Pro und Kontra Regenbogenforelle

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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hans_dampf_69

Beitrag von hans_dampf_69 »

ich denke die meisten von euch kennen andreas moser (netz natur).

und sonst gibts hier nachhilfe: http://www.unizh.ch/info/dies/2006/hc/moser.html



mit grosser (aber nicht endgültiger) sicherheit war er es, der bachforellen zusammen mit rb's in ein aquarium setze und beobachtete. es zeigte deutlich wie die bachfrollenen von den rb's verdrängt wurden und kaum noch nahrung erwischten (es waren sömmerlinge). die rb's wuchsen schnell heran, währen die bf's kaum fortschritte machten.



--> wenn wir nun von einem verdrängen der einten art durch die andere ausgängen, bin ich mir immernoch nicht sicher ob das auch grosse auswirkung auf die umgebung hätte. so grosse, dass man es verhindern müsste? ich tendiere zu einem: kaum. somit pro rb!



leider spielte mir mein gedächtnis schon so manchen streich.

weiss jemand ob es wirklich eine netz natur sendung war?

(dass es im schweizer tv war ist sicher)



macht andreas moser eine aussage, ist die für mich fast schon gesetz. denn sein wissen und sein interesse für die tiere ist so gross, dass jedes anzweifeln schon fast als überheblich gewertet werden kann 8)



was er wohl zum kormoran meint?
astacus

Beitrag von astacus »

ich bin ein grosser bewunderer von andreas moser. nicht wegen seinen naturwissenschaftlichen kenntnissen, sondern wegen seiner fähigkeit, komplexe zusammenhänge verständlich und interessant an die leute zu bringen, ohne dabei oberflächlich zu sein. ohne ihn würde es um das naturverständis von herr und frau schweizer ein gutes stück schlechter stehen. er ist für mich ein absolut unverzichtbarer teil des schweizer fernsehens. trotzdem ist mir schon die eine oder andere falschinformation in seiner sendung aufgefallen.



den versuch mit den forellen kenne ich nicht. er ist aber sehr interessant und beweist doch scheinbar, was die direkte konkurrenz für auswirkungen haben kann. das spricht gerade in gewässern mit bafo-beständen klar gegen einen besatz mit refos.



doch auch in gewässern, wo sich die bafo nicht mehr halten kann, bin ich gegen den besatz mit refos. schauen wir doch einmal die verschiedenen fischregionen in den gewässern an. wo früher forellen- oder äschenregionen waren, sind heute durch flusskraftwerke (=geringere fliessgeschwindigkeit) häufig barben- oder brachsemregionen entstanden. daher nahmen die bafos entsprechend ab. ihre rolle als raubfisch im ökosystem wird in diesen regionen aber durch andere einheimische fische eingenommen, namentlich durch egli und hecht, seltener auch durch wels. ein besatz mit refos um eine angebliche lücke im ökosystem zu füllen ist also auch hier nicht nötig.



es ist völlig logisch, dass eine veränderte ökomorphologie des gewässers eine veränderte fischartenzusammensetzung nach sich zieht. dies geschieht sukzessive über einen gewissen zeitraum. wir müssen nicht versuchen, künstlich ein gleichgewicht schaffen zu wollen, ein solches wird sich selbst einstellen. wo beutefische egal welcher art vorhanden sind, werden sich auch einheimische raubfische ansiedeln, denn wir haben für praktisch jeden gewässertyp raubfische. ein paar schlimme ausnahmen gibt es natürlich, etwa kanäle ohne jegliche sohlen- und uferstruktur. dort halten sich natürlich keine bafos oder andere heimische räuber, aber auch keine beutefische und übrigens auch keine refos. diese müssten also auch dort besetzt werden



wir haben also gar keine ökologischen lücken, welche wir mit refos füllen können, höchtens fischereiliche. somit sind wir aber wieder dort, wo wir schon mal waren und wo mein problem liegt: wir fischer müssen uns dem angebot der natur anpassen und nicht umgekehrt!



ach ja, wegen andreas moser und kormoran:

ich vermute stark, dass er an einer bejagung des kormorans keine freude hat. ich habe zwar seine meinung zum kormoran nie gehört, aber bei bär, wolf und luchs, wo die probleme ähnlich liegen, ist er im prinzip gegen eine regulation. er meint zwar schon, dass man kompromisse schliessen müsse und besonders schadenstiftende tiere erlegen könne, aber er wehrt sich stark gegen eine regulation von raubtierbeständen und sieht darin keine ökologische notwendigkeit. er hat sich beispielsweise auch klar gegen die pläne des kantons solothurn zur tötung von zwei luchsen ausgesprochen.
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