Gespliesste Felchenrute

Die Geräteecke für den Gambe/Hegenefischer.
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zuma
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Gespliesste Felchenrute

Beitrag von zuma » So 31. Dez 2006, 16:59

Hallo Kollegen

Angeregt durch den Begrüssung-Tread, möchte ich mich an die Fertigung einer Felchenrute machen. Da ich als reiner Fliegenfischer keine Ahnung vom Felchenfischen habe, bin ich auf das Mitwirken der Profis angewiesen.

Dazu möchte ich Euch folgende Fragen stellen:

Ideale Felchenrute:

1. Länge

2. Gewicht

3. Aktionstyp (Spitzenaktion, halb durchgehende Aktion, voll durchgehende Aktion?)

4. Wie sollte die Rute ausbalanciert sein (Kontergewicht im Griff?)

5. Welche Gewichte sollten mit einer Felchenrute angehoben werden können.



Im weiteren interessiert mich die Vorgehensweise beim Felchenfischen; sprich, welche Eigenschaften einer Rute sind besonders wünschenswert.

Zu guter letzt wie sollte die ideale Felchenrute aussehen?

Für Eure Mithilfe danke ich bestens. Da ich selbst kein Felchenfischer bin, werde ich die Rute hier übers Board dem Meistbietenden verkaufen. Der Erlös soll irgend einem guten Fischereizweck, welcher allen dient, zu Gute kommen - Ideen diesbezüglich sind auch gefragt.

Habe noch zwei Tage "frei" habe, würde mich deshalb über eine rege Beteiligung sehr freuen, um mit dem Rutenblank baldmöglichst beginnen zu können.

Gruss

Kurt

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zuma
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Beitrag von zuma » So 31. Dez 2006, 19:59

Habe bereits etwas Vorarbeit geleistet. Was haltet Ihr von folgenden Daten:



Auf dem folgenden Bildschirm seht Ihr die Länge von 8 ft, dass die Spitze 1.45 mm hat usw.



Bild



Der nächste Bildschirm zeigt Euch die Rute unter Belastung (Energieverteilung):



Bild



Ich habe dabei darauf geachtet, dass einerseits die Spitze sensibel ist, um Bisse zu erkennen, andererseits das Handteil weich genug, um den Drill eines Fisches zu übernehmen.

Man sieht dies gut auf der nächsten Grafik, wo die Stresskurve zu sehen ist:



Bild





Bin gespannt auf Eure Ansichten.

Gruss

Kurt

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Rolf
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Beitrag von Rolf » Mo 1. Jan 2007, 14:34

Hallo Kurt,



vielen Dank für deine Vorgaben :up:





aber, um eines vornwegzunehmen, die "Ultimative" Felchenrute wird es schon wegen den unterschiedlichen Ansprüchen der Länge wegen nicht geben :wink:



das fängt bei 1.80 m an und reicht in der Regel bis 2.70 m. Wobei die Längen 2.10 m und 2.40 m, die am meisten verwendeten sind.



an der Fischen, Jagen, Schiessen 2004, habe ich mich mal mit einem "Gespleissten Bauer" unterhalten und weiss deshalb, was so alles im Maximum an "Rutenspitzenfeinheit" möglich ist.



Meine "Gespleisste müsste demzufolge "Dreiteilig" sein, bestehend aus einem Handteil, einem Mittelteil und einer austauschbaren Spitze aus Kohlenfasern (die Beste Spitzen sind die der Sucki Spexial).



ich bin mir bewusst, dass solche Wünsche evt. einem Rutenbauer der mit Natutstoffen arbeitet nicht genehm sein könnten, aber ich würde es als Herausforderung ansehen 8)



meine Rute im Detail:





Länge 2.10 m

Vollparabolisch, bei 3 kg

Korkgriff, l= 30 cm, Dm = 20 mm, im Oberen Viertel leicht verjüngt (5 cm, Zigarrenform)

Stucki Schiebrollenhalter aus PVC

SIC Ringe (Einteilung = vorgabe Stucki Spexial, für geflochtene Schnüre)





8)
Zuletzt geändert von Rolf am Do 8. Feb 2007, 09:48, insgesamt 1-mal geändert.
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

Helmut

Beitrag von Helmut » Mo 1. Jan 2007, 14:49

Also meine würde so ähnlich aussehen wie die von Rolf:

Länge 2,4 Meter

Aktion Vollparabolisch

Gewicht so leicht wie möglich

Die Rute sollte so ausbalanciert sein, das eine Laufrolle ( Gewicht ca. 130 Gramm) das genaue Gegengewicht darstellt und so die Rute nicht Kopflastig ist. Feinheiten lassen sich ja mit den Schieberollenhalter ausbalancieren.

Die Spitze der Rute ( Wechselspitzen wären sehr gut) sollte farbig sein.

Das Gewicht was zu heben wäre würde sich zwischen 3 und ca. 12 Gramm bewegen.

wobbler

Beitrag von wobbler » Mo 1. Jan 2007, 17:19

ja........ tolle idee........



@rolf+helmut

dem schließe ich mich an.

gewicht max. 70 gramm .......alles unnötige an schnick schnack weglassen. und wirklich vollparabolisch. und ca. mit 8 gramm blei am wasser, darf sie nicht den kopf hängen lassen.

die vollkohlespitze von stucki ist gut - einen ring mehr könnte sie vertragen.....das wäre harmonischer.



eine gespleißte spitze so dünn hinzubekommen wie eine aus kohlefaser :roll: ....das ist sicher sehr schwer realisierbar.......

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zuma
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Beitrag von zuma » Mo 1. Jan 2007, 20:38

Hallo

Danke für die bisherigen Hinweise! Ich hätte da noch ein paar Fragen:

1. Ist es richtig, dass die Bisserkennung ausschliesslich über die Spitze erfolgt?

2. Ist es richtig, dass man, um einen Felchen sicher drillen zu können, eine Vollparabolische Rute benötigt?

3. Warum sollte die Spitze aus Kohlefaser sein?



Es ist möglich, Spitzen aus Bambus bis zu 0.70 mm zu bauen - dabei handelt es sich jedoch um einen theoretischen Wert, da die Tragkraft einer solchen Rute wohl nicht ausreichen würde, um den Drillanforderungen gerecht zu werden.

Wie ist eine Felche im Drill mit einer 30er Bachforelle zu vergleichen?



Nochmals danke für Euer mitwirken.

Gruss

Kurt

wobbler

Beitrag von wobbler » Mo 1. Jan 2007, 21:12

zuma hat geschrieben:Hallo

Danke für die bisherigen Hinweise! Ich hätte da noch ein paar Fragen:

1. Ist es richtig, dass die Bisserkennung ausschliesslich über die Spitze erfolgt?

2. Ist es richtig, dass man, um einen Felchen sicher drillen zu können, eine Vollparabolische Rute benötigt?

3. Warum sollte die Spitze aus Kohlefaser sein?



Es ist möglich, Spitzen aus Bambus bis zu 0.70 mm zu bauen - dabei handelt es sich jedoch um einen theoretischen Wert, da die Tragkraft einer solchen Rute wohl nicht ausreichen würde, um den Drillanforderungen gerecht zu werden.

Wie ist eine Felche im Drill mit einer 30er Bachforelle zu vergleichen?



Nochmals danke für Euer mitwirken.

Gruss

Kurt


hallo kurt



wie sieht es mir dem gewicht aus ? kommst du mit der rute an gewicht weit unter 100 gramm? ( z.b. stucki 2,10m. = 59 gramm )

die kohlefaserspitze sollte man nehmen um wechseln zu können. z.b. mal mit 7gr. zu fischen oder mit 10gr.

die vollparabolik dient der abpufferung beim drill und beugt dem ausschlitzen vor.

ein felchen pumt, d.h. schnellt mit dem kopf und vorderem körper von rechts nach links. nach ablassen der luft aus der schwimmblase kommt es besonders im sommer zu teils rasanten fluchten. :roll:

die tragkraft ist meines erachtens nicht das problem. eher das geringe gewict zu schaffen.

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Rolf
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Beitrag von Rolf » Mo 1. Jan 2007, 21:25

:!:





die Bisserkennung erfolgt zu 90% über die Spitze :wink: der Rest ist ....... 8)





wenn mit einer Laufrolle und geflochtener Schnur gefischt wird ist beim Drillen eine Vollparabolische Rute von enormen Vorteil :wink: Vollparabolisch heisst ja auch das die Rute "arbeiten" hilft :!: ich weiss von Tests, dass eine gute Felchenrute bei einer Belastung von 3 Kg ihre optimale Biegekurve erreichen sollte.





für eine Spitze aus Kohlenfasern spricht meines Erachtens die Eigendynamik des Materials, was die Sensibilität sowie die Ermüdungseigenschaften anbelangt. Auch was die Flexibilität anbelangt, hat in Tests (Titan, Glasfaser Bambus und verschiedene Harthölzer) die Carbonfaser mit Abstand die geeignesten Eigenschaften. Die von Shimano entwicketten Biofibern sind was die Dynamik betrifft besser (stehen perfekt), aber was die Bruchfestigkeit anbelangt haben auch diese Materialien das nachsehen :wink:



@Kurt,



du hast nach dem "Ultimativen" gefragt :wink: :lol:
Gruss Rolf

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wobbler

Beitrag von wobbler » Mo 1. Jan 2007, 21:56

Felchenfischer hat geschrieben::!:

ich weiss von Tests, dass eine gute Felchenrute bei einer Belastung von 3 Kg ihre optimale Biegekurve erreichen sollte.


hallo rolf...... 3 kg. .... das klingt mir sehr viel ev. 0,8 kg. maximal....

schau, häng einfach mal 100 gramm an den karabiner....... :roll:

aber ich werde es mal ausprobieren.mal schaun... :shock:

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Beitrag von Rolf » Mo 1. Jan 2007, 22:16

:lol:





ich spreche von der "max." Biegekurve, dass hat nichts mit dem Gewicht zu tun, mit dem "Mann" nacher seine Test`s macht :lol:





aber, um vorherzusehen was eine Rute abfedern kann, ist es wichtig die optimalste Biegekurve zu kennen und zu derer Erkennung arbeitet der Techniker mit sogenannten "Übergewichten" :wink: ich habe Rutenblanks gesehen, die "arbeiten mit einem Kilo am Limit, sind aber zum Felchenfischen ungeeignet, weil "Mann" die Schläge im Drill mit dem Handgelenk abfedern muss :roll:



sorry Andreas,



kam evt, zu undurchsichtig rüber 8)
Gruss Rolf

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Beitrag von zuma » Di 2. Jan 2007, 09:53

Hallo Kollegen

Ich versuche mal zusammen zu fassen:

1. Das Gewicht der Rute ist ein wesentlicher Faktor <100Gramm

2. Ideale Länge um 240 cm

3. 2 Spitzen, eine für 7 Gramm und eine für 10 Gramm.

4. Rutenaktion vollparabolisch



Zu 3. (2 Spitzen) habe ich noch eine Frage:

Verstehe ich das richtig, mit der 7 Gramm-Spitze sollte ein Gewicht von 7 Gramm angehoben werden können, ohne dass die Spitze ausschlägt - dito bei der 10 Gramm-Spitze?

Wo hält man die Felchenrute am Griff (vor oder hinter dem Rollenhalter)?

Was ist die kürzeste Griffvariante, welche denkbar ist?

Nochmals bestens Dank und äs guets nöis!

Gruss

Kurt

wobbler

Beitrag von wobbler » Di 2. Jan 2007, 10:18

zuma hat geschrieben:Hallo Kollegen

Ich versuche mal zusammen zu fassen:

1. Das Gewicht der Rute ist ein wesentlicher Faktor <100Gramm

2. Ideale Länge um 240 cm

3. 2 Spitzen, eine für 7 Gramm und eine für 10 Gramm.

4. Rutenaktion vollparabolisch



Zu 3. (2 Spitzen) habe ich noch eine Frage:

Verstehe ich das richtig, mit der 7 Gramm-Spitze sollte ein Gewicht von 7 Gramm angehoben werden können, ohne dass die Spitze ausschlägt - dito bei der 10 Gramm-Spitze?

Wo hält man die Felchenrute am Griff (vor oder hinter dem Rollenhalter)?

Was ist die kürzeste Griffvariante, welche denkbar ist?

Nochmals bestens Dank und äs guets nöis!

Gruss

Kurt


guten morgen kurt



für viele ist die ideale länge 2,10 m.......

na klar, darf die spitze leicht ausschlagen.dass ein leichtes durchhängen da ist...bei eine 7gr. oder 10gr. ist ja normal. die spitze darf halt nicht durchhängen. aufgrund der feinheit wird die spitze bei anhängen eines bleies sooderso eine krümmung machen.

den griff würde ich minimal mit 25-30cm. ansetzen.

ich halte die rute in höhe der rolle.

schau dir doch vorab in einem laden eine hochwertige felchenrute an( aber eine parabolische).

wie die stucki spexial, oder opus one von jenzi, shimano speedmaster, beastmaster. einfach mal als vorabinfo.

das gewicht sollt wirklich deutlich unter 100 gramm. 70g wäre für mich das maximum. "wir sind halt verwöhnt" :lol:



dies ist nur meine meinung......... ich spreche also nicht für die anderen felchenfischer - da darf jeder seinen "senf" dazugeben....... :P

wobbler

Beitrag von wobbler » Do 8. Feb 2007, 09:12

salli zuma - guten morgen :!:



gibt es neues :?: nimmt der blank bereits konturen an :?:

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Beitrag von zuma » Do 8. Feb 2007, 09:29

Hallo Wobler

Ja - ich habe bereits drei Blanks angefertigt. Gestern ist auch meine Lieferung an Rutenbaumaterial aus den USA eingetroffen. Nun werde ich erste Tests machen können. Ich werde jedoch beide Spitzen (7g und 10g) aus Bambus machen. Wenn die Bisserkennung über die Bambusspitzen funktioniert, bin ich überzeugt, dass die Ruten im Drill jeder Kohlerfaser überlegen sein werden.

Nun wir werden sehen.

Halte Euch auf dem Laufenden - benötige Euch ja als Tester!

Gruss

Kurt

wobbler

Beitrag von wobbler » Do 8. Feb 2007, 09:39

positiy kurt :!:



da danke ich dir für die rasante und ausführliche antwort :thanks:

gespannt wie ein flitzebogen ...... bin ich :roll: 8) :roll:

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