Winterfischen mit der Picker

Hier kommen die Fragen und Antworten zum Friedfisch/Weissfisch fangen und dem Gerät rein.
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Udo

Winterfischen mit der Picker

Beitrag von Udo » Do 21. Sep 2006, 16:36

Winterfischen mit der Picker



Die Forellen haben ja ab Oktober Schonzeit was für mich der Beginn der anglerischen Winterszeit ist. Ab Mitte November stellt sich so nach und nach das Niedrigwasser in Bächen und Flüssen ein. Die Algen und Wasserplanzen sterben ab, und das Wasser wird klarer.

In der Zeit lohnen sich die Gewässerspaziergänge um den Tatsachen auf den Grund zu sehen.

Ihr werdet staunen, was es da zu sehen gibt. Da tauchen Gumpen auf die dort nie vermutet wurden. Steine und Hindernisse lassen sich erkennen, Rinnen werden erkennbar und und und.

Diese Information dienen auch für den kommenden Sommer, um dann aussichtsreiche Stellen aufzusuchen. Sicher verändern auch Hochwasser immer wieder den Untergrund, deshalb gehen wir im nächsten Winter wieder los, dann wenn das verborgene wieder sichtbarer wird.

Ihr seht man kann sich auch auf den Winter freuen.



Nun wer im Winter fische fangen will muß sich schon überlegen wo und wie. Sein Gewässer sollte man hierzu schon kennen. Also schaut einfach mal rein.



Wo fischen wir nun?

Wer im Winter an der richtigen Stelle angelt braucht kein Profiangler zu sein um Fische zu fangen. Im Winter sind oft viele Seen und Teiche zugefroren, so dass uns nur die Flüße und Bäche bleiben.



Gerade im Winter suchen die Fische Schutz vor dem Strömungsdruck um Energie zu sparen.

Eben den schon erwähnten Gumpen und hinter den Steinen und Hindernissen im Fluß oder Bach.



Döbel und Barben lassen sich auch im Winter in stärkerer Strömung, also an Bacheinläufen und unterhalb eines Wehrs fangen. Da fischen wir nicht in der Hauptströmung, sondern an der Kehrströmung und den Strömungskanten.



Die Einmündung eines Kanals in den Fluss sollte auch befischt werden, dort bildet sich eine Drehströhmung in der der Tisch für die fische reichlich gedeckt ist. Nach der Mahlzeit finden die Weißfische im strömungsarmen Kanal wieder energiesparend Schutz .



Genauso sollten wir die Stellen ansteuern, in der Altärme und Mühlgraben in den Fluß münden.



Was für Fische werden nun gefangen. Erstgenannt sei der Döbel ein Fisch der das ganze Jahr Freude macht. Der Döbel hat auch im Winter am meisten Hunger. Dann die Barbe, die Nase, die Zährte , und die allgegenwertigen Rotaugen. Rotfedern, Brachsen und Karpfen lassen sich auch fangen.



Winterfischen heisst sensibel und leicht fischen, die Posenmontage treibt durch die Strömung manchmal zu schnell ab, oder es können bestimmte Stellen mit der Pose nicht exakt befischt werden.



Dann greifen wir zu einer Winkle-Picker. Ich benutze eine Shadow X Force von Spro mit 300cm, und habe als Rolle eine Quantum Energy Ti 2000 mit einer 18 Schnur drauf, viele Profis sagen sei noch zu stark, aber ich fühl mich damit sicherer, bin eben noch kein Profi.



Winklepicker gibt es in den Längen von 240-330 cm. Als rollen werden die kleineren Modelle genutzt höchsten 30er. Wegen der geringen Schnurstärke sollte die Rolle eine gut einstellbare und gut funktionierende Bremse haben.



Es wird auch empfohlen eine dünne geflochtene Schnur zu benutzen und nur ein paar Meter monofile Schlagschnur vorzuschalten. Ich habe nur eine mono drauf. Die Profis sagen durch die Geflochtene sei die Bißerkennung noch sensibler.

Haken verwende ich die Größen 8 bis 12, es werden aber durchaus auch Haken bis zur Größe 18-20 gefischt. Denke mir das sind Haken für Wettangler, ich will schon die Größeren fangen.



Als Blei wird mit Tropfenblei und Tellerblei (die bleiben in der Strömung besser liegen) gefischt. Bleigewicht bei mir bis zu 20 gr. (ich habe die härtere Spitze meiner Picker montiert) Im Durchnitt beschreibt die Literatur 4-16 gr. Das Blei wird meistens an einem Seitenarm zwischen 40-80 cm anzuknoten. Eine Schlaufenmontage hat sich auch durchgesetzt.



Alternativ kann auch mit kleinen Futterkörbchen gefischt werden, nur immer das Gesamtgewicht der Montage beachten, sollte nicht zu schwer gewählt werden. Ein wenig zufüttern kann man auch von Hand oder mit der Schleuder ect.



Habe ich meine Montage zusammen habe ich die Möglichkeit ultrafein selbst auf größere Entfernungen (20-30m) und auch sehr nah gefischt werden. Brauche nicht umbauen und kann somit den Fischen folgen.



Der Köder wird ausgeworfen. Sobald dann das Blei am Boden liegt wird die Schnur durch langsames einkurbeln gestrafft. Idealerweise liegt die Rute parallel zum Wasser die Schnur zeigt im 90 Gradwinkel zur Angelstelle. Gestrafft wir solange bis sich die sensible Spitze bis zu 5 cm Richtung Wasser neigt. Das Blei hält die Spitze in der Stellung bis zum biß entweder sie beugt sich noch weiter, oder sie schnellt in die gerade Stellung zurück. In beiden Fällen wird das Szenario mit einem schnellen Anhieb quittiert. Ein spannender Drill sollte den Abschluß bilden. Eine breite Rutenablage vorne eignet sich besser, ähnlich den Teilen die von Stippfischer benutzt werden. Bei den zarten Bissen im Winter (oft nur ein zittern der spitze) ist konzentriertes Fischen angesagt. Spezialisten haben da zum besseren erkennen eine Skalentafel entwickelt. Schwarze und Weiße Streifen senkrecht parallel aufgemalt auf einer Tafel, soll nicht so ermüdend für die Augen sein. An Bächen wird die Rute aber auch gerne senkrecht wie eine Feederrute aufgestellt, manchmal fehlt halt der Platz. Funzt aber genauso gut mit der Bißanzeige. Speziell bei einer stärkeren Strömung ist diese Methode auch angebrachter.



Zu den Ködern allgemein: es eignet sich jeder bekannte Friedfischköder. Im Winter werden die fischigen proteinhaltigen Köder sehr gerne genommen aber auch Mais und Hanf. Das ganze eher herb würzig als süß. Speziell Frühstücksfleisch wird gerne von Döbel und Barben genommen, ein bischen in der Pfanne vorgebraten und schon hält der Köder besser.



Im Winter ist weniger oft mehr, also sparsam anfüttern und die Köder eher kleiner halten.



Alles in allem es ist eine schöne feine spannende Fischerei im Winter, der Erfolg wird nicht ausbleiben und der Drill an feinem leichten Geschirr gibt schon was her. Bitte denkt an eure Bremse, eine Barbe oder ein Karpfen leistet oft wütenden Widerstand. Als Dank werdet ihr schön gezeichnete Winterfische betrachten, in meinen Augen sind die in der kalten Jahreszeit viel prächtiger und farbenfroher anzusehen.



Ich werde jetzt bald meine Pickersachen zusammen suchen, und im November geht’s los. Ihr braucht nicht früh aufzustehen, von 10-14:00 Uhr ist fischen angesagt vorher und nachher ist meistens wenig los.



Im Winter seid ihr oft allein am Wasser, nützt diese Zeit und angelt vor allem an den stellen die vor lauter Bewuchs im sommer nicht befischt werden können. An diesen stellen kennen die fische uns Angler noch nicht, und nicht selten stehen hier die Kapitalen.



Petri Heil

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Beitrag von Rolf » Do 21. Sep 2006, 17:49

Also wenn der Udo in die Tasten haut, kommen immer die tollsten Berichte zusammen. Es ist eine Freude sie zu lesen :!:



Super Udo, vielen Dank :up:
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

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