T-Rig hat geschrieben:Allein am Luganer werden pro Jahr um die 10 Tonnen Egli gefangen (Berufs-und Hobbyfischer).
Na da hats ja seit 2005 eine kleine Steigerung gegebene Und dennoch hat es zuwenig in den Seen, soviel wie Egli's noch zusätzlich importiert werden....
CH's sind ja echte Fischfresser...
SA: Deine Ausführung fand ich gut...bin ich mit dir einig...
Man muss zu den Fangzahlen noch sagen. Diese sind sei Jahrzenten immer noch gleich, die wurden kaum angepasst auf die neuen gegebenheiten... Ausser die Notbremse bei der Äsche
Und Fischer hat es heute sicher mehr als früher, speziell Kurzzeitpatente werden sicher vermehrt ausgegeben..
Meine hier jetzt die Hobbyfischerei, Berufsfischerei haben ja keine
Arts hat geschrieben:Und Fischer hat es heute sicher mehr als früher, speziell Kurzzeitpatente werden sicher vermehrt ausgegeben..
glaube ich nicht. zwar kenne ich die berner zahlen nicht, aber schweizweit ist die zahl der fischer zurückgegangen und auch der kanton solothurn hat in den letzten 50 jahren einen sehr massiven rückgang von fischern erlebt.
kurzzeitpatente sind in bern effektiv am steigen, aber auch wegen der eisfischerei und vor dem äschen-moratorium von vielen auswärtigen anglern ,die im herbst & winter bei sich kaum mehr eine fischerei in flüssen offen haben, aber in bern auf äschen angeln kommen.
Dazu kommen noch vorsömmerling die liegen jeweils bei ca 2 - 3'000'000 pro Jahr, Sömmerlinge ca 30-60'000, pro Jahr und noch im Jahr 2009, 3300 mehrjährige Felchen.
Hallo,
Noch etwas zum Thema Nachhaltigkeit:
Was ist Nachhaltigkeit in der Fischerei?
Ich möchte versuchen, hier eine Definition abzugeben, welche ich schon verschiedentlich hier im Forum erwähnt habe:
Nachhaltige Fischerei lässt sich meiner Meinung nach mit einem Geldfonds vergleichen. Gehen wir mal davon aus, ich hätte einen wohlbetuchten Erbonkel, welcher mir sein Vermögen vererbt. Gehen wir weiter davon aus, dass mein Erbonkel Zweifel hat, dass ich in der Lage bin mein ererbtes Kapital längere Zeit zu nutzen und er deshalb in seinem Testament niederschreibt, dass ich nur die Zinsen vom Kapital verwenden, nicht aber das Kapital selbst antasten darf. In diesem Fall spricht man von einer nachhaltigen Sichtweise meines Erbonkels.
Uebertragen auf die Fischerei bedeutet dies nichts anderes, als dass ich nur den natürlichen Zuwachs vom Fischbestand abschöpfen darf. Wird mehr entnommen, vermindert sich das „Kapital“ im Gewässer und dies führt zu einem „Vermögensverzehr“. Mache ich dies über mehrere Jahre, ist irgendwann kein Vermögen (in diesem Fall Fische) mehr vorhanden.
Gerade in unserem Fischereiverein (Oberhasli) liegt uns sehr viel an der Nachhaltigkeit. Wir bewirtschaften sehr schöne, jedoch auch sehr sensible Gewässer, welche sehr schnell durch die Angelfischerei zerstört werden können. Aus diesem Grund haben wir in einem ersten Schritt ein Jahreskontingent und eine stärkere Fangzahlbeschränkung pro Tag eingeführt. Dies ist jedoch bei Weitem nicht genug! Es bedarf meiner Meinung nach auch noch ein Zwischenschonmass, damit ende Fischersaison noch genügend laichfähige Elterntiere in den Gewässern verbleiben. Daran arbeiten wir noch und ich hoffe auf die Einsicht unserer Vereinsmitglieder.
Ich war dieses Jahr an verschiedenen Forschungsprojekten im Oberhasli dabei. Unter anderem wurden auch Kontrollabfischungen in der Hasli-Aare gemacht. Das Ergebnis war für mich erschreckend! Es hatte sehr viele Forellen in der Hasli-Aare, jedoch alle waren unter dem Fangmass! Man fragt sich dann schon, wer in der Natur noch ablaichen kann, wenn die Abschöpfung durch den Angelfischer dermassen hoch ausfällt. Ein weiteres Beispiel, welches auch noch angeführt werden kann ist, dass die Forellenbrut bei uns, zu Beginn der Forellensaison teilweise noch gar nicht geschlüpft ist. Die Forellensaison geht Mitte März, bzw. Anfang April auf. Wir haben im Mai bei Untersuchungen in einem Bach auf knapp 1000 m Höhe noch Eier im Augenstadium gefunden. Jeder, der von März bis im Mai im Gewässer watet, trampelt demzufolge auf der Forellenbrut herum.
Den Beginn einer Fangsaison an einem bestimmten Datum fest zu machen ist problematisch, denn nicht jedes Jahr ist die Natur gleich weit. Den besten Ansatzpunkt, wann mit der Forellensaison gestartet werden kann, haben uns unsere Alten gelehrt, indem sie sagten, dass zuerst die Blätter in den Büschen und Bäumen sein müssen, bevor man mit dem Fischen beginnt.
Dies hat zwar alles nichts mit der Berufsfischerei zu tun, passt jedoch zum Thema Nachhaltigkeit.
für mich gibt es auch nicht "die" nachhaltigkeit.
jedes gewässer und die dortige fischpopulation müssen dabei individuell betrachtet und beurteilt werden.
wird jedoch in einem gewässer nur der zuwachs abgeschöpft, und das auf eine weise, wo genügend elterntiere übrig bleiben um das fortbestehen der art zu sichern, ist dies durchaus nachhaltig. denn die population wird trotz nutzung erhalten, kann und tut jedoch natürlichen und menschlich verursachten schwankungen unterliegen. exemplarisches beispiel sind da die eglibestände.
ob jetzt die fische durch naturverlaichung gedeihen, oder dort wo die laichbedingungen nicht (mehr) optimal und zweckmässig sind durch besatz gestützt werden spielt eigentlich dabei keine rolle. solange nur der zuwachs genutzt wird, kann beides nachhaltig sein.
wenn jetzt angenommen die berufsfischer zu viel fangen täten, woher nehmen sie dann im laich die fische für die kantonalen bruthäuser und den späteren besatz?
würden dann nicht plötzlich mal die elterntiere fehlen wenn sie zuviel entnehmen würden?
würde dann das "system" nicht wie ein kartenhaus in sich zusammenfallen?
völlig i.o was euer verein macht und den bestand soweit wie möglich schont!
zu den kümmerforellen; zumindest in der einen strecke, die ch hier eben gerade wegen der schonung vor auswärtigen fleischfischern nicht genauer erwähne, habt ihr aber aus meiner sicht in letzter zeit schlicht zuviele bafos ausgesetzt. die natur gibt an futter soviel her wie sie kann, und es ist eben nicht genug für alle da, zumal die lebensbedinungen im besagten teil, inkl. dem schwallbetrieb, für die bafos sehr sehr hart sind, erst recht für soviele. eine andere dir und mir bekanne fischart kommt/würde kommen da viel besser zurecht, wird aber seit längerem durch den über-bafo-besatz verdrängt. finde ich selber sehr schade. im anderen teil ist aber die bafo sicher zuhause, würde man sie mit schonmass und kontingent wie in euren pachtgewässern habt besser schonen. in "meiner heimat", im beowest, erzählen ältere fischer davon, wie sie damals nicht vor dem mai mit dem fischen begannen, gerade wegen gründen wie du sie aufgezählt hast. wenn man aber eine spätere eröffnung, im gegenzug wie "früher" aber dafür eine fischerei bis mitte oktober anbietet,aufgrund der späteren laichzeit und längeren eientwicklung, will niemand was ändern - schade.
Schöne eigene Darstellung des Nachhaltigkeits-Begriffs, klingt plausibel in meinen Ohren!
@Arts
Interessante Zahlen, die du da aufzeigst. Zum einen erkennt man einen dirketen Zusammenhang zwischen Laichfischfängen und anschliessenden Gesamtfangzahlen, zum anderen eine sogar leicht steigende Tendenz in beiden Bereichen. Da scheinen durch vermehrten Besatz die Bestände bei den Felchen also intakt zu sein.
Durch die künstlich hohen Bestände wird für die Berufsfischer ein Lebensunterhalt garantiert. Das vermehrte "künstliche" Aufziehen der Felchen birgt aber meiner Meinung nach auch Risiken, insbesondere wenn in einem See sogar der grössere Anteil der Gesamtpopulation aus menschlicher Zucht stammt. Ich wage zu behaupten, dass wenn dies über viele Generationen in mengenmässig gleich bleibenden Anteilen durchgezogen wird, sich der Genpool der Felchen derart stark verändert, dass diese irgendeinmal - sicher nicht von heute auf morgen - gar nicht mehr fähig sein werden, sich natürlich fortzupflanzen. Der Mensch hätte dann die volle Verantwortung über die Entwicklung von Millionen von Felchen und könnte über ganze Populationen bestimmen. Ob dies wiederum im Sinne der Natur wäre und damit nachhaltig, bezweifle ich ebenfalls.
Wie Phil richtig schilderte, liegen auch meine Hauptbedenken bei der Berufsfischerei aber nicht bei den Felchen oder den Eglis. Da ist es meiner Meinung sogar sinnvoll und auch nachhaltig, wenn sich der Mensch durch die Netzfischerei einen angemessenen Teil davon nimmt.
Viel mehr Mühe habe ich damit, dass einzelne Schwarze Schafe unter den Fischwirten, in regelmässigen Abständen immer wieder versuchen, sich zusätzlich mit bedrohten Fischarten zu bereichern. So passiert beispielsweise im Thunersee, wo durch Berufsfischer sogar noch im ersten Jahr des Äschmoratoriums die Netze gezielt auf Äschen gesetzt wurden. In einigen Restaurants am See konnte der Gast dann frische Äschenfilets geniessen oder am Strassenrand wurde sogar darauf hingewiesen, dass frische Äschen zu verkaufen seien. Durch Intervention von Hobbyfischern via Inspektorat wurden die Berufsfischer dann gebeten, dies bitte zu unterlassen. Von einem generellen Schongebiet für Berufsfischer in den Äschenzonen wollte das FI aber bisher nichts wissen. Immerhin haben die Berufsfischer die Lage erkannt und seither keine Netze mehr in diesen Regionen gesetzt.
Vielleicht etwas offtopic aber in Bezug auf Zuma's Definition der Nachhaltigkeit.
Ja genau, in etwa so kann man sich das vorstellen..perfekte Umschreibung der Problematik..
Wie würde sich eurer Meinung nach ein Fangfenster von Fischen in einem Fliessgewässer auf den Bestand auswirken?
Z.Bsp. Bafo entnahme von 28-40 sowie ev. einmalige entnahme eines grösseren Fisches pro jahr.
somit könnten doch Laichstarke Tiere geschont werden und würde sich m.E. auf eine natürliche Vermehrung positiv auswirken.
parallel dazu sind grössere Tiere auch besser vor Vogelfrass geschützt
ich finde fangfenster gut und die erfahrungen aus dem ausland damit sind auch nicht schlecht. allerdings werden schonfenster nicht in stein gemeisselt und wechseln alle 3-5 jahre (je nach wüchsigkeit der individuen), heisst z.b. drei jahre lang 28-40, dann 2 jahre 35-45, dann ein jahr 22-30. damit wird einerseits befischung & schonung aller grössen-und altersklassen angestrebt, aber nie so gefischt, dass nur eine altes- und grössenklasse beangelt wird. sonst ist einfach zwischen 28 und 40 alles weg, darunter und darüber hat es noch.
grosse fische sind zwar laichstark, aber nicht nur. grosse fische geben am meisten eier & spermien ab, aber nicht durchwegs alle in guter qualität (vorallem spermien,wie bei uns männern auch). auch kleinere fische sollen ablaichen und mithelfen den genpool aufzufrischen. selbige erfahrungen hat man mit der sefozucht im kt bern gemacht, zuviele und zugleich zuwenige verschiedene grosse elterntiere, und zuwenig gendurchmischung.
aber wir fischer klagen ja immer über zuviele regeln n den reglementen, und die behörde müsste dann wohl pro gewässer & art fangfenster einführen und im reglement aufzählen - vielen (mir nicht) würde das bestimmt wieder zu "überreglementiert" und zuviel zum lesen