Fortpflanzung Regenbogenforellen in kalten Fliessgewässern?

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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Salmonhunter
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Fortpflanzung Regenbogenforellen in kalten Fliessgewässern?

Beitrag von Salmonhunter » Sa 23. Mär 2013, 09:18

diese beiträge wurden vom bericht "Eröffnungsbericht Emme 2013" (viewtopic.php?f=16&t=15956) abgespalten und in diesen neuen thread überführt.

asti



Ganz schöne Rägeböcku...gratulation. Ich finde sowieso das man von Aefligen bis locker Hasli oder sogar Lützelflüh Rägebögeler aussetzen sollte. Diese ist viel robuster und ist nicht so anfälliger auf Krankheiten und hält Temperaturen weit über 20 Grad Celsius aus. Die Strecke von Aefligen bis Burgdorf ist der beste Beweis das sich die schönen Fische sogar von alleine Fortpflanzen können. Und Sie sind wohl einwenig flinker, die Gänsesäger haben mehr mühe beim Jagen.

Nur ein kleiner Imput der bei den meisten Fischer wohl ehrfahrungsbemäss nicht gut ankommt.

Zum Fänger: Gratuleischen, hoffe das deine zwei Jungs auch noch so eine fangen. Ich durfte mit meinem Vater auch immer mit zum fischen gehen.

Petriheil weiterhin.
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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von JJwizard » Sa 23. Mär 2013, 09:26

Wie schön so eine Regenbogenforelle doch sein kann! Gratuliere! :up:

Ich glaube in Zukunft kommen wir sowieso nicht umhin, der Regenbogenforelle den offiziellen Zugang wieder zu unseren Gewässer zu geben, wollen wir überhaupt noch künftig eine einigermassen erfolgreiche Forellenfischerei in der Schweiz betreiben können.

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astacus
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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von astacus » Sa 23. Mär 2013, 10:12

schöner regenbogen! solche fische gibts in der unteren emme hie und da.


zum thema regenbogenforellen-besatz muss ich mich auch äussern, da die letzten beiträge wieder mal die klassischen vorurteile zur regenbogenforelle aufweisen...
Salmonhunter hat geschrieben:Ganz schöne Rägeböcku...gratulation. Ich finde sowieso das man von Aefligen bis locker Hasli oder sogar Lützelflüh Rägebögeler aussetzen sollte. Diese ist viel robuster und ist nicht so anfälliger auf Krankheiten und hält Temperaturen weit über 20 Grad Celsius aus. Die Strecke von Aefligen bis Burgdorf ist der beste Beweis das sich die schönen Fische sogar von alleine Fortpflanzen können. Und Sie sind wohl einwenig flinker, die Gänsesäger haben mehr mühe beim Jagen.
die fakten sind:

- die regenbogenforelle erträgt nicht höhere temperaturen als die bachforelle, beide arten weisen gleichermassen eine obere maximaltemperatur von 25-27°C auf, bei der sie eingehen.

- die regenbogenforelle pflanzt sich nicht in der emme fort. die regenbogenforelle benötigt winterwarme gewässer zur fortpflanzung und kann sich deshalb in weit über 90% der schweizer gewässer nicht fortpflanzen und ohne stützbesatz halten. das trifft auch auf die emme zu. in der emme lassen sich keinerlei juvenile regenbogenforellen nachweisen, nur einzelne adulte. belegt wird dies u.a. durch diverse abfischungen, u.a. an einer an der kantonsgrenze BE-SO, an der ich selbt dabei war. dies ist der abschnitt, wo die mit abstand meisten regenbögeler der emme gefangen werden. aber wir konnten keinen einzigen juvenilen regenbögeler nachweisen, aber hunderte juvenile bachforellen. die paar regenbögeler stammen (neben dem vermuteten illegalen besatz) aus zuwanderern aus kleineren winterwarmen bächen, die teilweise mit der emme in verbindung stehen und wo eine naturverlaichung nachgewiesen ist.

- es gibt bei uns im mittelland im wesentlichen nur eine krankheit, die für den forellenbestand von grosser bedeutung ist - die pkd. die regenbogenforelle ist für diese gleichermassen anfällig wie die bachforelle.

- eine bessere anpassung gegenüber fressfeinden halte ich für spekulation. da die regenbogenforelle tendenziell bis in höhere alterstufen ein schwarmverhalten aufweis als die bachforelle, dürfte sie sogar eher anfälliger sein. denn auf schwarmfischen findet durch prädatoren eher eine spezialisierung statt als auf einzelgänger.


fazit:

mit dem besatz von bachforellen besteht die möglichkeit, dass wir die bestände einer einheimischen art stützen, die an die gewässer angepasst ist und sich in diesen auch fortpflanzen kann. der besatz von regenbogenforellen wäre dagegen ein fass ohne boden, da sich die fischart gar nicht ohne halten kann. so ein besatz mag etwas für fischpuffs sein, aber nicht für offene fliessgewässer. würde die regenbogenforelle die eigenschaften aufweisen, die wir fischer in sie hineininterpretieren, hätte sie sich in der schweiz schon längst flächendeckend durchgesetzt nd wohl die bachforelle verdrängt. das ist aber nicht geschehen, obwohl vor jahrzehnten in allen möglichen gewässersystemen regenbögeler eingesetzt wurden - wo sie aber rasch wieder verschwunden sind, ganz im gegensatz zur viel besser angepassten bachforelle.

und auch wenn der besatz von regenbögelern erfolgreicher wäre, als er ist, wäre damit noch immer keine forellenfischerei möglich. denn die regenbogenforelle ist keine forelle, sondern ein pazifischer lachs.
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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von Salmonhunter » Sa 23. Mär 2013, 11:24

Vielen Dank für Deine ausführlichen Infos.

Da muss ich Dir wohl zustimmen.

Jedoch ein gemischter Bestand in ausgewählten Strecken wäre trotzdem intressant.

Ich vermuhte das Du im Fischerverein Emme-Burgdorf mithilfst.

Wie ist Deine Meinung zu der vorgesehenen Fangzahlbeschränkung für Forellen??? 3Stk. pro Tag und maximal 30 Stk. pro Saison?!!
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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von astacus » Sa 23. Mär 2013, 11:44

nein, ich bin nicht im fischereiverein emme-burgdorf. aber ja, die vorgesehene fangzahlbeschränkung auf 3 stück pro tag und 30 pro jahr würde ich uneingeschränkt begrüssen. das wäre allemal die nachhaltigere und bessere lösung als einfach mehr besatzfische ins gewässer zu kippen. der befischungsdruck in der gewässern wie der emme ist nun mal recht hoch und tendenziell sogar zu hoch, so dass die fischer wohl durchaus ihren teil an den eher schlechten forellenbeständen beitragen.
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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von Salmonhunter » So 24. Mär 2013, 12:12

Was war denn vor 20 und mehr Jahren? 10mal mehr gelöste Patente und jeder hat problemlos Fische gefangen. Diese Fangzahlbeschränkung begrüssen wohl viele Fischer. Wenn diese bereits jetzt weniger als 30 Fische fangen, dann werden Sie nach dem Gesetzesbeschluss falls Sie es durchbringen immer noch gleichviel Fische fangen wie vorher. Sogar in den Fischerlädelis wird dies begrüsst. Die Angestellten wissen wohl nicht von wem Sie den Lohn bekommen!!!! Nur so weiter, so verleidet einem das Fischen vollends. In anderen Kantonen gibt noch normale Reglemente und Fangzahlbeschränkungen wie im Tessin und Fische hats auch noch.

Es ist schaade dass das Fischen immer mehr und noch tiefer durch den Dreck gezogen wird und noch schlimmer finde ich das dies auch noch gewissen Fischer begrüsst wird.

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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von astacus » So 24. Mär 2013, 12:22

na, was wäre denn dein vorschlag um die fischbestände wieder zu verbessern? mal abgesehen vom neozoenbesatz, der ohnehin kommen wird, egal wie wir uns hier positionieren...

fakt ist, es hat weniger fische als vor 20 oder mehr jahren, zumindest weniger forellen. die ursachen dafür sind vielfältig und sicher in erster linie anthropogen bedingt. ich sage nicht, dass die damalige überfischung zur heutigen situation geführt hat, aber in der heutigen situation kann man den fischbeständen zuliebe nun mal nicht mehr so viel entnehmen wie vor 20 oder 30 jahren.
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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von JJwizard » So 24. Mär 2013, 13:32

Das sich 90% der Regenbogenforellen nicht in unseren Gewässersystemen fortpflanzen können ist absoluter Quatsch! Geeignetes genetisches Besatzmaterial vorausgesetzt würde die Regenbogenforelle in wenigen Jahren zu einem Erfolgskonzept für unserer Gewässer werden lassen und zudem auch den Fangdruck auf die angeschlagenen Bachforellenbestände nehmen. Das ist meine Meinung zum Thema, Ich finde es schade das hier teils mit halbwissenschaftlichen Halbwahrheiten zum Thema Bachforelle kontra Regenbogenforelle argumentiert wird. Ich jedenfalls wäre für moderne Wege in der Gewässerbewirtschaftung, die Natur macht es uns ja vor mit der Zuwanderung von Wels, Groppe, Rapfen etc. und trotz keinem Besatz von Regenbogenforellen verschwindet diese Forellenart auch nach Jahren der gewässerpolitischen Besatzignoration nicht aus unserern Gewässern.

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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von tom66 » So 24. Mär 2013, 14:16

JJ Wizard

Bin mit Dir absolut einverstanden.

Was bringt es, in den grossen Mittelllandflüssen auf Teufel komm raus eine Fischart zu stützen, welche extremste Mühe hat sich zu halten?
Unsere Gewässer werden immer wärmer daher wird es für die Bafo immer schwieriger sich zu halten. Warum wohl explodiert der Bestand von Welsen in Teilen der Aare? Weil sie das für sich richtige Habitat gefunden haben inkl. Futter in Form von Weissfischen und zunehmender Wassertemperaturen.

Gruess

Tom66

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Fortpflanzung Regenbogenforellen in kalten Fliessgewässern?

Beitrag von Raubfisch234 » So 24. Mär 2013, 14:52

Bild

Von Astacus:
[quote]- die regenbogenforelle pflanzt sich nicht in der emme fort. die regenbogenforelle benötigt winterwarme gewässer zur fortpflanzung und kann sich deshalb in weit über 90% der schweizer gewässer nicht fortpflanzen und ohne stützbesatz halten. [/quote]

Einen sachlich verwandten Beitrag habe ich gefunden unter viewtopic.php?f=73&t=4897.

Ich habe sowas noch nie gehört oder gelesen und habe deshalb mal aus Interesse gegoogelt und den Text "Temperaturpräferenzen und -limiten von Fischarten Schweizerischer Fliessgewässer" abrufbar unter http://www.rhone-thur.eawag.ch/temperat ... enzen1.pdf gefunden

Dort steht zu den Regenbogenforellen (von mir gekürzt):
[quote]
Eier: Temperaturen unter 0 und über 20 °C führen zum Absterben (Elliott 1981).
Humpesch (1985) beobachtet eine hohe Sterblichkeit der Eier zwischen 2 und 3
°C. Als Temperaturoptimum nennt er Werte zwischen 8 und 11 °C. [/quote]

vergleichsweise zur Bachforelle steht (von mir gekürzt):
[quote]
Eier: Damit Eier überleben, sind Temperaturen zwischen 0 und 13 °C notwendig
(Elliott 1981). Im Bereich von 1-9 °C ergibt sich eine tiefe uniforme Mortalität der Eier. Jungwirth &
Winkler (1984) nennen ein Optimum von 7 °C. 4-6 °C sind laut Müller (1997) die optimale
Temperatur für die Entwicklung.[/quote]

--> Bachforellen scheinen also tatsächlich in kälterem Wasser besser zurecht zu kommen.

Bei der Emme hat es eine Temperaturmessstation (http://www.hydrodaten.admin.ch/lhg/sdi/ ... 70T_13.pdf)
Wie man dort sieht, war es am 10. Februar 2013 nur 0,7 Grad Celsius kalt (Mindesttemperatur dieses Jahr). Es scheint also zu stimmen was Astacus behauptet, dass es um die natürliche Verlaichung von Regenbogenforellen in schweizer Fliessgewässern nicht gut steht, weil die Temperaturen einfach zu gering sind im Winter (oder könnten sie einfach später laichen, wenn es wärmer ist???)


Übrigens meine Meinung zu den Regenbogenforellen am Alpenrhein in Graubünden ändert sich dadurch nicht, die gehören dort definitiv hin für die Fischer,nicht aus biologischem Sinn. Nebst einigen Bachforellen und Rheinlanken sind es fast die einzigen Fische dort und sicher die einzigen, die regelmässig sehr gross werden und gefangen werden. Anders evtl. in andern Gewässern. Bei uns in Graubünden scheinen Regenbögler auch hauptsächlich bei einer winterwarmen Quelle zu laichen, wird wohl kein Zufall sein.

Bild
Was sind eure Meinungen zur Naturverleichung oder Regenböglern allgemein?
Zuletzt geändert von Raubfisch234 am So 24. Mär 2013, 20:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von Raubfisch234 » So 24. Mär 2013, 14:54

Habe einen neuen Thread aufgemacht zum Thema Regenbögler: viewtopic.php?f=73&t=15962

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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von Strubler » So 24. Mär 2013, 15:20

Das sind die Fakten:
Jahr /Bachforelle/ Patente/ Fisch pro Patent /Vergiftungen
2001/ 36'375 / 7'901/ 4.60/ 16
2002 / 31'850 / 8'493 / 3.75 /9
2003 / 28'261 / 8'359 / 3.38 /22
2004 / 31'002 / 8'293 / 3.74/ 17
2005 / 26'686 / 7'818 / 3.41/ 13
2006 / 19'529 / 7'391 / 2.64/ 11
2007 /27'966 / 8'145 / 3.43/ 14
2008 /26'297 / 8'924 / 2.95/ 15
2009 /24'344 / 8'045 / 3.03/ 20
2010 /28'986 / 7'549 / 3.84 / 20
2011 /24'813 / 7'553 / 3.29 / 32

Also zumindest in den letzten 10 Jahren wurden nicht mehr oder weniger Fische gefangen.
30 Bachforellen pro Saison ist ein Witz, ich bin sehr oft an der Emme und komme nicht über 20ig.
Das Wort Vegetarier kommt aus dem indianischen und heisst zu blöd zum Jagen

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Re: Fortpflanzung Regenbogenforellen in kalten Fliessgewässe

Beitrag von Salmonhunter » So 24. Mär 2013, 18:23

Vielen Dank für deinen Beitrag.

Ich könnte mir sogar gut Vorstellen, das sich die Bögeler auch in kälteren Gewässer plötzlich anpassen können.

Melde mich später nochmal dazu.
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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von Salmonhunter » So 24. Mär 2013, 18:50

Antwort zu Astacus...das Problem liegt ja wirklich nicht nur bei den Fischern. Klar, jeder Fisch der gefangen wird ist einer weniger. Doch es ist meiner Meinung nach eine vielzahl von Faktoren jetzt bezogen auf die Emme. Die Nahrungsquelle ist kleiner geworden...aus hygienischen Gründen werden die Schlachtabfälle nicht mehr in die Gewässer geleitet. Laut älteren Emmefischern war nach dieser Aufhebung rasant einen Rückgang von Forellen bemerkbar.
I
Der Besitzer vom Fischerlädeli in Burgdorf hat viele, sehr viele Bachforellen aufgezogen und in die Emme ausgesetzt. Leider wurden Ihm vom hörensagen so extrem reingeredet von gewissen Fachstellen, das dieser die Aufzucht beendet hat. Somit fehlen tausende bereits grosse Forellen die jedes Jahr ausgesetzt wurden.

Der fehlende Lebensraum von tiefen Stellen, nicht nur hinter Schwellen. Beispiel Campania in Bern bei Münsingen. Früher wurden hunderte Tonnen Kies aus der Aare ausgehoben. An besagter Stelle war es ca 4 Meter tief, heute kann man Kniehoch die Aare überqueren. Wo bleibt da der Schutz vor Vögel.

Die Gänsesäger jagen bei Aefligen bis weit nach oberhalb Eggiwil in Gruppen von 10 bis 12 Vögeln die ganzen Strecken leer. Diese Fische, sömerlinge sind etwa die Nahrung für 2 Monate, danach sind die mühsam aufgezogen Forellen einfach futsch ohne das jemals eine in der Pfanne landet!!!!!!

Hormone im Wasser, ich war in der ARA Bern, nachwievor werden dort die Schwermetalle und Hormone z.b. Antibabipille direckt ungefiltert in die Aare entlassen. Eine bestrahlung mit Ozon wäre zu teuer. Man sucht zurzeit eine andere Lösung. Man weiss das dadurch eine natürliche Verleichung auch bei Bachforellen bald unmöglich wird, diese weisen schon jetzt verkümmerte Eierstöcke und Hoden auf!!!!!!

Schaade, bitte gibt nicht nur den Fischern schuld, unser Beitrag zur schlechten Situation ist weniger als 1 Protzent!!!!!!
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Re: Eröffnungsbericht Emme 2013

Beitrag von Flümi » So 24. Mär 2013, 19:10

Salmonhunter hat geschrieben: Der fehlende Lebensraum von tiefen Stellen, nicht nur hinter Schwellen. Beispiel Campania in Bern bei Münsingen. Früher wurden hunderte Tonnen Kies aus der Aare ausgehoben. An besagter Stelle war es ca 4 Meter tief, heute kann man Kniehoch die Aare überqueren. Wo bleibt da der Schutz vor Vögel.
tiefe Stellen sind höchstens für Eisvögel und Fischreiher schlecht und kein Schutz vor Gänsesägern und Kormoranen, ausser es ist 50m tief.

was es braucht ist Struktur, Unterwasserpflanzen, Baumwurzeln, unterspülte Ufer und wilde, unbegradigte Strecken ohne Betonwänden und verschiedenste Grössen von Kies, Steinen und Felsblöcken, abwechslungsweise schnell und langsam fliessende Strecken usw.
Gruss, Stefan
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