Übermütiges Angeln kann ins Auge gehen
Das Angeln, eine besonders Naturverbundene Freizeitbeschäftigung, gilt als entspannend und gesund, wenn auch nicht unbedingt für die Fische. Anders als beim Bungeejumping, Fallschirmspringen oder Paragliding käme kein Krankenkassenstratege auf die Idee, Angler wegen gesundheitsgefährdender Lebensweise mit einem Rissikozuschlag zu belegen. Vielleicht führt jetzt eine Studie aus den USA zum Umdenken. Angeln ist nämlich eine der häufigsten Ursachen für freizeitbedingte Augenverletzungen. Und, schlimmer noch: In vielen Fällen bleibt ein permanenter Schaden bei einem an seinem wichtigsten Sinnesorgan blessierten Freizeitfischer zurück. Amerikanische Augenärzte analysierten in einer Datenbank, in der okuläre Traumen dokumentiert sind, die Ursache jener Verletzungen, die sich die dort erfassten Patienten in ihrer Freizeit zuzogen. Nicht ganz unerwartet war Baseball die Augenunfreundlichste Sportart, zusammen mit seiner Variante Softball war das Spiel mit dem manchmal ohne Rücksicht auf den Hintermann geschwungenen Schläger und den oft in Richtung Zuschauer oder Mitspieler rasenden Bällen für fast 40% der Augenverletzungen verantwortlich.
Doch auf Platz 2 der Rangliste lag bereits Angeln. Jedes fünfte beim Sport verletzte amerikanische Auge fiel dem geruhsamen Fischfang mit Rute zum Opfer. Instrumente des Unglücks waren Haken, dass Gewicht und künstliche Köder mit seinen oft scharfen Kanten – alles Gegenstände, die nach weitem Ausholen mit der Fischrute mit aller Kraft in Richtung Wasser geworfen werden oder beim Einholen zurückschnellen und mit hoher Geschwindigkeit aufs Auge treffen können. Vier von fünf jener Patienten, die eine perforierende Verletzung erlitten hatten, büssten trotz modernster Therapien mehr als die Hälfte ihres Sehvermögen auf dem betroffenen Auge ein. Die Auswertung der Statistik ist für Ärzte Anlass, auf die Notwendigkeit hinzuweisen, beim Angeln eine Brille zu tragen. Und diese Schutzmassnahmen sind nicht nur für Angler sinnvoll, sondern auch für deren Begleiter: Fast ein Viertel der Verunfallten waren nichtangelnde Zuschauer.
Quellennachweis: Auszug, NZZ / 05, Bild: Flyleaves, Thanks for all
Übermütiges Angeln kann ins Auge gehen
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