Hallo zusammen,
unten findet Ihr einen Erfahrungsbericht von Hanspeter Güntensperger, einem erfahrenen Fischer, Leiter des SFV-Shops und Betreuer des SFV-Infomobils, zur Riverwatchausbildung 2013.
Und gerne mache ich Euch darauf aufmerksam, dass die Daten für den diesjährigen Kurs unterdessen online sind, hier gehts zum Flyer:
http://assets.wwf.ch/downloads/flyer_ri ... e_2014.pdf
Hanspeters Bericht zur Ausbildung 2013:
"Der Name Riverwatcher war mir schon mehrfach begegnet. Doch weder die Übersetzung, „Flussgucker“, noch meine Interpretationen aus Gehörtem dazu, rissen mich vom Hocker.
Das änderte sich, als mir Rosmarie Kiener, Geschäftsführerin WWF Bern, genau diesen Kurs ans Herz legte, als ich ihr einmal meine heimliche Sehnsucht verriet, dass ich mich gerne in ökologischer Richtung weiterbilden wollte, und es sollte unbedingt mit Wasser zu tun haben. Das Programm tönte vielversprechend und so reiste ich samstags zu meinen ersten Kurstag nach Andelfingen. Staunend über die vielen Teilnehmer, stellte ich bald fest, dass der ganze Querschnitt der Schweizer Bevölkerung vertreten war: Heimische, Zugezogene, Frauen wie Männer mit den unterschiedlichsten Bildungen und Berufen und auch Alterskategorien. Und -jeder der Anwesenden brannte darauf, sich für naturnahes Gewässer zu engagieren. Das war Inspiration von der ersten Sekunde an.
Hochkarätige Referenten, ein abwechslungsreiches Kursprogramm packte und begeisterte mich vollends.
Was war ich erstaunt, was mir als alte Nase unter den Fischern, noch alles nahe gebracht wurde, nicht nur das Leben des Fisches „Nase“. Mit Stiefel, Sieb, und einem Wasserkessel ausgerüstet, begann die ökologische Beurteilung des Mühlebaches vor Ort. Die Gewässergüte unter kundiger Anleitung der Biologin Eva Binderheim aufgrund der gefundenen Klein- und Nährtiere zu bestimmen, einige Bachpflanzen kennen lernen, das waren Spuren die sich einbrannten.
Während die hydraulischen Grundlagen des Wasserbaus mit Peter Schmoker direkt am Gewässer demonstriert wurden, inklusive Gewässerkorrektionen und naturnahen Wasserbau, fand der theoretische Teil durch gute Lehrkunde, aufmerksame Zuhörer, Lerner und Verfolger. Und die Hausaufgaben im Gepäck, belasteten keinen, die wir als Kursteilnehmer bis zur nächsten Stunde zu erledigen hatten.
Riverwatch war eben mehr als beobachten, galt es doch aktiv Erlerntes einen Revitalisierung bedürftigen Wasser umzusetzen. Auch meine Familie wurde involviert: Der nächste Sonntagsspaziergang führte sie und mich mit Fotoapparat zielstrebig an einen Bach, welcher in Betonhalbschalen lag, und mir als ein ideales Projekt erschien. Schmunzelt dachte ich an meinen jungen Fischerkollegen aus dem Kurs, welcher sich gleich die Aare mitten durch Bern vornehmen wollte, damit es einer bereiten Bevölkerung bewusst würde.
Aber ich glaube, genau so viel Enthusiasmus braucht es, um etwas zu bewegen und die Leute wachzurütteln. Aber eines war ab dem Moment sicher: Mich hatte das Fieber ebenso gepackt wie den jungen Mann.
Der nächste Kursteil befasste sich mit Ökomorphologischer Beurteilung der Gewässer, welches einiger Übung bedarf. In Arbeitswerkstätten wurde vermittelt, wie man ein solches Projekt überhaupt initialisiert. Ganz praktisch, wenn man schon mal die ersten Hilfestellungen von den WWF Profis erhält, mit Kartenmaterial umgehen kann. Alte historische Siegfriedkarten (1870 und 1926 publiziert), zu Hilfe ziehen kann; zeigen sie oftmals den einstigen Zustand und alte Gewässerläufe.
Man staunt, ob den bereits zahlreich erfolgreich umgesetzten Revitalisierungen, durch die Riverwatcher. So galt der nächste Besuch und Kurstag den auch dem revitalisierten Suhrespitze, wo man vor Ort solche Massnahmen eins zu eins in Augenschein nehmen konnte und in die Erfolgskontrolle mittels Monitorien, wie elektrisch abfischen und Kleinfischfallen eingeweiht wurde, welche besondere Rolle der Mündungsbereich von Gewässern aufweist.
Leider, leider findet die Arbeit nicht nur draussen im Freien statt. Sondern es braucht viel Überzeugungsarbeit bei den Behörden und Öffentlichkeit.
Ja die Öffentlichkeit: Wie funktionieren Medien? Welchen Stellenwert haben Umweltthemen in der Presse? Schnell wird klar neben Skandalen, Sex und Verbrechen, braucht es besonderer Anstrengungen um das Interesse der Öffentlichkeit zu erhalten für solche sensible Themen.
Auch mit den Behörden braucht es Verhandlungsgeschick, die notwendige Vorbereitung um erfolgreich ein Anliegen einzubringen und eine allseitig zufriedenstellende Lösung zu erzielen.
In der Rolle als Sitzungsleiter, durfte ich mir das „Gezeter“ um eine alte Baumallee anhören, welche aufgebrachte Bürger, meiner „Behörde“ vortrugen. Uff, nicht leicht, aber effizient, mal in die Rolle des Gegenüber zu schlüpfen. Und am Ende des Tages, wieder das Resümee: Etwas mehr den Fokus erweitert, Theorie und Praxis in einer hervorragenden Kombination erlernt.
So ging es mir auch in den weiteren Kurselementen. Immer wieder gab es Neues zu entdecken, zu vertiefen, zu erforschen, auszuweiten und nachhaltig zu betrachten.
Begeistert rede ich nun anders über Riverwatcher und ich denke, dass wäre nicht nur für denkende Fischer etwas, sondern ich versuche meinen Sohn als nächste Generation zum Mitwirken zu überzeugen und zum Mitmachen begeistern… und meine Familie nimmt es gelassen hin, wenn ich mit Fotoapparat, statt Rucksack nun lieber am Wasser lang marschiere, als in die Schneeberge stiefele…. "
Hanspeter Güntensperger / Frutigen
Riverwatch 2014
- Bastler
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Re: Riverwatch 2014
Hallo Hanspeter, besten Dank für Deinen Ausführlichen und Interessanten Bericht. Das war alles an einem Tag?
Gruss Bastler
Gruss Bastler
-
rocknroll666
Re: Riverwatch 2014
Hallo Bastler
Die Ausbildung wird an 4 Samstagen durchgeführt.
Tag 1: Biodiversität und Wasserbau
Tag 2: Beurteilung von Fliessgewässern, Nutzungsformen
Tag 3: Fliessgewässerrevitalisierung, Prozess und Erfolge
Tag 4: Nutzungskonflikte am Gewässer, Verhandlungen
und Öffentlichkeitsarbeit
Liebe Grüsse
Tom
Die Ausbildung wird an 4 Samstagen durchgeführt.
Tag 1: Biodiversität und Wasserbau
Tag 2: Beurteilung von Fliessgewässern, Nutzungsformen
Tag 3: Fliessgewässerrevitalisierung, Prozess und Erfolge
Tag 4: Nutzungskonflikte am Gewässer, Verhandlungen
und Öffentlichkeitsarbeit
Liebe Grüsse
Tom
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Re: Riverwatch 2014
Hallo Tom, entschuldige die Verwechslung ich war nicht ganz bei der Sache.
Nochmal besten Dank für Deine Aufklärung, ich werde mir das ernsthaft überlegen
Mit Petri Heil Carmine
Nochmal besten Dank für Deine Aufklärung, ich werde mir das ernsthaft überlegen
Mit Petri Heil Carmine
-
rocknroll666
Re: Riverwatch 2014
Die Anmeldung für den Riverwatch Kurs 2015 ist ab sofort möglich!
Hier der Link zum Flyer mit den Infos:
Sowie der Link zur Anmeldung:
http://www.wwf.ch/de/aktuell/veranstalt ... uEduId=490
Hier der Link zum Flyer mit den Infos:
Sowie der Link zur Anmeldung:
http://www.wwf.ch/de/aktuell/veranstalt ... uEduId=490
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Re: Riverwatch 2014
Liebe Fischerinnen und Fischer, ich habe den Kurs im 2014 belegt. Ich kann Nur bestätigen was Hanspeter eingangs beschreibt. Es packt einem von Anfang an. Es ist sehr Interessant und zugleich faszinierend wie packend selbst die Theoretischen Schulungen in vier Wänden gestaltet werden können. Man lernt in jeder Sekunde
Für ernsthafte fischer eine grosse Bereicherung.
Von ganzem Herzen
bastler
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