Bald ist es wieder so weit, ab 1.2. dürfen wir auch im Kanton Bern den Silberbarren wieder nachstellen.
Für mich immer ein ganz besonderes Datum. Endet meine Seeforellensaison als Uferfischer doch schon Ende Mai und die Pause ist mit 8 Monaten schon sehr lang, die Vorfreude dann dafür umso grösser.


Nicht nur der Fisch und die Fischerei an sich haben es mir angetan, auch die Stimmungen bei der winterlichen Fischerei sind sehr speziell und wunderschön.
Klirrende Kälte, kristallklare Luft, bizarre Eisgebilde am Ufer und das Knirschen von Schnee und Knacken von Eis unter den Füssen...
Dichter Schneefall, alles ist ganz still und man hört nur die Flocken fallen und ist ganz alleine mit sich und der Natur...


Aber dann ist da natürlich dieser herrliche Fisch und die anspruchsvolle Fischerei. Auch mit vielen Jahren Erfahrung ist es nie selbstverständlich sondern immer ein besonderes Erlebnis wenn man eine Seeforelle fängt. Die Freude und Wertschätzung für jeden einzelnen Fisch ist riesig, so wie sie eigentlich für jeden Fisch sein sollte.
Stunden- und tagelanges, teilweise wochen- und monatelanges erfolgloses Werfen, Kälte und Nässe, schmerzende Arme und trotzdem wirft man weiter. Dann endlich ein Biss, ein Adrenalinschub und alle Qualen sind vergessen, doch noch ist nichts gewonnen...
Wenige Fische haben so viele 'miese Tricks' drauf um uns Fischer zu frustrieren, sie springen und schütteln den Köder ab, rollen und drehen sich vom Haken, schiessen auf uns zu so dass die Schnurspannung nachlässt und der Haken aus dem Maul fällt...
Umso grösser die Freude wenn ein Silberbarren im Netz landet, Glücksgefühle, ein Freudenschrei und grosser Respekt vor diesem edlen Fisch.



Das 'Gesamterlebnis' Seeforelle wird dann für mich noch in der Küche vollendet. Für mich kulinarisch der beste Fisch, wahrscheinlich auch weil man auch den ganzen Aufwand für den Fang mitschmeckt...
Auf jeden Fall wird jede einzelne gefangene Seeforelle mit Sorgfalt zubereitet und Genuss verspeist. Eine Wertschätzung wie sie eigentlich jedem Stück Fleisch und Fisch entgegengebracht werden sollte.


Nun laufen sie wieder die Vorbereitungen, das Ködersortiment wird aufgestockt, eine neue Schnur auf die Rolle aufgespult...
Ich überlege mir welche Strecke ich mir vornehmen soll, dort wo es letztes Jahr gut lief, oder gerade da wo letztes Jahr weniger ging?
Oder einfach spontan nach Wind, Wetter und Bauchgefühl entscheiden?
Der Countdown läuft, die Nervosität steigt, immer öfter sind meine Träume silbern...
Wie sieht es bei euch aus, laufen die Vorbereitungen, kribbelt es schon?

tight silver lines,
Mattu


