So Fischerfreunde, ich möchte euch auch einmal einen Fisch präsentieren. Ich mach das mal unter Fangberichte Spinnfischen, auch wenn es ein Friedfisch ist.
Vor einer Woche bin ich nachmittags angeln gegangen, obwohl ich Prüfungen fürs Studium vorbereiten sollte. Also hab ich eine Feederrute mit Käse auf Barben ausgeworfen, Aalglöckchen montiert und meine Papiere durchgelesen. Ausser einem kleinen Rotauge und wenigen zaghaften Bissen passierte nichts.
Als meine Geduld aufgebraucht war und ich einzelne jagende Fische ausmachen konnte hab ich die Feederrute versorgt und die Spinnrute montiert. Nur begrenzt zuversichtlich begann ich mit einigen Spinnködern. Denn die Rapfen sind noch längst nicht gefangen, auch wenn sie da sind. In diesem Jahr konnte ich nur sehr mässig fangen im Rhein. Ich habe zwar neu das Patent für ein grösseres Revier, aber das hat sich nicht in Erfolg ausgezahlt. Habe intensiv auf Forelle gefischt, aber ich leide wie alle unter dem Kraftwerkbau in Rheinfelden. Habe zweimal eine Schöne im Drill verloren, konnte aber keine landen. Jetzt im Herbst versuche ich schon länger einen Hecht zu erwischen, aber das klappt dieses Jahr irgendwie auch nicht. Also bleiben einige Barben und auch ab und zu mal ein Rapfen. Im Verhältnis zu meinen Angelstunden ist das kein Vergleich, aber es geht ja auch nicht nur um das.
Also kurble ich meinen Köder durchs Wasser und – da war doch was! Nochmal dieselbe Stelle angeworfen und – Fisch! Relativ weit weg vom Ufer spritzt einer, aber fühlt sich nicht so stark an. Hoffentlich keine Forelle, die haben Schonzeit. Der Fisch lässt sich durch die Strömung ans Ufer ziehen, wobei er zum Glück gegen die Strömung schwimmt. Dann sehe ich die Schwanzflosse: Doch ein Rapfen, und kein kleiner. Ich muss noch um einen Baum klettern, weil mein Kescher auf der anderen Seite liegt. Der Rapfen wehrt sich noch mal richtig und spritzt an der Oberfläche wie es sich gehört, dann kann ich ihn Keschern.
Es ist ein 63er Rapfen, der auffallend dick ist. Ich nehme ihn mit und es gibt leckere Rapfenburger für die ganze Familie. Von wegen Rapfen schmeckt nicht.
Der Rapfen ist übrigens ein sehr schlauer Fisch meiner Meinung nach. Schnurscheu, kennt alle Köder und lernt aus den Fehlern. Ich konnte selten zwei Rapfen hintereinander fangen, und immer wieder nur mit anderen Ködern.
Wünsche allen viel Zeit zum Fischen.
Gruess, Hanobi

