudem haben kontingente wie eine tagesfangzahl-beschränkung auch eine natürliche schonwirkung auf die fische, denn bekanntlich beissen diese nicht jeden tag gleich.
Kann sein dass sie an einem Dienstag so toll beissen dass ich problemlos 6 entnehmen könnte, ich darf aber trotzdem nur 2 nehmen. Es bleiben also 4 übrig, für die 2 anderen fischer die auch gerade am beiss-dienstag am gewässer sind, oder für den beiss-mittwoch oder den beiss-dienstag in 2 monaten.
Bekannt ist auch aus verschiedenen kantonen auch, dass solche kontingente heute noch immer eher an pachtgewässern existieren (Ein pächter ist vom ertrag viel eher und unmittelbar direkt betroffen, als ein fischer der zig öffentliche gewässer befischt). Nimmt der pächter jeden tag seine 6 fische raus, so ist ende saison (und die folgenden ebenso) nicht mehr viel drin. Er beschränkt sich also viel früher und viele pächter sogar freiwillig.

Ich gehörte früher auch zur tiefkühl- und fleischfischerfraktion, und habe zwei saison lang an einem öffentlichen bach im beo gefischt, an einer abgelegenen stelle die bei anderen fischer recht unbekannt war, und gerade in dieser stelle hatte es verdammt viele und schöne bafos und für einen bernbach auch nicht sehr kleine. Ich habe meine vollpackung während rund 2 saisons mehr als oft erreicht. In der dritten saison liefs schlecht, in der vierten gar nicht, das gewässer war wie tot, respektive nur noch einzelne „schwänze“ von 10 cm drin.
Ich habe schlicht raubbau betrieben (notabene völlig legal). Ich nehme an das war mir eine lehre und hat mit direkt gezeigt, wie einzelne fischer reichen ein gewässer nachhaltig zu schädigen. In der folge habe ich mich gebessert und fieng nach ca. 6 saisons wieder besser, entnahm aber freiwillig pro angeltag nur noch ein massiger (auch wenn sie toll bissen) und reiste nach dem fang wieder an einen anderen angelort. Leider nutzte das im besagten bach nicht viel, denn aus eigener unvorsichtigkeit anderen die gute fangstelle zu zeigen, sowie dem internet mit „fangtagebüchern“ anderer fischer wo noch die stellen direkt gezeigt werden, wurde die angelstelle immer mehr zum „hit“, und der bestand/die fangschancen auf einen massigen, ist/sind erneut „nachhaltig am boden“.

So gesehen bin ich heute absolut dafür, bei uns in bern nicht nur bei äschen, sondern auch in forellenbächen kontingente einzuführen, und durchaus strenger wie bei den äschen, z.b. 2 pro tag, 5 pro monat, 10 pro jahr. Allenfalls sogar dafür das schonmass völlig aufzuheben, sofern ein entnahmezwang für jeden gefangenen fisch wäre. Es wäre sich dann jeder selbst lieb genug, die köder so gross zu wählen dass er nicht kleine fische fängt, die er dann nämlich entnehmen müsste und sein kontingent rasch aufgebraucht wäre. Ich glaube die jahrgänge an fischgrössen wären dann viel breiter gestreut als heute, wo ab 22.025 cm sehr oft alles abgegrast ist (ist das nachhaltig?). ich glaube so müsste man auch viel weniger besatz reinschmeissen, der auch in den bächen des beos immer mehr nichts bringt (ist aus dem kander- und simmental z.b. weitgehend belegt, Studie von David Bittner).
soviel ich weiss hat die pachvereinigung aufgrund ähnlicher beobachtungen & umstände oberhasli selbst in ihren vereinsgewässern kontingente eingeführt, grundlage war auch die überbordende fleischfischerei einzelner, aber nun mit kontingenten zu gunsten aller.

Gruss

sa
phil

Re: Berufsfischrei

Beitrag von phil »

Arts hat geschrieben: Ich bin der Meinung das die Fangzahlbeschränkungen für uns Hobbyfischer zu hoch sind. Denn eine Vollpackung ist doch extrem selten. Was soll das, ich darf z.B 100 Egli fangen, 25 Felchen, wer tut das schon. Die Fangzahlbeschränkungen sind unrealistisch, zu hoch und das interpretieere ich als nicht Nachhaltig. Fangt soviel ihr könnt.
lieber thomas
weder egli noch felchen sind meines wissens gefährdete arten. die berufsfischerei zieht tonnenweise dieser fische aus den seen. warum in gottes namen soll man nun die fangzahlbeschränkung für sportfischer bei diesen arten senken ? hast du im ernst das gefühl, die bestände würden dadurch noch besser als sie ohnehin schon sind ? in allen mir bekannten felchen und egligewässern sind die bestände gut oder sehr gut. deine forderung ist völlig haltlos. allenfalls könnte man höchstens deinen fangneid vermuten...Was soll denn hier nicht nachhaltig sein ? wir haben an den allermeisten seen gute oder sehr gute stabile felchenbestände - und du sprichst von nicht nachhaltig. da scheinst du etwas nicht zu verstehen...

bei uns sind die beschränkungen bei 10 felchen und 50 egli festgesetzt. wahrscheinlich darum, weil bei uns die felchen einiges grösser und schwerer sind als in anderen seen. felchen von über 40 cm sind keine seltenheit, an einigen plätzen zu gewissen zeiten gar die regel !
bei den eglis sind die meisten sehr klein bei uns. dennoch konnte ich dieses jahr 5 stück um 40 cm fangen. ein freund fing von meinem boot aus nochmals 2 egli in der grössenordnung.

bei den salmoniden bin ich absolut einverstanden. da haben wir aber eine völlig andere ausgangslage !
Arts

Re: Berufsfischrei

Beitrag von Arts »

Hallo Phil,

Ich meine dies im Zusammenhang mit dem Begriff "Nachhaltigkeit"
Was versteht ihr unter "Nachhaltig"? Millionen Fische besetzen um diese wegzufangen?

Wie ich schon geschrieben habe, ist für mich Nachhaltigkeit, gute Bestände zu haben ohne das Besatz notwendig ist..... und so sollten Fangzahlen definiert sein.

Das der Mensch natürlich auch anders als mit der Fischerei in Gewässern "bestands dezimierend" eingreift ist klar, und das man dazu bestandstüzend besetzt sehe ich auch ein.

Tom
Zuletzt geändert von Arts am Do 16. Dez 2010, 12:33, insgesamt 1-mal geändert.
Wasabi

Re: Berufsfischrei

Beitrag von Wasabi »

phil hat geschrieben:weder egli noch felchen sind meines wissens gefährdete arten. die berufsfischerei zieht tonnenweise dieser fische aus den seen.
Naja grad so tonnenweise ist das nun auch wieder nicht 8) 2,5 Tonnen hab ich mal gelesen (Egli und Felchen) Wenn man bedenkt das rund 48'000 Tonnen Fisch noch zusätzlich importiert werden, einfach lächerlich. Denke das Tom auch eher meint, was soll ein normal denkender Fischer mit 100 Egli oder 25 Felchen anfangen? Soviel Fisch essen kann keiner und das mit Verwnadten usw. verschenken ist auch eine dämliche Ausrede :roll: Ich selber habe am anfang meiner Fischerkarriere jeden schönen grossen Fisch entnommen (naja soviele waren es ja auch wieder nicht :lol: ) aber einmal hat man auch keine Lust mehr 1-2mal die Woche Fisch essen zu müssen! Deshalb ist mir das auch sehr unverständlich wenn jemand 100 Egli mit nach Hause nimmt und die damit entstehenden Arbeit mal abgesehen....
Wenn das so weiter geht, fressen die Fleischis eh nur noch Krümel von 10cm Egli... 8)
T-Rig

Re: Berufsfischrei

Beitrag von T-Rig »

WASABI hat geschrieben:Naja grad so tonnenweise ist das nun auch wieder nicht 8) 2,5 Tonnen hab ich mal gelesen (Egli und Felchen)
Allein am Luganer werden pro Jahr um die 10 Tonnen Egli gefangen (Berufs-und Hobbyfischer).
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