Was ist mit den Berufsfischern?

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habakuk

Beitrag von habakuk »

Schweizer Angler hat geschrieben:
ich habe manch ein fischer an messe fischen jagen schiessen 2008 fischfritüre verzehren sehen, und in dieser hatte es sehr viele weissfische drin - geschmeckt hats aber scheinbar trotzdem (auch mir).


gruss

sa
...kann ich unterschrieben! die rotfederknusperli waren wirklich erste sahne!
war ehrlich gesagt erstaunt...
Schweizer Angler

Beitrag von Schweizer Angler »

bin diesen sommer und früh-herbst sehr wenig auf forellen fischen gegangen, sondern explizit mit der fliege auf weissfische. fangerfolg "enorm", frust zero, gewässer viele.

thunersee (hasel und alet)
bielersee (egli, hasel, alet)
depotsee (hasel, egli)
egelsee (rotaugen und rotfedern)
moosee (rotaugen und rotfedern)
aare um muri/be (alet satt)
gürbe belp (alet satt)


gruss

sa
T-Rig

Beitrag von T-Rig »

Schweizer Angler hat geschrieben:für sehr viel unserer fischarrten im see sind die berufsfischer, und nicht etwa anglervereine die besetzer.
Am luganersee werden gar keine fische von berufsfischern besetzt. Wäre dies der fall, würde ich meine meinung sofort ändern. Es wird nur gefangen was das zeug hält und kohle gemacht. Schade!

Schweizer Angler hat geschrieben:sondern explizit mit der fliege auf weissfische. fangerfolg "enorm"
Hast du die fische alle verwertet oder waren sie alle "beifang"? :wink:
Schweizer Angler

Beitrag von Schweizer Angler »

hallo tessiner-rig

alle verwertet;

alet; küche und als köderfisch eingefroren
hasli, dito
egli; küche
rotaugen; küche und präparate zum üben am taxidermy-kurs
rotfedern; dito

da die berner fischfangstatistik fänge von weissfischen nicht gesondert nach art aufführt und ermittelt, erkenne ich keinen ökologischen grund sie zu releasen, zb. beim alet wie er derzeit massenhaft vorkommt.
am ehesten würde ich vielleicht noch das hasli releasen, ich erinnere mich(schwach) dass es dieses zu meiner kindszeit (60`er jahre) im thunersee massenhaft hatte, ist heute wohl nicht mehr der fall. da es aber weder schonzeit noch ein schonmass hat, darf ich es wohl entnehmen. es ist in erster linie am kanton/der verwaltung vermutlich gefährdete arten sinnvoll zu schonen oder gar zu kontigentieren (entnahme einschränken).
allerdings schränke ich mich selbst ein, pro angelgang entnehme ich meist nur 2-4 fische, danach höre ich auf mit fischen, oder gehe an ein anderes gewässer.

gruss

sa
rasch

Beitrag von rasch »

Hallo zusammen

Hier noch etwas wie's am Bodensee läuft:

Fischereiabgaben in den Patentpreisen (wird für Besatzmassnahmen verwendet)
Berufsfischer Haldenpatent - 150.- CHF
Berufsfischer Hochseepatent - 200.- CHF
Sportfischer Jahreskarte - 20.- CHF

über 90% des Besatzes bezahlen am Bodensee die Sportfischer.
Gemäss Fischfangstatistik der kantonalen Jagt- und Fischereiverwaltung fangen die ca. 160 Berufsfischer am Bodensee (D / A / CH)
jedoch etwa das 10-fache gegenüber den Sportfischern. (2007 ca. 600 Tonnen !!! der Berufsfischer gegenüber ca. 60 Tonnen Fisch welche von Sportfischern gefangen wurden) :!: :!:

Bei diesen Mengen, welche die Berufsfischer fangen, können sie sich jederzeit auf den Passus "Massenfang" berufen und müssen wohl nicht jeden Fisch gleich nach den "aus dem Netz fummeln" runterknüppeln.
Ich schätze für die Berufsfischer ändert sich also nichts mit der neuen Tierschutzverordung.
Profish

Beitrag von Profish »

An Schweizer Angler:

Die Brutanstalten werden in der Schweiz auf drei Arten geführt:

Sportfischer
Kanton
Berufsfischer

Im Kanton Zürich führen die Berufsfischer den Laichfang in den Seen aus. Es werden Netze für die winterlaichenden Albeli ausgelegt, für die Sandfelchen( Blaufelchen, Balchen), zudem noch Netze für die Seesaiblinge( gleiche Plätze wie die Albelilaichplätze) und im Frühling noch Hechtreusen mit Leiter.
Gelegentlich wird noch im Linthkanal ein Zugnetz gespannt( Seeforellen).

Felchen würde es an manchen Seen ohne Bewirtschaftung wahrlich wenn dann nur noch in kleinen Beständen geben, dies ist jedoch meist nicht den Berufsfischern, sondern vielmehr den Sportfischer zu verdanken( ausser Berufsfischer führen selbst Brutansatlten oder Netzkäfige). Die Sportfischer bezahlen die hohen Aufwendungskosten, die Berufsfischer müssen "Frondienst" leisten, dürfen die Fische jedoch nach dem Abstreifen behalten. Und Laichfischfänge sind meistens sehr ergiebig, 20- 50 Kg pro Netzsatz sind oft möglich und meistens sind es schöne grosse Fische, welche oftmals für die Winterzeit geräuchert werden. Wie du also erkennst profitieren die Berufsfischer in aller Regel doppelt, zum einen können sie Netze in Laichgebiete setzen und zum anderen bezahlen wir Sportfischer noch den Besatz, welche sie in den folgenden Jahren zu Geld machen können.
An anderen Gewässern können die Felchen selbst verlaichen( Bodensee) und der Nutzen des Besatzes im Verhältnis zum Schaden bei der Entnahme von Laichtieren von etlichen Kreisen als grösser taxiert.


Noch zur Nachhaltigkeit: Ich befische neben vielen anderen Gewässern hauptsächlich den Zürichsee und Obersee, dort befische ich oft 3 kleinere Schilfpartien mit einem unglaublichen Weissfischbestand; Kleine Schwalen und Läugel

Folglicherweise tummeln, nein tummelten sich auch massig schöne Barsche dort, man durfte immer wieder schöne Angriffe beobachten.
Dann kam der Berufsfischer und bombardierte das Gebiet mit Grundnetzen( Bis 7 Stück/ 150 Meter). Die Weissfische sind noch dort, die Jäger( Nur noch ganz kleine-Kleiner als Maschenweite) sind nun weggefischt. Ein See ist als eine Vielzahl von Biotopen anzusehen, durch die
Migration wird das oft vergessen, Fazit das einstige Biotop ist leergefischt.

@ Astacus: Am Bodensee muss man die Berufsfischerlehre absolviert haben, um ein Berufsfischerpatent zu erlangen. Der Beruf ist in der Schweiz offiziel nicht annerkannt, gleich wie der Fischwirt, der ebenso in Starnberg das Internat besuchen muss.
Profish

Beitrag von Profish »

Noch schnell zum Töten der Fische:

Wie Stratos richtig gesagt hat, ist ein Teil der Fische bereits tot( insbesondere Felchen). Andere robustere Fischarten sind oft noch lebendig und werden je nach Berufsfischer getötet oder lebendig an das Ufer gebracht. Am Zürichsee sieht man beides die Weidmanns beispielsweise töten die Fische jeweils gleich, andere eben nicht, entweder weil sie sich seit 30 Jahren nichts anderes gewöhnt sind oder weil sie oft nicht mehr in der Lage sind die Netze gleich beim heben zu leeren. Am Bodensee beobachte ich oftmals noch halb lebendige Fische in den Kisten.
astacus

Beitrag von astacus »

Profish hat geschrieben:@ Astacus: Am Bodensee muss man die Berufsfischerlehre absolviert haben, um ein Berufsfischerpatent zu erlangen. Der Beruf ist in der Schweiz offiziel nicht annerkannt, gleich wie der Fischwirt, der ebenso in Starnberg das Internat besuchen muss.
meine aussage über die geforderte ausbildung von berusfischern bezieht sich auf die aussagen in der tierschutzverordnung. dies sind im prinzip nur die minimalvorgaben des bundes. theoretisch erlaubt der bund also auch die vergabe von berufsfischerpatenten an personen, welche den beruf nicht gelernt, aber schon länger als drei jahre ausgeübt haben. allerdings können die kantone eben auch eine entsprechende berufslehre voraussetzen.

bei der anerkennung von berufen in der schweiz kenne ich mich zwar nicht wirklich gut aus, aber ich würde meinen, dass der berufsfischer schon anerkannt ist. schliesslich gibt es ja für berufsfischer einen eidgenössischen fachausweis. auch wenn die ausbildung für diesen fachausweis eben nur im ausland gemacht werden kann...
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