Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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JJwizard
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Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von JJwizard »

gonefishing hat geschrieben:Erstaunlich ist, dass die bösen Vögel nur die empfindlichen und fischereilich interessanten Fischarten dezimieren. Barben, Alet und andere Weissfische fressen sie anscheinend nicht... :roll:
Bitte denk nach bevor du eine Aussage aus dem Zusammenhang reisst ..... und ich habe übrigens auch den Weissfisch die Nase erwähnt deren Bestände ebenfalls immer mehr Probleme bekundet. Es hat mit dem Life-Cycle dieser Fische zu tun. Forellen, Aeschen (manche) und Nasen weichen für das Laichgeschäft nicht selten zum Laichen in Seitenbäch, kleine Zuflüsse etc. aus, wo deren Laich, Jungfischbrut etc. halt einfacher durch Vögel zu dezmieren ist als von Alet und Barben die mehrheitlich im Hauptgewässer laichen. Zudem sind Salmoniden einfach anfälliger auf Umwelteinflüsse. Der Nachteil der Aesche ist zudem, Sie hat eine geringe Schreckwirkung und so wird Sie bei uns am Rhein in den letzten Jahren vermehrt zu Wels- und Vogelfutter!

JJ
Zuletzt geändert von JJwizard am Mi 27. Apr 2011, 13:12, insgesamt 5-mal geändert.
Born to fish - forced to work!
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Alet
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Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Alet »

Vor 10 bis 15 Jahren ging ich an den Rhein Forellen fischen. Begleitfische waren Äschen und Barben. Einen Kormoran oder Säger habe ich nie gesehen. Heute fange ich am gleichen Ort Schleie, Brachsme, Alet, Hecht, Egli und Barbe. Hätte mir jemand vor 10 Jahren gesagt, dass ich in der doch relativ starken Strömung in Zukunft Schleien fangen würden, ich hätte ihn ausgelacht. Kormoran und co. sind nun dort zu sehen und trotzdem tummeln sich mehr Fische im Wasser als vorher. Aber das sind keine Forellen mehr.
Rolandus

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Rolandus »

@Alet
Es gibt enorm viele Einflüsse, welche das Vorkommen, Brutverhalten etc. beeinflussen.
Die Durchschnittstemperatur steigt, was auch gegen Forellen und für Weissfische spricht.
Die Wasserqualität ist zwar sichtbar gut, aber birgt trotzdem immer wie mehr chemische Spuren, auf welches auch nicht alle Tierarten gleichermassen sensibel reagieren (siehe krebsarten).
Besatzmassnahmen müssen auch nicht immer nur posititv wirken (darüber gibts hier auch schon etliche Beiträge).
Edelfische werden massiv stärker befischt, als Barben, Schleien, etc.
Unruhe am Wasser durch Schiffsmotoren etc. wirkt auch nicht auf jede Fischart gleich.
Siehe zum Beispiel Singvögel: die einen vermehren sich wie wahnsinnig (Tauben, Spatzen) und gewöhnen sich an die Menschen, andere starben aus.

Das Problem des Fischbestandes den Prädatoren zuzuschieben ist eine zu einfache Argumentation. Das grösste Problem für die Natur sind immer noch wie Menschen!

Heute Mittag war ich wieder mal am Parkweiher in Köniz, der vor zwei Jahren neu angelegt wurde.
Jemand hat da letztes Jahr Karpfen eingesetzt, die sich massiv vermehrt haben. Es hat nun tausende kleiner Karpfen (ca. 10 cm) drin.
Das hat auch ein Graureiher gemerkt, der sich da scheinbar jeden Tag satt frisst und sich auch kaum von den Leuten beeindrucken lässt.
Warum bauen wir nicht überall solche Weiher mit sich stark vermehrenden Weissfischen, ideal für fischfressende Vögel (hier sogar mit Inselchen).
Sobal die merken, dass es hier praktischer geht, sich den Magen voll zu schlagen, dann lassen sie sicher unsere Hausgewässer in Ruhe ;-)

Rolandus
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Schweizer Angler

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Schweizer Angler »

die karpfen sind schon einen monat nach fertigstellung des teiches eingesetzt worden (also vor mehr als einem jahr). dass es viele karpfen (kleine und "nur" 3 muttertiere) hat, haben aber auch die egli und hechte im teich bemerkt 8) .....nein, man darf dort trotzdem nicht fischen :lol:

gruss

sa
Zuletzt geändert von Schweizer Angler am Mi 27. Apr 2011, 15:09, insgesamt 1-mal geändert.
gonefishing

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von gonefishing »

@Rolandus: Mehr Futter > mehr Vögel, wenn dann diese Weiher im Winter mal alle zufrieren weichen die Vögel vermehrt auf die Fliessgewässer aus, was dann fatal sein kann. In Oberbayern ist dies schon öfters so passiert, zum Glück sind unsere Seen hier grösser und frieren kaum mal zu.
Schweizer Angler

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Schweizer Angler »

der besagte teich ist nun bereits zweimal über mehrere wochen zugefroren, er ist scheinbbar tief genug (und mit sporadischer frischwasserzufuhr sowie mit wenig algen), dass die weiss- fische es überleben. der graureiher (zeitweise ein paar) ist übrigens der einzige fischfressende vogel dort und kormorane werden kaum einfallen, der teich ist zu offen, zu fest von homo s. besucht und zu lärmig. zudem wurden bäume als fisch/laichunterstände an der tiefsten stelle versenkt (unsichtbar und auch gute hänger für potentielle schwarzfischer- tschüss wobbler 8) - . und die gemeinde wie die bevölkerung sieht den graureiher dort als willkommene bereicherung. die karpfenplage ist sich nach ersten vermutungen am einpendeln.

gruss

sa
gonefishing

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von gonefishing »

Schweizer Angler hat geschrieben:kormorane werden kaum einfallen, der teich ist ... zu fest von homo s. besucht
Was haben Kormorane denn gegen Schwule? :roll: :lol: :mrgreen:
Schweizer Angler

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Schweizer Angler »

:lol: gonefishing
soubi

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von soubi »

Mit dem erwähnten Artikel kann ich mich identifizieren, darum habe ich mir erlaubt ihn zu Kopieren. Die Bernerstatistik ist der beste beweis hiefür, wie der Fischbestand von Jahr zu Jahr zurückgeht. Als Seeländer sehe ich bestens wie sich Gänsesäger, Graureiher und im speziellen Kormorane den Fischbestand dezimieren. Was nütz es, wenn jedes Jahr tausende Forellen in den Flüssen des Berner Seelandes -Juras ausgesetzt werden, wenn hinterher alles leer gefressen wird! Im Naturreservat Fanel am Neuenburgersee, brüten jedes Jahr hunderte Kormorane, fügen den Berufsfischer immense Schäden an Netzen zu, die keine Versicherung bezahlt. Kormorane fressen täglich 500gr. Fisch! Jeder kann selber ausrechnen wie viele Kilos das sind. Vor ca. zehn Jahren wurde im Bielertagblatt Bilder vom Kallnach -Kanal von mehreren gemessenen toten 40cm grossen Äschen veröffentlicht. Weil Sie zu gross waren, wurden sie von den lieben Kormoranen fallen gelassen und verendeten neben dem Wasser. Das für Natur -Vogelschützer und nicht Interessierten Weltbürgerdas leben auf dem Wasser aufhört, ist nur eine persönliche Feststellung.

Beat
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Alet
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Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Alet »

@soubi Und was ist mit der PKD? Das ganze Mitteland ist verseucht. Das überlebt keine Forelle. Und hier im Forum wurde über die vielen Äschen in der Berner Aare berichtet. In der Berner Aare waren einzig die Fischer Schuld am Äschenrückgang. Und wie geschrieben ist der Kormoran nicht geschützt und kann gejagt werde. Ist allerdings sehr schwierig wegen fehlendem Kugelfang an Gewässern braucht der Jäger mehr freien Platz.
Mvuvi

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Mvuvi »

soubi hat geschrieben:Mit dem erwähnten Artikel kann ich mich identifizieren, darum habe ich mir erlaubt ihn zu Kopieren. Die Bernerstatistik ist der beste beweis hiefür, wie der Fischbestand von Jahr zu Jahr zurückgeht. Als Seeländer sehe ich bestens wie sich Gänsesäger, Graureiher und im speziellen Kormorane den Fischbestand dezimieren. Was nütz es, wenn jedes Jahr tausende Forellen in den Flüssen des Berner Seelandes -Juras ausgesetzt werden, wenn hinterher alles leer gefressen wird! Im Naturreservat Fanel am Neuenburgersee, brüten jedes Jahr hunderte Kormorane, fügen den Berufsfischer immense Schäden an Netzen zu, die keine Versicherung bezahlt. Kormorane fressen täglich 500gr. Fisch! Jeder kann selber ausrechnen wie viele Kilos das sind. Vor ca. zehn Jahren wurde im Bielertagblatt Bilder vom Kallnach -Kanal von mehreren gemessenen toten 40cm grossen Äschen veröffentlicht. Weil Sie zu gross waren, wurden sie von den lieben Kormoranen fallen gelassen und verendeten neben dem Wasser. Das für Natur -Vogelschützer und nicht Interessierten Weltbürgerdas leben auf dem Wasser aufhört, ist nur eine persönliche Feststellung.

Beat
Lieber Soubi

Nochmals:

1. Niemand hat bestritten, dass der Fischbestand (insbesondere derjenige von Bachforellen, Seeforellen, Aeschen und Nasen) zurückgeht - im Gegenteil!

2. Die wirklichen Ursachen für diese Rückgänge sind vielfältig und komplex: u.a. Habitatsverluste, Gewässermorphologie,
Schwall- und Sunk, Mikroverunreinigungen, Zunahme der durchschnittlichen Wassertemperatur etc. Eines ist allerdings klar,
Hauptschuldiger ist und bleibt der Mensch, denn all diese Probleme werden ausschliesslich und nur durch uns verursacht.

Es ist demzufolge schlicht billig und unredlich, hierfür einen "Sündenbock" zu benennen ( = fischfressende Vögel).
Allerdings auch sehr bequem... dann muss man ja nichts an seinem eigenen Verhalten ändern... nur ein paar Vögel abknallen und
alles wird wieder gut.

3. Gänsesäger, Graureiher und Kormorane fressen Fische - auch das bestreitet niemand. Es gibt jedoch nach wie vor abs. keinen wissenschaftlichen Beweis für Deine Hypothese, dass der Fischrückgang ursächlich auf die genannten Spezies zurückzuführen ist. Auch du lieferst keine Argumente geschweige denn Beweise hierfür. Zudem gehören diese Tiere seit Jahrtausenden zu unseren Ökosystemen. Was zudem die Schäden an den Netzen der Berufsfischer mit dem Fischrückgang zu tun haben, bleibt für mich schleierhaft?

4. Naturschutz praktizieren/Biodiversität erhalten heisst u.a. Systemdenken/vernetztes Denken anwenden; und das hört sicher nicht an der Wasseroberfläche auf - im Gegenteil. Zu einem intakten/selbstregulierenden Ökosystem gehören auch Prädatoren (unter, auf und über dem Wasser).

Akzeptieren wir endlich die (wissenschaftlichen) Fakten und hören auf uns was vorzumachen sowie auf Stammtischniveau zu "argumentieren"! Siehe auch mein Beitrag unter:

viewtopic.php?f=73&t=12582&p=165864&hil ... it#p165864

Beste Grüsse
Mvuvi
astacus

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von astacus »

soubi hat geschrieben:Kormorane fressen täglich 500gr. Fisch! Jeder kann selber ausrechnen wie viele Kilos das sind.
in der tat, 500g sind genau 0,5 kilo! so einfach ist diese rechnung!

soubi hat geschrieben:Vor ca. zehn Jahren wurde im Bielertagblatt Bilder vom Kallnach -Kanal von mehreren gemessenen toten 40cm grossen Äschen veröffentlicht. Weil Sie zu gross waren, wurden sie von den lieben Kormoranen fallen gelassen und verendeten neben dem Wasser.
40er äschen zu gross für den kormoran???

kleiner tipp: geh mal ans wasser und schau einem kormoran beim jagen zu. du wirst feststellen, dass er 40er äschen und grössere fische problemlos schluckt :wink:

soubi hat geschrieben:Was nütz es, wenn jedes Jahr tausende Forellen in den Flüssen des Berner Seelandes -Juras ausgesetzt werden, wenn hinterher alles leer gefressen wird!
solange die kormis doch nur die ausgesetzten fische fressen? was solls! oder ist es doch die konkurrenz, denn schliesslich haben wir die fische ja für uns gezüchtet...

soubi hat geschrieben:Im Naturreservat Fanel am Neuenburgersee, brüten jedes Jahr hunderte Kormorane, fügen den Berufsfischer immense Schäden an Netzen zu, die keine Versicherung bezahlt.
immense schäden? es sind nachgewiesenermassen und sogar gerichtlich bestätigt genau 2,5% des bruttoertrages, welche die kormorane den fischern im fanel aus den netzen holen. dies ist absolut tragbar. die schäden an netzen entstehen zudem nicht nur durch kormorane, sondern durch diverse wasservogelarten, durch grosse fische, boote, etc..
Schweizer Angler

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Schweizer Angler »

@soubi

in der bz gibt es auch solche leserbriefe;

http://www.bernerzeitung.ch/bzforum/Arm ... y/21203528

gruss

sa
MS Tripper

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von MS Tripper »

gonefishing hat geschrieben:Erstaunlich ist, dass die bösen Vögel nur die empfindlichen und fischereilich interessanten Fischarten dezimieren. Barben, Alet und andere Weissfische fressen sie anscheinend nicht... :roll:
Ist mir auch schon aufgefallen :lol: Ich denke das hat mit den vielen Gräten und den unangenehm am Gurgeli kratzenden Schuppen zu tun :roll:
Schweizer Angler

Re: Fischbestand ist bedenklich zurückgegangen!

Beitrag von Schweizer Angler »

barben und alet werden sehr wohl gefressen (ist aus deuschland bekannt), dort wo sie denn in grösserer anzahl vorkommen. der alet ist ausserdem gerne unter totholz und zwischen ästen sowie unter überhängendem gebüsch, dort kommt ein kormi selten einfach hin und der alet haut vorher ab.
der gänsesäger (und erst recht der reiher) nimmt im gegensatz zum kormoran meist kleinere fische (jungfische), nur die alet und barben sind viel scheuer als äschen. die äsche ist weniger versteckbedürftig und ein "gutmütiger" fisch, und eigentlich der einzige der sofern der haken nicht bereits gesessen/gefasst hat, immer wieder an derselben stelle auf eine fliege steigt (man kann den ganzen nachmittag eine schachtel voller fliegen auf eine äsche durchwerfen bis ihr dann eine davon endlich passt, eine bafo riecht den braten viel eher). ich hatte schon öfter beim watfischen eine äsche im strömungschatten der anglerstiefel die sich keinewegs von mir stören liess.
da alet und barbe nur bei wenigen anglern in der ch zielfische sind (zumindest in der deutsch-ch), fällt eine entnahme von solchen fischen durch vögel auch weniger auf, respektive ist vielen anglern egal, zudem hat es genügen alet und barnen in der aare und sie gelten auch nicht als gefährdet.

gruss

sa
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