
Es ist eine spannende Zeit Ende Oktober über der Waldgrenze Seen zu besuchen. Man weiss nie sicher in welchem Zustand ein See angetroffen werden wird. Hier eine Zusammenfassung von drei Touren.
Noch Mitte Oktober sind in grosser Höhe besonders an spät schneefrei gewordenen Plätze Alpenblumen zu finden.
Eine Grassnelke.

Die Nächte sind nun lang und das kalte Wasser bildet besonders im Uferbereich über Nacht Eis. Bei windigen Verhältnissen wird dieses aber oft zusammengepresst und ein grossteil der Wasserfläche bleibt trotz der Kälte noch offen, solange der Seekörper noch über gespeicherte Sommerwärme verfügt..

Je nach Schnefällen friert ein See unterschiedlich ein. Ein schönes Erlebnis ist es eine klare dicke Eisschicht zu begehen. Im Uferbereich bilden Gasblasen wunderschöne Formen aus.

Oft bildet aber eine zugefrorene aufschwimmende Schneeschicht den ersten Deckel oder Schnee fällt kurz nach dem gefrieren und deckt das Eis ab. Diesmal konnte ich eine windstille sehr kalte Nacht zur rechten Zeit oben verbringen. In nur einer Nacht ist der See praktisch vollständig zugefroren. Es verblieben einige wenige Stellen, die erstaunlicherweise am nachfolgenden Tag noch Eisfrei waren. Ich kann mir das nur mit wärmeren Wasserströmungen erklären. Eine Stelle war gut vom Ufer zugänglich und gut befischbar.

Bald folgte ein halbwüchsiger Bachsaibling meinem Twister. Da ich diesen nicht fangen wollte zog ich denselben rasch aus dem Wasser und setzte in auf die noch dünne klare Eisschicht am Rand. Mehrmals attackierte der Saibling den Köder erfolglos von unten.
Später dann ein grösseres Exemplar:

und noch einer von letztem Jahr

Der Zufluss ist mit Eiszapfen verwachsen

Bei der zweiten Tour bereute ich es sehr, die Schneeschuhe nicht mitgenommen zu haben.

Hier ist viel Schnee gefallen und der Weg zum See muss mühsam gespurt werden.

Fliegen sollte man können.

Der See selbst war aber noch vollständig eisfrei! Das Fischen in dieser Jahreszeit ist meist nicht einfach, bis zum Mittag gibt es keinen Fisch, doch die saisonale "Grillade" schmeckte auch so vorzüglich mit dem Weisswein.

Dann plötzlich kommt eine Namaycush und räumt im Uferberich die noch vorhandenen Insekten von der Oberfläche ab. Es gelingt den Fisch zu täuschen..Der letzte Fisch auf Trockenfliege.

Die letzte Tour führt zu einem kleineren See, der rascher abkühlt als ein Grosser. Das Eis trägt gut.

Spuren verraten das es noch vor kurzer Zeit offene Stellen hatte. Ob das hier entschlüpfte Insekt.....

....mehr Glück hatte als diese Sedge?

Sommer trifft auf Winter

noch lassen sich Eislöcher mit dem Pickel schlagen.

Da sich kein Fisch zeigte, hier einer vom Vorjahr...

Bald wird das Eis nur noch mit dem Bohrer vernünftig zu öffnen sein.

Die Eisfischsaison hat begonnen.
