Tausende Bachforellen am Spöl (GR) verendet

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Flümi
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Re: Tausende Bachforellen am Spöl (GR) verendet

Beitrag von Flümi » Mo 1. Apr 2013, 19:14

naja, bei Tierschutzvergehen gehts ja nach dem Einkommen.

wenn man diesen Fall als Solches und das Kraftwerk als Person behandeln würde und mit Verfahrenskosten + Busse von X Tagessätzen kommt, würden auch interessante Zahlen herauskommen. ausserdem wäre das Kraftwerk "vorbestraft" usw.
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Rolandus
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Re: Tausende Bachforellen am Spöl (GR) verendet

Beitrag von Rolandus » Mo 1. Apr 2013, 19:53

Habs eben in der Tagesschau auf SRF gesehen. Wahnsinn, wenn man bedenkt, mit wie viel Aufwand - auch Fronarbeit - solche Gewässer in Stand gehalten werden.
Besonders auch diese Strecke musste nach dem Kraftwerksbau wieder in Schuss gebracht werden in Sachen Fauna. nun war das alles " fürs Büssi".
Hoffentlich lernt die Schweiz etwas aus solchen Katastrophen für die Diskussionen um den Ausbau der Wasserkraft.
Wirklich Schade, dass es kein Aprilscherz war :-(
Immerhin will der Kanton die AG verklagen. Da muss man aber genau hinschauen, was aus der Klage wird. Diese wird sonst genau so wie der Schlamm runtergespült....
Rolandus

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Re: Tausende Bachforellen am Spöl (GR) verendet

Beitrag von Fliege » Mo 1. Apr 2013, 20:51

Liebe Kollegen

Ich habe am Freitag ca 10.00 Uhr in der Region Martina, also etwa 50km flussabwärts, den Inn in einer ganz fürchterlichen Farbe gesehen. Das ist ungwöhnlich und kennt man sonst nur vom Sommer, wenn ein Bagger im Fluss steht und irgendwelche Bauarbeiten tätigt. Selbst dann ist der Fluss nicht so schmutzig. Da am Freitag Feiertag war und da niemand was im Fluss baut, keine Unwetter mit Erdrutschen passiert sind, war mir bis zu den Meldungen in den Medien die Sache mehr als mysteriös. An einen Kraftwerksunfall denkt man da ja auch nicht gleich.

Damit will ich nur die Frage stellen, ob sich dieses Unglück nur auf die angeblich 6km im Spöl beschränkt, oder nicht noch weiter flussabwärts Folgen hat. Darüber wird bis jetzt nichts gemeldet.

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Re: Tausende Bachforellen am Spöl (GR) verendet

Beitrag von The Beastmaster » Mo 1. Apr 2013, 22:01

@Fliege
Für wie lange war denn der Inn getrübt?
Da der ganze Schlamm nun aus dem Bachbett gespühlt werden muss, wird sicher noch einiges an Material in den Inn kommen. Wie du hoffe auch ich dass das den Inn nicht auch noch belastet...

wobbler97

Re: Tausende Bachforellen am Spöl (GR) verendet

Beitrag von wobbler97 » Mo 1. Apr 2013, 22:08

Tragisch! Und wieder brauch es so ein schlimmes Beispiel, bis die Leute auf die Missstände aufmerksam werden, wie man vor ziemlich genau 2 Jahren bei Fukushima gemerkt hat. Nach dem Unfall gab es riesen Diskussionen wegen den AKWs und nun scheint das Ganze vergessen zu sein.
Hoffentlich hat das positiv längerfristige gedankliche Auswirkungen auf die nichtfischende Bevölkerung. Denn dieser "Unfall" ist ja absolut katastrophal - hoffentlich kommt die Klage durch, obwohl der Schaden an der Natur und den Fischen nicht wieder richtig gut zu machen ist!

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Re: Tausende Bachforellen am Spöl (GR) verendet

Beitrag von Rainbowwarrier » Mo 1. Apr 2013, 22:28

Ich verbrachte meine Kindheit und Jugendtage an einem beschaulichen und natürlichen Flüsschen, welches außerordentlich Fischreich war, aber auch sonst nur so vor Leben strotzte.
Es gab Bachforellen und Äschenbestände die seit vielen vielen Generationen in diesem Flüsschen lebten und sich natürlich vermehrten, gesunde vitale Fische!
Wenn man auf einer Brücke stand und nach unten ins Wasser schaute, sah man Barben, Nasen, Döbel, Forellen usw. harmonisch in der Strömung stehen.
Es gab eine ungeheure Fischdichte!!
Im Mai zogen Millionen von Haseln zum Laichen in den Fluss, was immer einen Run unter den Fischern auslöste.
Etliche Seeforellen zogen den Fluss hinauf zum Laichen und im Herbst fische ich immer mit der Fliegenrute auf Äschen.
Wenn man Steine umkehrte, war unter fast jedem eine Groppe und viele Köcherfliegenlarven hafteten daran.
Es war einfach ein Traum, nicht nur für uns Angler!
Dann wurde eines Tages ein kleinerer Stausee gespült!!

http://www.petri-heil.ch/magazin/diskus ... 01785.html

Was soll ich sagen, ALLES Leben in diesem Fluss, die dieser Brühe ausgesetzt war, war ausgelöscht.
In kürzester Zeit, einfach so!!
Die Fischervereine wurden zwar Finanziell entschädigt und es wurden über viele Jahre Fische eingesetzt, aber seit diesem Tag gibt es kaum mehr Leben darin, das man nicht künstlich eingebracht hat!
Und das nach 18 Jahren!! Dieser Fluss ist nach 18 Jahren immer noch eine biologische Wüste!
Zu allem Überfluss ist der Wasserstand gegenüber früherer Zeiten nur noch ein schlechter Witz.
Keine Hasel, keine Nasen und keine Groppen. Die Äschen und Forellen, die man fängt, wurden alle vorher eingesetzt, einfach krank sowas!
Für mich ist Wasserkraft KEINE Alternative!!

Wir sollten alle anfangen Energie zu sparen und auf jedes Hausdach gehören meiner Meinung Sonnenkollektoren.
Und jetzt wollen sie am Bodensee mittels Fracking auch noch Erdgas fördern.............
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Re: Tausende Bachforellen am Spöl (GR) verendet

Beitrag von Rolandus » Di 2. Apr 2013, 02:00

Und da war erst letzte Woche auch noch ein Fall:
http://www.thurgauerzeitung.ch/ostschwe ... 55,3350788

Wir Menschen sind wirklich der grösste Abschaum, der auf der Erde sein Dasein fristet, :censored: :censored: :censored: :censored:
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Re: Tausende Bachforellen am Spöl (GR) verendet

Beitrag von JJwizard » Di 2. Apr 2013, 08:40

....... zuerst den Fluss fast trockengelegt, dann den Schlamm hinten nachgeschickt um ganz sicher zugehen, dass die gesamte genetische Masse der Spöl für alle Zeiten vernichten ist! Nimmt mich zudem sehr wunder wie die Strafe für eine solche genetische Säuberung eines Flusses ausfälllt, doch vermutlich ist dort im Bündnerland der Kraftwerkbetreiber, verwandt mit dem Polizeischef, dem Richter und in der Regierung hockt der Patenonkel ..... oder so ähnlich! :twisted:

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Re: Tausende Bachforellen am Spöl (GR) verendet

Beitrag von Flümi » Di 2. Apr 2013, 13:01

Rolandus hat geschrieben:Und da war erst letzte Woche auch noch ein Fall:
http://www.thurgauerzeitung.ch/ostschwe ... 55,3350788
die Tragik dieser Vergiftung wird durch den Namen der Gemeinde sogar noch unterstrichen ....


*edit*
und den Rest vom Post hab ich in den anderen Thread verschoben, wo es hingehört ;)
Gruss, Stefan
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Verschlammung am Spöl

Beitrag von Fischerfreak » Fr 10. Mai 2013, 16:04

Hallo an alle,
Sicherlich habt ihr alle den verherenden Zwischenfall am Spöl mitbekommen. Ich wollte mal in die Runde Fragen ob ihr meint das dieser Zwischenfall menschliches Versagen war oder einfach nur unglücklicher Zufall. Ich persönlich glaube ja das es menschliches Versagen war! Sorry an die beteiligten! Danke schon imVoraus an alle :)
Gruss Fischerfreak!:-)

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Re: Verschlammung am Spöl

Beitrag von alpenfliege » Fr 10. Mai 2013, 22:14

Hallo Fischerfreak
Die Antwort auf deine Frage ist meines Erachtens keine Sache des Glaubens. Derartige Vorkommnisse sollten aufgrund von Tatsachen beurteilt werden. Ueber die Faktenlage ist mir jedoch nicht mehr bekannt, als in den diversen Pressemeldungen publik wurde. Und daraus entstehen höchstens Vorverurteilungen, aber kaum taugliche Schlüsse.
Viel interessanter finde ich eine seriöse Aufarbeitung und die "lessons learned", die hoffentlich irgendwann publik werden.
Gruss Werner

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Re: Verschlammung am Spöl

Beitrag von astacus » Sa 11. Mai 2013, 11:45

dieses thema gibts hier schon:

viewtopic.php?f=4&t=15989
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Re: Verschlammung am Spöl

Beitrag von Fischerfreak » So 12. Mai 2013, 08:43

Danke alpenfliege ich denke nämlich genau so!
Gruss Fischerfreak!:-)

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Re: Verschlammung am Spöl

Beitrag von Fliege » So 12. Mai 2013, 21:19

Abend Kollegen

Zuerst Anfrge an den Administrator, ob man diese Beiträge über die Verschlammung, nicht zu den "Tausende Bachforellen im Spöl verendet" anhängen könnte, die Thematik bezieht sich ja auf diesen Beitrag.

Nicht ganz korrekt sind die Äusserungen des Sprechers vom Nationalpark im Zusammenhang mit dem Kraftwerksunfall. Es wird vom Nationalpark gesprochen und der Bedeutungslosigkeit des Spöl für die Angler. http://www.srf.ch/news/regional/graubue ... eit-werden Wenn der Spöl wirklich IM Nationalpark liegen würde, so wäre die Anglerei in diesem Gewässer Sicherheit nicht erlaubt. Dem ist aber nicht so, wie man aus den Fischreivorschriften des AJF entnehmen kann. Reviernummer ist 453. Lediglich das letzte Stück vor der Einmündung in den Inn, ist Schonstrecke. Sicher kein Top Flussabschnitt schon wegen der Erreichbarkeit, aber trotzdem.
Auf der Landeskarte CH http://www.mapplus.ch/?size=2 ist auch deutlich die Parkgrenze am SW Ufer zu sehen. Fischereiverbot im Park eindeutig die Rims Seen, siehe hier http://www.gr.ch/DE/institutionen/verwa ... st_Web.pdf die rot markiert sind.
Sollten diese Aussagen nicht stimmen, dann bitte um Korrektur.

Weiters würde mich interessieren, wie sich die Verschmutzung auf die Fischerei im Inn von der Einmündung des Spöl bei Zernez flussabwärts auswirkt. Seit 1. Mai wird dort geangelt. Das Wasser floss ja nach den 6km im Spöl nicht sauber in den Inn. Ich konnte zufällig selbst ca 60km! flussabwärts an diesem Tag einen extrem schmutzigen Inn beobachten. Auch der Laichfischfang auf Äschen im angrenzenden Tirol ist durch dieses Geschehen stark beeinträchtigt worden. Auch das konnte man aus den Medien erfahren. Vielleicht könnte der Anglerkollege Corsin aus dem Münstertal, schon etwas über die Fänge zwischen Zernez und Susch und weiter bis Scuol berichten.

Gruss von Werner

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Re: Tausende Bachforellen am Spöl (GR) verendet

Beitrag von astacus » So 12. Mai 2013, 21:51

ein paar präzisierungen:

- der spöl hat zwar eine reviernummer, aber das sagt theoretisch noch nichts über die befischbarkeit aus.

- generell sind alle gewässer im nationalpark schongebiet (anhang 2 der bündnerischen fischereibetriebsvorschriften), das umfasst den ganzen oberlauf der spöl.

- der unterlauf unterhalb des nationalparks bis zur mündung in den inn ist ebenfalls schongebiet (siehe dazu ebenfalls die fischereibetriebsvorschriften)

- damit bleibt nur der mittellauf übrig, der die parkgrenze bildet. meines erachtens (!) ist dieses abschnitt befischbar, wenn man nicht auf der parkseite steht, angabe aber ohne gewähr!

- die "Rims Seen" existieren nicht, es gibt nur den lai da rims und der liegt weit ausserhalb des parks im münstertal. die roten punkte, die du meinst, ist die seenplatte von macun, dem letzten erweiterungsgebietes des parks.
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