So, auch ich möchte unter diesem Thema noch etwas zum Besten geben...
Ich möchte hier einen Vergleich starten: Zuma hat in einem der ersten Einträge einen Vergleich mit der Jagd gemacht. Diesen möchte ich etwas vertiefen.
Wenn ich ein Jagdrevier (zur Verdeutlichung ist dieses eingezäunt) habe, in welchem der
Lebensraum (Platz, Nahrung, Deckung) für 10 Rehe geeignet ist, so kann ich jedes Jahr den natürlichen Zuwachs abschöpfen. Wenn ich weniger abschöpfe, so habe ich in der Folge mehr Rehe. Diese fressen und bewegen sich nun in einem für mehr als 10 Rehe nicht geeigneten Lebensraum. Das "Beste" wäre, wenn die schwächsten nun einfach nichts mehr fressen würden und eingingen. Doch so ist das nicht. Da nun alle Rehe zu wenig Nahrung haben und sich in einem zu engen Lebensraum befinden, schwächen sie ab. Ideale Ausgangslage für Krankheiten. Da die Rehe zu nahe bei einander sind, verbreitet sich die Krankheit rasant. Sie zerstör den Bestand,kann ihn sogar ausrotten.
Würde ich das Gegenteil machen, und jedes Jahr zu viele Rehe erlegen, so würde auch auf diese Art und weise eine Ausrottung zu stande kommen.
Es zeigt sich also, dass das richtige "Bewirtschaften" eines Gewässers eine regelrechte "Kunst" ist. Wir müssen unser Denken ändern. Es kann nicht sein, dass wir nur Fischen wollen, um schöne Fische zu fangen. Unser Ziel muss es sein, einen dem Lebensraum angepassten, gesunden Fischbestand zu erreichen und diesen dann zu erhalten. Dies ist jedoch nicht möglich, wenn ich mein Revier und den Lebensraum, sowie den Fischbestand nicht kenne. Nicht dass ich dagegen wäre, einmal einen Tag an einem anderen Ort zu fischen, wo ich eigentlich keine Ahnung habe. Aber genau dort ist es wichtig, dass man durch gute und sinnvolle Vorschriften eine Überfischung verhindert. Denn sind wir ehrlich, viele Fischer, die keinen persönlichen bezug zu dem Gewässer haben, an dem sie fischen, denen gehts darum Fische zu fangen, egal ob der nächste auch noch was fängt, und ob es nächstes Jahr noch was hat.
Ein besserer Lebensraum bedeutet demzufolge auch mehr Fische. Das Problem das wir jedoch haben, ist die Verbesserung dieser Lebensräume. Mit unserer Frohnarbeit kann man zwar ein wenig helfen, aber eine wirkliche Veränderung können (DÜRFEN

) wir nicht selbst durchführen. Ein kleines Beispiel: Ich habe eine private Pacht an einem Bach. Durch die Hochwasser werden immer wieder Schwellen in denen es gute Bestände hatte, zugeschüttet. Immer mehr gleicht der Bach einer Autobahn. Die Nahrung (Bodentiere, Groppen etc.) wären vorhanden, dies zeigt auch der Bestand an jungen Bafos. Jedoch fehlt automatisch der Lebensraum (Platz) für grössere Fische. Vergebens versuche ich beim Kanton zu erreichen, dass ich (auf meine Kosten und nur aus eigenem Einsatz) solche Schwellen ersetzten dürfte. "Der Geschiebehaushalt würde sich verändern" heisst es. Und ich darf keine Veränderungen vornehmen.
Bezüglich dem Besatz sehe ich es also so, dass er ohne geeigneten Lebensraum gar nichts bringt. Und den Aussatz von Fangreifen Fischen, die dann möglichst schnell gefangen werden müssen, da sie sonst eingehen oder abwandern, das finde ich unter keinen Umständen befriedigen!
Somit können wir nur auf Verbesserung der Lebenräume durch die Öffentlichkeit hoffen. So lange dies jedoch nicht der Fall ist, müssen wir uns fügen und anpassen.