ich habe mir eine woche zeit genommen um meinen ersten fisch an der fliegenrute zu fangen.
zu diesem zweck bin ich meinen forellenfluss hochgefahren, zu einem campingplatz bei einem stausee.
ein see muesste zum anfangen etwas einfacher sein. ich hab die lage einen abend lang abgecheckt,
endlich ein richtiger abendsprung - yeah!
ein seitenarm des stausees
am naechsten tag konnte ich spontan mit dem boot aufs wasser, die fliegenfischerausruestung war
noch nicht bereit - darum rasch zur spinnfischerausruestung gegriffen und los gehts! ich hab mir einen
tollen typen "geangelt".
und ein wirklich guter fliegenfischer - das hat er auch gleich bewiesen und mit dem streamer innerhalb
einer viertelstunde drei wirklich tolle brown-trouts gefangen! ich wurde eifersuechtig - denn die forellen
wollten keinen gefallen an meinem jackson artist finden, und das viele kraut machte alles etwas schwierig.
fliegenfischen im kraut ist wesentlich praktischer - auch wenns streamer sind, verhaengen die wesentlich
weniger, und mit zwei drei "loops" ist das kraut weg vom koeder....
ich habs doch noch geschafft eine brown trout vor die linse zu bitten - und es war keine schlechte! der
eindruck taeuscht etwas, der typ ist riesig und hat pranken wie ein baer
dass ich mit dem artist forellen fange, das sei doch ein kahawai-koeder! wenn die wuessten, mit was
fuer kalibern ich auf kleine schweizerforellen fische...
nach dieser eindruecklichen praesentation des gewaessers, wollte ich es selber wissen.
mit wathose, watschuhen, der alten fennwick-rute von papa loup und schoenen gruenen streamern mit
rotem bauch bewaffnet, begebe ich mich "ins" wasser, um den neuseelanedischen forellen zu zeigen,
dass ich fleissig geuebt habe - zuhause im garten
der erste wurf klappt ganz ordentlich - und waaas? - ein biss! ich hab mich derart erschrocken, dass ich alles falsch
gemacht hab und den fisch nicht haken konnte, aber welch ein motivations-schub! ich angelte stundenlang, hatte
immer wieder bisse die ins leere gingen, sah viele grosse forellen in meiner reichweite - dass muss heute noch klappen!
- und das hatt es auch, meine erste forelle an der fliegenrute - was fuer ein erlebnis!
ich wollte natuerlich gleich den grossen raushaengen und hab den feumer gar nicht erst ans wasser genommen,
die handlandung war etwas turbulent, aber es hat geklappt!
die bilder sind so toll geworden - sie entsprechen voll und ganz meinen gefuehlen...
angespornt vom erfolg war ich am naechsten morgen frueh schon am wasser, konnte aber weder aktivitaet
verzeichnen und schon gar keinen fisch mehr fangen. den abendsprung hab ich verpasst, und sowieso,
mich zieht es weiter, flussaufwaerts in den bach...
meine reise wird immer abenteuerlicher, ich hab schon seit tagen keinen touristen mehr getroffen, und am
bach beim "campingplatz" am wasserfall, gibts ueberhaupt keine weissen mehr - nur noch maori. das macht
mir meistens nichts aus, wenn ich aber spaetabends alleine auf einem mir fremden platz, mitten im wald,
sitze und ein riesen verrosteter jeep kommt angebraust, bremst kurz vor meiner kaffetasse - und eine gang
grosser, fetter, taetowierter maoris linst hinterhaeltig grinsend und sprueche klopfend zum etwas veraengstigten
"white boy" - nur um dann irgendwas zu fasseln und mich auszulachen und wieder davonzubrausen, fuehle ich
mich schon etwas einsam hier - aber auch frei und wie ein richtiger abenteurer
ich verstecke mein auto ein wenig im busch, damit ich den bach am abend ohne angst um hab und gut erkundigen kann.
stirnlampe und trockenfliege montiert und los gehts!
schon nach ein paar metern scheuche ich die ersten forellen auf - juhuuu, es gibt sie auch im whirinaki-river!
die sedge slidet bestens uebers muntere bachwasser - und schon bald beobachte ich den ersten biss, der aber ins
leere geht... und wiedermal sag ich zu mir: ich geh hier nicht weg, bevor ich nicht eine forelle an der trockenfliege
gefangen habe! da ich wohl das glueck gepachtet habe, wurde mir diese freude bereits am ersten abend vergoennt!
eine kleine schoene rainbow hat sich den riesigen neuseelaendischen "trockenbesen" geschnappt - und ich hab sie
geschnappt
die wildniss hats mir angetan, ich wills jetzt richtig wissen. frueh am naechsten morgen breche ich auf, bachaufwaerts -
ich durchquere die letzte ortschaft vor dem "nichts" - muss wohl sowas wie die bronx von neuseeland sein das kaff.
ueberall total heruntergekommene gang-haeuser, die "reds" haben hier das sagen, sieht man an den tags. ob blues
oder reds (black power und mongrel mob) beide grossen NZ gangs sind extrem gefaehrlich und kriminell - ich bin froh
ist so frueh am morgen kaum jemand unterwegs. ich fahre mitten in den riesigen nationalpark, mache erst eine
wanderung um sechs uhr in der frueh, alleine durch den urwald... herrlich! nach dem kaffe im urwald mach ich mich auf,
um einen platz zum bleiben zu suchen. ich finde den traumhaftesten spot den ich mir nur vorstellen kann.
der bach fliesst in verschiedenen laeufen, bildet inseln, ruhige tiefblaue pools - fuer die naechsten tage sehe keine
menschenseele mehr... nur noch haba und der bach und die forellen...
ich habe auf meinen ausgiebigen wanderungen alle fische in meiner umgebung persoenlich kennengelernt.
es gibt einige tolle rainbows da, bestimmt um die 2kg. ich hab mit trockenfliege und nymphen an der "indicator-fly"
(royal wulf) gefischt...
kurts riesen grashuepfer kam auch zum einsatz und hat als einziger koeder das interesse einer schoenen forelle geweckt -
aber leider konnte ich keinen dieser tollen fische fangen - aber hey - spielt das eine rolle?
ich hatte den tollsten spielplatz fuer grosse jungs den man(n) sich nur vorstellen kann!
ich hatte meine ruhe - ja - ich hatte den frieden...

