Dezember Egli

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aede2k

Dezember Egli

Beitrag von aede2k »

Hallo zusammen

Fischt von euch in dieser Jahreszeit noch Irgendjemand erfolgreich auf Eglis? Ich war letztes Wochenende mal noch am Zürisee, aber ohne Erfolg.
Ein langsam geführter Texas/Carolina-Rig sollte ja eigentlich schon funktionieren, oder?

Was habt ihr für Erfahrungen mit dieser Jahreszeit?

Grüsse
FAX
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Re: Dezember Egli

Beitrag von FAX »

Hallo aede2k
Ein Trost,die Kollegen haben auch nichts.Ich versuche es mit Texas Rig vom Ufer und vom Boot aus.

Die Plätze wo es regelmässig Egli und auch mal einen Hecht gab,sind leeeeer.Sie sind im Zürisee in tieferen Regionen

Schlechter kanns nicht mehr werden. Viel Spass beim Rollen fetten. Mit Gruss vom Kessel FAX
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SbiroBass
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Re: Dezember Egli

Beitrag von SbiroBass »

Ich fange noch Egli vom Ufer, nicht viele aber dafür etwas bessere. Am erfolgreichsten mit dem Dropshotrig. Fische am Nordufer des Bielersees, da ist es bis 30m Tief in Wurfweite. Es ist nicht einfach und man braucht wirklich viel Geduld!

Hier paar links zu Beiträgen die ich dazu verfasst habe:
viewtopic.php?f=30&t=6008&start=60#p198953
viewtopic.php?f=18&t=15422#p196920

Und diesen Montag gabs ein 31er:
Bild

Soll ich noch eine ausführliche Anleitung posten? Hat Jemand Interesse?
Galgenfischer

Re: Dezember Egli

Beitrag von Galgenfischer »

ja :D
aede2k

Re: Dezember Egli

Beitrag von aede2k »

Ja bitte, würde mich darüber auch freuen :)
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SbiroBass
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Re: Dezember Egli

Beitrag von SbiroBass »

Hier die Anleitung wie ich im Winter, vom Ufer des Bielersees auf Egli fische 8)


Zu den Spots

Fische am nördlichen Teil des Bielersees, dort ist ein Steilufer. Da ist es in Wurfweite bis zu 35m Tief. War vor kurzem bei jemandem mit dem Boot fischen, er hatte ein Echolot und da konnte ich viel über die Gewässerstruktur lernen. Die Egli sind m.E. an den unteren Enden von Kanten und ganz gerne in Löchern. Da können sie unvorsichtige Wasserlebewesen aus der Deckung angreifen.

Allgemeine Kriterien

Perfekt sind eigentlich kleine Seeen ohne Fluchtmöglichkeit, da Fischt man einfach an den tiefsten Stellen und kann gut Egli fangen.

Schwieriger wird es an grossen Gewässern, da muss man Tiefe Stellen suchen. Ideal ist es wenn Kanten, Löcher und allgemein Struktur vorhanden ist. Die Egli suchen sich aber ganz bestimmte Bereiche aus an denen sie meisst in Gruppen verharren. Diese sind meistens sehr klein und desshalb muss man lange suchen bis man einen solchen Hot-Spot findet. Ich habe z.B. den Fuss einer Kante, wo es 2m rauf geht, danach ein kleines Plateau ist, und es anschliessend wieder rauf geht, ca. 3x3m. Da hatt es fast immer einige gute Egli. Führt man den Koder etwas nebendran, beisst nichts, wenn man die Stelle trifft, und den Köder an der Stelle bewegt, kann man bei fast jedem Wurf eins fangen.

Nicht jeder hat eine genaue Tiefenkarte seines Gewässers, ich auch nicht. Um geeignete Gebiete zu finden reichen eigentlich die Tieferkarten von Wikipedia. Da kann man schauen wo es tief ist und somit auch erahnen wo es mehr oder weniger steile Kanten hat. So als grobe Übersicht.

Hier die von Bielersee: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... lersee.png

Diese Seite ist aber aufschlussreicher, (danke für den Tipp astacus): http://map.geo.admin.ch/


Zum Gerät

Verwende seit neuem eine Daiwa Exceler in 3m und einem WG von 10-40g. Fische eigentlich nur mit der DS Montage. Dafür nehme ich ausschliesslich Birnenbleie, weil diese beim Wurf oder einem Hänger nicht gleich abreissen. Blei ist teuer und sollte so wenig wie möglich im Gewässer verteilt werden. Eigentlich nehme ich immer das schwerstmögliche Blei, bei dieser Rute sind das 30g.

Als Schnur die 10er Nanofil, habe auch die 10er Monobraid aber diese friert fest, Die Nano nicht. Von der Wurfweite ist ide Monobraid fast so gut wie die Nano, stabil ist sie auch, gefällt mir. Wichtig: Die Ringe immer vom Eis befreien, sonst wird die Schnur bis zum Abriss beschädigt. Wenn die Schnur festfriert kann man sich mit einwenig WD40 auf der Spule behelfen. Ist zwar nicht so gut für die Schnur, und der Effekt ist behilfsmässig, aber es Funktioniert. Vieleicht gibt es ja einen Bergsee/Eisfischer der einen Tipp hat.

Als Haken die VMC Stahlkopf Raubfischhaken in 2 und 4. Die Spitze stumpft nicht schnell ab und bei einem Hänger biegt sich der Haken auf ohne zu Brechen.

Als Vorfach 28er Seaguar 100% Fluorocarbon(silberne Verpackung), Das stabilste FC das ich kenne. Wenn jemand etwas besseres kennt soll er mir bitte schreiben.

Dazu noch ein Knotenlosverbinder damit auch alles hällt.


Zu den Ködern

Verwende meistens Wurmimitate in 5-8cm, manchmal auch bis 10cm. Reins Bubbleworm in 2.5'' und Keitech Live Impact Worm in 3'' sind sehr gut, der Jackall I-Shad in 2.8'' ist auch ein super DS Köder. In blau oder braun, aber auch grün und transparent. Was auch noch gut ist sind Tubes in 3-5cm, durchsichtig oder Salt&Pepper sind gute Farben, aber auch grün und braun mit Glitzerflakes sind gut. Als grossen Köder nehme ich gerne den Shad Impact in 4'' in transparent, mit einem leichten braun oder grünstich. Empfehle für den Anfang nicht zu grosse Köder, so 2.5''-3'' sollten eigentlich für den Anfang reichen.

Bis 8cm Montiere ich fast alle Köder nosehoked. Offset geht aber auch, vorallem bei den grösseren 4'' Ködern. Montiere den Haken 30cm-1m über dem Blei direkt am Vorfach.

Verwende dazu diesen Knoten: http://www.angelknotenpage.de/Knotenbank/blut_drop.htm

Ich weiss nicht warumm aber manchmal beisst der Fisch nur auf Köder die 1m weit weg vom Blei sind. Vielleicht liegt das am Winkel der Schnur im Wasser.

Lockstoff sollte nicht unterschätzt werden. Verwende am liebsten Strike Pro, dieser haftet sehr lange am Köder und die Hände stinken nicht so stark danach. Für Tubes würde ich ihn aber nicht verwenden, oder nur am vorderen Teil und nicht an den Fransen, da er diese sonst verklebt und dadurch die Aktion verloren geht. Gillt auch für feine Gabelschwänze. Aber auch andere Lockstoffe erfüllen ihren Zweck. Bei den anderen bevorzuge ich den Flavor Crawfish(Krebs) oder Änis.


Zur Köderpräsentation

Gewaltwurf, Landung, Rolenbügel schliessen, Schnur aufspulen und moglichst gerade auf das Wasser legen, Rollenbügel wieder öffnen, absinken lassen. Wenn der Köder am Grund angekommen ist, Rollenbügel schliessen, Rute gerade gegen oben halten (bei Wind seitlich gegen Wasseroberfläche) und langsam Schnur aufspulen, bis man Kontakt hat.

Danach kann man leicht jiggen, mit viel zucken jiggen, faulenzen, dem Grund nach schleifen oder auf der Stelle zittern. Da muss man einfach Probieren. Ich mache jeh nach Aktivitätsgrad der Fische pausen von 1-10 Sekunden. Wenn man einen Fehlbiss hatte empfehle ich den Köder einige Zeit auf der Stelle zu animieren, könnte ja noch ein zweites mal beissen. Wenn es nicht beisst führe ich ihn noch einwenig weiter und zittere ihn nochmahl auf der Stelle, manchmal mögen sie das lieber.

Mit dem vorgestellten Gerät mache ich Würfe um die 80m, dazu noch eine langsame Köderführung und lange Absinkphase, ein Wurf dauert einige Minuten. Eine langsame und gefühlvolle Fischerei, es braucht viel Geduld bis zum Erfolg. Die Kälte macht es nicht einfacher. Gut anziehen ist sehr wichtig :wohow:


Zum Vorgehen

Wenn man noch keine Erfahrung hat, Strecke machen! Am Anfang war ich x-mal Schneider bis es geklapt hat. Wenn man nicht genau weiss wie und wo, glaubt man schnell es gibt keine Egli mehr! Das kennt sicher der ein oder andere...

Wenn man dann ein Egli fängt merkt man sich genau die Stelle, in welche Richting hat man geworfen, wie weit habe ich geworfen, wie weit ist der Eintrittspunkt der Schnur, wie oft habe ich gekurbelt biss der Biss kam usw. So findet man Hotspots für den Winter, und das Ziel des Ganzen, die Egli!

Das Wichtigste überhaupt: Der Köder muss am Grund sein, habe die Technik schon einigen gezeigt und aus Gewohnheit schliest man den Bügel und wartet zu wenig lange. Somit führten sie die Montage irgendwo im Mittelwasser, dort fängt man jetzt nichts.

Wenn man mit gleicher Rutenstellung und Technik fischt, kann man ganz gut die Grundstrucktur herausfinden. Hat das System eine sehr kurze Absinkphase, fischt man eine Kante hoch. Hat man eine lange Ansinkphase, fischt man eine Kante runter. Hat man nur Kurz eine längere Absinkphase, und anschliessend eine etwas kürzere, War man in einer Vertiefung. Ein sehr guter Spot. Man versucht noch einmal gleich zu werfen um an diese Stelle zu kommen, und wenn man dann wider eine längere Absinkphase hat, nicht weiter faulenzen/Jiggen, sondern zittern, mit Pausen. Es kann eine Minute lang dauern biss sich der Fisch überwindet den köder zu atakieren. Das kann man bei eisfischereivideos ganz gut beobachten. Das Egli steht lange vor dem Köder biss es dann mal zubeisst. Darum auch das Dropshotrig, man kann, wenn man will, lange an einer Stelle Fischen. Mit etwas Training kann man die komplette Struktur eines Gebiets herausfinden, und somit auch potentielle Hotspots.

Die meisten Bisse kommen in den Pausen, an leicht gestraffter Schnur. Nur so bekommt der Köder die typische Dropshotaktion. Seltener auch in der Absink und Startphase, die Konzentration sollte aber auf den Pausen sein. Und nur mit leicht gestraffter Schnur hat man Kontakt zum Köder und merkt so die Bisse. Diese sind meistens sehr fein, die grossen verursachen meistens Fallbisse, nenne ich jetzt mal so. Das ist wenn man plötzlich keinen Kontakt zum System hat, wenn die Schnur durchhängt. Dann muss man ganz schnell sein und die Schnur wider straffen! Einfach etwas schneller kurbeln und nur leicht anschlagen, das reicht damit der Fisch Hängt.

Zum suchen jigge oder faulenze ich, und an guten Stellen fische ich in Zeitlupe. So in etwa das Vorgehen.

PS: Die Fische kommen einem bei dieser Tiefe grösser vor als sie sind, das bringt auch etwas extra Drillspass :)


Entnahme

Abschliessend will ich noch sagen das sich im Winter die Egli in der Tiefe aufhalten, und meistens schaut die Schwimmblase raus und die Überlebenschancen zum zurücksetzen sind kaum da. Im Sommer Release ich auch Egli und entnehme hauptsächlich die grossen und verletzten, aber im Winter ist es eine grosse Qual für die verletzten Tiere, wenn man sie in diesem Zustand wieder freilässt. Einfach ab dem Schonmass mitnehmen, so ist es auch vertretbar.

Es beissen meisstens die etwas Besseren, und wenn man nur kleine fängt die Stelle wechseln und einen neuen Spot suchen. Es gibt Spots wo es nur kleine hat, und Spots wo es fast nur grosse hat, meine Erfahrung. Hab Jetzt ziemlich aus den Nähkästchen geplaudert :lol:


Hoffe ich konnte einige Fragen klären und Möglichkeiten aufzeigen. Bin für Ideen und Verbesserungsvorschläge offen. Werde diesesen Beitrag auch überarbeiten wenn etwas neues dazukommen würde.

Vielleicht versucht es auch jemand wie ich, im Winter auf die möglichst kapitalen Egli :wink:

Allen die es versuchen ein grosses Petri!
Zuletzt geändert von SbiroBass am Mi 26. Dez 2012, 02:49, insgesamt 2-mal geändert.
harry

Re: Dezember Egli

Beitrag von harry »

Hey SbiroBass

Danke für deine super Anleitung!

Ergänzend kann ich noch sagen das ich sie zurzeit im Walensee bei 40-50 Meter Tiefe finde.

Zu den Köder kann ich SbiroBass nur zustimmen. Funktioniert im Winter eigentlich immer. Gerade am Walensee sind lange Pausen beim jiggen von 5-10 Sekunden sehr wichtig.

Leider haben die Eglis jetzt schon langsam Leich, daher fallen sie aus meinem Beuteschema.

Bald ist ja Seeforellen Eröffnung :)

Hier noch einer von dieser Woche

Bild
Eglischreck

Re: Dezember Egli

Beitrag von Eglischreck »

Hey.... vielen dank für die super anleitung :D

Noch ein kleiner Tipp gegen das vereisen der Ringe, die Ringe mit wenig Sonnenblumenöl einstreichen das verhindert das
sich Eis ansetzt.

(Keine Haftung habe das noch nie selber probiert, habe es kürzlich irgendwo mal gelesen, vielleicht war es auch Olivenöl oder so) :lol:
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Re: Dezember Egli

Beitrag von d83 »

züsi egli....mit gefrorenen ringen :) !!!!

texas time!
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Pit65

Re: Dezember Egli

Beitrag von Pit65 »

Big Petri zu den "Gefrier-ZüSi-Stachelrittern"
wünsche Dir warme Finger und Füsse :D

Gruess u Petri
Pesche
zanderjacksonpro

Re: Dezember Egli

Beitrag von zanderjacksonpro »

harry hat geschrieben:Hey SbiroBass

Danke für deine super Anleitung!

Ergänzend kann ich noch sagen das ich sie zurzeit im Walensee bei 40-50 Meter Tiefe finde.

Zu den Köder kann ich SbiroBass nur zustimmen. Funktioniert im Winter eigentlich immer. Gerade am Walensee sind lange Pausen beim jiggen von 5-10 Sekunden sehr wichtig.

Leider haben die Eglis jetzt schon langsam Leich, daher fallen sie aus meinem Beuteschema.

Bald ist ja Seeforellen Eröffnung :)

Hier noch einer von dieser Woche

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GRATULIERE ZU DEINEM ZEBRAGLUBSCHER :lol: ZJP
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Re: Dezember Egli

Beitrag von SbiroBass »

Petri zu den Stachelrittern Jungs, schön zu sehen das sich noch andere fürs Winterfischen begeistern :up:
Galgenfischer

Re: Dezember Egli

Beitrag von Galgenfischer »

Herzlichen Dank! Sehr interessant. Wohl ein bisschen schwierig, dies auf ein grosses Fliessgewässer wie den Rhein zu adaptieren, werds wohl dennoch mal versuchen.
berufsfischer

Re: Dezember Egli

Beitrag von berufsfischer »

d83 hat geschrieben:texas time!]
so ist es, wer damit sucht wird fündig :v:
Galgenfischer hat geschrieben:Herzlichen Dank! Sehr interessant. Wohl ein bisschen schwierig, dies auf ein grosses Fliessgewässer wie den Rhein zu adaptieren, werds wohl dennoch mal versuchen.
läuft denn bei dir im moment nicht eher die fischerei auf äsche?
hast mit dem galgen dieses jahr mal wieder erfolg verbucht?
Galgenfischer

Re: Dezember Egli

Beitrag von Galgenfischer »

Ich hatte in letzter Zeit viel los und kam deshalb nicht so zum Fischen. Den letzten Erfolg habe ich im September verbuchen können: Ein kleiner Zander. Seither bin ich nicht mehr fischen gegangen. Ich möchte aber unbedingt wieder mal an den Bach!
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