Plastilin als Alternative zu Blei

Alles was man noch so selber machen kann!
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Andal

Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Andal »

Nicht immer ist Blei auf der Schnur der wahre Jakob. Festbleiangler, Tiefsee- und Fahrrinenextremultraheavyfeederfischer können hier übrigens wegklicken, denn es geht um feine und dezente Beschwerungen.

Die Firma Pelikan biete seit eh und je eine Modelliermaße an die sich Plastilin nennt. Sie ist beliebig formbar, wird bei niedrigen Temperaturen ziemlich fest, ist in dunkelgrau und weiß erhältlich und mit ca. 6,- € per Kilo wirklich nicht teuer, damit aber auch ums x-fach billiger, wie Tungstenputty von Fox etc.

Diese Knete ist zwar bei gleichem Volumen nicht so schwer, wie Blei, oder Tungstenputty, aber damit kann man gut leben, denn sie hat viele schöne Anwendungsmöglichkeiten für den Feinfischer...

...als reines Wurf und Sinkgewicht. Man bindet sich, am besten mit Feedergummi, einen Stopperknoten auf die Schnur und formt sich darüber das gewünste Gewicht. Damit kann man nun sehr dezent und gut getarnt den Köder auf Grund anbieten. Wer ein "Laufblei" möchte, knetet es um ein Stück Röhrchen von einem Q-Tip, oder um einen Wirbel, als Bleibrine.

...als Zusatzwurfgewicht, wenn mal mit dem 1er Mepps ein paar Meter Wurfweite fehlen. Anwendung wie oben.

...als Alternative zu sinkenden Sbirus am Forellensee, oder um zu leichte Montagen mal eben zu beschweren.

...um aus einer normalen Pose eine preloaded zu machen. Hier wird der untere Teil des Schwimmers mit Knete beschwert, beknetet.

Und so weiter und so fort.

Die Vorteil sind dabei, neben dem günstigen Kilopreis, die unbedenkliche Zusammensetzung (nur essen sollte man es vielleicht nicht), die schnelle Anwendung und das natürliche Aussehen solcher Gewichte. Wer mag kann sogar mit weißer und grauer Knete seine marmorierten Sinker herstellen.

Man sollte aber darauf achten, dass es keine Kinder-, oder gar Bio-Kinderknete ist, denn die besteht aus vorwiegend pflanzlichen Bestandteilen (Stärkemehl, Leinöl und Lebensmittelfarben). Das kann dazu führen, dass sie im Wasser angeweicht werden kann. Künstlerknete dagegen wird aus mineralischen Mehlen angerührt und die bestehen besser gegen Wasser!

Und wenn gar nix beissen will, dann kann man sich aus dem Rest der Masse immer noch ein eigenes Fischlein formen. Versucht das mal mit Bleischroten! :D
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Flümi
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Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Flümi »

als Alternative zum Blei würde ich auch mal gerne Gold nehmen. hat einiges mehr an spezifischem Gewicht. fischen mit einer Beschwerung, die nur halb soviel Widerstand in der Luft und im Wasser hat ... das wärs. aber ich kanns mir leider noch nicht leisten :lol:

aber jetzt mal ernst: hab früher mal in nem Heftchen was gelesen von Ferok oder so ... ist das was?
Gruss, Stefan
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Rolf
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Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Rolf »

Hallo Andal,


danke für die Info. Das Material scheint eine gelungene Alternative zu herkömmlichen (Leicht-) Gewichten zu sein - könnte mir vorstellen - das solche feine Bebleiungsmöglichkeiten auch beim Nymphenfischen mit der Fliegenrute zur Anwendung finden könnten :idea:


Wie sieht es aus mit einer Bezugsquelle :?:
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!
Andal

Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Andal »

Das Plastilin bekommt man in jedem Hobbymarkt mit Künstlerbedarf. Ob es allerdings Würfe an der Fliegenrute übersteht, halte ich für sehr fraglich, so fest ist es nur wieder nicht. Es gibt aber noch eine andere Knete, die ähnlich schwer ist und die vollständig aushärtet. Da muss ich mal schauen, wie das klappt...

Ferok war, oder ist meines Wissens nach eine pulvermetallurgische Anwendung von Eisenstaub. Daraus gabs Pilker, Senkgewichte und angeblich funktionierendes Schrot. Irgendwie ist das ziemlich in der Versenkung verschwunden. In Dänemark herrscht ja ein Verkaufsverbot für Blei; da könnte Ferok noch herumgeistern.
Hammer11

Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Hammer11 »

Super Danke für die Info!!
Andal

Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Andal »

Flümi hat geschrieben:als Alternative zum Blei würde ich auch mal gerne Gold nehmen. hat einiges mehr an spezifischem Gewicht. fischen mit einer Beschwerung, die nur halb soviel Widerstand in der Luft und im Wasser hat ... das wärs. aber ich kanns mir leider noch nicht leisten :lol:
Hier liegt übrigens ein weiterer Vorteil gegenüber Sinkern mit hoher Dichte.

Auf sehr weichen Gründen zieht es ein Plastilin-Wurfgewicht nicht so arg in das Sediment. Beim Schleien- und Karauschenfischen ist das goldwert!
alpfish

Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von alpfish »

Ein guter Thread!
Beim Fliegenfischen verwende ich die zwar recht teure aber doch ergiebige Kneten vom Handel. Bei mir jedenfalls reicht so eine Dose auf Jahre.

Ein wichtiger Punkt den Andal anspricht ist das Blei oft eher zu schwer ist. Fischt man auf Grund auf dem Sediment ist ein Gewicht mit kleinerer Dichte oft von Vorteil. Ich habe mir früher aus Ton mit einem Zahnstocher Gewichte in Laufbleiform erstellt und in einem kleinen Muffelofen selbst gebrannt. Ein kostengünstige Variante für die Grundfischerei und erst noch umweltfreundlich.
Reverend

Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Reverend »

Enthalten Knetmassen nicht Öl?
Und treiben sie darum nicht im Wasser auf?
Eglischreck

Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Eglischreck »

Würde mich auch wunder nehmen....
Da ich relativ oft an einem kleinen Seeli (ist schon fast ein Tümpel) angle, bin ich auf der Suche nach etwas umweltverträglicherem als Blei.

Hatte schon des öfteren ein schlechtes Gewissen deswegen und angle gar nicht mehr mit Blei da ich doch schon das eine oder andere Blei verloren habe :cry:

Will das kleine Seeli ja nicht vergiften
Weiss wer mehr über das Plastilin oder alternativen?
Das mit dem Ton selber brennen ist ja eine gute Idee, jedoch für mich doch ein bisschen zu aufwendig.



Gruss Roché
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Martin
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Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Martin »

Nun die Alternative zu Blei ist mittlerweile Wolfram oder auch Tungsten genannt.
Sogar die Jäger sind je nach Gesetz und Ort dazu verpflichtet, Wasservögel mit Tungsten Munition/Schrot zu schiessen.
Plastilin hat vermutlich eine zu kleine Wasserverdrängung als das Eigengewicht und schwimmt trotz des Öl's vermutlich nicht.
Andal hat geschrieben:Diese Knete ist zwar bei gleichem Volumen nicht so schwer, wie Blei, oder Tungstenputty, aber damit kann man gut leben, denn sie hat viele schöne Anwendungsmöglichkeiten für den Feinfischer...
Tonerde währe doch eine Variante ;-)
Gruss Martin

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astacus

Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von astacus »

Martin hat geschrieben:Sogar die Jäger sind je nach Gesetz und Ort dazu verpflichtet, Wasservögel mit Tungsten Munition/Schrot zu schiessen.
mit der neuen eidgenössischen jagdverordnung wurde ein generelles verbot von bleihaltiger munition bei der wasservogeljagd eingeführt, die kantone werden dies nun rasch umsetzen müssen. dies weil sich blei insbesondere in den lebensgemeinschaften im wasser rasch akkumuliert.

es wäre eigentlich nur logisch, wenn wir fischer da auch bald nachziehen würden... erstaunlich ist deshalb, dass dies in der schweiz kaum ein thema ist. immerhin machen andere länder bei der suche von alternativen voran.
Eglischreck

Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Eglischreck »

Ja ist schon erstaunlich.... :shock:

Vor allem bei so kleinen viel befischten Gewässern das zu allem noch sehr hängerträchtig ist muss ja die Blei belastung immens sein.

Bin mittlerweile auch auf Tungsten umgestiegen, aber das ist schon eine Kostenfrage, da kann ich ja gerade so gut einen "Fünflieber" als Gewicht benutzen.
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Martin
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Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Martin »

astacus hat geschrieben:es wäre eigentlich nur logisch, wenn wir fischer da auch bald nachziehen würden... erstaunlich ist deshalb, dass dies in der schweiz kaum ein thema ist. immerhin machen andere länder bei der suche von alternativen voran.
Nicht das ich eine Alternative nicht gut heissen würde, aber nebst dem anderen Dreck der mit Absicht in unsere Gewässer gelehrt wird und wurde, und die Gewässerverbauungen etc., stelle ich mir grundlegend die Frage, ob man das Problem zuerst nicht woanders in den Griff kriegen sollte, bevor man auf den kleinen Fischer mit Klemmblei, oder auf den Jäger mit Bleischrot los geht.
Das neue Gesetz wegen der bleifrei Munition ist mir bekannt, wusste nur nicht wann es gilt, aber ich glaube eher dass diese Regelung vom Naturschutz/Vogelschutz her forciert wurde, um den Abschüssen der Predatoren mit teurer Munition entgegen zu wirken, oder die Knallerei an den Gewässern zu dezimieren. Ich stelle dies einfach mal in den leeren Raum, muss aber nicht sein, dass es auch so ist.

Andere Frage zum Thema, wenn schon Plastilin vorgeschlagen wurde, was wäre mit anders gefärbten Forellenteig, natürlich in anderer Farbe und ohne Lockstoffe etc.
Gruss Martin

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astacus

Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von astacus »

blei ist natürlich längst nicht das einzige umweltgift in den gewässern. man denke nur an die PCB-geschichte, die bei uns wohl schon zum aussterben ganzer arten geführt hat (stichwort fischotter). als schwermetall ist blei aber auch in kleinsten konzentrationen hochgradig toxisch. es reicht, wenn ein vogel wenige bleikörner aufnimmt, dass er daran verendet.

nennenswerte bleieinträge in gewässer gibt es bei uns in der schweiz eigentlich nur noch aus drei quellen: (1)ausschwemmungen aus alten deponien, (2) jagd und (3) fischerei. die sanierung von alten, unsachgemäss angelegten deponien ist fortlaufend im gange und wird dies auch noch jahrzehnte bleiben (und milliarden kosten...). deshalb ist es nur logisch, dass auch der bleieintrag aus jagd und fischerei reduziert werden muss.

denn über die folgen von bleihaltiger munition herrscht heutzutags eigentlich weitgehend klarheit: sie ist eine der häufigsten todesursache bei (wasser-)vögeln - nicht nur wenn sie damit beschossen werden, sondern eben auch wenn sie sie versehentlich aufnehmen :) bekanntes beispiel ist der seeadler in deutschland, wo 23% aller tot aufgefundenen adler an bleivergiftung starben, wobei sie das blei bei gejagten tieren aufnahmen, die durch die jäger nicht aufgefunden wurden und durch die adler dann als aas gefressen wurden. in japan zeigte eine vergleichbare studie gar dass 69% aller totfunde an bleivergiftung starben. und in der schweiz wurden auch schon bleivergiftungen von bartgeiern und steinadlern nachgewiesen. bei den wasservögeln sind insbesondere diejenigen vögel stark betroffen, die ihre nahrung gründelnd von der sohle aufnehmen (z.b. diverse enten und schwäne), weil dort das bleischrot und auch das anglerblei liegen bleibt. das blei wird von diesen versehentlich oder geziel als magensteine aufgenommen. bei den bleivergiftungen in deutschland konnte übrigens gezeigt werden, dass diese fast ausschliesslich durch bleischrot verursacht werden und nicht durch andere bleieinträge.

über den einfluss von jagdlichem bleischrot auf die umwelt und speziell die vogelwelt wurde viel geforscht und die extrem negative wirkung ist eindeutig belegt, weshalb an einem verbot kaum ein weg vorbei führte. über die einfluss von bleihaltigen fischereigewichten liegen mir dagegen aber leider kaum daten vor. offenbar ist das problem hier viel geringer, wohl weil die eingetragene bleimenge deutlich geringer ist als bei der jagd und wohl auch, weil der effekt des zurückbleibenden kontaminierten aas bei der fischerei wegfällt. es gibt kaum nachgewiesene fälle, wo vögel durch fischerbleie verendet sind. insofern ist der handlungsbedarf sicher geringer als bei der jagd.

Martin hat geschrieben:Das neue Gesetz wegen der bleifrei Munition ist mir bekannt, wusste nur nicht wann es gilt, aber ich glaube eher dass diese Regelung vom Naturschutz/Vogelschutz her forciert wurde, um den Abschüssen der Predatoren mit teurer Munition entgegen zu wirken, oder die Knallerei an den Gewässern zu dezimieren. Ich stelle dies einfach mal in den leeren Raum, muss aber nicht sein, dass es auch so ist.
dagegen spricht, dass sich sogar die jagdverbände in der vernehmlassung explizit für das bleiverbot bei der wasservogeljagd (!) ausgesprochen haben. zudem hatten meines wissens einige kantone diese regelung bereits selbstständig beschlossen, noch vor dem bund. und auch andere länder haben die selbe regelung eingeführt, etwa österreich und england, aber auch in den USA und kanada!
Eglischreck

Re: Plastilin als Alternative zu Blei

Beitrag von Eglischreck »

Bin nicht ganz der Meinung dass es nur ein kleines Problemchen ist und mann sollte die Fischer sensibilisieren.
Ich denke nicht dass die grosse Masse sich überhaupt Gedanken darüber macht,
es wäre schon gut das Thema ein bisschen zu forcieren, auch wenn viele nicht glücklich sein werden.

Nur so als Beispiel, ich angle manchmal an einem kleinen See, ist eigentlich eher ein Weiher von ca. 80m auf 8m und ca. 3m Tief.
In den Sommermonaten wird dort viel gefischt, wegen dem anliegenden Campingarel auch viele Kinder und solche die vom Freiangelrecht gebrauch machen.
Sagen wir es angeln im Durchschnitt 5 Personen am Tag und jeder verliert 5gr. Blei am Tag das sind nach 3 Monaten über 2 Kg Blei das im Wasser liegt.........
(Ist schnell passier, hat zum Teil viel Kraut und Äste im Wasser)

Ist mir schon klar das es eine sehr Theoretische Rechnung ist, vielleicht ist es ja nur 1kg oder ein paar hundert gramm oder noch viel mehr, wer weiss.

Einfach mal ein paar Gedanken darüber machen, jeder denkt "ja wegen der paar gramm die ich verliere" aber die Masse machts aus.....
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