Sense bei Plaffeien

Beschreibungen von Flüssen und Flussabschnitten.
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Ofebrot

Sense bei Plaffeien

Beitrag von Ofebrot »

Hallo zäme

Habe mich soeben neu registriert bei dieser tollen Homepage.

Da mir die Umgebung der Sense sehr gut gefällt und mich an meine Zeit in Canada erinnert, versuche ich mein Glück in der Umgebung von Plaffeien.

Obwohl Jordan, mein Neffe und ich voriges Wochenende insgesamt ca. 12 Stunden mit Löffeli und Würmer auf Forellen Jagd waren, hatten wir keinen Erfolg.
Ja nicht einmal einen Biss. Da ich ein Greenhorn bin, erlaube ich mir hier die Profis zu fragen, auf was ich beim Fischen in der Sense achten muss.

Besten Dank für Eure Hilfe und viel Glück.

Ofebrot
rocknroll666

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von rocknroll666 »

Hoi Ofebrot.

Ich war erst vor kurzem fürs Studium an der Sense, und hatte natürlich für zwischendurch (oder öfters :-)) auch mein Rüetli dabei.

Fazit, ca. 4 Stunden arbeiten, ca. 5 Stunden fischen und eine einzige ca. 20cm Forelle.
Naja, ich war im Teil zwischen der Schwarzwassermündung und der Saane, hab mir gedacht, dass es wohl im naturnaheren oberen Teil ein Bisschen besser ist um den Bestand.

Einn paar Wochen später konnte ich bei einer Elektrabfischung auf der höhe von Schwarzenburg (meiner meinung nach ein wunderschöner naturnaher Flusslauf, wie du sagst) mithelfen.

Fazit hier: auf einer Strecke von ca 150m nicht eine einzige massige Bachforelle!!! (eine Barbe ca. 50 kam zum Vorschein, sonst war alles unter 20)

Ich will dich nicht entmutigen, aber an die Sense nehm ich mein Rüetli nicht mehr mit, die wenigen Forellchen lass ich in Ruhe und hoffe, dass sich der Fischbestand irgendwann wieder erholt. (Ich will nicht sagen, dass es keine schönen Löcher mehr gibt in der Sense, wo man ab und zu eine schöne Forelle fängt, glaube aber dass diese sehr rar geworden sind!?)

Für schöne Fänge mit deinem Neffe kann ich dir z.B. die wunderschöne Zulg empfehlen!
Und für weitere Stunden an der Sense wünsch ich dir ein dickes Petri Heil, melde wenn du was fängst!

Bin gespannt, wie andere die Situation in der Sense sehen.

Gruss THE Dude
Kopyto

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von Kopyto »

Die Sense, so schön sie ist, ist leider in der Region um Plaffeien absolut kaputt gemacht worden. Nicht von den Gänsesägern oder Graureihern. Nein sondern von den Fischer. Ohne jetzt polemisch auf NaKö-Fischer eindreschen zu wollen ist es an dieser Strecke schlich ein Fakt, dass sie mit ihren Würmern und Bienenmaden den ehemals sehr guten Forellenbestand zerstört haben. Was sich dort Wochenende für Wochenende abspielt, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Mit Kleinstangeln wird ersten alles abgeknüppelt, was auch nur annähernd das Schonmass hat, und zusätzlich auch noch gleich die Untermassigen durch gezieltes Schluckenlassen getötet. Dass sich dadurch der Bestand nicht erholen wird, ist nur logisch und klar. Traurig aber wahr.
An solchen Strecken sollte der Naturköder gänzlich verboten sein und das Schonmass flexibel gestaltet werden. In den Hochdruckphasen von März - Mai knallhart 35cm, danach von mir aus runter auf 30cm. Die aktuellen 24cm sind lächerlich!
MS Tripper

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von MS Tripper »

Bin ich ganz deiner Meinung!
Ofebrot

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von Ofebrot »

Besten Dank für die Antworten.
@Kopyto: Ja, traurig wenn so rücksichtslos gefischt wird. Allerding haben wir an den drei Tagen einen einzigen Fischer gesehen.

@rocknroll666: Merci für den Tip mit der Zulg. Jordan meinte in seinem jugendlichen Übermut: Fische fägt u es isch schön hiä,
aber wemer eine würde fa, würds no me fäge !! Dem kann ich nur zustimmen.

Hoffe auf mehr Glück an der Aare bei Worblaufen.

Have fön in the sön
Ofebrot
Schweizer Angler

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von Schweizer Angler »

:up: kopyto
rocknroll666

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von rocknroll666 »

Kopyto hat geschrieben: Mit Kleinstangeln wird ersten alles abgeknüppelt, was auch nur annähernd das Schonmass hat
Mittlerweilen mache ich mich ja strafbar, wenn ich eine 24cm Forelle nicht abknüpple? :evil: Dies aufgrund der der neuen Tierschutzgesetzgebung, die du, Schweizer Angler, hier viewtopic.php?f=4&t=10826 verteidigst? (kein Angriff, frage einfach nach)
Kopyto hat geschrieben: Die Sense, so schön sie ist, ist leider in der Region um Plaffeien absolut kaputt gemacht worden
Aufgrund der wunderschönen Strecke hatte ich auch schon den Verdacht der Überfischung !!!
astacus

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von astacus »

die sense war auch schon vor dem 1.1.2009 überfischt :wink:
Twisterboy94

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von Twisterboy94 »

Guter Beitrag, kopyto :up:
Leider ist das an anderen Flüsschen auch so... :evil:

Vor 2 Jahren fing ich noch eine 32er Forelle auf Löffeli bei der Grasburg.
Wollte eigentlich dieses Jahr wieder mal gehen da an diesem Ort einige schöne Erinnerungen hängen... Aber bei solchen Aussichten :roll:
Schweizer Angler

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von Schweizer Angler »

falsch rock`n roll -leider hast du das neue tiershutzgesetz so "gut" gelesen wie 95% der fischer - zum tierschutzgesetz gehört die tierschutzverodrnung und die zugehörigen erläuterunen (wurde im forum schon hundertmal gesagt und verlinkt);

dort steht sinngemäss;

fische dürfen aus ökologischen gründen releast werden, al ökologische gründe gelten wertvoller laichfisch oder zu schonende art. eine 24`er darfst du releasen, awenn du allerdings den ganzen tag fischst und mehr als 3 24`er fängst und alle releast, womöglich sogar noch deutlich über dem schonmass liegende fische - dann gehst du scheinbar nur des reinen vergnügens und drills wegen fischen. dann würdest du wieder gegen die tischutzgesetzgebung verstossen.
allerdings muss dich jeman (aufseher oder wanderer) dauernd bei deinem tun beobachten, damit es eine anzeige geben kann. die chance ist klein, aber da. beispiel von der berner aare wo es eben erst einer mit c&r scheins (ich war nicht dabei und habs nur labern gehört) übertrieben hat. werl also ökologische gründe gelten machen will kann dies, aber es dürfen keine "haarölseichargumente" sein.

frag mal das berner inspektorat an, und keiner wird dir sagen dass du alles was einen millimeter über dem schonmass liegt abknüppeln musst. ich bin aber nun so frei zu sagen dass aber viele tun werden, besonders die die es schon vor der neuen tierschutzgesetzgebung getan haben. also läge es am kanton besipielweise auch an der saane/sense/schwarzasser fangfenster einzuführen, bei den see und bachforellen in einigen bergbächen konnte er es ja auch.

ziel des neuen tierschutzgesetzes war es nicht die sporadische rlease zu verbieten, sondern reine c&r strecken wie es sie z.b. in italien gibt von vornherein zu verbieten. ich finde rein in unserem eigenen interesse, denn wenn der tierschutz vernimmt dass wir nur des reinen freudens & drillens fischen, dann hat er vor dem bürger gute argumente massiv gegen uns vorzugehen. ich prophezeie anhande der "ethischen befindlichkeiten in unserem land gegenüber tieren" dies sogar mit grossem erfolg.
$
und so gesehen stehe ich hinter dem tierschutzgesetz zur fischerei (nebst kiemenschnitt, sana, no woderhaken und no liveköderfisch).

gruss

sa
Arts

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von Arts »

Hallo,

Interessanter Bericht, ich gehe auch ab und zu an die Sense, hatte auch immer untermässige und habe die hier gemachten Aussagen auch schon von anderer Seite her gehört. Schade das Ganze....

Naja da gehe ich wohl besser nicht mehr an die Sense. Nicht weil man nichts fängt (ok auch desswegen, weil niemand geht fischen mit dem Ziel nichts zu fangen :) ), aber eher weil ich interessiert bin das sich die Situation positiv verändert und keine knapp massigen Fische entnehmen will...

Nun aber eine Frage, wie sieht es denn mit dem Schwarzwasser aus? Kennt jemand die Situation dort?
Wäre es nicht auch eine nützliche Massnahme, das Fischen wie am Schwarzwasser auf Mo, Mi und Sa zu beschränken?

Gruss
Thomas
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Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von bluefish »

hallo zusammen

wie eröffne ich hier ein neues "Thema"???
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Wohlenseeindianer
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Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von Wohlenseeindianer »

Nicht nur die Fischerei, sondern auch mehrere grössere Hochwasser und die PKD haben den Forellen zugesetzt.

@ Kopyto: Nur mit Kunstködern zu fischen ist wohl eine gute Idee, aber da wirst du 100% im Schneider nach Hause gehen, da du bei klarem Wasser keine Chance hast bei dem regen Bade- und Brätlitourismus der Stadtberner... :evil: Besser umsetzbare Lösung sind grosse Angeln (mind. Gr. 2).
Arts

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von Arts »

Hallo,

Aber jetzt hört doch mal auf, nicht mit Naturködern fischen.... das macht mich krank.... es kann doch nicht wahr sein, dass wir aufgrund des verwendeten Köders ein Gewässer zunichte machen. Es werden immer wieder neue Fangmethoden erfunden, mit dem Ziel fängiger zu sein.

Kommt mir jetzt nicht mit "ohh der Naturköder ist schuld". Hallo sind wir hier ultragrün oder was? Dann fischt nicht mehr!

Jeder fischt mit dem Ziel was zu fangen, er verwendet den dazu erfolgträchtigsten Köder (oder wählt ihr nicht einen anderen Köder wenn der aktuelle nicht fängig ist). Niemand fischt mit dem Ziel nichts zu fangen, wenn ja, dann verwendet doch eine Schnur und hängt am ende ein kleines Blei dran (ohne Haken).

Hallo, wir fischen, nachhaltig, aber... hier geht es immer mehr darum... oh ich liebe die Natur, sehe ein Biber.... lieber Fisch....

Ich bin auch ein Naturfreund, bin auch für Nachhaltigkeit.... aber anscheinend ist dies nur möglich wenn wir nicht fischen..... Ich fische weil ich was fangen und verwerten will. Wie gesagt sonst kann ich auch nur ein stück Schnur ins Wasser halten, mit dem Ziel, das der Knoten nicht verschluckt wird .....

In einem Gewässer wie die Sense, praktizieren wir lieber 100% C&R.

Wenn ihr fischen wollt nur des Drills, Adrenalins wegen, dann führt C&R Strecken ein... das ist im Ausland scheinbar nachhaltig.....erfolgreich, und nicht so verlustreich, tierleidend, wie der Tierschutz es uns zu glauben macht

Thomas
Schweizer Angler

Re: Sense bei Plaffeien

Beitrag von Schweizer Angler »

hallo arts

c&r strecken kannst du vergessen - die bewilligt der bund die nächsten jahre sicher nie. und die muss der bund bewilligen, der kanton hat da nichts zu melden.

ich muss einigen vorschreibern schon recht geben, naturköder sind für fische die "verherendsten" köder, nicht weil man sie damit fängt, sondern weil die verletzungsgefahr am grössten ist - durch verschlingen des köders. kunstköder werden viel schneller als solche erkannt und wieder ausgespuckt (wo pennende fischer eben dann den biss verpassen :D . )

dass naturköder wegen dem verschlucken und dann dem meist umrühmlilchen handling des hakenlösens (besser gesagt; angst ich verlier ein häklein für 65 rappen also reisse ich es raus) weltweit immer mehr gächtet (und verboten) werden, hat seinen grund, auch gibt es zahlreiche studien die belegen, dass natürköder grössere verletzungen für fische bedeuten und folglich die überlebenchancen am geringsten sind - und gerade bei den verangelten untermassigen ist dies wesentlich weil der nachwuchs so keine chance bekommt gross zu werden..

ich finde auch man soll und darf weiter mit naturködern angeln, aber dann;
hakengrösse vorgeschrieben! auch das wird im nördlichen ausland so gehandhabt, bei uns fast nirgends.
und in ser sense könnte man ein fangfester einführen; schonmass 26-30. alles darunter und darüber muss releast werden. und; maximale entnahmetzahl; 2 pro tag, 10 pro jahr.
all dies wäre auch vom kanton umsetz- und sofort einführbar - wenn er und die lokalen fischereiveriene dies wollen. sonst ändert vorderhand nichts.

danebst - und da kann man nicht viel dagegen machen, pkd und auch andere immer mehr aufkommende seuchen wie vhs und ipn sind ein allgemines problem in voralpinen flüssen, und auch oft durch unsachgemässen besatz (verschleppte krankheiten durch legalen und illegalen zukauf aus fragwürdigen quellen) entstanden. voralpine flüsse sind oft wärmer als solche im alpenraum und in wärmeren gewässern verbreiten sich krankheiten eher. und wärmere gewässer - das klima ist bekanntlich im wandel - bieten auch lebensraum für fischarten die solche gewässer eben besser klarkommen als forellen, z.b. alet und barben. und die hat es auch in der sense und scheinbar mehr als früher. aber die meisten berner fischer sind forellenfixiert und verachten die weissfische. die kommen aber immer mehr, nur wollen wir es partout nicht akzeptieren, wer umgestellt hat klagt schon lange weniger über "sinkende fischbestände" als die "bafo-fraktion" (seit ich mich auch mit der fliege immer mehr den weissfischen widme die ich u.a. sogar mitten in der stadt bern fangen kann, bin ich eher ein zufriedener fischer).

und die sense fliesst oft durch stark besiedeltes gebiet, gleich grössere hormonbelastung, wenig strukturierte gewässer, verdichtete sohlen wo der laich der forellen nicht mehr hochkommt. es sind also viele faktoren die den forellenbestand der sense zunichte machen - vom angler bis zur den anderen genannten dingen. mehrbesatz nutzt übrigens nicht, auch der kommt unter den gegebenen umständen nicht recht (heisst zum fangfähigen fisch) hoch;

fang sense laut letzter erhebung; bafo; 445, besatz bafos (in allen grössen); 39924 (!) die zahlen der letzten drei jahre sind fast gleich (eher noch höher), also nutzt der besatz was? :oops: wohl nur futter für die gänsesäger die dafür herzlich danken.


gruss

sa


gruss

sa
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