Heute machte ich einen Abstecher durch den frisch verschneiten Wald entlang der Weissen Lütschine, einem Laichgewässer für Seeforellen aus dem Brienzersee. Eigentlich wollte ich noch einige spätlaichenden Sefos erspähen, doch ausser einigen wenigen Bafos sah ich keinen Fisch.
Beim Sandweidli wurde einst von Menschenhand eine für Sefos unpassierbare Schwelle eingebaut. Bis 1995 war dies die Endstation für Seeforellen auf deren Rückkehr zu ihren Kinderstuben.

Dann hat man für die Seeforelle diese aufwändige Fischtreppe gebaut. Die Aufstiegshilfe funktionierte hervorragend, was die Bilder der in der Fischtreppe integrierten Cam verrieten. Gewaltige Seeforellen von teilweise über einem Meter wurden beim Passieren fotografiert.
Nun sieht es heute so aus!
Beim Hochwasser diesen Spätherbst lösten sich die riesigen Steine bzw. Felsbröcken, auf der Teile der Fischtreppe standen. Kein Wasser fliesst mehr hindurch. Der finanzielle Schaden beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Franken.
Nun heisst es für die Seeforellen wieder Endstation Sandweidli, während in den letzten Jahren noch viele Kilometer weiter nach oben gewandert werden konnte. Die Naturkräfte sind schon gewaltig, das wird einem bewusst, wenn man direkt am Ort des Geschehens steht.
Zum Glück bietet die Lütschine aber auch unterhalb noch geeignete Laichplätze. Dennoch ist dieses Unwetterereignis für die natürliche Sefofortpflanzung nicht förderlich.
Das Leben geht abseits des Baches langsam in den Winterschlaf. Hoffentlich wird der Wiederaufbau der total zerstörten Fischtreppe möglichst bald aufgenommen. Und hoffentlich wird die neue Aufstiegshilfe für die Seeforellen auch wieder so gut passierbar wie das bei der alten der Fall war.

