Ich möchte hier auf keinen Fall die Diskussion über Forellenpuffs etc. lostreten, sondern nur meine persönliche Erfahrung, welche wir am Wochenende vom 10. und 11. Juni 2011 auf dem Lungernsee gesammelt haben, wiedergeben.
Meine persönliche Meinung über die Art dieser Fischerei soll hier nicht von Interesse sein.
Hier mal drei Bilder, wobei ich absichtlich datrauf verzichtet habe, die "Trophäen" zu bebildern:
Nun zu der Fischerei, wobei zu erwähnen ist, dass keiner von uns den See kannte:
Wir waren 11 Personen auf 4 Booten verteilt. Ein Boot war ausgerüstet mit einem Echolot. Zuerst haben alle gezielt auf Hecht und Seeforelle (Schleppfischerei) gefischt, Ergebnis null, zero, nada, rien, nothing...., das selbe Bild bei Denjenigen unter uns, die auf die Felchenpirsch gingen.
Danach wurde (mehr oder weniger) gezielt auf die Regenbogen-Besatz-Fische geangelt, wer sich ein wenig bemühte und dies mit ein bischen Ernsthaftigkeit betrieb wurde innert kürzester Zeit mit dem Maximum der möglichen Entnahmen (5 Fische) belohnt, grössen zwischen 30 und 36 cm.
Viele der Regenbögler wiesen Verletzungen auf, die darauf schliessen lassen, dass das Zuchtgewässer von diversen Prädatoren heimgesucht wird, Einzelne wiesen auch Biss-Spuren vom Hecht auf.
WIr nehmen an, dass ein riesiger Besatz stattgefunden hat, der Befischungsdruck eher als gering einzustufen ist, da wir nach 6 Stunden wirklich alle das Fischen auf die Regenbögler aufgeben mussten. Als Köder benutzen wir Bienenmaden und Wurm, auf ca 1,0 bis 2,0m Tiefe.
Mit der Gambe konnten wir noch das eine oder andere (wirklich schöne) Egli fangen, ebenfalls auf Wurm.
Fazit der Fischerei:
Wenig anspruchsvoll und nicht sehr reizvoll auf die Regenbögler, für ausgewachsene Fischer. Auf Hecht, Seeforelle, Egli und Felche eher ein schwieriger See, wenn man ihn nicht kennt (so wie überall halt).
Das "Fischerparadies":
Die Boote wurden vorreserviert, ebenso die Patente (im Hotel in Lungern, wo wir übernachteten war ebenfalls das Touristenbüro), hat geradezu perfekt geklappt. Die Leute dort waren zu jederzeit äusserst freundlich, hilfsbereit und entgegenkommend. Die Boote selbst sind mit Sicherheit das grösste Plus vom Lungernsee! Selten so gute Boote gehabt! Die angegebene Maximal-Personenzahl von 4 Leuten kann wirklich vollumfänglich ausgenutzt werden. Die Boote mit den flachen Riffelblechböden sind top! Kein Schaukeln, gut ausgerüstet, vernünftige Anker mit Spindel, 4 Rutenhalter, perfekter 8PS-Motor. Da nimmt man gerne in Kauf, dass die "Abnahme" der Boote wirklich pedantisch geschieht...
Wirklich negativ ist, dass es keine vernünftige Ausnahme-Stelle gibt. 2 kleine plastik-Handwaschbeckeli ca 50cm breit, ohne Ablagemöglichkeit ist Alles
Bei der Nachfrage, was mit den Abfällen zu geschehen habe (wir haben sämtliche Fische filetiert) die Antwort die uns wirklich geschockt hat:
"Dort drüben ist ein Robydog, nimm dort Säckli raus, Innerein rein, Säckli wieder in den Robydog....".
Schluss-Fazit:
Wer sich nicht zu schade ist, mal mit Anfängern oder Jungfischern auf den Lungernsee zu gehen, wird belohnt mit gutem Material (Boote, Zubehör), einer prachtvollen Umgebung, freundlichen Menschen und mit Sicherheit auch mit Petri-Heil.
Wir, als selbsternannte "Sportfischer", werden als Gruppe sicher nicht mehr gehen, aber nicht weil es der Lugnernsee war, sondern weil unsere Ansprüche an ein Fischgewässer nicht an der Anzahl der gefangenen Regenböglern gemessen wird.
Für Einsteiger jedoch, oder, wenn ein "älterer Semester" aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten muss und trotzalledem wieder mal einen "Drill" erleben will, kann ich das nur empfehlen!
Nun geschätzte Fischforümmler/innen, lest meinen Bericht, macht das was ihr wollt daraus, aber bitte fangt keine Diskussion über Sinn und Unsinn solcher Fischgewässer an! Danke!
Cheers