Teich besetzen - WIE ???

Fragen und Antworten im Sinne von privater Fischzucht, welche nicht nur zur Bestockung von Gewässern dient.
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Garrick
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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von Garrick » Fr 15. Dez 2017, 16:59

Hi

Wasserpflanzen und Rotfedern kommt nicht gut!
Ausser sie wuchern extrem.

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AndiM
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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von AndiM » Fr 15. Dez 2017, 17:11

Hallo,

der Teich wird so 6x4 Meter und so 2,50/3,00 Meter tief. Der Teich wird von Anfang an gut bepflanzt werden.
Da sind so 3,4 Rotfedern nicht in der Lage für Kahlwuchs zu sorgen.
Im Gegenteil; es wird wohl, je Bedarf, eher noch paar mehr geben, da viele der Wasserpflanzen doch den Sommer über massiv wuchbern; Bsp. Wasserpest.

Gruss

Andi

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Swordfish
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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von Swordfish » Sa 16. Dez 2017, 21:03

Sehe da auch überhaupt kein Problem mit Rotfedern und Wasserpflanzen. Ich hatte nen bedeutend kleineren Teich mit viel mehr Rotfedern und hatte trotzdem jede Menge an verschiedenen Wasserpflanzen. Gerade Wasserpest kriegste definitiv nicht klein :lol:
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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Sa 16. Dez 2017, 22:09

Also ich hatte bei meinem bescheidenen Tümpel auch nie Probleme mit den Pflanzen und den Rotfedern.
:lol: Laut einer Studie sind Menschen mit weniger Freunden glücklicher und zufriedener..

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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von Garrick » Di 19. Dez 2017, 18:25

Ja dann waren meine sicher Bündner Salatfedern :lol:

Haben tatsächlich alle feinen Pflanzen vernichtet. Jeweils im Sommer gabs nebenbei Zaunwinden! Waren wild darauf.

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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von Swordfish » Mi 20. Dez 2017, 11:40

Ich hab meine 'kostbaren' Wasserpflanzen (also alles ausser Seerosen, Wasserpest und Wasserlinsen) jeweils zu Beginn an einem geschützten Uferbereich heranwachsen lassen und erst nach ca 6-12 Monaten den Rotfedern zum Vernichten überlassen :lol: Das hat prima (fast zu gut) funktioniert.
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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von AndyG66 » Do 3. Mai 2018, 22:41

In den Teich meiner Eltern habe ich vor 40 Jahren aus dem nahen, kleinen Bach, 3mm grosse Fischbrut mit Wasserpflanzen eingeschleppt. Zu unserem Erstaunen wurden daraus ca. 15 - 20cm grosse Fische. Welche selbst das komplette durchfrieren des Wassers überstehen. Die Population ist noch heute drin - äusserst Pflegeleicht und sie lassen alle Wasserpflanzen in Ruhe.

Alles spricht dafür dass es Karauschen (Bauernkarpfen) sind. Die soll es allerdings gemäss Wiki in der Schweiz nicht geben - was ich nicht bsestätigen kann 8) . Die können bis zu 60cm gross werden (passen sich dem Gewässer an) und lieben Teiche mit viel Pflanzen (welche sie in Ruhe lasssen). Die Fische sind wahre Überlebenskünstler und fressen hauptsächlich Mückenlarven. In grösseren Teichen wird empfohlen sie mit Hechten zusammenzuhalten.

Ich könnte ein paar abgeben bei Interesse.

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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von astacus » Do 3. Mai 2018, 23:54

Wenn du nicht soweit weg wärst, würde ich ein paar Karauschen abnehmen. In der Schweiz ist diese Art nicht heimisch, kommt aber manchmal verwildert vor, da sie früher als lebender Köderfisch verkauft wurde. Wir haben in der Region auch Weiher mit Vorkommen. Wobei ich dort auch schon nachweisen konnte, dass es sich doch nicht um Karauschen handelt, sondern um Giebel. Das könnte es bei dir eigentlich auch sein. Friert das Wasser komplett durch, überleben aber weder Karauschen noch Giebel... Und ans Gewässer anpassen tun sich Fische nicht wirklich, sondern ans Nahrungsangebot. Und das ist in Gartenteichen aufgrund des oft hohen Besatzes meist sehr beschränkt und die Fische konkurrenzieren sich gegenseitig. Was daraus resultiert, ist eine Verbuttung. Das ist bei deinen Karauschen nicht anders.
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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Fr 4. Mai 2018, 07:08

Also im Greifensee haben wir einen sehr guten Karauschenbestand wie auch einen guten Giebelbestand.
Wir habe sogar Bastarde daraus die man fast nicht mehr Artgerecht trennen kann. Oder sie sind mit Karpfen vermist..

Wir hatten an unserem Gewässer letztes Jahr eine grössere diskusion nach einem angeblichen Karpfen fang der sich schnell als Karausche herausstellte.
Es gibt sie also schon länger bei uns.
Im Greifensee sicher schon 40Jahre da der Vater vom Kollege früher immer wider welche gefangen hatte.

Vor allem als Hechtköder.

Bei uns im einstigen Fischerladen haben sie auch Karauschen als Köfis verkauft, die kamen immer aus einem Teich im Dörfchen.. Jahr für Jahr..
Mfg
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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von astacus » Fr 4. Mai 2018, 08:58

90% aller Fischer können Giebel nicht sicher von Karauschen unterscheiden. Zumindest in der Schweiz, wo die Arten nicht so häufig vorkommen. Im Osten mag dies anders sein. In der Praxis ist die Unterscheidung nämlich viel schwieriger als gerne angegeben wird. Die Färbung alleine (Karausche sei angeblich dunkler) ist kein so sicheres Merkmal wie viele meinen, da die Färbung des Fisches sehr stark von der Umwelt abhängt. Wir hatten bei Abfischungen die Arten auch anfänglich schon falsch bestimmt und erst nachträglich die Art sicher zuordnen können.

BAF, da nimmt es ganz ernsthaft mich wunder, wie ihr Kreuzungen zwischen Karauschen und Giebeln sicher erkennt?!

Übrigens habe ich sogar eine Kreuzung zwischen Karpfen und Giebel oder Karausche in meinem Gartenteich. Aber ob da nun Giebel oder Karausche beteiligt war, halte ich aufgrund der äusserlichen Merkmale für unmöglich zu sagen.
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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von astacus » Fr 4. Mai 2018, 09:00

Ach ja, und noch zum Giebel: Es ist zwar nur eine Hypothese meinerseits, aber ich stark davon aus, dass die Giebelvorkommen in manchen Gewässer nichts anderes als verwilderte Goldfischvorkommen sind.
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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von AndyG66 » Fr 4. Mai 2018, 12:17

@Bad Ass Fisherman

"Im Greifensee sicher schon 40Jahre da der Vater vom Kollege früher immer wider welche gefangen hatte."

Das würde sich ja mit meinen Angaben decken - Das Moorbächlein wo ich die Brut als Kind vor 40 Jahren mit Wasserpflanzen mitnahm, fliesst nämlich in den Greifensee. Von Sulzbach, durch die Wüehri.

Und da der Teich, wo sie drin sind, nur so 50cm tief ist, gehe ich schon davon aus, dass der Teich in den letzten Jahrzehnten bei Rekordkälte durchgefroren war.

Ich habe die Fische mal vor 20 Jahren als Karauschen bestimmt - Nach gestrigem Guggeln (und viel mehr Infos wie früher) - könnten es Hybriden sein. Aber "reine" Giebel sind es kaum.

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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Fr 4. Mai 2018, 13:48

Es ist wie bei Vogelspinnen, die färbung macht noch keie bestimmte Art au!!

Es ist schwirig ja gebe ich zu und auch nicht fehler frei zu bestimmen.
Aber Karpfen waren es sicher keine.
Karauschen auch nicht.
Giebel nicht 100%..

Auf kreuzungen kamen wir, da nur selten Ausgewachsene Karauschen gefangen werden.
Und von dem her fehlen auch die Laichpartner.
Schlussvollgernd müssten es gekreuzte Arten sein.

Wei beim Rapfen und den Alet.

100% sicher waren auch wir uns nicht. Was aber auf fiehl... Sie waren nie grösser als 40cm.
Was schon eher seltsam ist, da der Karpfen ja bis 100cm schaffen kann.

Evt waren es früher schon Hybride die ausgestzt wirden. Leider war ich da noch nicht auf der Welt..
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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von astacus » Fr 4. Mai 2018, 14:51

Unter den Cypriniden gibt es immer wieder Hybriden. Es gibt einige Arten, die sich verpaaren können. Allerdings hybridisiert wohl keine Art häufiger als der Giebel. Ohnehin ist er genetisch und bezüglich seiner Fortpflanzungsbiologie interessant. Dazu nur ein kleiner Auszug aus Wikipedia dazu:
Normalerweise befinden sich in jeder Wirbeltierzelle zwei vollständige Chromosomensätze; sie sind diploid. Giebel können als einzige Karpfenfische darüber hinaus aber auch drei - triploide - vier - tetraploide - oder höher polyploide - Erbgutsätze tragen. In der Natur wurden bisher wenige Lebensräume festgestellt, in denen Populationen mit unterschiedlichem Ploidiegrad nebeneinander vorkommen, die sich aus unbekannten Gründen nicht zu vermischen scheinen. Die meisten bekannten Bestände insgesamt sind tri- oder höher polyploid. In Deutschland sind die wenigen gut untersuchten Bestände in der Regel di- beziehungsweise triploid.

Es gibt Populationen, in denen männliche und weibliche Giebel adult heranwachsen und sich geschlechtlich vermehren. Aber die meisten Giebelbestände bestehen ausschließlich aus Weibchen, die über die Fähigkeit zur gynogenetischen Vermehrung verfügen. Hierbei ist für den Anstoß der Embryonalentwicklung zwar das Eindringen eines artfremden Karpfenfischspermiums in das Giebelei erforderlich, es kommt jedoch nicht zum Einbau des männlichen Chromosomensatzes. Auf diese Weise entstehende Giebel sind die identische Replikation, ein Klon des Ursprungsweibchens. Für die gynogenetischen Weibchenbestände ist die Fortpflanzung dadurch nicht prinzipiell vereinfacht. Sie müssen artfremde, den Cypriniden angehörende Sexualwirte finden, deren bevorstehende Paarung erkennen und gleichzeitig mit ihnen ablaichen. Über die sehr wahrscheinlich hormonelle Steuerung dieses komplizierten Vorgangs ist noch nichts bekannt.

Untersuchte gynogenetische Giebelbestände in Europa waren bisher stets tri- oder tetraploid. Die sich seit 1985 vor der estnischen Ostseeküste im Brackwasser ausbreitenden Giebel vermehren sich geschlechtlich und sind diploid. Darüber hinaus existieren noch kaum untersuchte Bestände aus polyploiden Weibchen und Männchen, von denen die gynogenetische Vermehrung bekannt ist, jedoch nicht die Rolle der Männchen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Giebel_(Fisch)
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Re: Teich besetzen - WIE ???

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Fr 4. Mai 2018, 15:48

Extrem Interessant!!!

Also eine Art von Pathogenese...
Wie bei gewissen Blattschreckenarten.
Mfg
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