Pünktlich auf die sauheisse Wetseason hab ich mich wieder aus Down Under verdünnisiert, nur um in der saukalten "Wet season" in den hiesigen Gefilden einzuchecken (brrrrrrrrrr, ist das kalt hier ). Für einmal war ich mehr mit Kamera und Feldstecher auf der Jagd als mit dem Rütchen. Ich werde euch nicht annähernd so hammergeile, ja beinahe poetische Fischereiabenteuer bieten können, wie sie zur Zeit, Petri Dank, von unserem fischenden Poeten HABA reinschneien (respect my friend, go on mate... ). Aber ich denke die Bilder sprechen für sich - wer lieber Bildli anschaut als zu lesen, der ist hier richtig...
Auf dem Weg entlang der Westküste von Perth nach Bromme war vor allem gemütliches Beachlife angesagt. Das warme Fussbad beim Fischen jederzeit inbegriffen
Die Vielfalt der Fische ist enorm. Am meisten Spass machten mir diese kleinen Scheisserchen, klingt komisch - ist aber so. Unglaublich wie diese Dinger abgehen! Meine 2er Mustad-Haken haben sich jedenfalls einige Male als zu schwach erwiesen und sind gebrochen wie nix
Die Locals bevorzugen dort eine andere Art der Fischerei.
Mein erster guter. Das BBQ reichte für das ganze Dorf ...
... und auch meine gefiederten Freunde kamen nie zu kurz!
Die Meerfischerei war ja ganz schön, aber mein eigentliches Interesse galt von Anfang an diesen grimmigen Kerlen
Der Barramundi! Ein unglaublicher Kämpfer, fantastisch am Haken und noch fantastischer auf dem Teller!!! Auch die Biologie dieses Fisches ist ziemlich ungewöhnlich. Er vollzieht sich einer Geschlechtsumwandlung vom Männchen zum Weibchen, sobald er die 80cm Marke erreicht. Deshalb ist auch die Entnahme der Kapitalen, und davon gibts reichlich, ab 80cm streng untersagt!
Nein,dieser fette Brummer ist kein Barramundi, das ist Mike. Er ist selbst ein Vollblutaussie und reist seit nunmehr fast 2 Jahren mit seinen Ruten kreuz und quer durchs Land. Man beachte den gebührenden Abstand zum Ufer. Hier, nahe El Questro in Western Australia, machte ich meine ersten Erfahrungen mit den berüchtigten Krokodilen. Die gelben Augen waren überall und kaum hatte man sie entdeckt, waren sie auch schon wieder lautlos untergetaucht.
Ich redete mir stets ein, dass wenn schon derjenige dran glauben musste, welcher mehr Speck auf den Rippen hatte. Das nennt man positives Denken Jungs, oder ?
Es dauerte dann tatsächlich nicht lange bis ich meinen ersten Barrabiss hatte. Es fühlte sich mehr an wie eine Explosion in meiner Rute. Kein Witz, ich hab mir dabei beinahe mein Handgelenk verstaucht! Die Sprünge waren so heftig, dass ich mich fragte ob ich hier am fischen oder am Kite-surfen bin... Die Bremse klang wie Musik in meinen Ohren... ahhhh war das geil. Auch Mike steuerte noch seinen Beitrag zum Znacht bei.
Danach war erstmal Erholung im OZ-Style angesagt ...
... bevors am nächsten Morgen nochmal ans gleiche Billabong ging. Wie gelernt, die erste überhängende Pandana (Yuca-Palmen ähnliche Bäume, welche jeweils tief übers Wasser hängen) anwerfen - und PENG! Der hängt Auuu, nicht schon wieder mein Handgelenk "Zum Glück" waren die Attacken an diesem Morgen etwas sanfter, und auch die Fische waren deutlich kleiner. Aber geil wars allemal.
Ich weiss, ich weiss - geht ja gar nicht, so ein panierter Fisch! Leider war der Feumer im Camp liegengeblieben, und eine Handlandung grenzt an diesen Gewässern an Harakiri. Und wer seinen Fisch fürs Foto noch sauber waschen möchte, der endet dann halt mal einen Kopf kürzer (so wie vor einpaar Wochen der Typ oben in Cooktown...). Also, ich hoffe ihr vergebt mir nochmal Jungs
Das waren dann leider die letzten Barramundis für mich. Ich hatte im Northern Territory noch einige schöne Bisse, welche ich aber allesamt versemmelt hab. Dort oben wurde es auch mit den Salties nicht einfacher. Je weiter nordöstlich es ging, desto grösser wurden die gierigen Mäuler. Vor allem im Kakadu N.P. wimmelte es geradezu. Das Fischen in diesen Gefilden empfiehlt sich hier nur noch von einem sicheren Felsen oder vom Boot aus.
Wer beobachtet hier wen?
Diese Schleimer in einem austrocknenden Billabong in der Nähe von Darwin wären wohl eine leichte Beute gewesen. Aber erstens keine wirkliche Herausforderung und zweitens wenig appetitlich.
Aber eben, Down Under ist nicht nur für Petrijünger ein schönes Plätzchen! Wer Freude an der puren Natur mit einer schier endlosen Vielfalt an Fauna und Flora hat, ist hier richtig. Einige Impressionen, wirklich nur einige - ich könnte noch stundenlang so weitermachen...
Wer kennt ihn noch, denn Bullen Charlie aus Crocodile Dundee. Etwas verstaubt steht er jetzt auf einer Bartheke in einer urchigen Bar im Northern Territory
Komisch, ich muss irgendwie an Moorhuhn schiessen denken
Ja ja, ich gebs ja zu, bin ein unverbesserlicher Tierlifan.
Aber auch die Landschaften sind einfach
Na ja, die Fische spielten vielleicht für einmal nicht die erste Geige, aber das "Alternativprogramm" war doch auch nicht schlecht, oder
G'day mate, I'm comin' back...
Mit einem zufriedenen Petri-Gruss, euer Reiseberichterstatter MS Tripper
Zuletzt geändert von MS Tripper am Sa 22. Nov 2008, 17:37, insgesamt 3-mal geändert.
Vielen lieben Dank! Genialer Bericht, macht richtig Spass zu lesen. Und die Bilder erst, einfach spitze. Die Kingfisher/Eisvögel sind dort ja noch tiefblauer als bei uns
hammer bilder du solltest fürs animan photographieren thanks
ps: krokodile können doch richtig schnell rennen auf kurze distanz...fraglich ob dir 3 meter abstand vom ufer was nützen würden wenn eines an dir interessiert wäre...ich hätte extremen respekt so nahe ans wasser zu gehen...
ohh mann...all die geilen berichte...seufz..." fernweh"
gruss fäbe
Zuletzt geändert von Firetiger am Sa 22. Nov 2008, 12:22, insgesamt 1-mal geändert.
Danke Tom für den super Bericht und die wahnsinns Bilder!
Bei diesen Krokis würde ich nicht mal auf Feumer-Distanz an's Wasser gehen und würde die Fische noch über 20m Strand drillen, Selbstschutz geht vor Tierschutz...
MS Tripper hat geschrieben:Ja ja, ich gebs ja zu, bin ein unverbesserlicher Tierlifan.