Hallo,
ich finde es großartig, dass man sich in diesem Forum solche Gedanken macht.
Als Außenstehender durfte ich vor 2 Wochen für 2 Tage durch einen Freund mir ein eigenes Bild über die Aare in Interlaken sowie in Bern machen.
Ich darf behaupten, dass ich in Europa schon so einiges an Äschengewässern gesehen bzw. befischt habe (Deutschland, Frankreich, Österreich und Dänemark). Die Aare hat mich schwer beeindruckt, wir konnten einige sehr große Äschen in dem Gewässer lokalisieren.
Des Weiteren konnte ich aus einiger Entfernung beobachten wie eine wirklich gute Äsche gelandet wurde.
Generell muss ich sagen, dass ich mich erschrocken habe, welche Mengen an Individuen entnommen wurden. Etwas vergleichbares habe ich noch nie beobachtet. Innerlich habe ich mich gefragt, dass es schon verwunderlich ist, dass dieses Gewässer den hohen Befischungsdruck bzw. die hohen Entnahmemengen so verkraftet hat. Ein einheimischer Fischer erzählte mir, dass die Äschen in der Aare ein sehr gutes Größenwachstum aufweisen. Seiner Auffassung nach würden viele Individuen entnommen, bevor sie in der Lage sind zur Fortpflanzung beizutragen.
Ich kann nur erahnen was die Aare einmal für ein Äschengewässer gewesen sein muss.
Einschränkungen in Bezug auf Entnahmemengen sowie Optimierungen des Schonmaßes werden von vielen Fischern eher skeptisch betrachtet. Dennoch bin ich der Auffassung, dass solche Maßnahmen hier schon lange angebracht wären, um die Populationen zu unterstützen bzw. zufördern.
Keine Entnahme von Äschen oder höchstens zwei Individuen pro Tag waren bis dahin für mich bis dato die Regel. Wenn ihr euch mal außerhalb der Schweiz orientiert, werdet ihr wohl kaum gute Gewässer mit Äschenbeständen finden in denen Tagesentnahmen von bis zu 6 Stück möglich sind.
Ich würde mich freuen, vielleicht in einigen Jahren noch einmal diese Gewässerabschnitte zu besuchen und ein anderes Bild vorzufinden.
Gruß Matthias