10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

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miKe
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10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von miKe »

Liebe User

Ich bin schockiert... Heute wurde in der Sendung "10 vor 10" des Schweizer Fernsehens ein Beitrag ausgestrahlt, der mich echt erschüttert hat! Offenbar werden durch die Energiekonzerne unzählige, neue Wasserkraftwerke geplant und gebaut. Dies betrifft nicht nur unberührte Bäche und Flüsschen im Berner Oberland, sondern scheint in der ganzen Schweiz ein Thema zu sein!

Freundlicherweise hat ein Sprecher der BKW erklärt, dass "GRÜNER STROM" dadurch definiert werden kann, wenn bei der Stromerzeugung KEIN CO2 produziert und ausgestossen wird. Heisst also, scheissegal was mit der Natur passiert - hauptsache es wird bei der Stromerzeugung kein CO2 ausgestossen und lässt sich so als teurer und "grüner Strom" verhöckern. Und die ahnungslosen Leute fallen auf diese schmutzige Lüge rein... Bild

Unglaublich! Wir müssen uns an neue Tierschutzverordnungen und unverständliche, an den Haaren herbeigezogene, neue Gesetze halten. Gleichzeitig subventioniert der Staat Lebensraum zerstörende Wasserkraftwerke, nimmt in Kauf das naturnahe und unberührte Gewässer zu lebensfeindlichen und leblosen Rinnsalen verkommen... Wo bleibt da die Logik? Sehe ich das falsch? Ist meine Denkweise zu eng gestrickt? Vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen und meinen grauen Zellen den nötigen Kick geben, damit ich raffe was hier geschieht?

Danke... Bild

PS: der Beitrag lässt sich bestimmt noch auf SFinfo sehen!
Reverend

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von Reverend »

Das ist wirklich unglaublich!
Weiß man denn schon, wo und wieviele neue Wasserkraftwerke geplant und welche Gewässer davon betroffen sind?
Dann könnte man gezielt dagegen vorgehen.
Sascha

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von Sascha »

Das ganze kann hier nachgeschaut werden: http://www.sf.tv/sf1/10vor10/index.php

==> Umstrittener Ökostrom

Kann mich im Moment noch nicht dazu äussern, es wäre nicht sonderlich konstruktiv :censored:
astacus

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von astacus »

miKe hat geschrieben:Sehe ich das falsch? Ist meine Denkweise zu eng gestrickt? Vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen und meinen grauen Zellen den nötigen Kick geben, damit ich raffe was hier geschieht?
kurz gesagt: nein. ich glaube, dass ist für die meisten hier völlig unverständlich.

leider erkenne aber auch ich die tendenz, dass heute die vereinfachung CO2-Neutral = Ökologisch nachhaltig immer wie mehr im sprachgebrauch verwendet und gleichzeitg auch geglaubt wird. dies ist sehr bedauerlich, denn der faktor Klimaneutralität ist nur ein faktor von mehreren, der die ökologische nachhaltigkeit beeinflusst. ökologische nachhaltigkeit heisst beispielsweise auch, die artenvielfalt möglichst wenig zu gefährden und intakte naturräume zu erhalten.
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tom66
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Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von tom66 »

Habe den Beitrag auch gesehen, absolut unverständlich und man merkt ganz klar das es nur um den Profit geht. Leider haben wir Fischer keine richtige Lobby sonst würde sowas nicht passieren.
fly

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von fly »

das schlimmste ist das man nichts dagegen tun kann......
Schweizer Angler

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von Schweizer Angler »

soviel ich weiss kann man(n) in der schweiz ökostrom nennen was man will. in deutschland gibt es glaube ich unterdessen richtlinien wann ökostrom ökologisch ist und wann nicht. unser öko-strom entspricht diesen deutschen richtlinien jedenfalls sicher nicht.

den kraftwerken ist bekantlich mehr als egal ob fische, insektenlarven, wasserpflanzen verrecken oder der grundwasserspiegel sinkt, solange der mammon stimmt. der im 10 vor 10 erwähnte fermelbach bei der lenk/st. stephan wäre/ist ein intaktes fischgewässer, zumindest bis jetzt....

leider sind aber viele fischer eher plötzlich kleinlaut, wenn es darum geht gegen ein kw zu protestieren. denn wird noch ein stausee gebaut und dieser für den fischbesatz vom kw freigegeben, ist das zugleich eine wirkende pille für die fischer. sie fangen dann halt dort massfische und einige sind damit zufrieden, hauptsache es wird gefangen.
in anderen teilen des beo erlebt man aber auch, dass 90% der ortsansässigen fischer bei einem kw-betreiber arbeiten und darum kaum mit protesten vor die öffentlichkeit gehen. ärgerlich, aber durchaus nachvollziehbar, denn jedem stent sein eigenes hemd nun mal am nächsten...

gruss

sa
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Martin
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Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von Martin »

Thema hierher verschoben, damit sich alle daran beteiligen können.
Gruss Martin

Es ist mir egal wie dein Vater heisst, solange ich hier angle geht niemand übers Wasser
rasch

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von rasch »

Kurzmeldung von "serch.ch", es sind gegen 120 Kleinkraftwerke in der Schweiz geplant und der Bund möchte diese Unterstützen :twisted: :twisted:
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Grüner Strom zerstört Wildbäche 5.1.2009 21:18
Ab 2009 bezahlen Stromkonsumenten pro verbrauchte Kilowattstunde 0.45 Rappen zur Förderung erneuerbarer Energie. Doch ein grosser Teil dieser Gelder fliesst in die Unterstützung von ökologisch fragwürdigen Kleinkraftwerken an Wildbächen. So wollen die Bernischen Kraftwerke z.B. mit Fördergeldern des Bunds ein Kleinkraftwerk an einem Bach bauen, der unverbaut war, wie "10vor10" berichtet. Dies sei eine Zerstörung der Forellengewässer, meinen Kritiker. Die Befürworter betonen den Vorteil der CO2-freien Energie. "10vor10"-Recherchen ergaben, dass der Bund über 120 neue Kraftwerke an Bächen unterstützt.
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So werden wohl die letzten naturnahen Fliessgewässer zerstört.
Aber da in einem gestauten Gewässer unsere "Kollegen" Gänsesäger, Kormoran & Co einfacher an ihr Futter kommen ist wohl bei der Bekämpfung dieser Projekte nicht mit der Unterstützung der grossen Naturschutzverbände zu rechnen.
Es sieht so aus, dass wir Fischer hier selbst aktiv werden müssen und jedes Kraftwerk mit Einsprachen und Referenden verzögern oder verhindern müssen.
:!: :!: :!:
MS Tripper

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von MS Tripper »

rasch hat geschrieben:...ist wohl bei der Bekämpfung dieser Projekte nicht mit der Unterstützung der grossen Naturschutzverbände zu rechnen.
Dies sehe ich allerdings anders. Die Prädatoren-Problematik steht bei dieser KW-Schweinerei nun wirklich nicht im Vordergrund, und ich bin überzeugt, dass bei dieser Sache eine funktionerende Symbiose zwischen Fischereiverbänden und Naturschutzverbänden durchaus möglich wäre. Wenn die Missstände der Öffentlichkeit aufgezeigt werden, steigt der Druck auf die KW-Betreiber. Nur so ist gegen diese Kommerz-Lobby eventuell anzukommen.
ursus

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von ursus »

Ist doch ganz einfach: stimmt alle positiv für ein neues Atom-Kraftwerk. Dann ist nur ein Fluss ein betroffen, CO2-Ausstoss gibts auch keinen.

Weitere Alternative ist vermehrter Zukauf von "sauberem" AKW-Strom aus dem Ausland.

Geld regiert bekanntlich die Welt und so wird der Bau weiterer Flusskraftwerke nicht aufzuhalten sein. Dass die Natur darunter leidet, das interessiert keine Grüne Partei, noch eine SP noch die GLP. Und das ist schade, denn meines Erachtens wäre hier Naturschutz und Tierschutz sinnvoll und genau die richtigen Themen für diese Parteien.

Man kann sich nun darüber aufregen oder es lassen - es bleibt nicht viel anderes übrig als es einfach hinzunehmen -.
astacus

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von astacus »

rasch hat geschrieben:Aber da in einem gestauten Gewässer unsere "Kollegen" Gänsesäger, Kormoran & Co einfacher an ihr Futter kommen ist wohl bei der Bekämpfung dieser Projekte nicht mit der Unterstützung der grossen Naturschutzverbände zu rechnen.
das sehe ich eben falls ganz anders. wir können ja mal die einsprachen und protestnoten gegen neue wasserkraftwerke der fischerei- und der naturschutzorganisationen zählen. ich bin mir ziemlich sicher, dass die fischer da nicht obenauf schwingen... die gründe dafür hat schweizer angler aufgezählt, leider sind die fischer und deren verbände häufig zu zurückhalten und in der öffentlichkeit zu wenig laut.

im beitrag war ja zudem auch andreas knutti von WWF Schweiz zu sehen und hören. der WWF kämpft, wie Pro Natura im rahmen der fliessgewässerkampagne übrigens auch, mit verschiedenen mitteln sehr stark gegen diesen weiteren massiven ausbau der wasserkraft - wenn möglich zusammen mit den fischern. und ganz nebenbei ist andreas knutti übrigens auch selbst aktiver fischer :wink:
Börni

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von Börni »

Mal ganz realistisch gesehen gibt es 5 Möglichkeiten, die mir gerade in den Sinn kommen:

1.AKW
2. Wasserkraftwerk
3. Kohlekraftwerk
4. Ausländischer Strom
5. Windgenerierter Stom

Für eine dieser müssen wir uns entscheiden, Basta., damit's auch Pasta ind er Pfanne gibt.
Zu:
1. AKW Problematik ist wohl allen bekannt, belastet aber nur einen Fluss

2. Wasserkraftwerk: zersört ganze Ökogebiete, dafür kein CO2

3. CO2 schleuder, wird von der UNO durch das Kyotoprotokoll sanktioniert

4. tönt für unsere schweizer Ölologie zwar gut, allerdings für den Ursprungsort genau das selbe problem wie für uns. Zudem sehr teuer und wir würden in ausländische Abhängigkeit geraten.

5. Der Windstrom: Etwas, dass mich schon lange seeeeehhrrr ärgert! Dieser wird überall verteufelt und es werden Einsprüche en mass erhoben, um den Bau von Windgeneratoren zu verhindern. Die Argumente sind überall die selben: Es passe nicht in die Umgebung, seien zu laut, verscheuchen Vögel.
Meine Meinung dazu: Dass sie nich in die Umgebung passen, gut, kann jeder für sich denken wie er will. allerdings durchaus etwas, woran man sich gewöhnen kann. 2. sind die Dinger überhaupt nicht laut! Das ist völliger Stuss! Ich reise jedes Jahr für 5 Wochen nach Dänemark und dort hat es tausende von diesen überall verteilt. Ich selbst stand schon abermale unter einer solchen und kann nicht bestätigen, dass solche Lärm verursachen!!! 3. Wieder einmal von unseren allseits geliebten Ornitologen (nicht, dass ich grundsätzlich etwas gegen sie hätte): Seit wann sollen die Vögel verscheuchen?????????????????????? Ich weiss ja nicht, wer diesen Stuss erfunden hat, aber so ist es definitv nicht!!!!! In Dänemark wird ein Grossteil des Stromes durch solche Windmühlen generiert und es gibt kaum ein solch vogelreiches Land wie Dänemark! Es ist die Brutstätte von vögeln aus ganz Europa und jedes jahr gehen millionen von den Federviehern freiwillig dorthin! Nicht weg; dorhin!!!! Und auch nicht wanderne Vögel hat es dort mehr als sonst normalerweise in anderen eurp. Ländern anzutreffen wären. Meine lieben Ornithologen: Es sind nicht die Windmühlen, die unsere Vögel vertreiben würden, es sind wir delbst! Durch das fehlen von immer mehr Brut- und Nistplätzen wie Hacken, Sträucher oder weiss ich was! Dort müsst ihr anfangen!



Fazit: Eine der Optionen ist zu wählen! Ich plädiere für Die Windkraft!
Zuletzt geändert von Börni am Di 6. Jan 2009, 16:08, insgesamt 2-mal geändert.
Helmut

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von Helmut »

ursus hat geschrieben: Weitere Alternative ist vermehrter Zukauf von "sauberem" AKW-Strom aus dem Ausland.
Seid bitte nicht so dämlich wie die Deutschen. Wir schließen unsere sicheren Akw und kaufen dann teuer Atomstrom aus unsicheren Kraftwerken aus dem Ausland :censored:
Mac

Re: 10 vor 10 Beitrag vom 05. Januar 2009

Beitrag von Mac »

Starkes Plädoyer Börni!
Da bin ich 100% mit Dir einig.

Mac
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