Schon die Anfahrt ins 225/228 Farioland am Samstagmorgen, die Freunde vom Fishing Team 225 hatten zum Aeschenfischen geladen, gestaltete sich recht gespenstisch, denn der zähe Morgennebel im Unterland, speziell der Aare entlang, tanzte in dicken Schwaden über das Land. Um 8.30 Uhr war es dann soweit, nach einem kurzen Morgengruss, Richu, Tömu, Schumi, Stefan, Fredu und Sam waren die Ersten gewesen, flogen meine Nymphen an der Hölzelmontage Richtung Wasseroberfläche, um darauf sofort in die Tiefe zu sinken und in der Hoffnung, eine 228er Aesche zum Anbiss zu verführen. Getreu dem Motto: „Mogenstund hat Gold im Mund!“

Das Fischen mit dem Zapfen stellte sich für viele zur wahren Herausforderung dar, gegen 10 Uhr waren zwar die ersten Anzeichen von Sonnenstrahlen über der Nebel zu erkennen, doch direkt über dem Wasser tanzten nach wie vor die Nebelschleier ihre Reigen und machten es einem nicht gerade leicht, den Lauf seines Zapfens über eine längere Strecke beobachten zu können. Da machte „Mann“ gerne eine Teepause, tschau Fredu, hat Spass gemacht zu berichten, hoffe wir sehen uns nächste Saison auf dem Bielersee und ein kleiner Schwatz unter Freunden ist ja auch nicht zu verachten (bei mit schon fast ein „Muss“)!

Gegen Mittag, ja, es dauerte gestern recht lang bis die Sonne die Überhand gewinnen konnte, zeigte sich die Strecke im 228 Revier von ihrer ganzen Schönheit und Pracht. Der tiefe Wasserstand machte das Ufer weitgehend bestens begehbar und die farbige Natur des Indianersommers tat ihr übriges zur einmaligen Kulisse und Stimmung unter allen Freunden.

Nachdem sich nun im wahrsten Sinne des Wortes die Schleier gelüftet hatten, waren auch die weiteren Kameraden, die sich zum Treffen eingefunden hatten zu erkennen. Die Thuner Hard Core Fischer waren mit ihrem Hard Core Team angereist, angeführt vom Highlander
Salmotti mit Pimpmaster Fluego (auf dem Bild) sowie Vätu mit Hund und Don Nivea Master. Fischen und Fischen, dass war die Parole, hat Spass gemacht Freunde, dass müssen wir wiederholen!

Die Freunde gaben alles, ob mit der Fliegenrute, oder ob mit dem Wurm, es wurde den ganzen Vormittag gefischt was das Zeug hielt und das machte Hunger. Die Kameraden vom 225er, denen ich an dieser Stelle nochmals meinen aufrichtigen Dank für ihre Gastfreundschaft aussprechen möchte, hatten den Grill (der selbstgebaute Grill war der Hammer) kräftig eingeheizt und die Würste verbreiteten einen Duft, der einem den Weg zu ihnen hin, auch mit verbundenen Augen wies. Ob mit einem Glas Mineralwasser, Bier oder Wein, dass Bratgut schmeckte ausgezeichnet mit frischem Ofenbrot und Senf, Fischerherz was willst du mehr!? Auch ein guter Kaffee wurde gereicht, wer wollte, der genoss noch den zusätzlichen Schuss „Zwetschgen“ darin oder dazu, wie es einem beliebte. Die Stimmung war hervorragend und „Mann“ merkte, dass sich hier Freunde und Gleichgesinnte zu einem Treffen eingefunden hatten, derer es noch viele geben sollte/müsste/dürfte!

Meinen ganz speziellen Dank möchte ich Richu aussprechen, du hast dich als Grillmeister bewährt! Den Laien bitte ich zu beachten, die perfekte Haltung der Grillzange, den konzentrierten Blick und was mir persönlich am wichtigsten dünkt, kein Teller ist leer! Tschau Richu, Danke! Die „Chümi – Würste“ waren spitze und auch die „Schweinswürste“ waren fein, gerade richtig, um sich zu stärken. Der Andrang am Grill war hoch und der Eine oder Andere Freund (bin auch dreimal angestanden, habe aber die letzte Wurst mir Nivea Master brüderlich geteilt), probierte sich gleich durch beide Spezialitäten. War eine feine Sache, stimmt es oder habe ich Recht Schumi? Hallo Otti, Proscht!

Nach der Stärkung reifte am Nachmittag der Plan B, denn die Aeschen hatten am Morgen anderes im Sinn, was auch immer, nach unseren Ködern stand er auf Jedenfalls nicht. Der „Barbenhunter“ Michu erfreute uns aber mit gekonnter Technik und respektablem Geschick bis anhin mit zwei Barben, die er sauber ausdrillte. Grosses Petri! Dazu besonders Erwähnen möchte ich, dass der Michu sich als Einsteiger geoutet hat und mir erzählt hat, dass er erst seit gut einem Jahr zur Fischerei gefunden hat und es ihm trotz aller Anstrengungen und Bemühungen nicht gelungen ist, eine Aesche zu überlisten. Ich möchte dir an dieser Stelle eines sagen mein Freund, wer es schafft, in einer so grossen Ansammlung von geübten Fischern locker drei Barben zu fangen, dem ist seine Aesche mit Sicherheit reserviert. Gehe so oft du kannst ans Wasser zum Fischen, ich weiss, sie wartet auf dich!
Plan B sah vor, dass wir uns auf die Andere Flussseite begaben, um es an den verschiedenen Hot Spots auf die Aeschen zu versuchen. Doch heute wollten sie ganz einfach nicht wie wir wollten und es gelang uns auch nicht auf dieser Seite eine Fahnenträgerin zu verführen. Doch was ein echte Hard Core Fischer ist, der liess sich von solchen Kleinigkeiten nicht entmutigen und greift zu gröberem Geschütz, um vielleicht doch noch ein Hecht oder Zander beim Auslauf zu erwischen. Dem Freund Nivea Master gelang zwar ein Anbiss von einem Flusshecht auf den langsam, an Grundnähe geführten Gufi, der auf ca 65 cm geschätzte Esox verabschiedete sich aber nach kurzer und heftiger Gegenwehr wieder in sein Reich. Unser Guide „Barbenhunter“ Michu, dem wir für die Führung und die Infos danken, war in der Zwischenzeit wieder auf die andere Flussseite gewechselt um eine weitere Barbe zu fangen. Respekt mein Freund, gut gefischt!

Jeder noch so schöne Tag geht einmal zu Ende und in einem sind sich alle Einig, die Zeit verging viel zu schnell, fast wie im Traum! Mir hat es riesig Spass gemacht mit euch einen schönen und in jeder Beziehung gelungenen Fischtag zu verbringen, Danke Freunde!
Wie im Schlaf, reihen sich manchmal die Träume fast Nahtlos aneinander und an diesem Wochenende sollte es so sein! Am Sonntagmorgen, ca 8 Uhr meldete sich Mauro und wir verabredeten uns für einen Gemeinsamen Trip gegen 9 Uhr am Kanal. Von Nebel ist heute Morgen kaum die Rede und die Sonne wärmte bereits unsere Hände, bei doch frischen 7° C, mit ihren ersten Strahlen.

Die Bilder sprechen für sich und wenn träumen immer so schön sein kann, wer bitte will dann noch aufwachen? Wir hatten heute Morgen das nötige Glück am richtigen Ort zu sein und es ging wieder einmal Schlag auf Schlag. Mauro eröffnete beim Wehr, ich doppelte unter der Brücke nach. 50 m weiter Flussabwärts holte Mauro zum zweiten Schlag aus und innerhalb der nächsten viertel Sunde, konnte auch ich eine weitere Aesche landen.

Vier wunderschöne Aeschen zwischen 37 cm und 42 cm in weniger als 90 Minuten, dass sind Träume und wer sie erleben darf, der kann noch lange davon erzählen.

Ein weiterer Kamerad der sich heute Morgen an einer 40er Fahnenträgerin erfreuen durfte war Vjeko. Ihm gelang der schöne Fang auf eine braun/beige Nymphe, an einer selbst geknüpften Montage mit dem Tirolerhölzel. Die Freunde (Mauro berichtete) fingen auch gestern je eine masige Aesche und entliessen derer drei untermasige wieder ihrem Element.

Träume sind nicht immer Schäume, dann und wann gehen sie in Erfüllung! Dieses Wochenende wird mir noch lange in Erinnerung bleiben und dann, in Zeiten wo es gerade mal nicht so läuft wie man gerne träumt, daran zurückdenken und mich erneut motivieren, im Wissen, dass der nächste Traum bestimmt kommen wird. In diesem Sinne!



