Jörg, Alexander, Benjamin und Dietmar hatten fest zugesagt, und wollten mit mir den Rutten nachstellen.
Die Karten wurden von mir am Mittwoch besorgt. An der Iller gibt es nur Gastkarten wenn ein Vereinsmitglied dabei ist. Mach ich doch gerne, so komme ich wenigstens auch mal zum Angeln. Sollte mal mit meinem Therapeuten sprechen, warum ich nur angeln gehe, wenn eine Verpflichtung sprich ein Termin dahinter steht.
Für die Feldküche wollte ich auch zuständig sein. Erstens weis ich was sich für einen Gastgeber gehört, zweitens macht mir so was sehr viel Spass.
Freitag am Morgen zum Metzger Wiener geholt, und ordentlich Fleisch für einen Gulascheintopf. Der restliche Tag verging mit Suppe umrühren, zwischendurch in den Keller Angelzeug ins Auto laden, und immer wieder mit einer Stippvisite im Büro. Jeder der mich kennt, kann sich vorstellen was es für eine Arbeit war alles zu packen, will ja immer für alle Möglichkeiten vorbereitet sein. Falls jemand auf die Idee kommen sollte auf Karpfen anzusitzen, habe ich das Tackle natürlich auch noch eingepackt.
Um 10:00 Uhr wollten wir uns treffen. Ich rechtzeitig los, unterwegs noch ein paar Brezeln und ein paar Süße Stückchen eingekauft, so dass ich um 8:30 schon am Wasser war.
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige, habe ich mir gedacht.
Naja hatte ja reichlich zu tun. Kyrill hat mir einen großen Baum auf den Weg gelegt, weshalb ich das Gerödel doch ein paar Meter (200 m) tragen musste. Ein paar mal hin und zurück gibt das schon Strecke, wollte gar nicht an den Abend zwecks einladen denken.

Dietmar war der erste den ich begrüßen konnte. 9:15 Uhr war er da, leider hatte ich da schweißgebadet das Gepäck schon am Angelplatz. Dietmar wäre schon eine geeignete Hilfe gewesen. Er erklärte mir nur mit leichtem Gepäck zu reisen, da er ja nicht viel braucht.
Angelrute in der Hand und das restliche was er braucht hat er in einem Art Überlebensgürtel mit fünf kleinen Täschchen verstaut. Er sollte sich später noch wundern...........


Kurz danach kamen auch die anderen, und nach kurzem Hallo wurde erst mal mit einem Bier angestoßen. Bei dem klasse Wetter, und wenn man weis was sich Angler immer gleich zu erzählen haben, verging gleich mal die erste halbe Stunde. Naja wenigstens ich habe dann mal eine Rute aufgebaut und einen Tauwurm auf Grund gelegt. Der Anfang war gemacht, die zweite Rute konnte ja noch warten. Schnell wieder das Fläschchen in die Hand und mich wieder in der Gesprächsrunde eingereiht. Ein Kaffeekränzchen mit zehn Frauen ist da eher als stumm zu bezeichnen. Das Wasser wurde gelobt, Ruten wurden angeschaut und zu allem gab`s was zu erzählen. Nur geangelt hat bis dahin keiner, obwohl das doch der Sinn unseres Treffens war. Eine weitere halbe Stunde später bemerkte ich aus dem Augenwinkel ein energisches Rucken an meiner Feeder. Leider habe ich den Anhieb verschlafen, der Wurm war weg, das hat man nun von der Quatscherei. Doch der verhauene Biss war schon ein Startschuss, der Fisch war da, und jeder besann sich warum er hier war.


Während ich mich dann schon mal um die warmen Wiener bemühte, war ja schon bald Mittag, bauten meine Mitstreiter ihr Gerät zusammen und frönten dem Hobby.


Alexander konnte schon bald einen stattlichen Döbel unterhalb der Steinpackung landen. Dietmar fing eine Regenbogenforelle deutlich über 40 cm. Das die stattlichen Regenbogenforellen immer nur in der Schonzeit beißen wollen. Leider gibt es davon kein Bild, da sie gleich schonend in ihr Element zurückgesetzt wurde.
Zu Mittag hat dann jeder schnell zwei Paar Wiener und ne Brezel gegessen, dann ging es auch schon weiter. Dietmar war jetzt ziemlich angefressen und griff zu Käse. Biss auf Biss hatte er unterhalb der Querverbauung zu verzeichnen. Meines Erachtens waren es aber viele Steinbisse, innerhalb kürzester Zeit hatte er seine wenigen Utensilien dem Flussgott als Opfer dargeboten. Wenigstens kam er auf seinen Besorgungstouren doch bei jedem mal vorbei, sonst hätten wir ihn nicht so viel gesehen. Ja der Fluss forderte seinen Tribut, beim Versuch den letzten Futterkorb zu retten ging dann auch noch ein Kescher in die Binsen. Ja Dietmar bei der nächsten Tour ist doch ein kleiner Angelkoffer angesagt.



Benjamin hat auch geangelt, ob man aber so die Bisse sieht?
Beim ersten Bild war noch was in der Flasche, aber beim zweiten war die Flasche weg.


Egal seine Stunde sollte schon noch kommen.
Kurz vor dem Abendessen heulte der Bissanzeiger von Jörg auf. An seiner Bienenmade machte sich ein Fisch zu schaffen. Jörg war natürlich unten auf Steinbissjagd. So gönnte ich mir den Spass und hab einen Anhieb gesetzt. Doch was war das? So eine Rute hatte ich noch nie in der Hand. Starr wie ein Besenstiel, wollte er auf Wels gehen? Vor lauter Schreck habe ich gleich mal die Bremse weiter aufgemacht, denn das konnte nur eine Forelle sein. Sie lies sich aber trotzdem mit dem Besenstiel ans Ufer führen, und Benjamin kescherte sie gewohnt sicher. Mit knapp fünfzig Zentimeter war es dann auch keine Kleine.

Schonzeit macht richtig glücklich. !!!!!!!!!
Nach dem Abendessen sind Alexander und Dietmar wieder an ihre Steinpackung runter.


Jörg machte noch Kaffee, und ich begann bevor es ganz dunkel wurde, mit meinen einsamen Wanderungen zum Auto. Beim Kaffee im Schein einer Petroleumlampe saßen wir noch eine Weile in gemütlicher Runde.

Nur Benjamin hatte plötzlich wieder zu tun. Nach einem ersten Döbel fing er eine Mühlkoppe, ein schöner Indikator für die Iller. Unvorstellbar wie dieses fingerlange Fischlein so einen Wurm verhaften kann.

Alles war schon im Auto, als ich meine letzte Rute aus dem Wasser holte. Beim einholen vergriff sich auch bei mir noch ein kleiner Döbel. Habe ihn zum wachsen noch mal in sein Element entlassen.
Für eine Rutte hat es leider nicht gereicht. Entweder waren keine da, oder die Umstände waren nicht die besten. Schönstes Wetter eben und sinkendes Wasser, nicht gerade die besten Aussichten für erfolgreiches Ruttenfischen.
Um 20:00 Uhr begaben wir uns auf den Heimweg. Ein schöner Tag mit tollen Kollegen war zu Ende.
Beim Schreiben dieser Zeilen wird mir wieder ganz warm ums Herz, ich werde noch einige Tage von diesem Erlebnis zehren. Sollte dieses Gefühl nachlassen, mache ich ein neues Date aus, ich habe ein Versprechen der Jungs in der Tasche, jawohl sie wollen wiederkommen!

Danke für den schönen Tag!!!!!!!!

