Für all jene, welche in den letzten Tagen etwas zuviele Tupfen und Sternchen gesehen haben. Hier mal wieder ein Bericht aus dem Norden:
Stahlblauer Himmel, Schnee und Eis - das Licht ist zurück im Norden. Doch bevor es zu spät ist sollte es nochmals auf Hecht gehen. Mit guten Ortskenntnissen ist der Hechtfang ist Anfangs und Ende der Eissaison meistens relativ verlässlich - aber ob die Hecht heute beissen?
Doch zuerst müssen Köfis gefangen werden. Die Egli findet man oft relativ schnell, doch die Rotaugen können durchaus mal heikel sein und umherstreifen. Gar nicht so einfach bei steifem Wind die zaghaften Bisse auszumachen! Nach einer guten Stunde haben wir jedoch genug Rotaugen mit der Mormyshka gepilkt, höchste Zeit die Hechtruten auszulegen:
Hechtfischen auf Skandinavisch. Der Köderfisch wird mit wenig Blei einen halben Meter über Grund gehalten. Bei einem Biss löst sich die Schnur, die Kelle schnellt nach oben, es bimmelt, und der Hecht kann hoffentlich frei Schnur abziehen:

Bald rührt sich bereits etwas am ersten Eisloch. Den Hecht etwas abziehen lassen, mit blossen Händen in die Schnur fassen, "Anschlag" oder besser anheben und über die Hände zum Loch drillen:
Etwas gewöhnungsbedürftig, aber der wohl direkteste Draht zum Fisch!
Aha, der erste Hecht wäre Tatsache. So kanns weitergehen!
Was gibts leckeres als ein frisches Rotauge nach dem langen Winter?
Bald gehts Schlag auf Schlag! Die Bisse häufen, in ein paar Minuten gleich mehrere Biss, dann wieder eine halbe Stunde Ruhe, bevors wieder von Vorne losgeht:
Auch mir klappts:

Cheeeeeese!

Ein paar Mal kommt der Biss gleich unmittelbar, nachdem ein neues Loch gebohrt wurde. Kaum ist das Rotauge im Wasser, schon läuft die Schnur ab...
Die Haken sitzen stets spitz, das Lösen ist folglich kein Problem!
Wunderschön gezeichnet:
Noch einer zum Abschluss:

Noch ein paar Worte zur Hechtfischerei in Finnland: Der Hecht wird zwar geschätzt als "Sportfisch", zum Essen bevorzugen die Fisch-verwöhnten Nordländer jedoch meist andere Arten. Abgesehen von den Stellnetzen, welche je nach See mehr oder weniger häufig sind, können die Hecht also ungestört abwachsen.
Obschon wir an diesem Tag gut mit gut 11 Hechten sehr gut gefangen haben, sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, wie oft wir bereits mit einem Nuller vom Eis kamen. Etwas Erfahrung und ein guter Guide kann ebenfalls Wunder wirken!
Wir wären übrigens noch nach einem Jack Wolskin Sponsor interessiert!

