Fliegenfischen an der Traun

Hier ist der Platz, um Eure Fänge zu präsentieren.
Antworten
medfisch

Fliegenfischen an der Traun

Beitrag von medfisch »

Hallo,

wie schon an anderer Stelle bemerkt hab ich am 2. und 3.10 an einer Fliegenfischpartie mit Guiding an der Traun in Eisenärzt und Ruhpolding teilgenommen. Dazugekommen bin ich wie die Jungfer zum Kind, weil zwei der gebuchten Teilnehmer kurzfristig ausfielen und dann, zu deutlich humanen Kosten, Ersatz gesucht wurde, mein Freund und Praxiskollege Steffen und ich wurden gefragt und sagten logischereise nicht nein. Zur Erkärung, die Traun in diesem Bereich ist ein Top-Fliegenfisch-Areal, entsprechend exklusiv ist der Kreis der Fischer. Das Guiding wurde nicht von Meister H. aus S. durchgeführt sondern ganz lässig vom Andi Pfirstinger aus Bad Tölz. Nach der Ankunft kurzes Kennenlernen ( insgesamt 8 Leute ) und dann ein Trip auf den Eisenärzter Sportplatz- Werfen auf Fischattrappen- Instruktion durch unseren Guide. Als ich an der Reihe war und warf sagte er" sehr schön, aber Du solltest die Schnur gestreckt auf den Boden bringen ( okay, ich hatte immer so ein paar Schlaufen ), mach mal", und damit hielt er meine Schulter fest, mit der anderen Hand schob er meinen Ellenbogen, " so, und zieh zu Deinem Bizeps hin",.....die Veränderungen gegenüber meinem bisherigen Wurfstil erschienen mir zunächst gering, nach 3-4 Würfen allein war mir klar, dass da eine elementare Differenz bestand, allerdings war ich plötzlich in der Lage meine Fliege an einer säuberlich gestreckten Schnur zu präsentieren, bloss fiel alle zwei bis drei Würfe die Schnur über mir zusammen, wie seit einem Jahr nicht mehr gekannt." Na toll," dachte ich mir,"dafür hast Du auch noch gezahlt", gottseidank war dann Mittagessen.

Am Nachmittag gings an die Traun in Ruhpolding, in Zweiergruppen, ich mit meinem Freund Steffen, absolut klares Wasser, niedriger Wasserstand, und etliche, schwer auszumachende Forellen, eifriges Fischen, mit ungewohnter Technik über etwa eine Stunde, kein Biss, dann warf ich stromaufwärts, über einen Stein in einen Gumpen, ein kurzer Wasserschwall, Anhieb, die Rute bog sich, da musste ein Fisch dran sein, ( insgeheim mein Gedanken Sch...Schonhaken ) die Schnur trieb ohne Spannung auf mich zu, ich strippte wie der Champ und hatte plötzlich wieder eine gebogene Rute und Kontakt zum Fisch, eine 30 er Bachforelle, mit Steffens Hilfe gelandet und schonend wieder eingesetzt, es ging also. Der Andi, unser Guide kam dann vorbei, arbeitete erst mit dem Steffen, kam dann zu mir und schlug als erstes vor, von der bisher verwendeten 6er Rute auf meine 3er umzusteigen, er nahm die Rute sagte" schau mal auf den Stein da rechts", warf und.. Wasserschwall. Rute krumm, Biss, Landung einer 35 er Bachforelle ( Schonzeit ) Release.. oh man.." Jetzt mach mal Du", schlechtes Gefühl, meine Lieblingsrute übernommen, neuer Bewegungsablauf, " da am rechten Stein, siehst Du sie, ?, ich sah, " verlänger noch ein bisschen, gut, absetzen", ich setzte ab mit ungewohnter Technik, gestrecktem Vorfach,...Wasserschwall, Biss, Bachforelle 35cm sicher gelandet, saugeil.

Dann ging er, es war schon späterer Nachmittag, na ja, kein weitere Biss, Abfahrt nach Eisenärzt in den Gasthof, Abendessen, danach ein wirklich schöner Abend mit den übrigen Teilnehmern, Abbau gewisser Vorurteile bei mir, obwohl ich mir darüber klar bin, dass ich Fischen niemals in der Art, wie einige Teilnehmer, ausführen werden kann. Der Wirt kam an unseren Tisch und zeigte uns das letzte Foto von Walter, der legendären Forelle, beim letzten Fang, im April diesen Jahres war er ( nach genauer Inspektion stellte sich heraus, dass es sich um einen Rogner handelte ) 87 cm lang und sehr massiv, der an der Strecke, die wir am nächsten Tag aufsuchen sollten,seine Heimstatt hatte. Um unsere Angelplätze zu erreichen mussten wir ca 500 m auf dem, über der Traun gelegenen Bahndamm entlang gehen. Kurz vor unserem Ziel forderte uns der Andi auf mal in den Fluss zu gucken, mit Polbrille, ich traute meinen Augen nicht!!!! Über den gesamten Bereich standen Forellen ohne Ende in der Strömung, z.T. mit der Grösse von Walter, eine nach der anderen, wie sich dann herausstellte, alles Angelexperten, klares Wasser, klare Sicht, feines Fischen war angesagt auf, ich weiss nicht, wie ich es sagen soll, eigentlich Monsterforellen. Die Fische waren von unseren Bemühungen mit Nymphen etc. absolut ungerührt, nach Empfehlung vom Andi gingen wir beide auf eine 16er Adams Parachute über," mamma mia, big trout and small fly", nach 5 min sah ich eine dicken Wasserschwall vor meiner Fliege, zwei! Rücken, dann bog sich die Rute, es folgte eine temperamentvolle Gegenwehr des Fisches ein längerer Drill, der eine 45er Bachforelle zur Landung brachte. Der Fisch war absolut fit, auf seinem Rücken waren allerdings zwei tiefe Wunden zu sehen, wahrscheinlich durch Kormoranattacke, oder Gänsesäger.. Nachdem die Wunden nicht frisch waren, keine Eiterung aufwiesen und der Fisch sehr agil war, hab ich ihn wieder zurückgesetz, eine etwas schwierige Entscheidung, aber ich denke sie war richtig. Kurzdrauf sah ich wie beim Steffen, der etwa 15 m flussabwärts von mir stand die Rute krumm wurde, er hatte das gegenüberliegende Flussufer im Bereich einer Gumpe angeworfen ( Adams parachute ), und glaubte zunächst an einen Hänger, der Haken hing auch, allerdings an einem U-Boot von Forelle, wie sich herausstellte. Zunächst kam es zu einer Art lautlosem Duell, der Fisch stand, die Rute war gebogen, der Steffen hielt nur die Spannung, nach ein paar Minuten ( denk ich mal, selbst beim Zuschauen dauerte das ewig ) gab der Fisch nach, ging in die Flussmitte und sprang....erster Gedanke "Sch... so ein Brackel am kleinen Haken", wieder ein paar Minuten Duell, dann kurz bevor ich mit dem Kescher zur Stelle war, ein weitere Sprung, ein Kopfschütteln und die Fliege war frei, der Fisch allerdings auch, fast schon arrogant, wie er dann lässig wieder im Gumpen verschwand. Im weiteren Verlauf hatten wir dann noch ein paar Fänge, ich hatte mich mittlerweilen gut an den neuen Bewegungsablauf gewöhnt, aber eigentlich nichts mehr spektakuläres zu berichten.

Fazit: Ein geführtes Fischen mit Guide bringt viel, wenn derjenige, wie in unserem Fall engagiert und kompetent ist. Die sog. Top-Strecken sind wohlwirklich top, wie in diesem Fall die Traun, die zwei Tage waren in jeder Hinsicht erfreulich, es könnte zur Gewohnheit werden, bis man richtig gut ist, da allerdins schreit die Brieftasche, bis zum nächsten mal wirdswohl etwas dauern. Leider hab ich noch keine Fotos von dem Event, aber bei Gelegenheit werde ich etwas nachliefern ,

viele Grüsse Giselher
Benutzeravatar
Uwe
Fischerforum Ehrenmitglied
Beiträge: 1420
Registriert: Mi 13. Sep 2006, 19:10
Meine Gewässer: Neuenburgersee /Bielersee - eigentlich überall
Wohnort: Erlach
Has thanked: 66 times
Been thanked: 12 times
Kontaktdaten:
Germany

Beitrag von Uwe »

Hallo Giselher,



danke für den tollen und spannenden Bericht Bild



Deine 45er Bafo hat ja richtig Glück gehabt, dass sie an einen Spezialisten geraten ist, der die richtige Diagnose für die verwundeten Stellen erstellen konnte :lol: :lol:



Aber Spass beiseite. Würde auch gerne mal so ein Guiding machen. Allerdings eher auf Zander!
Gruss Uwe
Eine Seeforelle zu fangen ist wie ein wunderschöner Sonnenuntergang. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erlebt haben.
pius

Beitrag von pius »

hi



toller bericht!



wer möchte nicht an solchen traumrevieren fischen?
Udo

Beitrag von Udo »

Super Giselher toller Bericht. Würde mich schon noch interessieren was der Last Minute Trip gekostet hat, und vor allem was er bei normaler Buchung kostet. Freue mich schon auf die Bilder. :wink:
Helmut

Beitrag von Helmut »

Tolle Sache Giselher :wink:

Auf die Bilder bin ich gespannt :!:
Benutzeravatar
Rolf
Fischerforum Administrator
Beiträge: 3694
Registriert: Mi 30. Aug 2006, 12:34
Meine Gewässer: See und Fluss
Wohnort: Mittelland
Has thanked: 312 times
Been thanked: 271 times
Switzerland

Beitrag von Rolf »

vielen Dank Giselher,



es macht Freude solche Berichte zu lesen :!: 8)
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!
Antworten

Zurück zu „Fangberichte Fliegenfischen“