*klugscheißmodus an*Schweizer Angler hat geschrieben:für mich gilt einfach - "in dubio pro pisces" - im zweifel für die fische.
Es muss heißen: "in dubio pro piscibus"
pro steht mit Ablativ.
*klugscheißmodus aus*
btt: Es ist in Wissenschaftskreisen zwar durchaus umstritten, mit der Wissenschaftstheorie der Frankfurter SCHule nach einem "erkenntnisleitenden Interesse" zu fragen, doch ich will es dennoch tun - und zwar in beide RIchtungen:
Wer hat ein Interesse daran, nachzuweisen, dass Fische schmerzempfindlich sind?
Wer hat ein Interesse daran, nachzuweisen, dass sie es nicht sind?
Weiter:
Geht es nicht darum, zu fragen, welchen Sinn die Entwicklung eines Bewusstseins für Schmerzen (was nicht das Gleiche ist wie reines sensorisches Schmerzemfinden) in der Evolution hat?
Fischen fehlt nachweislich der Neocortex - eine Region des Kleinhirns, die dafür verantwortlich ist, dass sensorisches Schmerzemfinden umgesetzt wird in Verhalten.
Höher entwickelte Tiere (Vögel, Säugetiere) haben einen Neocortex - und verhalten sich bei sensorisch empfundenen Schmerzen so, dass die Ursache dieser Schmerzen vermieden wird.
EIn Tanzbär mit einem Nasenring ließ sich früher bereitwillig an der Nase herum führen, um Schmerzen zu vermeiden.
Kühe rennen keine elektrischen Weidezäune um, weil das mit Schmerzen verbunden wäre.
Füchse beißen zusammengerollte Igel nicht, weil das Schmerzen bedeutet.
Ein Fisch hingegen zerrt wie wild an der Leine, wenn er im Maul gehakt ist.
Das bedeutet entweder, dass er keine Schmerzen empfindet bzw. aus empfundenen Schmerzen keine Verhaltensstrategien zur Schmerzvermeidung ableitet.
Oder es bedeutet, dass Fische eben dort, wo Säugetiere besonders schmerzempfindlich sind (am Maul), nicht schmerzempfindlich sind - weil sie eine ganz andere Maulanatomie haben als Säugetiere und ihnen dort die fürs sensorische Schmerzemfinden notwendigen Nervenzellen fehlen.
Fische haben hoch sensible Nervenzellen entlang der Seitenlinie und in den Barteln. Möglicherweise sind sie an diesen Organen schmerzempfindlich und würden, wenn an diesen etwas SChmerzen auslöst, Verhaltensweisen zur Schmerzvermeidung zeigen.
