hier noch mein Anglerbericht.
Früh morgens gings los ins Glarnerland zum Camping Gäsi. Nachdem ich mich kurz im Wohnwagen eingerichtet hatte und mich im Kiosk angemeldet hatte ging es bereits los nach Glarus um ein Wochenpatent zu kaufen. Ein herzliches Dankeschön an den Jagt- & Fischereichef welcher sich viel Zeit für mich nahm und alles geduldig erklärte.
Auf dem Rückweg ging es noch kurz beim Discounter vorbei um mich mit Lebensmitteln und Bier einzudecken. Bei dieser Gelegenheit wollte ich vorsichtshalber eine Forelle kaufen um wenigstens einen Fisch auf dem Grill braten zu können
Natürlich liess ich es sein und machte mich auf den Weg zurück zu meinem Lager.

Dort angekommen war es späterer Nachmittag, regnerisch und kalt, und auf Fischen hatte ich auch keine Lust mehr.
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Auch der nächste Tag lud nicht zum Fischen ein, dennoch machte ich mich auf den Weg Richtung Walenstadt um gemütliche und sichere Angelplätzchen zu finden. Gar nicht so leicht, an einer Steilküste mit akuter Steinschlaggefahr! Natürlich regnete es permanent und ein kalter Wind durfte auch nicht fehlen.
Ich fand einige lauschige Orte, welch aber wegen der Wetterlage nicht in Frage kamen. Beim einen lagen frisch gestürtzte Felsbrocken, bei anderen war der Boden vom Regen aufgeweicht und unterspühlt, so das jederzeit ein Erdrutsch oder Baum meinen Ferien ein schnelles Ende bereiten könnten und andere wurden von der Brandung überspühlt.
Erst beim Rastplatz Walensee wurde ich fündig und beschloss hier mein Glück zu versuchen. Vorerst ging es aber wieder zurück zum Camping Gäsi, denn der Magen knurrte und ein trockenes Plätzchen zum Grillen gab es einfach nicht. Selbst der etwa 1000 Meter lange Tunnel war pitschnass.
Nun musste ich nur noch das signalisierte Steinschlaggebiet durchqueren.Schon nach wenigen Schritten sah ich frische Felsbrocken auf dem Weg liegen, welche vorher noch nicht da lagen! Mit einem mulmigen Gefühl im Magen, den Blick nach oben gerichtet und mit schnellen Schritten gelangte ich sicher zum Strand.
Da ich ziemlich durchnässt wurde, beschloss ich den Nachmittag im gemütlich beheizten Vorzelt zu verbringen und Tee zu trinken...

Sorry für die schlechte Qualität, aber das Handy musste wegen des Regens in der Schutztasche bleiben.
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Am dritten Tag sass ich morgens bei einer Tasse Kaffee und dachte etwas zynisch an die Freundin aus dem Glarnerland und ihren Wetterbericht:
[quote]Eine Freundin aus dem Glarnerland behauptet zwar: "Nei, Nei, euse Wätterbricht seit schöns Wätter vorus u schön warm blibts au!" Mal sehen wer Recht hat.[/quote]
Für mich war die Antwort klar, sie hatte wohl etwas Nebel in der Glaskugel
Aus lauter Langeweile ging ich am Nachmittag trotz leichtem Regen los um meine Wurftechnik zu trainieren. Immerhin hat der Wind aufgehört zu blasen, dennoch begegnete ich auf dem sonst recht belebten Weg Richtung Weesen nur dem Kioskbetreiber welcher hinter geschlossenen Scheiben im warmen grade etwas kochte und einem Pilzsammler welcher offenbar mehr Erfolg hatte als ich.
Mit einer einfachen Zapfenmontage begann ich also zu Üben und gezielt weiter, oder weniger weit Auszuwerfen, mehr links oder mehr nach rechts, Ihr kennt das ja und wurde belohnt. Nicht was Ihr denkt, nein nicht mit einem Fisch, aber es hörte auf zu regnen und die Sonne brach durch die Wolken.

Zum ersten mal konnte ich den Regenschutz an den Baum hängen.

Dank den Sonnenstrahlen konnte ich abends sogar noch etwas Musik hören.
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Morgen kommt meine Freundin und dann ist's Essig mit Fischen, dachte ich und blickte aus dem Vorzelt. Ich konnte es nicht glauben, die Sonne lachte und es war einigermassen trocken.
Nachmittags gings dann endlich los zum Fischen. Kaum angekommen musste ich nur noch Holz für das Lagerfeuer sammeln und schon konnte es losgehen. Da es noch zu früh war für die Trüschen, versuchte ich mein Glück mit einer Zapfenmontage in verschiedenen Tiefen. Warscheinlich haben mich die Fische ausgelacht, denn nur eine Schwanfamilie interessierte sich für mein merkwürdiges Treiben.
Endlich brach die Dämmerung herein, so dass ich auf die Grundmontage umstellen konnte. Einige male verhackte sich das Vorfach am Seeboden und riss ab und dann hat vermutlich ein Hecht meine Montage gefressen, denn es gab nur einen kleinen Ruck und weg war mein Vorfach. Natürlich montierte ich schnell ein Stahlvorfach und wollte den Schnurfresser jagen. Ich nehme es vorweg, ich habe weder ne Trüsche noch den Hecht, noch sonst einen Fisch gefangen.
Inzwischen war ich hungrig und dachte wieder an die Forelle aus dem Supermarkt, hmmm wie die jetzt wohl lecker wäre. Stattdessen gab es Bratwürste welche nach dem schönen Sonnenuntergang hervorragend schmeckten.

Schwanfamilie


Sonnenuntergang

Ist da ein Fisch?

Auch die Würste schmeckten in der freien Natur

Voller toller Eindrücke machte ich mich müde auf den Heimweg zum Wohnwagen.
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