Eigentlich hätte es am Sonntag an die Bäche des Kanton Schwyz gehen sollen, aber da die Wetterpriester Regen prophezeiten, gaben wir einem unbeschwerten Samstagabend Ausgang den Vorzug. Endlich aufgewacht und einen Blick nach draussen geworfen, stellt der noch verschlafene Petrijünger ungläubig fest, dass sich die Voraussagen im Sonnenschein aufgelöst haben. Die Müdigkeit ist wie weggeblasen und es gilt, vom restlichen Fischertag noch zu retten, was zu retten ist.
Die Eglis im Zürisee sind das Ziel und vielleicht gibt’s als Beifang ja noch einen Hecht. Rasch sind die notwendigen Utensilien zusammengepackt und los geht’s für einmal an andere Orte als die gewohnten Hot Spots, die mir dieses Jahr noch keine nennenswerte Erfolge gebracht haben. Mit dem Fahrrad lässt es sich leichter erkunden und entsprechend beschränkt ist auch meine Packung.
Ich klappere also langsam das Ufer ab, finde ganze Schwärme von Eglis aber die Kerle wollen einfach nicht beissen. Von Hecht schon gar keine Spur – aber das Wasser ist glasklar und man sieht den Grund auf gut 6-7 m Tiefe. Es ist so sonnig, dass ich mir die erste Sonnenbräune holen kann. Immerhin etwas!
Schliesslich lande ich an einem Schiffsteg und beginne wieder meine Köder zu werfen. Nach kurzer Zeit zähle ich mehrere Zupfer und abgebissene Gummischwänze. Ich entscheide mich zu bleiben nach dem Motto Geduld und Würfe bringen Fisch. Zuerst bringt dies aber nur mehr Fischer an den Steg. Als dann noch einige Jungs beginnen, vom nahen Gebäudedach ins Wasser zu springen, sinken meine Beuteerwartungen auf Null. Pause ist angesagt und der Erfahrungsaustausch mit den anwesenden Petri jüngern bringt interessante Abwechslung und den entscheidenden Tipp.
Denn da erzählt einer, dass ihm am Morgen ein grosses Egli entwischt sei. Er habe auf Grund gejiggt und beim Drillen noch gesehen, dass ein ganzer Schwarm weiterer grosser Barsche mit dem gehakten Fisch nach oben gekommen sei. Die wolle er jetzt nochmals jagen. Bald jedoch verabschiedet er sich ohne Erfolg und es bleiben noch Casper und ich zurück. Ich habe inzwischen auch umgerüstet und teste verschiedene Köder aus. Schliesslich montiere ich auch diesen:
Der fängige ....
Der Seegrund ist da an einer Stelle etwas rauh und beim Einziehen gibt es immer etwas Widerstand. Du weisst nie so recht, ist es nur der Boden oder hat es einen anderen Grund. Automatisch schlage ich jedesmal leicht an. Doch plötzlich schlägt es heftig zurück und ich dopple nach. Der Zug auf der Leine bedeutet Grosses und die Krümmung der Rute ist auch nicht ohne. Die Fluchtversuche sind wild und es geht immer wieder ab in die Tiefe. Da mir auf der Hinfahrt der Feumer verloren gegangen war, drille ich den Fisch sorgfältig, um ihn müde zu machen und dann leichter greifen zu können. Egli oder Hecht, Hecht oder Egli oder gar eine SeFo?, so schiesst es mir durch den Kopf. Aber Konzentration ist angesagt und endlich sehe ich den ganzen Kerl: ein herrlicher Reelig mit aufgestellter Rückenflosse zeigt seine Flanken. Und er kommt nicht alleine: etwa ein Dutzend gleich grosser Artgenossen folgen ihm aus Beutegier. Jetzt fehlt ja nur noch der Hecht, der sich die ganze Beute holt! Soweit kam es aber nicht. Nach einem spannenden Drill und dank der geschickten Hilfe von Casper, der sich kurzerhand auf den Boden wirft, um den Fisch zu greifen, landen wir den stattlichen Reelig.
Meine grösste Hilfe war Casper. Ein grosses Dankeschön!
Macht sich doch gut das Fischchen auf meinem Teller!
