Neozoen Diskussion

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
Antworten
T-Rig

Beitrag von T-Rig »

@zuma, wie kannst du löwen mit fischen vergleichen!? Löwen würden die winter in der CH sowieso nicht vertagen! Warum sollte man nicht fische aussetzen die sich natürlich fortpflanzen können. Hast noch nie eine regebogenforelle oder zander gefangen und macht es nicht spass etwas in einem gewässer zu fangen wo einheimische nicht mehr vorhanden sind und auch nicht mehr überleben können? Open your mind!

Wenn wir nicht alternativen suchen werden unsere kinder gar keine fische mehr fangen. Es ist leider so!
salvenius

Beitrag von salvenius »

fishcatcha85 hat geschrieben:


haha am Hochrhein sind Lachse und Meerforellen einheimisch... zum glück fange ich sie jedes mal... ja sie sind sogar lästig



weiss jemand was mit dem rapfen ist?sind demfall nicht heimisch?!


Was unsere Vorfahren mit den Meliorationen, dem Kraftwerksbau und dem Kanalbau in kürzester Zeit zerstört haben, versucht man heute wieder gut zu machen. Die Meerforellen (=Bachforelle = Seeforelle) und der Lachs sind und bleiben heimisch! Verschiedene Programme befassen sich intensiv mit der Wiederansiedlung von Lachsen und Meerforellen. Die Lachse stehen eigentlich schon wieder vor den Toren der Schweiz. In Deutschland wurden in den letzten Jahren riesige Fischtreppen gebaut, welche auch gut funktionieren. In Iffezheim und Gomsheim wurden z.B. schon mehrere rückwandernde Meerforellen und Lachse registriert (Saumon-Rhin).



Der Haken an der ganzen Sache ist, dass die Zerstörung der ursprünglichen Habitate in kürzester Zeit geschehen ist, und um diesen Schaden zu reparieren werden Jahrzehnte vergehen, bis die Lachse und Meerforellen wieder natürlicherweise bis in den Hochrhein wandern können. Ob du, fishcatcha, in deiner Fischerkarriere noch Lachse fangen wirst, ist ungewiss. Vielleicht werden sich aber deine Kinder über Lachsfänge erfreuen (Nachhaltigkeit).



Die Fischtreppe beim Kraftwerk Eglisau wird beispielsweise in den nächsten Jahren ganz neu und lachsgängig gebaut, mit 2 Eingängen zu herkömmlichen Schlitzpässen und einem zusätzlichen Fischlift bei der Schiffsschleuse. Wenn dann alle Kraftwerke im Rahmen von Neukonzessionierungen und Restwassersanierungen umgebaut werden, besteht durchaus die Chance, dass diese zwei Fischarten wieder vorkommen können.



Mit diesem Kommentar möchte ich klarstellen, dass Lachse und die wandernde Form der Forellen (Salmo trutta) zu den einheimischen Fischarten gehören und weiterhin gehören werden...



An der Diskussion über die Neozoen möchte ich mich nicht weiters beteiligen. Ich habe schon in verschiedenen Threads meine Statements abgegeben...



Weitere Infos zum Lachs und zur Meerforelle findest du bei der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins: Rhein / Lachs 2020
Zuletzt geändert von salvenius am Mi 12. Sep 2007, 11:43, insgesamt 1-mal geändert.
salvenius

Beitrag von salvenius »

T-rig hat geschrieben:@zuma, wie kannst du löwen mit fischen vergleichen!? Löwen würden die winter in der CH sowieso nicht vertagen! Warum sollte man nicht fische aussetzen die sich natürlich fortpflanzen können. Hast noch nie eine regebogenforelle oder zander gefangen und macht es nicht spass etwas in einem gewässer zu fangen wo einheimische nicht mehr vorhanden sind und auch nicht mehr überleben können? Open your mind!

Wenn wir nicht alternativen suchen werden unsere kinder gar keine fische mehr fangen. Es ist leider so!


In den wenigsten Fliessgewässern der Schweiz konnte sich die Regenbogenforelle natürlich fortpflanzen, obwohl sie über Jahre tonnenweise ausgesetzt wurde... als einziges Beispiel mit einer natürlichen Reproduktion kommt mir nur der Alpenrhein in den Sinn!



Somit stellt sich die Frage, ob der Aussatz mit ReBo sinnvoll ist. Wenn die Renaturierungen und Sanierungen soweit fortgeschritten sind, dass die Längsvernetzung gewährleistet ist, werden sich auch wieder die anderen Fischarten fortpflanzen können und die Frage um den Aussatz mit ReBo wird sich erübrigen...



Bei den Zandern im allgemeinen und dem Black-Bass im Lago di Lugano sieht es anders aus: dort wo sie drin sind, sollen sie weiterleben können. Von einer aktiven Förderung halte ich allerdings wenig.
Benutzeravatar
zuma
Beiträge: 350
Registriert: Fr 15. Dez 2006, 16:25
Wohnort: am Wasser
Has thanked: 21 times
Been thanked: 13 times
Kontaktdaten:
Switzerland

Beitrag von zuma »

Danke Salvenius, besser hätte ich es auch nicht schreiben können - Du triffst den Nerv der Sache!
Gruss Kurt

(Bambus-&Trockenfliegenpurist)
T-Rig

Beitrag von T-Rig »

@suma und salvenius, wenn ihr in einigen jahren keine bafos und äschen mehr fängt werdet ihr mir doch noch zustimmen. Puritaner oder nicht! :wink:
salvenius

Beitrag von salvenius »

Puritaner? Jetzt sinkst du auf ein ganz tiefes Niveau, sorry!
fishcatcha85

Beitrag von fishcatcha85 »

salvenius



hehe es war eher ironisch gemeint... ich weiss schon, dass diverse projekte am laufen sind... aber aus meiner sicht sind die fischtreppen keine lösung... die kraftwerke haben alles verändert... aber ich denke nicht dass sich die wasserqualität verbessern wird... ich sehe, dass für die wirtschaft unsere gewässer nicht oberste priorität haben...





ich denke die äsche ist der nächste fisch der bei uns im rhein aussterben wird...



ich frage mich auch wie sie gewisse abshnitte renaturieren wollen? denke es ist aussichtslos... es wird fast unmöglich den meisten einheimische fische das zu geben was sie brauchen.. habitat ist zerstört und die wasserqualität ist im ar...





hoffe auch das meine kinder mal lachse fangen werden... aber ich realistish gesehen wäre ich froh wenn meine kinder überhaubt noch fischen dürfen und fische fangen...
T-Rig

Beitrag von T-Rig »

fishcatcha85 hat geschrieben:hoffe auch das meine kinder mal lachse fangen werden... aber ich realistish gesehen wäre ich froh wenn meine kinder überhaubt noch fischen dürfen und fische fangen...


Genau so ist es! :wink:
fishcatcha85

Beitrag von fishcatcha85 »

ist ja wirklich so... mit all denen einschränkungen die es warsheinlich geben wird... und wie die fischbestände abnehmen...
Stefan

Beitrag von Stefan »

Streamstalker hat geschrieben:
zuma hat geschrieben:Danke Salvenius, besser hätte ich es auch nicht schreiben können - Du triffst den Nerv der Sache!


Dem stimme ich absolut zu. :up:


ich auch :wink:
T-Rig

Beitrag von T-Rig »

Streamstalker hat geschrieben:
zuma hat geschrieben:Danke Salvenius, besser hätte ich es auch nicht schreiben können - Du triffst den Nerv der Sache!


Dem stimme ich absolut zu. :up:


Es sind fast ausschliesslich immer fliegenfischer. Schon seltsam!
salvenius

Beitrag von salvenius »

Nun ja, ich verbringe vielleicht 10% meiner fischereilichen Tätigkeiten mit der Fliegenrute in der Hand. Den Rest bin ich vielleicht noch zu 60% mit dem Wobbler und 30% mit dem Wurm/Butz am Zapfen oder Laufblei unterwegs...



Und gefischt wird bei mir hauptsächlich an der Aare, genauer gesagt zwischen zwei Kraftwerksstufen (Bannwil-Wynau), welche ca. 7km voneinander entfernt sind... also ein ökologisch massiv beeinträchtigtes Gewässersystem. Dennoch habe ich freude an der Fischerei, egal ob es Mal eine Bachforelle, eine Äsche, einen Alet, eine Barbe, einen Wels, ein Egli usw... gibt.
T-Rig

Beitrag von T-Rig »

Ach so, dir ist es egal ob du welse fängst, ein in der aare nicht einheimischer fisch. :wink:
fishcatcha85

Beitrag von fishcatcha85 »

salvenius



da hast du noch glück...



in meiner strecke fängst du fast nur aal, alet und barben... ab und zu bafos oder ein hecht... letztere sind eher seltenheiten...
salvenius

Beitrag von salvenius »

T-rig hat geschrieben:


Ach so, dir ist es egal ob du welse fängst, ein in der aare nicht einheimischer fisch. :wink:


Wer sagt denn, dass der Wels in der Aare nicht heimisch ist :roll: ?



Der Wels ist im Einzugsgebiet der Aare sehr wohl heimisch!!!
Antworten

Zurück zu „Fischbiologie“