Endstation für Seeforellen

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helix
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Endstation für Seeforellen

Beitrag von helix »

Moin zusammen!

Heute machte ich einen Abstecher durch den frisch verschneiten Wald entlang der Weissen Lütschine, einem Laichgewässer für Seeforellen aus dem Brienzersee. Eigentlich wollte ich noch einige spätlaichenden Sefos erspähen, doch ausser einigen wenigen Bafos sah ich keinen Fisch.

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Beim Sandweidli wurde einst von Menschenhand eine für Sefos unpassierbare Schwelle eingebaut. Bis 1995 war dies die Endstation für Seeforellen auf deren Rückkehr zu ihren Kinderstuben.

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Dann hat man für die Seeforelle diese aufwändige Fischtreppe gebaut. Die Aufstiegshilfe funktionierte hervorragend, was die Bilder der in der Fischtreppe integrierten Cam verrieten. Gewaltige Seeforellen von teilweise über einem Meter wurden beim Passieren fotografiert.

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Nun sieht es heute so aus! :shock:

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Beim Hochwasser diesen Spätherbst lösten sich die riesigen Steine bzw. Felsbröcken, auf der Teile der Fischtreppe standen. Kein Wasser fliesst mehr hindurch. Der finanzielle Schaden beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Franken.

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Nun heisst es für die Seeforellen wieder Endstation Sandweidli, während in den letzten Jahren noch viele Kilometer weiter nach oben gewandert werden konnte. Die Naturkräfte sind schon gewaltig, das wird einem bewusst, wenn man direkt am Ort des Geschehens steht.

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Zum Glück bietet die Lütschine aber auch unterhalb noch geeignete Laichplätze. Dennoch ist dieses Unwetterereignis für die natürliche Sefofortpflanzung nicht förderlich.

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Das Leben geht abseits des Baches langsam in den Winterschlaf. Hoffentlich wird der Wiederaufbau der total zerstörten Fischtreppe möglichst bald aufgenommen. Und hoffentlich wird die neue Aufstiegshilfe für die Seeforellen auch wieder so gut passierbar wie das bei der alten der Fall war.
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Gruess helix
habakuk

Re: Endstation für Seeforellen

Beitrag von habakuk »

die frage ist halt, wieviel es sinn macht in dieser gewaltigen natur von menschenhand überhaupt einzugreifen.
der bach schlägt alles kurz und klein und die sefos finden trotzdem ihren weg - nur wir menschen kommen mit einem wilden bach nicht zurecht...
Würmlibader

Re: Endstation für Seeforellen

Beitrag von Würmlibader »

ich kenne die angesprochene stelle dort zwar nicht, werfe aber trotzdem mal eine frage in den raum:
statt dort umständliche fischtreppen für x-hunderttausend zu bauen, könnte man nicht fürs gleiche geld einen rückbau der schwellen umsetzen, oder was ist dort deren zweck?
besonders im oberland sehe ich zum teil den sinn solcher schwellen nicht ganz, bei einem (richtigen) hochwasser ist ja eh dann alles platt.

wildbäche sollte man meiner meinung nach grundsätzlich soweit als möglich austoben lassen
Chrigel

Re: Endstation für Seeforellen

Beitrag von Chrigel »

die schwelle und die ganze konstruktion dort dient zur sicherheit der berner oberland-bahn, welche das lauterbrunnental(mit mürren, wengen etc.) mit interlaken und somit mit der rest der welt verbindet. vor dem bau dieser schwelle wurden die gleise und die ganze zone dort ständig(bei hochwassern) von der weissen lütschine unterspühlt und die schäden waren um ein x-faches höher als der (wieder-)aufbau dieser fischtreppe. aufgrund der lage dort (völlig in einem spalt zwischen den felswänden) gab/gibt es wohl kaum eine alternative. lage der fischtreppe
gonefishing

Re: Endstation für Seeforellen

Beitrag von gonefishing »

@Würmlibader: Die Schwellen sind meist im Rahmen der Begradigung und Einengung des Gewässerbettes entstanden. Durch die Verkürzung der Laufstrecke wird die mittlere Fliessgeschwindigkeit erhöht, wodurch sich meist die Sohle immer weiter eintieft. Dem wird durch solche Schwellen mit Tosbecken entgegengewirkt, da dort sehr viel Energie abgebaut wird.
Teilweise kann man Schwellen zwar durch rauhe Rampen ersetzen, aber nicht immer oder nur mit sehr hohen Aufwand (da die Steinblöcke einer rauhen Rampe bei Hochwasser auch mitgerissen werden können).
astacus

Re: Endstation für Seeforellen

Beitrag von astacus »

beeindruckende bilder. ich habe noch nie gesehen, dass eine fischtreppe dermassen durch hochwasser zerstört wurde. maximal waren diese danach mit schwemmholz verstopft oder versandet. aber gleich alles weggerissen... krass.

ich kenne den standort selber nicht. mir scheint es aber auch, dass dort der umbau zu einer blockrampe verbunden mit einer sanften aufweitung des gerinnes technisch möglich sein sollte.
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Flümi
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Re: Endstation für Seeforellen

Beitrag von Flümi »

http://www.tvprogramm.sf.tv/details/257 ... dc9a1a739f

Gefährdeter Forellennachwuchs

Für Fische in Fliessgewässern sind die Klimawandel-bedingten Hochwasser im Winter fatal. Denn Kies und Flussgeröll reissen ihre Laichplätze ins Tal und zerstören so den Nachwuchs.

Einstein, 21:00 auf SF1. Wiederholung auf SF1 um 03:00.
Gruss, Stefan
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Re: Endstation für Seeforellen

Beitrag von Flümi »

Gruss, Stefan
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Beni

Re: Endstation für Seeforellen

Beitrag von Beni »

Und wie sieht es jetzt an dem Bachabschnitt aus? Wurde oder wird die Fischtreppe mittlerweile repariert/wiederaufgebaut?


Freundliche Grüsse


Beni
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