Das ist meiner Meinung aber noch lange nicht nachhaltig, da es Tatsache ist, dass besonders grosse Fische massgeblich für eine hohe Reproduktionsrate sorgen, und wichtig sind. Viele Eier, höhere Chancen, dass einer dieses Nachwuchs das Laichalter erreicht.helix hat geschrieben:Durch ganz klare Richtlinien punkto Mindestmaschenweiten bei den jeweiligen Netzen (hohe, niedere Schwebnetze, niedere Grundnetze, Reusen etc.), welche sowohl von Gewässer zu Gewässer als auch von Jahreszeit zu Jahreszeit unterschiedlich sind, kann man die Grösse der Hauptzielfische ziemlich exakt bestimmen. Somit sollte wie bei uns gewährleistet sein, dass die Fische mindestens einmal in ihrem Leben ablaichen können. Maschenweiten können jährlich, in begründeten Annahmen sogar jeden Monat neu angepasst werden.
Genau diese "grossen" haben beim Konzept "fangt soviel ihr könnt" mit "reglementierten" Maschenweite auf die Dauer schlechte Karten.
Wenn es heisst "Fangt soviel ihr könnt," aber die Maschenweite garantiert das ein Tier mindestens 1x ablaicht, bedeutet dies auf die Dauer noch lange keine nachhaltige Fischerei, was symptomatisch ist in vielen Gewässern. Die Fänge nehmen ab, die Durchschnittsgrösse reduziert sich.
Am Schluss bleiben geschlechtsreife Fische, die durch ihre Mindestgrösse, gegeben durch die Maschenweite, viel weniger Eier produzieren als ihre grösseren Artgenossen, die es auf die Dauer nicht mehr geben kann.
Die Maschenweite reduziert nicht nur die Grösse, sondern auch die Reproduktionsrate!
Der Rattenschwanz ist gegeben.
Hinzu kommt noch, grosse Fische haben mehr Marktwert, das ist es was der Konsument will. Aber die Strategie wie wir sie heute haben geht irgendwie nicht auf, und ist auf die Dauer kontraproduktiv.
Beispiel Nielbarsch am Viktoriasee. Kontrollen könnt ihr vergessen, es geht um Existenz der lokalen Fischer, es wird gefangen soviel man kann, Hauptsache die Fabriken bekommen Fisch welchen sie exportieren, die wollen aber nur die grossen, die kleinen ~5-10kg werden an die lokalen Familien verkauft
Es ist erwiesen, dass sich die Fangmengen innerhalb der letzten 3 Jahren auf die Hälfte reduziert haben
Die Durchschnittsgösse liegt bei 50 - 90cm, 2-20kg. Für einen Fisch der ausgewachsen über 2m und über 100kg erreichen kann.
Dies nur als Vergleich, die Probleme dort sind viel tiefgreifender und sicher nicht mit unseren vergleichbar, aber es zeigt doch die Tendenz, und das eben rein durch eine reglementierte Machenweite keine Nachhaltigkeit gepredigt werden kann.
Das zeigt auch was im Thema "Seesaiblinge im Thunersee" diskutiert wurde, komisch gibt es keine grossen Tiere mehr. Genau diese grossen Fische braucht es aber um Nachhaltige Fischerei zu betreiben.
Desswegen glaube ich, das man durch Gewichtskontingente mehr erreichen könnte, als durch Maschenweiten.
Da ist einmal Schluss. Man fängt massige, grosse, aber irgendeinmal ist das Kontingent erreicht, dann ist Schluss
Auch das bestätigt mir wieder: "Fangt soviel ihr könnt".helix hat geschrieben:Auch die Anzahl Netze ist limitiert, jedoch auf so hohem Niveau, dass ein Berufsfischer alleine, das Maximum gar nicht ausnützen könnte
Das ist ja wie die Fangzahlbeschränkungen für uns, die sind so "Hochgestapelt", sind kaum erreichbar....
Eine Nachhaltige Fangzahlbeschränkung, Kontingentierung sollte doch so festgelegt sein, das sie erreichbar ist, ansonsten bringt es nichts. Wenn es kaum möglich ist diese zu erreichen, heisst das doch, wie schon 100x erwähnt, "Fangt soviel ihr könnt". Und ehrlich, das ist auch bei uns Hobbyfischern so.
Gruss
Tom
